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Ich vertraue dir, dass du mir vertraust – Vertrauen in Beziehungen

Das Wort Vertrauen ist alltäglich in unserer Sprache. Wir benutzen es, ohne noch groß darüber nachzudenken. Ich habe das jetzt  getan, ich habe darüber nachgedacht und mir die Frage gestellt: Wie fühlt sich echtes Vertrauen an?

Für mich ist Vertrauen eines der freisten Gefühle, das es gibt. Eigentlich. Denn in unserem Alltag geht die Freiheit des Vertrauens oft dadurch verloren, dass wir mit dem Vertrauen Erwartungen, Verantwortung oder Schuld verbinden.

Der Satz „Ich vertraue dir, du wirst schon das Richtige tun“, kann beispielsweise einen enormen Druck aufbauen. Wahres Vertrauen bedeutet für mich nicht, dass ich DAS Richtige tun muss. Wahres Vertrauen bedeutet, dass das, was ich tue, einfach richtig ist. Dass ich richtig bin.  

Wenn ich einem Menschen sage: „Ich vertraue dir“, versuche ich, genau das zu meinen. Ich möchte den Menschen damit unterstützen, ihn bestärken, damit er für sich einen wichtigen Schritt gehen und sich selbst vertrauen kann.

An das Ergebnis habe ich dann keine Erwartung, ich beobachte, was passiert, ganz ohne Wertung. Und wie fühlt sich das wahre Vertrauen auf der anderen Seite an? Wenn mir jemand wirklich vertraut, genieße ich ein freies Gefühl der Unterstützung. Ich weiß, dass dort jemand ist, der hinter mir steht. Jemand, der mich so akzeptiert, wie ich bin und mit Wohlwollen meinen Weg begleitet.

vertrauen-als-basisWie weit entfernt unser Alltags-Vertrauen von dieser Freiheit ist, wird für mich vor allem in der Schule deutlich. Kindern wird viel zu wenig vertraut. Und das, obwohl Kinder es viel eher schaffen als wir, frei von Erwartungen und frei von Wertungen durchs Leben zu gehen. Dieses Vertrauen, dass sie der Welt entgegenbringen, wird ihnen im Klassenzimmer genommen. Und damit meine ich nur am Rande die Tatsache, dass Hausaufgaben kontrolliert und scheinbar unaufmerksame Kinder ermahnt werden.

Für mich fehlt das echte Vertrauen noch viel grundsätzlicher, nämlich bei der Bereitschaft zu lernen. In unserer Gesellschaft herrscht die unausgesprochene Meinung, dass Kinder nicht gerne zur Schule gehen. Für mich ist das absoluter Unsinn. Was ich vor allem deshalb mit großer Überzeugung sagen kann, weil ich selbst vier Kinder habe. Heute sind sie alle erwachsen und schon seit ihrer Geburt hätten sie nicht unterschiedlicher sein können. Was sie aber schon immer geeint hat, ist die Tatsache, dass sie gerne zur Schule gegangen sind, noch heute vermissen sie die Zeit.

Natürlich haben sie sich auf die Sommerferien am Baggersee gefreut, natürlich sprangen sie nicht immer hochmotiviert aus dem Bett, wenn ich sie morgens um 6 Uhr dort rausgeschmissen habe. Aber sie haben mir jeden Nachmittag aufgeregt erzählt, was sie erlebt und was sie gelernt haben.

Sie haben diese intensiven Zeiten mit ihren Freunden genossen, und sie haben sich auf einige Hausaufgaben richtig gefreut. Und was mich am meisten beeindruckt hat: Ich habe meinen Kindern immer angeboten, ihnen eine Entschuldigung für den Unterricht zu schreiben, wenn sie sich nicht gut fühlten. Damit meine ich kein Fieber oder einen gebrochenen Fuß, sondern das einfache Unwohlsein, das ich auch noch im Erwachsenenleben kenne.

Und was haben sie mit diesem Angebot gemacht? Auf den ersten Blick nichts. Sie haben es nämlich nie in Anspruch genommen. Damit haben sie natürlich sehr viel damit gemacht. Denn sie haben es zur Kenntnis genommen, das Vertrauen gespürt, was ich ihnen damit entgegengebracht habe. Und so konnten sie ein Vertrauen in sich selbst entwickeln. Sie konnten ganz bewusst und frei entscheiden, was ihnen gut tut. 

Dazu kommt, dass wir eine fragwürdige Definition von Lernen haben. Das Wort ist zu sehr an Bücher und Matheaufgaben gekoppelt. Es macht aber keinen Unterschied, ob wir lernen, dass es mal den Kalten Krieg gab. Oder ob wir lernen, dass wir von einem Baum runterfallen, wenn wir den Ast nicht fest genug greifen.

Heranwachsende Menschen wollen lernen

An dieser Tatsache gibt es keinen Zweifel. Aber nicht alle Heranwachsenden tun sich leicht damit, beim Lernen 45 Minuten still zu sitzen. Und manche von ihnen lernen auch, wenn sie nebenher ins Schulheft kritzeln. Und manche brauchen einfach den Kicheranfall mit der Banknachbarin.

Es ist verständlich, dass ein Lehrer all das nicht gebrauchen kann, um eine konzentrierte Schulstunde zu halten. Und trotzdem halten wir an einem Konzept des Frontal-Unterrichts fest, das an so vielen Stellen auf Kosten des Lernerfolgs und der Nerven geht.  Zum Glück gibt es schon seit langer Zeit Menschen, die unsere Bildungskonzepte hinterfragen und überdenken.

vertrauen-lernenIch habe mich damals entschieden, meine Kinder auf die Waldorfschule zu schicken. Dort wird auch nicht anders, nicht alles neu gemacht, aber es gibt viele gute Ansätze. Beispielsweise wird den Kindern viel Zeit zum Lernen gelassen. Sie müssen nicht in einer bestimmten Klassenstufe perfekt lesen oder schreiben können. Sie bekommen alles an die Hand gegeben, um es zu lernen. Und mit der Zeit, die sie danach bekommen, bekommen sie auch eine große Portion Vertrauen.

Denn Kindern die Zeit zu lassen, im eigenen Tempo zu lernen, setzt das Vertrauen voraus, dass sie lernen wollen, und dass sie einen für sie richtigen Weg finden, es auch zu tun. 

Ich könnte dir das hier alles schreiben, damit du ein Konzept ausarbeitest, eine Petition ins Leben rufst und dich in Richtung Bildungsministerium auf den Weg machst. Aber das ist nicht meine Absicht.

Mit den Beispielen aus der Schule möchte ich nur deutlich machen, wie wichtig es ist, dass wir Kindern echtes Vertrauen schenken. Und das können wir alle mit unseren eigenen Kindern tun. Nimm ihre Gefühle ernst, höre dir bewusst an, was sie sagen, nimm ihre Wünsche, Träume und Ängste ernst.

Denn wenn du sie so gut kennst, kannst du ihnen Vertrauen schenken. Und nur dann wissen sie, dass da jemand ist, der voll und ganz zu ihnen steht. Der sie ihren Weg alleine gehen lässt und trotzdem immer an ihrer Seite ist. Ganz ohne die Erwartung zu haben, in einer bestimmten Zeit an ein bestimmtes Ziel zu kommen.

An diesem freien Vertrauen können wir uns aber auch in anderen Lebensbereichen versuchen

Beispielsweise in einem Lebensbereich, in dem für viele das Vertrauen an erster Stelle steht: In einer Partnerschaft. Auch hier gibt es für mich zweifelhafte Vorstellungen von Vertrauen. Für mich bedeutet Vertrauen nicht, dass ich mich darauf verlassen kann, dass er sich zu einer bestimmte Uhrzeit bei mir meldet. Und für mich hat Vertrauen auch nichts damit zu tun, dass ich mich darauf verlassen kann, dass er nicht mit anderen Frauen redet, wenn ich nicht dabei bin.

Für mich bedeutet Vertrauen, in diesen Momenten loszulassen. Wenn du weißt, dass du in einer funktionierenden Beziehung lebst, dann gibt es für das Vertrauen keine Regeln. Es ist einfach da. Und wenn es nicht da ist, kannst du immer nur bei dir schauen, warum dir das Vertrauen so schwer fällt. Regeln und Absprachen können hier immer nur die Symptome aus dem Weg schaffen, die Ursache für das fehlende Vertrauen löst du damit nicht.

vertrauen-als-konzeptWichtig ist zu verstehen, dass Vertrauen nichts ist, was uns einfach gegeben wird. Wir können und sollten es trainieren. Das können wir am einfachsten tun, indem wir bei jedem „ich vertraue dir“, das über unsere Lippen geht, abklopfen, ob sich nicht womöglich doch Erwartungen dahinter verbergen, die wir erfüllt sehen wollen.

Wenn wir uns dabei ertappen, dass wir mehr Erwartungen an unser Gegenüber haben als wir dachten, sollten wir bei uns bleiben und uns Fragen: Warum habe ich diese Erwartung? Kann ich mich davon lösen, um wirklich Vertrauen zu können?

Es ist egal, ob wir Kinder stärken wollen für ihre Zukunft, oder ob wir unserer Beziehung neue Kraft verleihen wollen: Wahres, freies Vertrauen beginnt immer bei uns selbst. Und genau dort, in uns selbst, können wir dann auch die positive Energie spüren, die wahres Vertrauen freisetzt.

In diesem Sinne wünsche ich dir einen sehr schönen Tag,

Stefanie Menzel

Expertin für ganzheitlich spirituelle Persönlichkeitsentwicklung

www.stefanie-menzel.com

 

Wo kannst du noch nicht gut vertrauen? Hinterlasse doch hier einen Kommentar.

 


Hier gehts zu noch mehr Beziehungs-Inspiration von Stefanie Menzel:

Vertrauen-in-der-beziehung

Ist es Sinn einer Beziehung, uns glücklich zu machen?

 

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