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Hochsensible Kinder – was bei ihnen anders ist, und was sie wirklich brauchen

Hochsensible Kinder – Ein Impuls für Eltern und ehemalige Kinder

Wenn Max sich ungerecht behandelt fühlt, geht er über Tische und Bänke. Seine Wutanfälle in der Schule sind legendär. Eigentlich war Max bis zum Eintritt in die Grundschule ein friedliches Kind, das nie Streit gesucht hat.

Im Gegenteil: Er spielte fast nur alleine und mochte unübersichtliche Kindergruppen gar nicht. Doch in der Schule häuften sich die Probleme. Seine Ausraster und Lernschwierigkeiten gingen so weit, dass er bereits in der Grundschule eine Klasse wiederholen und schließlich die Schule wechseln musste.

Erzieherinnen oder Lehrer, die mit seinen Wutanfällen konfrontiert waren, kamen erst einmal nicht auf die Idee, Max als besonders empfindsam einzustufen. Doch tatsächlich liegt in dieser Veranlagung häufig der Schlüssel zu auffälligem Verhalten.

Woran erkennt man aber die besonders sensible Veranlagung bei einem Kind?

hochsensible kinderDas typische hochsensible Kind gibt es nicht. Jedoch gibt es bestimmte Merkmale, die auf diese Veranlagung hindeuten:

Die meisten dieser Kinder haben ein sehr ausgeprägtes Empfinden für Gerechtigkeit. Auf Ungerechtigkeiten wie z.B. eine Fehlentscheidung des Lehrers reagiert es unter Umständen überdurchschnittlich heftig, auch wenn es selber gar nicht betroffen ist.

Manche dieser Kinder mögen keine Überraschungen, sie fühlen sich in fremder Umgebung nicht wohl, wollen nicht auf Kindergeburtstage oder auf Klassenfahrt gehen.

Viele haben nach einem aufregenden Tag Schwierigkeiten einzuschlafen, brauchen sehr lange, um zur Ruhe zu kommen.

Manche Kinder haben einen gehobenen Wortschatz und sehr feinen Humor. Sie sind einfühlsam und registrieren kleinste Details. Häufig schätzen sie Situationen erst sehr sorgfältig ab und sind vorsichtiger und zurückhaltender als andere Kinder in der gleichen Situation.

Weitere Merkmale können sein:

hochsensible-kinder-2Leichtes Erschrecken, Empfindlichkeit gegenüber kratzender, schmutziger oder nasser Kleidung, Schmerzempfindlichkeit, das Ablehnen bestimmter Nahrungsmittel, das Bedürfnis nach einer bestimmten Ordnung und starke Geräuschempfindlichkeit.

Diese Eigenschaftensammlung vermittelt vielleicht einen ersten Eindruck. Ich möchte aber betonen, dass wir hier lediglich eine Eigenschaft deines Kindes betrachten.

Zugegeben, eine wichtige. Aber dein Kind hat gleichzeitig viele andere Wesenszüge, die es von anderen hochsensiblen Kindern unterscheidet. Eigenschaften wie Temperament, Intro-  oder Extrovertiertheit, Durchhaltevermögen, Anpassungsfähigkeit, Neugier beeinflussen, wie dein Kind mit seiner sensiblen Seite umgeht.

Schauen wir noch einmal auf den Fall von Max:

Er fiel schon als kleines Kind dadurch auf, dass er nie dort spielte, wo andere Kinder waren. Er hockte auf dem Boden zu Füßen seiner Mutter und beschäftigte sich mit dem, was er dort fand: Steine, Stöcke, Tannenzapfen, Sand. Sein Verhalten blieb anders als das seiner Altersgenossen.

Er hatte keinen Spaß an Kindergeburtstagen, verabredete sich wenig und interessierte sich mit zunehmendem Alter weder für Schreiben noch für Rechnen. Dieses Desinteresse hielt an, als er in die Schule kam. Er zeigte kein Interesse am Lehrstoff, machte aber bald durch bemerkenswerte Wutausbrüche auf sich aufmerksam.

Es folgten Gespräche mit Lehrern, Schulleiter, Psychologen und Lerntherapeuten.

Ein Spießrutenlauf durch diagnostische und therapeutische Verfahren

Seine Mutter meinte einmal, Max sei das am meisten getestete Kind der Welt.

Die Ergebnisse waren wenig hilfreich: Vielleicht eine leichte Form von Asperger, evtl. ADHS, leichte Lese- und Rechtschreibschwäche, evtl. auch noch Rechenschwäche, eine nicht allzu hohe Intelligenz.

hochesnisble-kinder-schuleAlles irgendwie nicht richtig ausgeprägt, und die Mutter war ziemlich ratlos, was denn nun mit ihrem Kind los sei. Die Situation spitzte sich derart zu, dass Max die Schule wechseln musste. Auf der neuen, kleineren Grundschule ging es wesentlich ruhiger zu, und es wurde etwas leichter.

Betrachtet man diesen Jungen nun mit einem Blick, der nicht nur die fehlende Passung zum System Schule wahrnimmt, sowie dem Wissen um Hochsensibilität, fällt folgendes auf:

Max war als Vorschulkind anderen gegenüber nie aggressiv sondern außergewöhnlich freundlich. Bereits als kleiner Knirps fragte er z.B. am Telefon: „Und wie geht es dir?“ Selbst als Floskel ist dies bemerkenswert für ein sechsjähriges Kind, das sonst wenig Kontakt aufnimmt.

Bei der Schatzsuche auf dem Geburtstag seiner Freundin hielt er sich – wie immer – etwas im Hintergrund. Aber jedes Mal, wenn die Suche stockte, hatte er die entscheidende Idee, die die Suche dann wieder voranbrachte. Nicht verwunderlich, dass auch er es war, der den Schatz schließlich entdeckte.

Immer wieder verblüffte Max schon als kleiner Junge seine Mutter mit sehr treffsicheren, geistreichen und teilweise ironischen Bemerkungen. Wie passt das zu einem niedrig getesteten IQ?

Auch seine Wutausbrüche erscheinen in einem völlig anderen Licht, wenn man die Situation genauer betrachtet. Max hat ein extrem feines Gespür für Ungerechtigkeiten. Er kommentierte unfaires Verhalten in seiner knappen, etwas trockenen Art. Und wurde meistens nicht gehört. Oder es wurde ihm nicht geglaubt. Das waren die Punkte, die ihn in Rage brachten.

Irgendwann hatten die anderen Kinder den Mechanismus heraus, und es wurde zum Sport, Max so lange zu reizen, bis er ausflippte – spannend anzusehen für die, die nicht beteiligt waren.

Die Heftigkeit dieser Ausbrüche war so, dass sie in keinem Verhältnis zu den Auslösern zu stehen schienen. Zumindest, solange man sie ohne das Verständnis seiner Persönlichkeit betrachtete. Wutanfälle kennen viele Eltern von ihren hochsensiblen Kindern.

Sie sind meistens ein Zeichen von Überforderung. Zu viele Reize, zu viel zu verarbeiten. Das System schreit Alarm.

Für ein sensibel veranlagtes Kind ist das ganze System Schule eine Herausforderung.

hochsensible-kinder-kirmesUm deutlich zu machen, wie es einem solchen Kind in der Schule geht, stell dir einmal vor, du solltest mitten auf einer Kirmes eine schwierige Knobelaufgabe lösen, die hohe Konzentration erfordert. Laute Musik, Popcorn-Geruch, Gelächter, Geschrei, blinkende Lichter, Menschen, die dich anrempeln, jemand klaut dir den Stift, und der Prüfer steht mit einer Uhr vor dir und misst die Zeit.

Die Eindrücke, die auf ein sehr sensibles Kind in der Klasse oder im Kindergarten einstürmen, erlebt es ähnlich intensiv, wie ein normal sensibler Mensch das beschriebene Kirmesszenario.

Dass unter diesen Umständen die gewünschten Leistungen schwer fallen, ist nachvollziehbar. Wenn dann vielleicht noch ein unbedachter Spruch hinzukommt wie „Gibt dir doch mal ein bisschen Mühe“, kann der das Fass zum Überlaufen bringen.

Denn, wie schon gesagt, ist der Gerechtigkeitssinn meist sehr stark ausgeprägt. Wenn einem Kind wie Max Unlust oder mangelndes Bemühen unterstellt wird, während es versucht, irgendwie mit der Fülle an Eindrücken klarzukommen, fühlt es sich zu Recht ungerecht behandelt.

Die Reaktion darauf kann der Wutausbruch sein, der die Hilflosigkeit des Kindes sehr deutlich macht. Sie kann sich aber auch als Komplettverweigerung zeigen. Nicht mehr essen, nicht mehr kommunizieren, sich in sich selbst zurückziehen. Manche Kinder bekommen Bauchschmerzen und weigern sich zur Schule zu gehen.

hochsensible-kinder-wutWenn ein Kind so deutlich signalisiert, dass etwas schief läuft, sind die Eltern gefragt. Ein Segen fürs Kind, wenn sie auf das Thema stoßen und sich informieren.

Das Wichtigste ist, dass das Kind bei seinen Eltern Verständnis findet

Es braucht sie als Schutz, Vermittler, Verbündeten und Mutmacher. Als Mutter oder Vater kennst du dein Kind so gut wie sonst niemand. Wenn du die Hochsensibilität immer besser verstehst, kannst du zusammen mit deinem Kind kreative Wege finden, mit besonderen Situationen gut umzugehen.

Dein Kind braucht dich als Verbündeten. Dann kann es seinen emotionalen Reichtum entwickeln. Und es lernt, den Herausforderungen des Lebens zu begegnen indem es eine seiner wichtigsten Talente nutzt: seine sehr hohe Sensibilität.

Es geht in der Erziehung eines hochsensiblen Kindes nicht darum, es gegen alle Reize abzuschirmen. Vielmehr ist Fingerspitzengefühl gefragt, um zu schauen, wo ein Kind Schutz braucht oder wo man es motivieren kann, sich mit den Anforderungen auseinanderzusetzen. Die amerikanische Psychologin Elaine Aron, die das Thema als erste untersuchte, sagt:

„Um ein außergewöhnliches Kind großzuziehen, muss man bereit sein, sich auf ein außergewöhnliches Kind einzulassen.“

Und dieses Einlassen gelingt am besten, wenn du selbst im Reinen mit deiner eigenen hochsensiblen Veranlagung bist

Den Text in voller Länge findest du auf meiner Vortrags-CD „Immer auf Empfang – Was ist anders bei hochsensiblen Menschen?“.

Herzlichst

Barbara Grebe

www.grebecoaching.de

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Hier findest du alle Artikel zum Thema Hochsensibilität von Barbara Grebe:

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