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Titel Kommunikation beim Sex

Gute Kommunikation beim Sex – so verschönerst du dein Sexleben

Immer wieder werde ich zum Thema Kommunikation beim Sex oder über Sex befragt. Dabei spalten sich die Lager, die mir ihre Anliegen entgegentragen.

Die einen sagen: „Es wird doch überall immer über Sex geredet, warum soll das noch ein Thema sein?“ und die anderen meinen: „Mein Partner und ich reden über Sex, aber es ändert sich nichts.“ Ja, es gibt noch eine Gruppe, die meint, dass sie nicht wissen, wie oder über was sprechen.

In diesem Beitrag gehe ich anhand eines Beispiels darauf ein, was eine Kommunikationskultur über das Sexleben bewirkt.

Schatz, wir müssen reden

Kein Mensch mag Kritik. Und schon gar nicht, wenn es um das persönlichste geht, das wir haben: unser Sexleben. Da ist es doch sehr gut nachzufühlen, wenn einem die Schweißperlen auf die Stirn treten, sobald der Partner Sätze benutzt, die klar signalisieren: „Ähm, hör mal, hier passt was für mich nicht.“

Im Prinzip ist das für mich mein täglich Brot, dass Menschen zu mir kommen und auf die ein oder andere Art und Weise nicht wissen, wie sie ihre Gefühlslage mitteilen.

Denn beim Sex geht es nicht immer um Technik oder um Erregung. Das, was uns dabei so verletzlich macht, ist unser Herz. Deshalb ist das Sprechen über Sex eine knifflige Angelegenheit.

Kommunikationskultur über das Sexleben

Deshalb rate ich allen Menschen, die als Paar zu mir kommen oder die in Partnerschaft sind und mich um Begleitung bitten, dass sie eine Kommunikationskultur rund um ihr Sexleben aufbauen.

Das Wort beinhaltet für mich alles, was es benötigt, denn Kultur wird im besten Fall im Konsens geschlossen, wird gepflegt und hat immer die Möglichkeit, sich zu verändern, wenn die Beziehung sich verändert.

Dabei gibt es nicht die eine perfekte Kommunikationskultur. Es gibt aber so etwas wie Leitlinien, die dazu dienen, möglichst viel Verantwortung übernehmen zu können und möglichst die Vorwürfe und Verletzungen auszulassen.

Vorannahmen sind der Killer für gute Sexualität

Für diese Kommunikation beim Sex gilt eine Regel ganz oben: Vorannahmen sind der Killer für gute Sexualität. Denn wenn wir immer annehmen, dass dem Partner etwas gefällt oder nicht gefällt, wenn wir glauben, dass unser Partner uns sicher so gut kennt, dass er oder sie weiß, was Sache ist, dann kommen wir nicht ins Gespräch.

Schließlich haben wir dann immer Angst, die Welt des Partners einstürzen zu lassen, wenn wir diese Vorannahmen verletzen.

Beispiel aus der Praxis

Ein Beispiel aus meiner Praxis zeigt, wie falsch wir damit liegen können. Gabi (Name geändert) ist 40 und seit acht Jahren mit Peter (Name geändert) (47) verheiratet. Die beiden haben sich gegen Kinder entschieden und haben beide sehr anspruchsvolle Jobs, die sie sehr glücklich machen.

Kommunikation-beim-sexNur hakt es immer wieder beim Sex. Sie machen sich Vorwürfe, die oft jedoch nicht direkt angesprochen werden, sondern indirekt mitschwingen.

Beide wollen Sex, aber irgendwie klappt es selten. Sie mögen und schätzen sich sehr, doch wenn es um das Bett geht, ist es schwierig geworden. Es gibt auch keinerlei Kommunikation beim Sex, oder davor oder danach.

Ich fragte im Verlauf der ersten Sitzung, was denn alles gut wäre und was sie glauben, was dem anderen Spaß mache. Gabi meinte in ihrer Aufzählung, dass Peter es besonders schätze, wenn sie ihn mit dem Mund verwöhne. Bei dieser Aussage wurde Peter ganz steif. Er bewegte sich keinen Millimeter mehr.
„Peter, mir fällt auf, dass du auf einmal wie versteinert dasitzt. Magst du uns teilhaben lassen, was in dir vorgeht?“ fragte ich direkt.

„Ganz ehrlich, mich macht die Vorstellung an, dass Gabi mich oral verwöhnt. Aber so, wie es aktuell abläuft, mag ich es nicht wirklich.“

Da war eine Bombe geplatzt. Gabi war erschüttert und traurig. Denn die beiden kannten sich seit 12 Jahren und bisher hatte Peter nichts dazu gesagt. Das verletzte sie so sehr, dass sie in der Situation gleich zurück schoss und ihm gleich fünf Dinge an den Kopf warf, die er nicht so perfekt machte.

Von Vorwürfen hin zum miteinander reden

Ich ließ die beiden sich gegenseitig auskotzen. Das mache ich nicht immer so, doch nach meinem Gefühl hatten sich die beiden so viel zu sagen, dass ich eher meine Aufgabe darin sah, sie, nachdem alle Fakten mal auf dem Tisch lagen, auf einen Nenner zu bringen, der sie dazu befähigen würde, wieder in den verbalen Kontakt zu kommen.

Beide fühlten sich nach diesem Gefecht sehr ambivalent: Einerseits fühlten sie sich betrogen, weil sie den anderen nicht so gut kannten, wie sie glaubten. Andererseits fühlten sie sich erleichtert, dass sie endlich einmal alles aussprechen konnten.

kommunikation-beim-sex-lustDie beiden waren erst einmal sehr desillusioniert und ich bot an, das als Chance zu sehen. Meine Empfehlung ging in die Richtung, dass sie sich sexuellen Begegnungen als neuen Forschungsraum aufspannen sollten. Alles, was sie miteinander taten, sollten sie so bewusst und achtsam tun, dass immer Zeit für Feedback in der Situation ist.

Und wenn sie während sexueller Begegnungen sprachen, sollten sie darüber sprechen, wie es ihnen aktuell geht und was sie gerade am Körper spüren. Schließlich wollten sie einander sexuell wieder näherkommen. Und das geht nur, wenn man dem anderen seine Erlebenswelt mitteilt. Außerdem kommt es dann nicht so leicht zu aufgestauten negativen Emotionen.

Wenn das Reden im Bett noch nicht so funktioniert

Anfangs hat das Reden im Bett und in der Situation noch nicht richtig gut geklappt bei den beiden. Doch das war nicht schlimm. Denn sie haben sich ernst genommen und haben sich danach immer Zeit genommen, ihre Erlebnisse zu erzählen.

Anfangs nur das, was gut und schön war. Und über die Zeit auch die Dinge, die nicht so schön waren. Und sie haben gelernt, sich gegenseitig zu fragen, wenn sie sich nicht sicher waren, wie genussvoll das für den Partner ist, was sie gerade machten.

Darüber hinaus haben sie sich weiter über Vorlieben und neue Techniken informiert, die sie miteinander ausprobieren wollten. So etwas findet nicht im Bett statt, sondern dann, wenn es ihnen in den Sinn kommt. Denn für sie ist Bett-Zeit auch Jetzt-Zeit.

Was lässt sich aus dem Beispiel für die Kommunikationskultur lernen?

Was die beiden für sich selbst mit ein bisschen Input und Feilerei von mir erarbeitet haben, ist wunderbar geeignet für eine schöne Kommunikation über Sex, die beide glücklich macht:

  1. Im Bett wird nur darüber geredet, was jetzt gerade erlebt und gefühlt wird. Alle anderen Themen, auch die Beziehung betreffend, werden zu einem anderen Zeitpunkt besprochen.
  2. Stört einen etwas, darf das gesagt werden, möglichst ohne Vorwurf oder Angriff.
  3. Wünscht man sich etwas anderes, dann darf man den Wunsch äußern.
  4. Sex darf zum Gesprächsthema außerhalb des Bettes werden, um Neues entdeckbar zu machen.
  5. Wer, wie viel und über was redet, bestimmen die beiden selbst.
  6. Offenheit und Mitteilung von Bedürfnissen ist wichtig, damit das sexuelle Vertrauen vor allem in Langzeitbeziehungen bestehen bleibt und damit auch der Wunsch nach Sex.
  7. Fehler sind erlaubt und wünschenswert!

Eine Kommunikationskultur lässt sich nicht über Nacht etablieren. Das ist ein fortlaufender Prozess. Doch es lohnt sich, diesen Prozess bewusst zu gestalten, wenn man dauerhaft glücklich sein will mit seinem Sexleben.

Und ich glaube, dass wir noch lange nicht genug über Sex reden. Zumindest nicht, wenn es um die relevanten Themen geht: Wie geht es mir dabei und was nehme ich dabei wahr?

In diesem Sinne viel Freude beim Etablieren deiner eigenen Kommunikationskultur!

Claudia

 

www.claudia-elizabeth-huber.de

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