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Bedingungsloses Grundeinkommen – ein neues gesellschaftliches Betriebssystem

Warum das Bedingungslose Grundeinkommen ein neues gesellschaftliches Betriebssystem für das Zeitalter der Industrie 4.0 sein kann…

Kleine Zeitreise ins Jahr 2040 gefällig? Wenn uns der Klimawandel diese Zeit noch gibt, werden wir dann das Zeitalter der Industrie 4.0 erreicht haben: Unsere Arbeit wird zunehmend digitaler, automatisierter und unabhängiger vom Menschen gestaltet sein. Mit anderen Worten: für so manches werden wir Menschen dann einfach nicht mehr gebraucht. Laut Forschungen der Universität Oxford wird es in 20 bis 25 Jahren im Vergleich zu heute nur noch rund die Hälfte aller Jobs gebenDies gilt im Übrigen nicht nur für einfache Berufe, sondern auch für hochqualifizierte Tätigkeiten, die dann eine intelligente Software viel präziser und effizienter erledigt– beispielsweise die Rechercheaufgaben und Gutachtertätigkeiten von Jurist*innen.

Erst die Arbeit und dann…?

GrundeinkommenDies wird gravierende Konsequenzen für unsere Gesellschaft haben, wenn wir nicht unser Verständnis von Arbeit und Einkommen verändern. Wir stehen vor einem Paradigmenwechsel, ähnlich einschneidend wie die erste Industrielle Revolution vor 300 Jahren unsere Gesellschaft verändert und – einhergehend mit der Gewerkschaftsbewegung – zu einem breiten Wohlstand und unserem heutigen Bezahlungs- und Sozialversicherungssystem geführt hat. Heute gibt uns Arbeit Lohn und Brot, und manchmal gibt uns Arbeit auch Sinn. Häufig suchen und finden wir den allerdings woanders oder auch gar nicht mehr. Auch das ist ein Ergebnis unseres heutigen Wirtschaftssystems: Arbeit und Sinn scheinen sich allzu oft entkoppelt zu haben. Viele Menschen gehen heute ihrer Arbeit für ein (Schmerzens-)Geld nach, was wir in unserer Freizeit tun, was uns erfüllt, ist Hobby, Ehrenamt, Familiendienst.

Doch misst sich der Wert eines Menschen
tatsächlich allein an seinem volkswirtschaftlichen Beitrag?
Welches Menschenbild haben wir,
wenn ein Mensch, der keine bezahlte Arbeit (aber trotzdem genug zu tun hat), nichts verdient
oder aber seinen Verdienst umfangreich beantragen und rechtfertigen muss?
Wie würdevoll ist das?
Wie viel Zutrauen haben wir in uns als Menschheit?


Richard David Rechts Wahlkampfwünsche – und eine Bewegung, die jetzt eine Partei ist


Wir werden Antworten auf diese Fragen brauchen. Der renommierte Philosoph Richard David Precht hat hierfür bereits eine Idee, die er  Mitte März 2017 in der TV-Sendung „Markus Lanz“ schilderte: „Die Finanzierung des Bedingungslosen Grundeinkommens und die Veränderung unseres Bildungssystems – das sind die Themen, die ich mir für den Wahlkampf 2017 wünsche. Denn dabei geht es um das Getriebe unseres Landes. Das sind Veränderungen, die größer sein werden als alles, was wir in den vergangenen Jahrzehnten erlebt haben.“

Das Thema „Bedingungsloses Grundeinkommen“ jedenfalls steht im Bundestagswahljahr 2017 definitiv auf der Agenda: Denn bereits im Herbst 2016 gründete die Bewegung zum Bedingungslosen Grundeinkommen eine Partei, das „Bündnis Grundeinkommen“, um damit für den Einzug in den Bundestag zu kandidieren. Das Bündnis Grundeinkommen versteht sich dabei als eine „Ein-Themen-Partei“ mit dem Ziel, das Grundeinkommen auf den Wahlzettel in den Bundestag und damit wählbar zu machen. Wenn die Partei in den Bundestag gelangt, will sie „im demokratischen Kontext der Bundesrepublik Deutschland die Einführung des Grundeinkommens mit demokratischen Mitteln voranbringen“.

Keine Sozialromantik, kein Schmarotzertum: Ein neues Getriebe für unsere Gesellschaft


Dass das Thema des Bedingungslosen Grundeinkommens dringend auf die politische Agenda gehört, meint übrigens nicht nur Richard David Precht. Viele weitere prominente Vertreter*innen aus Wirtschaft, Medien und Wissenschaft setzen sich dafür ein – allen voran Prof. Götz W. Werner (Gründer und Aufsichtsrat der DM-Drogeriemärkte) oder auch Prof. Dr. Thomas Straubhaar, ehemaliger Direktor des Hamburgischen Instituts für Weltwirtschaft (HWWI) sowie die Verlegerin und Chefredakteurin des Wirtschaftsmagazins brand eins, Gabriele Fischer. Auch SAP-Vorstand Bernd Leukert sorgte für Aufsehen, als er sich vor einem Jahr für die Einführung eines Grundeinkommens stark machte.

Eine neue Gretchenfrage: Wie hältst du es mit der Arbeit ohne Lohn?


Compassioner_Grundeinkommen1
Zurück in die Zukunft: Wer wie eingangs des Artikels eine Reise ins Jahr 2040 vornimmt und sich dabei die anstehenden Veränderungen vor Augen führt, dem ist klar, dass wir unsere Gesellschaft auf anderen sozialen Grundfesten als bisher basieren müssen. Das geflügelte Wort „Wer Arbeit will, der bekommt auch eine“ wird zukünftig nicht mehr gelten, zumindest nicht für das Konzept von Arbeit, das wir heute kennen.

Dabei wird auch in der Zukunft immer genug Arbeit da sein – bezahlte Arbeit, oft freilich in temporäre Projekte fragmentiert, wie auch „Lebensdienste“: die Pflege und Begleitung von Mitmenschen, kreative Werke, die unsere Welt schöner und reicher machen und uns Geschichten vom (Un-)Sinn erzählen, neue mentale Architekturen für uns als Gesellschaft, allerlei Wissen-Schaften – oder ganz schlicht und einfach handwerkliche Tätigkeiten. Dinge, die wir tun, weil uns die Sehnsucht nach einem guten Leben für uns und unsere Mitmenschen umtreibt. Weil wir Sinnsucher sind und dabei andere Gaben erfahren, wenn wir so tätig werden dürfen. Dieser Wert ist mit Geld nicht messbar: Sinnstiftendes zu tun, erfüllt und trägt uns im Leben.

Utopia 2040: Der Traum vom guten Leben – oder endlich bedingungslos Menschsein


Vor 300 Jahren hat sich unser klassisches Bezahlungs- und Sozialversicherungssystem entwickelt. Für das Morgen braucht es neue Lösungen – bedingungslosere, die uns als Menschen selbst willkommen heißen, voller Vertrauen, dass wir unseren sinnvollen Beitrag leisten werden. Die Einführung eines Bedingungslosen Grundeinkommens ist einer der Bausteine einer zukunftsfähigen Gesellschaft, die ein gutes Leben für alle möglicher macht. So haben wir auch die Chance, den Dreiklang von Arbeit, Lohn und Sinn wieder zu versöhnen.

Finanzierbar wäre das wohl, beispielsweise über Konsumsteuern; das haben diverse Volkswirte modellhaft berechnet. Hier findest du eine Übersicht der Möglichkeiten. Doch ist dies eine komplexe Thematik, die viele weitere Veränderungen im Gesamtgefüge nach sich ziehen wird. Daher ist es gut, wenn hoffentlich die Partei „Bündnis Grundeinkommen“ in der kommenden Legislaturperiode im Bundestag vertreten sein wird, um dieses Thema gründlich zu erforschen und mögliche Lösungen zu entwickeln.

Derzeit sammelt die Partei in allen Bundesländern Unterschriften, um zur Wahl zugelassen zu werden. Wer für frischen, zukunftsorientierten Wind im Bundestag ist, der unterstütze sie.

 

Über die Autorin:

UnternehmensstrategieStephanie Ristig-Bresser engagiert sich seit knapp drei Jahren für die Gemeinwohl-Ökonomie und ist Mitglied des Vorstands des Wiener Gründungsvereins zur Förderung der Gemeinwohl-Ökonomie.

www.stephanie-ristig.de

 

 

Weiterführende Links & Literatur:

  • Website der Partei Bündnis Grundeinkommen
  • „Grundeinkommen – ein Kulturimpuls“ – Dokumentarfilm von Enno Schmidt und Daniel Häni, der einen guten Einblick in die Thematik liefert
  • Sozialrevolution – Website zum gleichnamigen Buch von Börries Hornemann und Armin Steuernagel (Herausgeber). Auch das Buch ist empfehlenswert. Erschienen im März 2017
  • Buchtipp: Daniel Häni und Philip Kovce: „Was würdest du arbeiten, wenn für dein Einkommen gesorgt wäre? Manifest zum Grundeinkommen.“ Erschienen im Februar 2017
  • Buchtipp-Klassiker: Prof. Götz W. Werner: 1.000 Euro für jeden. Freiheit. Gleichheit. Grundeinkommen. Erschienen im Jahr 2011

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