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Grenzen setzen vs Unterscheidungen treffen

Grenzen aufzuzeigen, verschafft dir Freiräume. Du darfst jetzt lernen zu entscheiden. Das Possibility Management kann dich dabei wunderbar unterstützen, deshalb mag ich es dir hier heute gerne näher vorstellen.

Grenzen sind ein großes Thema in meinem Leben. Als ich 1977 auf die Welt kam, haben mich meine drei Geschwister den Erzählungen nach abwechselnd in ihr Bett genommen und mit mir gekuschelt. Mein erstes Wort soll „Lasie“ gewesen sein, da meine Mutter diese Szenen oft mit den Worten „Nun lass sie doch!“ begleitet hat.

Durch dieses – sicherlich liebevolle – Überhäufen mit (Körper-)Kontakt wurde in mein System früh der Wunsch nach Abgrenzung gepflanzt. Heute als autonomer Erwachsener kann ich zum Glück selbstbestimmt mit Rückzug, Alleinzeit oder einem klar „Nein“ reagieren.

Damit der Körper dir deine Grenzen nicht mehr aufzeigen muss

grenzen-StoppIn Zeiten, in denen das weniger gut klappt, ich dünnhäutig bin oder mich generell in „Häutungs-Prozessen“ befinde – in Zeiten von Veränderung zum Beispiel – reagiere ich mit Schuppenflechte, Migräne oder leichten Einschränkungen im Hörvermögen.

Heute lerne ich: Ich brauche keine Legitimation – zum Beispiel in Form der „Lösung“ Schuppenflechte, die mein System wählt  – sondern  kann immer klarer und wahrhaftiger kommunizieren, um meine Bedürfnisse und eben auch meine Grenzen mitzuteilen.

Manchmal schlägt das Pendel zu sehr in eine Richtung und meine Grenze wird zur steinernen Mauer, anstelle zum durchlässigen Lattenzaun.

Denn was ich lerne: Abgrenzung ist gut und oftmals notwendig,  jedoch darf mit dieser auch immer wieder gespielt werden.

Possibility Management – Agieren aus deiner Mitte heraus

Grenzen können jederzeit neu gesetzt werden, oder wie es im Possibility Management heißt: Wenn du in der Lage bist, aus deinem Zentrum, deiner starken Mitte heraus, Grenzen zu setzen, kannst du auch lernen, Unterscheidungen zu treffen – sprich ganz individuell auf Menschen und Szenen zu reagieren. Dieser Ansatz beschäftigt mich nun seit Wochen, und ich entdecke viel Potenzial in ihm.

Kannst DU gut Grenzen setzen und deine Wut spüren?

Doch zunächst zurück zum „Grenzen-Setzen“: Dieses fällt meiner Beobachtung nach vielen schwer, für einige scheint es sogar die größte Herausforderung ihres Lebens zu sein.

Grenzen setzen ist ein grundlegender Akt der Selbstachtung, denn Grenzen sichern deinen Freiraum. Mir ist bewusst geworden, dass ich mich, meinen Körper und meine Gefühle kennen muss, um Grenzen zu setzen.

Insbesondere mit meiner Wut muss ich mich auseinandergesetzt haben, diese wirklich klar und eindeutig gefühlt und auch herausgelassen haben. Ich schreibe bewusst „muss“, auch da ich beobachte, dass gerade Frauen sich noch schwer tun mit dem Zeigen ihrer Wut.

Dies meint nicht, dass ich bei jeder mich ärgerlich stimmenden Situation wie ein Choleriker durch die Welt laufen und alles kurz und klein schlagen soll. Doch nackte Wut einfach kommen und da sein zu lassen, sie nicht zu deckeln, ist meiner Erfahrung nach eine Voraussetzung, um auch mit meinen Grenzen und dem Umgang mit ihnen experimentierfreudiger und konstruktiver zu werden.

Es geht darum, Unterscheidungen zu treffen

Im Possibility Management  heißt es, eine Alternative zur Grenze ist Klarheit. Und diese wiederum wird durch Unterscheidungen erzeugt. Es geht also häufig darum, Unterscheidungen zu treffen, anstatt Grenzen zu setzen – denn letztere blockieren unter Umständen auch Optionen, bilden Barrieren.

Im Unterschied zur Grenze lässt eine Unterscheidung zu, dass Energie fließen kann und Möglichkeiten zugänglich sind. Hier hilft wie schon erwähnt das Bild eines durchlässigen Zaunes, den ich in meiner Vorstellung mit Türen versehe. Es gibt Tage, an denen schließe ich die Türen ganz, dann wieder lasse ich sie einen Spalt offen oder öffne sie vollständig. Ich verschließe also mein Herz nicht, sondern schütze es.

Ich gebe ein Beispiel:

Mir sind Beziehungen wichtig, in denen alle Beteiligten sich zeigen und miteinander erblühen können. Begegnungen, in denen Erfolge geteilt werden sowie auch das Leidvolle nicht ausgespart wird. Verbindungen, in denen auch und gerade die eigene Verletzlichkeit ihren Platz hat. Gerade mit Menschen, zu denen ich eine enge Bindung habe, suche ich stets nach einer Beziehungsform, die beiden Sicherheit und die Chance auf Wachstum ermöglicht.

grenzen-TanzManchmal gestaltet sich in diesen engen Bindungen gerade der „Nähetanz“ als schwierig. Ich zum Beispiel brauche meine Freiräume, mag nicht ständig angerufen werden, bin eh’ keine große Freundin des Telefonierens.

Da kann es notwendig sein, dass ich genau dies kommuniziere: Dass ich sage, „Bitte ruf mich dann und dann nicht an, wenn’s dir jedoch wichtig ist, mich zu kontaktieren, schicke mir eine SMS.“ Dann habe ich die Wahl, wie ich darauf Bezug nehme.

Unterscheidungen treffen impliziert also: „eine Wahl haben“  – ein Spielen mit Möglichkeiten.

Ein weiteres Beispiel

Eine Unterscheidung ist für mich auch, in einem Gespräch sehr unmittelbar zu sagen, wenn ich mich unwohl fühle:

Wenn ich mich zum Beispiel ob der Mitteilungs- und Redeflut meines Gegenübers – gerade am Telefon ergeht mir das oft so – gestresst fühle, ich Herzklopfen bekomme, irgendetwas in mir zu macht, eng wird: Ich muss dies tatsächlich sagen, wenn ich den Kontakt dennoch weiter gestalten will, Türen offen halten möchte und auch dem anderen die Chance geben will, an diesem unseren Kontakt zu wachsen.

Und wenn ich eben nicht „nur“ eine Grenze setzen will im Sinne von: „Lass mich in Ruh‘ und komm alleine klar!“

Was nicht heißt, dass es diese Fälle von ‚klaren Grenzen setzen‘ nicht auch gibt, gerade dann wenn ich mich schützen muss und der andere wiederholt meine Energiereserven anzapft, da er nicht imstande ist, aus sich selbst heraus Kraft zu generieren.

So kann es also vorkommen, dass ich erwidere:

“Bitte komm zum Punkt.”

“Bitte lass uns jetzt über etwas anderes sprechen.”

Oder sogar: “Bitte besprich das mit jemand anderem.”

Sag “Ja” und “Nein”, wenn du es wirklich so meinst

Du kannst es üben: „Ja“ zu sagen, wenn du auch wirklich „Ja“ meinst, und ein „Nein“ auszusprechen, wenn du „Nein“ meinst. Und darüber hinaus kann es sehr hilfreich sein, dein Leben daraufhin zu untersuchen, wem gegenüber von deiner Seite aus Grenzen bestehen und warum du diese aufrecht erhältst.

  • Wie könntest du nun diese Grenzen zu Unterscheidungen weiterentwickeln, die zu Klarheit führen und dir mehr Möglichkeit geben?
  • Wer hält dir gegenüber Grenzen aufrecht, und warum haben diese Menschen das Gefühl, dir gegenüber Grenzen aufrechterhalten zu müssen?
  • Wie könntest du die Grenzen des anderen zu Unterscheidungen verändern, welche sowohl dich als auch den anderen bestärken?

Viel Freude und Erkenntnis bei Experimentieren mit deinen Grenzen!

Alles Liebe,

Carolin Stark

seisofrei-lebenskunst.de

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