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Integrale Betrachtung depressiver Erkrankungen

Die Ursachen und möglichen Heilungsansätze depressiver Erkrankungen möchte ich gerne hier genauer aus ganzheitlicher Sicht beschreiben, denn es gibt viele Formen dieser komplexen Erkrankungen.

Im unübersehbaren Gegensatz zur rasanten Entwicklung der modernen Industriegesellschaft und der daraus entstehenden Möglichkeiten für den Menschen, erfährt der Mensch eine zunehmende Entfremdung von der Natur und seiner sozialen Mitwelt. Wie sonst könnte jede und jeder von uns diesem Wahnsinn auf unserem Planten weiterhin zusehen? Der Spagat zwischen sinnvoll gelebtem Dasein, einer oft im Alltag gefühlten (bzw. „gedachten“) Sinnlosigkeit und „Ohnmacht“ und unserem eigenen oft (bewusst oder unbewusst wahrgenommenen) destruktiven Verhalten versetzt viele Menschen unter einen so starken Druck, dass daraus eine Gleichgewichtsstörung unseres Seins entstehen kann.

Eine wichtige Voraussetzung für unsere Gesundheit ist jedoch ein harmonisches Gleichgewicht zwischen Ich-Bewusstsein, Körperlichkeit, Beziehungsleben und meinem Verhalten in dieser Welt (Vier-Quadranten Modell).

Wir fühlen uns oft stark abhängig von äußeren Bedingungen – von Beziehungen, von der finanziellen Situation, von unserem Zuhause, der Natur und vielem mehr. Unsere Seele will sich aber frei entwickeln und kennt diese Begrenzungen nicht. Ein unsichtbarer Spannungsbogen baut sich schon in der Kindheit auf…

Die Depression (lateinisch deprimere „niederdrücken“) ist nichts, worum irgendjemand aktiv bitten würde – weil sie eine wirklich ernste Erkrankung ist. Sie ist inzwischen so häufig, dass man von einer Volkskrankheit sprechen kann. Aktuelle Zahlen sprechen von circa sechs Millionen depressiven Menschen in Deutschland.

Zu dem individuellen Leiden jedes Einzelnen belastet uns diese Krankheit zudem auch als Gesellschaft; jährlich entstehen Kosten von >21 Milliarden Euro für die Behandlung. Was für ein „Fluch“!

Die Hauptsymptome sind

  • Gedrückte, depressive Stimmung: Traurigkeit, Gefühl der Gefühllosigkeit, Gefühl der inneren Leere
  • Freudlosigkeit und Interessensverlust: Verlust der Fähigkeit zu Freude oder Trauer, die Stimmung ist durch Zuspruch nicht aufzuhellen
  • Antriebsmangel und erhöhte Ermüdbarkeit: Bei einer schweren depressiven Episode können Betroffene in ihrem Antrieb so stark gehemmt sein, dass sie auch einfachste Tätigkeiten wie Körperpflege sowie Haushaltstätigkeiten nicht mehr verrichten können.

Weitere Symptome treten oft dazu: Konzentrationsverlust, vermindertes Selbstwertgefühl, reduziertes Selbstvertrauen, Schuldgefühle, Gefühl der Minderwertigkeit, negative und pessimistische Zukunftsperspektiven wie übertriebene Sorge um die Zukunft, übertriebene Sorge um die Gesundheit bis zur Hypochondrie, Schlafstörungen, verminderter Appetit, Empfindung der Sinnlosigkeit bis hin zu Suizidgedanken.

Formen der Depression

Es wird unterschieden zwischen endogener Depression (endogen bedeutet innen entstanden; infolge veränderter Stoffwechselvorgänge im Gehirn, die ohne erkennbare Ursache auftritt und bei der auch eine genetische Mitverursachung vermutet wird), neurotischer Depression – oder auch Erschöpfungsdepression – (verursacht durch länger andauernde belastende Erfahrungen in der Lebensgeschichte) und reaktiver Depression – als Reaktion auf ein aktuell belastendes Ereignis. Bei der selteneren bipolaren affektiven Störung erkrankt der Patient im Wechsel an Depression depressiver-erkrankungenund Manie. Die sogenannte Winterdepression ist eine saisonal auftretende Form, für die ein Mangel an Sonnenlicht und damit ein Mangel an Vitamin D verantwortlich ist.

Wer depressiv ist, bei dem erniedrigt sich möglicherweise der Serotonin-Spiegel. Doch der Hirnstoffwechsel kann sich allein durch heilsame Beziehungen oder ein Gespräch, in dem sich der Mensch gesehen und angenommen fühlt, wieder verändern.

Wer depressiv ist, der spürt meist auch, dass er mehr braucht

Eben mehr als nur  Medikamente: nämlich einen anderen Menschen, mit dessen Hilfe er sich wieder anders fühlen kann.

Da sind die Mütter, die sich bis zur Erschöpfung für ihre Kinder und den Job aufopfern oder Ehefrauen, die nur noch für ihren Mann leben. Da ist der Manager/die Managerin, der/die sich selbst für sein Unternehmen ausbeutet. Oft lässt sich von außen gar keine Depression erkennen. Wenn jedoch in diesem System ein entscheidender Einschnitt geschieht – wie etwa eine Trennung oder die Kinder aus dem Haus gehen, brechen manche Menschen zusammen. Die Depression, die vielleicht schon lange „geschlummert“ hat, bekommt nun Raum.

Die Betroffenen sind oft sich selbst gegenüber bescheiden und lassen sich überfordern. Sie können nur schwer etwas für sich einfordern, obwohl sie unter einem Gefühl des Mangels leiden. Andere wiederum übertönen ihre Depression mit Aktivismus: schnell machen sie Karriere und arbeiten als Führungskräfte bis zum Umfallen. Am Ende wissen viele gar nicht mehr, was sie selbst eigentlich wirklich wollen, wer sie sind und was sie sich wünschen. Der Kontakt zu sich selbst und den Gefühlen ist verloren gegangen.

Nicht immer äußert sich eine Depression offensichtlich in gedrückter Stimmung

Auch wer häufig an Rücken- oder Magenbeschwerden leidet, kann eine larvierte (= versteckte)   Depression haben. Menschen mit Depressionen haben oft Schwierigkeiten, im richtigen Moment zuzugreifen. Sie geben anderen den Vortritt und tun so, als hätten sie niemals den Wunsch gehabt, sich auch vom Kuchen des Lebens zu nehmen. Schon kleinste Aggressionen kommen ihnen wie ein schweres Verbrechen vor und müssen unterdrückt werden. Doch irgendwo müssen die eigenen Aggressionen und der eigene Wunsch, sich etwas zu nehmen, ja hin. Und so richtet sich die gestaute Aggression nach innen gegen sich selbst, was sich in einem lähmenden Gefühl des niedergedrückt seins widerspiegeln kann.

Oft haben Menschen, die zu Depressionen neigen, so große Angst vor einer Enttäuschung, dass sie blind werden für die Chancen, depressiver-ursachendie das Leben bietet. Diese Blindheit für das eigene Glück und die eigenen Möglichkeiten nennen Fachleute „Skotomisierung“ („Skotom“ = „blinder Fleck“). Dadurch kommen die Betroffenen tatsächlich immer wieder erneut zu kurz. Manchmal möchte der Betroffene auch nicht, dass andere ihn beneiden, und er verzichtet lieber auf schöne Dinge, auf Erfolg, auf Glück. Wer seine eigenen Wünsche nicht wahrnehmen kann, der projiziert sie manchmal nach außen. Dem Betroffenen kommt es so vor, als ob alle Welt etwas von ihm wollte. Er fühlt sich erschöpft und bedürftig: „Jetzt bin ich aber mal dran, jetzt möchte ich, dass die anderen mal etwas für mich tun“, denkt er. Doch die eigene, echte Bedürftigkeit wird als Makel erlebt. Diese Mechanismen sind dem Betroffenen oft nicht bewusst.

Ursachen depressiver Erkrankungen

Die möglichen individuellen Ursachen können aus integraler Sicht betrachtet werden: Als Arzt nehme ich mir natürlich zunächst den „ES-Quadranten“, also die objektive Datenerhebung des Körpers her. Dazu gehört neben einer körperlichen Untersuchung ein ausführlicher Laborcheck mit Bestimmung der Schilddrüsenparameter, einer Vitalstoffanalyse (Vitamin B- und D- Status, der Leberwerte, ggf. Coenzym Q-10 und L-Carnitin), Hormone wie Serotonin, Dopamin, DHEA und u.U. die Stresshomone Cortison, Adrenalin und Noradrenalin sowie die Geschlechtshormone Östrogen, Progesteron und Testosteron. Hier lassen sich nicht selten therapeutische Ansätze naturheilkundlicher Art finden, die den Betroffenen sehr schnell in eine bessere Stimmungslage verhelfen. 

Im „Ich-Quadranten“- meinem Bewusstsein, lässt sich anamnestisch klären wie der Betroffene sein Innenleben erfährt, wie er mit Schwierigkeiten und Problemen umgeht, wie seine individuelle Belastbarkeit ist, seine Bedürfniswelt, seine Werte, wie er seine bisherige Biografie erfahren hat und ob evtl. eine Gesprächstherapie oder ein integrales Coaching sinnvoll sein könnte.

Im „Wir Quadranten“ lässt sich klären, ob der derjenige im Beziehungsleben zu anderen Störfaktoren erlebt, die die depressive Erkrankung bedingen oder mitbedingen. Hieraus resultiert ggf. eine Paarberatung, eine Familienberatung oder eine Mediation.

Hat dieser „Scan“ auf allen Ebenen stattgefunden, lässt sich daraus ein konkreter Handlungs- und Therapieplan erstellen. In diesem Handlungsplan wird der Betroffene ganzheitlich mit einbezogen und nicht ausschließlich von außen “bedient“.

Lösungen:

In meinem Ansatz wird zunächst mit nebenwirkungsfreien Möglichkeiten begonnen (ausgenommen sind schwere Depressionen, Suizidgedanken oder vorausgegangenen Suizidhandlungen; diese MÜSSEN mit Psychopharmaka behandelt werden UND gleichzeitiger Psychotherapie!). Bei leichten bis mittelgradigen Depressionen kann sanfter vorgegangen werden.

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Matthias Struwe

Dazu gehören neben pflanzlichen Arzneien wie z.B. hochdosiertes Johanniskraut, Lavendel-, Passionsblumen- und Rosenwurz-Arzneien, die vitalstoffreiche, ausgewogene, basenüberschüssige Ernährung, ggf. orthomolekulare Substitutionen sowie ggf. eine natürliche Hormonstimulation oder Substitution, ausreichend regelmäßiger Sport (bei leichten bis mittelgradigen Depressionen lässt es sich buchstäblich der Depression „davon laufen“) und/oder harmonisierende Bewegungsübungen wie Qi Gong, Tai Chi. Auch Musik kann die Stimmung heben und lässt sich u.U. in den Therapieplan miteinbauen.

In meiner Praxis sind sehr viele Depressionen „reaktiv“ oder im Sinne einer Erschöpfungsdepression zu werten und weniger häufig „endogen“. Hat sich die Depression nach einer länger vorausgegangenen Zeit der Handlungsunfähigkeit in uns erstmal manifestiert, gelingt es den meisten nicht mehr, alleine aus diesem mentalen Loch zu entkommen. Der erlebte innere wie äußere Konflikt (reaktive Form) kann nicht mehr eigenverantwortlich nach den eigenen Bedürfnissen und Wertevorstellungen verändert werden. Bleibe ich zu lange in einer Handlungsstarre, gräbt sich der eigene Frust immer tiefer, bis die Seele hoffnungslos wird und keinen Ausweg mehr sieht. Ich selbst habe oft in meinem Leben feststellen können, dass wenn ich in einem mentalen Loch war, nahezu immer die Handlung (in meinem Fall Laufen oder das Gespräch aktiv suchen) geholfen hat, mich besser zu fühlen.

Bei einer Depression steht das Gefühl der Sinnlosigkeit des eigenen Lebens im Vordergrund.

Schaue ich mir aber zusammen mit dem Betroffenen das depressiver-hoffnungbisherige Leben und die aktuelle Lebenssituation genauer an, bekommt die Depression fast immer eine Nachvollziehbarkeit und oft auch einen tieferen Sinn. Verstehe ich erst, was da wirklich bei mir passiert ist und bekomme ich einen „Geschmack“ eines möglichen tieferen Sinns, kann ich mit professioneller Hilfe und in kleinen Schritten oft auch wieder in die Handlung gehen.

Das stärkt meinen Selbstwert von Schritt zu Schritt und es kann wieder mehr und mehr Kraft wahrgenommen werden. Damit lassen sich die nächsten Schritte immer leichter bewältigen – bis ein solides Fundament an Selbstwert aufgebaut worden ist. Die Depression verliert immer mehr an destruktiver Macht, weil der Selbstwert auf einem stabilen Fundament steigt. UND: Wer einmal eine Depression überwunden hat, kann sich über die „hellen Momente“ des Lebens in aller Regel auch wieder mehr freuen – denn nur wer die Dunkelheit kennt, kann das Licht als solches erkennen…

depressiver-lichtIn diesem Sinne – und ganz im Sinne der Weihnachtszeit –  lasst uns alle ein großes Netz der Liebe um uns Menschen spannen, damit unsere Beziehungen heilsam bleiben oder wieder werden und die hellen und schönen Momente des Lebens die Oberhand behalten!

Herzliche Adventsgrüße!

Dr. Matthias Struve

www.dr-struve-integrale-medizin.de

Hier findest du alle Artikel zur integralen Gesundheit von Matthias Strume.

 

Hier kommt noch ein interessanter Artikel, der gut hierher passt…

 

Wege aus der Krise: Die innere Stimme entdecken

 

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