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Die Kunst, in Möglichkeiten zu denken

Wie du groß denkst und darüber einfach deine Ziele erreichen kannst

Wer definiert eigentlich was „im Bereich des Möglichen“ liegt? Woran machen wir das fest?

Welche innere Haltung könnte hilfreich sein, das Mögliche für möglich zu halten – selbst dann, wenn wir noch gar nicht wissen können, ob es wirklich möglich ist?

Ich bin gerade sehr inspiriert von dem Buch „The Art of Possibility“ von Benjamin Zander. Er ist Hochschulprofessor am Konservatorium für Musik und langjähriger Dirigent der Bostoner Philharmoniker und hat das Buch zusammen mit seiner Frau Rosamund Stone Zander geschrieben. 

Auf Deutsch könnte man den Titel übersetzen mit „Die Kuns,t in Möglichkeiten zu denken“ oder „Die Kunst des Möglichen“.

Eine Anekdote  bringt auf den Punkt, was gemeint ist:

Ein Unternehmen der Schuh-Industrie sendet zwei Marketing-Scouts in eine bestimmte Region Afrikas um einzuschätzen, inwieweit dort Geschäft zu machen sei. 

Einer der beiden meldet an die Zentrale: „Situation hoffnungslos. Hier trägt niemand Schuhe.“

Der andere schreibt begeistert: „Großartige Business-Chancen. Sie haben noch gar keine Schuhe hier.“

Der erste Mitarbeiter zieht seine Rückschlüsse einzig aus der Betrachtung der Gegenwart und folgert daraus für die Zukunft. Er denkt innerhalb der Grenzen bereits bekannter Gegebenheiten. 

Der zweite zieht eine Entwicklung in Betracht, auch wenn sich jetzt noch keine Anzeichen dafür erkennen lassen.

Er denkt in Möglichkeiten, erkennt Potenzial. 

Derselbe Sachverhalt trifft bei beiden auf unterschiedliche Annahmen und Bewertungen und veranlasst sie, jeweils andere Weichen für die Zukunft zu stellen. Auf diese Weise kreieren und betreten sie unterschiedliche Möglichkeitsräume. 

Zukunft ist nicht etwas, das bereits feststeht, als Fortsetzung dessen, was ist. Zukunft ist das, was wir ausgehend von Gegebenem und darüber hinaus gestalten.

Benjamin Zander unterrichtet jedes Jahr am Konservatorium in seiner Meisterklasse besonders begabte Musiker*innen und hat es sich in möglichkeitenzur Aufgabe gemacht, seine Schüler*innen zum Denken in Möglichkeiten und zum Gestalten ihrer Zukunft zu ermutigen. Die Atmosphäre am Konservatorium ist in der Regel geprägt vom Streben nach Bestnoten, Leistungsdruck und Wettbewerb.

Zander weiß, dass die Angst vor Fehlern und Versagen zu Lernblockaden führen kann und Neugier, Innovationsfreude und freie Entfaltung der Studierenden behindert. 

 

Was also stattdessen tun?

In seiner Meisterklasse mindert Zander diesen Druck gleich zu Beginn eines Semesters und stellt allen Studierenden die Bestnote in Aussicht – unter einer Bedingung: Sie müssen ihm in den ersten Wochen einen Brief aus der Zukunft schreiben, in welchem sie begründen, warum sie am Semesterende die Bestnote verdient erhalten haben werden: „Lieber Mr. Zander, ich habe die Note A erhalten, weil ich…“. 

In dem Brief beschreibt jeder Studierende quasi rückblickend seine persönliche Entwicklung: welche konkreten Ziele er in dem Jahr erreicht hat, was er gelernt und was er dafür getan hat. Auch welche Hürden er gemeistert und welche Gewohnheiten er unterwegs durch andere ersetzt hat. 

Zander hat die Erfahrung gemacht, dass dieser Brief den Glauben der Schüler*innen an sich selbst bestärken und ihre Selbstverpflichtung erhöhen kann. 

Nicht er gibt den Studierenden einen bestimmten Weg zum Ziel vor, sondern sie selbst setzen sich mit ihren individuellen Möglichkeiten auseinander und entwerfen ihre ganz eigene Route mit konkreten Handlungsempfehlungen an sich selbst.

Zander fasst es so zusammen: „The A is not an expectation to live up to, but a possibility to live into.“ Zu Deutsch etwa: „Die Bestnote ist keine Erwartung, die es zu erfüllen gilt, sondern eine Möglichkeit, in die man sich hinein entfalten kann.“

in-moeglichkeiten-denkenAuf dem Weg durch das Jahr vermittelt Zander seinen Schüler*innen noch ein wesentliches Prinzip für gelingendes Lernen, gelingende Beziehungen und gelingendes Leben: Humor!

Er nimmt ihnen die Angst vor Fehlern, indem sie ihnen mit Humor begegnen. Jedes Mal, wenn sie sich auf ihrem Instrument verspielen, lässt er sie ausrufen „Wie interessant!“. Gemeinsam zelebrieren sie Fehler als Chance zur Weiterentwicklung und sorgen für entspanntes Lernen.

Und noch eine weitere Devise zur gegenseitigen Potenzialentfaltung gibt er ihnen mit auf ihrem Weg:

Nimm´ dich selbst nicht so verdammt wichtig.“

Im Sinne von: „Nimm dich ernst, aber halte dich nicht für den Nabel der Welt und reg´ dich weniger auf.“

In einem Orchester hat jedes einzelne Instrument seine einzigartige Bedeutung und dient gleichzeitig immer dem Zusammenspiel des Ganzen. Selbst ein Solo ist nur deshalb als Solo wahrnehmbar, weil es die anderen Instrumente gibt.

Wie wäre es, die Prinzipien der Kunst des Möglichen auf unsere Kunst der Selbstführung zu übertragen und zu kultivieren?

Vertrauen in und Neugier auf eigene, auch ungeahnte, Möglichkeiten und Potenziale. 

Selbstverantwortung in der Gestaltung unserer individuellen Art zu lernen und uns zu entfalten. 

Staunen und Wohlwollen angesichts unserer eigenen Fehler – und der unserer Mitmenschen. Eigene Anliegen richtig wichtig zu nehmen und uns gleichzeitig locker zu machen, während wir sie verwirklichen.

Leben und leben lassen – mit Humor.

• Wie könnte dein Brief aus der Zukunft an dich aussehen?  

• Welcher Möglichkeitsraum wartet darauf, von dir betreten zu werden?

Katja Lutz-Deklerk

katja@lutz-deklerk.de

Hier findest du alle Artikel von unserer wunderbaren Expertin für achtsame Selbstführung.

 

 

PS: Zu dem beschriebenen Ansatz „Giving an A“ gibt es ein sehr lebendiges Youtube-Video von Benjamin Zander:

Hier findest du noch mehr Inspiration:

Mach. Es. Einfach. – 3 wertvolle Tipps für deine Zielerfüllung

 

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