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Harmlose Verdächtigungen im Alltag – Neue Gedanken mit THE WORK

Warum dich die Gedanken, die schnell auftauchen,  ganz schön  in die Irre führen können.

Eines Tages brauchte ich für einen Gang zum Amt meinen Personalausweis. Ich lief zu meinem Schreibtisch, dorthin, wo der Ausweis immer lag, wollte zu der Stelle greifen, wo er immer lag und – da lag er nicht.

Der erste Gedanke, der in nicht steuerbarer Geschwindigkeit in mein Gehirn schoss, lautete: mein Freund hat ihn genommen. Ich war entsetzt. Hatte er mich gefragt? Gebeten? Wenigstens informiert? Nein! Seltsamerweise fragte sich mein Verstand nicht, was mein Mann mit meinem Personalausweis überhaupt anfangen sollte.

Fest hing sein Bild in meinem Kopf, wie er zu meinem Schreibtisch gegangen sein musste, seinen Blick allzu neugierig hatte schweifen lassen und dann meinen Ausweis entführt hatte. Und zwar, ohne sich etwas dabei zu denken. Wer weiß, wie lange er ihn schon in Besitz hatte? Vielleicht war er längst auf Nimmerwiedersehen unter seinen Stapeln mit Papierkram vergraben.

Passenderweise fiel mir jetzt eine Begebenheit ein, wo mein Freund vor einer Weile schon einmal, was war es noch…? Hm. Na ja, war ja auch egal, irgendetwas halt von mir genommen hatte, ohne mich zu fragen. Wie fühlte ich mich jetzt? Hola! Kampflustig wäre untertrieben.

Und das Beste daran war: ich hatte einhundertprozentig Recht. Jeder Mensch auf der Welt würde mir zustimmen: Man nimmt nicht einfach so, ohne zu fragen, etwas vom Schreibtisch des anderen. Da liegen Arbeitspapiere und wichtige Dokumente. Wenn davon etwas durcheinander gerät, kann es Stunden, vielleicht Tage dauern, bis das wieder in Ordnung gebracht ist, und außerdem war der Schreibtisch sozusagen das Hoheitsgebiet desjenigen… – oh! Was war denn das hier? Mein Ausweis? Nanu. Hatte sich unter ein Papier geschoben.

Na, Gratuliere! Da hatte mein Mann ja gerade noch mal Schwein gehabt.

Puh. Welches Donnerwetter wäre wohl durch unseren Haushalt gezogen, hätte ich den Ausweis erst morgen gefunden? Und hätte ich ihn dann verschwinden lassen müssen, um nicht der Verlierer zu sein?

Das Gegenteil meines Gedankens ist wohl eher wahr:

ICH habe Schwein gehabt. Aber Hallo!

Diese Geschichte ist mir jetzt so oft mit Ausweisen, Autoschlüsseln, Büchern und Briefmarken passiert, dass ich sofort darüber lache und die dazugehörigen Glaubenssätze schon zwei Sekunden nach dem Auftauchen nicht mehr glaube.

Die Gedanken, die ich als Bilder vor meinem geistigen Auge sehe, müssen überhaupt keinen Wahrheitsgehalt besitzen. Nur weil sie auftauchen, heißt das nicht, dass an ihnen etwas dran ist.

Gedanken kommen und gehen. Manche zeigen sich klar und kräftig und andere streifen mich lediglich undeutlich, und sind schon vorbeigezogen, kaum dass ich ihren Inhalt erkennen konnte. Diejenigen, die laut „Hier!“ schreien und herumhampeln, sind aber deswegen nicht wahrer. Die schnelleren auch nicht.

So hat der Gedanke: Mein Mann muss den Ausweis genommen haben kein erhöhtes Anrecht auf Wahrheit, nur weil er mit Blitzgeschwindigkeit auf sich aufmerksam gemacht hat.

Um mich selbst zu erkennen, brauchte es nur ein kurzes Innehalten im Moment des Aufbrausens. Und vielleicht die erste Frage der Work:

Ist das wahr, was ich da gerade glaube?

Und bevor ich jemand anderen beschuldige, gibt es zum Glück die zweite Frage:

Kann ich wirklich ganz sicher wissen, dass meine Gedanken wahr sind?

Und fallen mir die Fragen noch rechtzeitig ein, kann ich nochmal in Ruhe einen Blick auf meinen Schreibtisch werfen, den Ausweis finden und meine Gedanken meine Gedanken sein lassen.

Deine Ina

www.inarudolph.de

Ina Rudolph – Expertin für THE WORK

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Wo sitzt du noch deinen Gedankenfallen auf? Und wie löst du diese auf?  Lass uns doch hier bitte teilhaben;-)

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Hier gibt es noch einen spannenden Podcast von Ina Rudolph:

Podcast: Ina Rudolph – So geht das mit dem Loslassen…

 

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