Kategorien Anzeigen

Erfolg Body Arbeit Beziehungen Deine Welt Glück Seele Podcasts humantrust @Redaktion

Auroville – gelebte Utopie eines globalen Dorfs

Ein Bericht über das Gesellschaftsexperiment Auroville plus Interview.

„Imagine there’s no countries. It isn’t hard to do.
Nothing to kill or die for and no religion, too.
Imagine all the people living life in peace.“
(aus: Imagine von John Lennon)

Wohl fast jeder Mensch kennt den Song „Imagine“, diesen Klassiker der Friedensbewegung. Aber das ist doch Träumerei, das ist doch Utopie?

Natürlich gibt es Ökodörfer wie Findhorn, Sieben Linden, Schloss Tempelhof oder das ZEGG – aber auch wenn diese Gemeinschaften mit alternativen Formen des Zusammenlebens experimentieren, so gruppieren sie sich doch ein, und anerkennen unser gesellschaftliches System.

Ein gallisches Dorf, das den Imagine-Song lebt

… oder es zumindest versucht, existiert seit 1968 in Indien – in Auroville, einer künstlich angelegten Stadt im Südosten Indiens an der Koromandelküste. Ursprünglich als Stadt mit 50.000 Einwohner*innen visioniert, leben hier über 2.700 Menschen aus 53 Nationen zusammen. Mal gelingt das friedliche Miteinander, mal ringen die Menschen um die Einigung. Ein Leben in die Utopie hinein. Harte Arbeit.

Auroville – das bedeutet Stadt der Morgenröte.

Aber der Name Sri Aurobindos, Entwickler des integralen Yoga, hat sicher auch zur Namensgebung beigetragen. Denn die Stadt wurde nicht nur ganz in der Nähe des Ashrams von Sri Aurobindo aufgebaut, sondern basiert auch auf seiner Gesellschaftstheorie und Idee zu einem universellen Ort.

Das Projekt einer friedlichen Weltstadt

In die Praxis umgesetzt wurde diese Vision von Mirra Alfassa (auch „Die Mutter“ genannt), der spirituellen Partnerin von Sri Aurobindo. Gemeinsam mit der indischen Regierung gelang es Mirra, das Projekt einer friedlichen Weltstadt vor den Vereinten Nationen zu präsentieren.

Die UNESCO beschloss schließlich eine Resolution, die die Unterstützung des Projektes zusagte. So wurde die Stadt 1968 – also vor exakt 50 Jahren im Rahmen einer feierlichen Zeremonie mit Vertreter*innen aus 124 Ländern begleitet, die alle Erde aus ihren Heimatländern mitbrachten – Symbol der Einheit.

Die Erde wurde in einer Urne gegeben und versiegelt. Was für ein feierlicher Akt.

Spirituelles Zentrum von Auroville ist das Matrimandir (Sanskrit, übersetzt etwa Tempel der Mutter), das der Meditation und Kontemplation gilt – und zwar für Menschen aller Religionen. Du siehst das Matrimandir im Titelbild dieses Artikels.

Selbstbestimmtes, integrales Zusammenleben

Seit 1968 experimentieren die Aurovillianer*innen, so nennen sich die Einwohner*innen selbst, damit in Freiheit und Frieden miteinander zu leben, denn: Der Ort kennt keine Gesetze, außer das der Selbstorganisation. Lediglich eine Charta mit vier Punkten liegt allem Handeln als Orientierung zu Grunde.

Die Charta formuliert die Vision vom integralen Leben wie folgt:

Auroville

… gehört niemandem im Besonderen. Auroville gehört der ganzen Menschheit. Aber um in Auroville zu leben, muss man bereit sein, dem Göttlichen Bewusstsein zu dienen.

… wird der Ort des lebenslangen Lernens, ständigen Fortschritts und einer Jugend sein, die niemals altert.

… möchte die Brücke zwischen Vergangenheit und Zukunft sein. Durch Nutzung aller äußeren und inneren Entdeckungen wird Auroville zukünftigen Verwirklichungen kühn entgegenschreiten.

… wird der Platz materieller und spiritueller Forschung für eine lebendige Verkörperung einer wirklichen menschlichen Einheit sein.

Doch wie ist das Leben in Auroville wirklich?


Einige Medienschnipsel:

So derart frei zu agieren, birgt jede Menge Chancen, aber auch Risiken. Alles ist möglich. Dass das geht – mal besser, mal schlechter – das beweist Auroville seit 50 Jahren. Die meisten Berichte über Auroville sind denn auch neutral bis kritisch gehalten. Bloggerin Inga Raspe vom Fashionportal Greenality etwa fragt in ihrem Artikel: Auroville – Sekte Oder Paradies? , kommt aber zu dem Schluss, dass Auroville mitnichten eine Sekte ist. Deutschlandfunk beschreibt Auroville relativ neutral in dieser Reportage: Gesellschaftsutopie im Süden Indiens. Einer der Reporter des Merian zeigt sich in seinem Artikel Himmel hinter Stacheldraht in Auroville erbost darüber, dass er – zumindest nicht sofort – freien Zugang zu allen Einrichtungen erhielt.

Zwei Freund*innen von Auroville im Interview

Um eine tiefere Einschätzung zu Auroville abgeben zu können, müsste ich wohl selbst einmal dorthin reisen. Vielleicht passiert das auch noch. Für diesen Artikel habe ich den Weg gewählt, Georg Stollenwerk und Dagmar Rother-Degen zu interviewen. Beide sind Vorstandsmitglieder von Auroville Deutschland, haben bereits einige Zeit in Auroville verbracht und reisen immer mal wieder dorthin.

Dagmar Rother-Degen hebt hervor: “In Auroville gibt es keine Regeln und keine Vorschriften. Genau das hat mich so an Auroville angezogen und finde es nach wie vor sehr bemerkenswert.

Das integrale Yoga, entwickelt von Sri Aurobindo ist der Boden, auf dem man in Auroville geht. Es gibt hier die Möglichkeit, alles zu integrieren. Und vielleicht ist dieses große Freiheit der Knackpunkt überhaupt. Da kann nicht jeder damit umgehen.”

Georg Stollenwerk ergänzt: „Der Prozess ist, die in den Dingen verborgene Wahrheit herauszuarbeiten. Dies geschieht nicht unbedingt nach den gewöhnlichen Maßstäben von Ethik. Das Bestreben ist vielmehr, dahin zu kommen, alle Gegensätze anzunehmen und in einer weiteren Wahrheit zusammenzuführen.“

Das komplette Interview gibt auf meinem privaten Soundcloud-Kanal zu hören. Bitte entschuldigt die eingeschränkte Audio-Qualität.

Von Auroville und weiteren alternativen Gemeinschaftsprojekten lernen

In jedem Fall finde ich: Auroville ist ein sehr spannendes gesellschaftliches Experiment. Jeder und jedem, die/der vorhat, eine Gemeinschaft zu gründen, empfehle ich:

Auch wenn viele der Projekte sich noch im Experimentierstadium befinden, so zeigen sie doch: Wir Menschen sind bereit für neue, konstruktivere Formen des Zusammenlebens. Jene, die uns allen am besten dienen, werden sich durchsetzen.

Danke für das Bildmaterial, das mir Auroville Deutschland zur Verfügung gestellt hat.

Wenn du dich selbst mit der Idee trägst, neue Formen des Miteinander auszuprobieren,
wünsche ich dir viel Freude & Durchhaltevermögen dabei
– und dass du auf die richtigen Menschen stoßen mögest.

Alles Liebe

Steffi aka Stephanie Ristig-Bresser.

Alle Artikel von Stephanie Ristig-Bresser findest du hier.

Hier findest du eine Filmdokumentation über Auroville:

https://www.youtube.com/watch?v=hU40Ba4GXjE&t=320s

 

Wenn dieser Artikel dich inspiriert hat, dann lies doch in das Interview hinein, das ich mit Rob Hopkins, dem Begründer der Transition Town Bewegung geführt habe:

Transition Towns – „Es ist wesentlich, Gruppen zum Erblühen zu bringen“

Gefällt mir 45 Personen gefällt das

Wie hilfreich fandest du den Artikel?1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (Noch keine Bewertungen)

Diskussion

Hole dir dein Gratis-Geschenk für Compassioner-Leser:


Das große Coaching Paket von Veit Lindau.
Sichere dir diesen wertvollen Leitfaden für ein erfülltes, glückliches Leben.

 

Wir schenken dir:
o 4 Audiovorträge mit Veit Lindau
o 1 Geführte Meditation
o Den Lebenskompass

Trag dich dazu hier ein:

 



 
* Mit der Eintragung bestätige ich die Informationen zum Datenschutz insbesondere nach §13 DSGVO zur Kenntnis genommen zu haben.

 

 

 

fan

Pin It on Pinterest

Share This