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Männlichkeit in der Krise? Diese Faktoren sprechen dafür

Ob Krise der Männlichkeit oder Männlichkeit in der Krise, immer häufiger liest man es in Leitartikeln und Editorials der großen deutschen Zeitschriften:

In Deutschland ist die Männlichkeit in der Krise. Doch stimmt das wirklich?

Die Aussagen gehen in ganz unterschiedliche Richtungen: Vom „letzten Aufbegehren des Patriarchats“ bis hin zu „lachen über den deutschen Kuschelpop-Mann“. Es wird viel geboten, meist bleiben die Ursachen aber diffus.

Deshalb beleuchte ich in diesem Artikel drei gesellschaftliche Faktoren, die aus meiner Sicht für eine Krise der Männlichkeit sprechen.

Diskussion sind ausdrücklich erlaubt. Ich freue mich auf eure Meinung!

Faktor 1: Fehlende Väter – verleugnete Großväter

Das prägendste Element für das, was ein Mann tief in sich als „männlich“ definiert, ist der eigene Vater. Das ist eine entwicklungspsychologische Tatsache. Männer, die einen guten Kontakt zu ihrem Vater haben, spüren dies in ihrem eigenen Erleben deutlich.

Aber: Die Vater-Sohn-Beziehung in Deutschland ist über Generationen hinweg belastet.

Maennlichkeit-in-der-krise-2Immer mehr Männer haben einen schlechten oder keinen Kontakt zu ihrem Vater. Es fällt ihnen schwer, ihren Vater als das anzunehmen, was er ist: ihr ureigenes Vorbild für Männlichkeit. Der Hauptvorwurf, der dem Vater gemacht wird, ist, dass er seine Erziehungsaufgabe nicht bzw. nur unzureichend wahrgenommen hat. Die Ausprägung dieses Vorwurfs reicht in einer weiten Bandbreite von „zu stark/dominant“ bis „zu schwach/abwesend“.

Dazu kommt, dass bei immer mehr Männern der Vater physisch nicht da war. Die Zahl der alleinerziehenden Mütter ist im Vergleich zu 1968 (vor fünfzig Jahren) extrem angestiegen. Diese Entwicklung geht übrigens weiter. Auch 1998 (vor zwanzig Jahren) gab es noch deutlich weniger alleinerziehende Mütter als heute.

 

Bei den reiferen Männern – in der Großvatergeneration – waren die Väter entweder „Kriegskinder“ oder sie haben den Krieg als (junge) Erwachsene erlebt.Was das für die emotionalen Rahmenbedingungen in der Vater-Sohn-Beziehung bedeutet, lässt sich aus meiner Sicht nur erahnen.

Speziell für deutsche Männer besteht darüber hinaus das komplexe Thema der „Kriegsschuld“.Wie kann man(n) bzw. wie darf man(n) für seinen Vater, Groß- oder Urgroßvater Stolz empfinden, der in der Nazi-Zeit aktiv oder passiv das System unterstützt hat? Dieser Komplex mag bei jungen Männern eine immer geringere Rolle spielen. Im deutschen, gesamtgesellschaftlichen männlichen Bewusstsein besteht hier eine offenkundige Problematik.

Also: viele deutsche Männer in allen Generationen machen ihrem Vater aus verschiedensten Gründen Vorwürfe. In manchen Fällen lehnen sie ihren Vater sogar schlichtweg ab bzw. haben keinerlei Kontakt zu ihm.

Dass dieser Faktor zu einer „Krise der Männlichkeit“ beiträgt, liegt auf der Hand!

Faktor 2: Wer braucht noch „männliche“ Eigenschaften?

Zugegeben, alleine mit der Frage, was „männliche“ und was „weibliche“ Charaktereigenschaften sind, lassen sich sehr interessante Diskussionen gestalten.

Blicken wir der Einfachheit halber auf Eigenschaften, über die sich Männer klassischerweise definieren und die in den meisten Diskussionen als „männliche“ Eigenschaften gelten.In (Klammern) stehen zum Vergleich jeweils die gegenteiligen „weiblichen“ Eigenschaften.

  • konfliktbereit (harmoniesuchend)
  • hart (weich)
  • autoritär (kooperativ)
  • rational (emotional)

Maennlichkeit-in-der-krise-3Solche klassischen, männlichen Eigenschaften werden seit Jahrzenten immer unwichtiger. Die wirtschaftliche, gesellschaftliche und kulturelle Entwicklung geht genau in die entgegengesetzte Richtung. Schlagworte sind hier „Sharing Economy“, „kooperative Führung“, „Teamarbeit“, „gewaltfreie Kommunikation“, „Gender Mainstreaming“ usw.

Geht man außerdem davon aus – und auch das wird gerne diskutiert – dass es für Männer natürlicher und leichter ist, den jeweils männlichen Pol der oben genannten Begriffspaare einzunehmen, wird folgender Zusammenhang deutlich:

Klassische, männliche Eigenschaften sind immer weniger gefragt. „Bessere“ Frauen zu werden, indem man(n) weibliche Eigenschaften übernimmt, fällt man(n) schwer. Wohin also mit der Männlichkeit?

Faktor 3: Bewusste Frauen – unbewusste Männer

Vergleicht man „die Frauen“ und „die Männer“ in Deutschland in punkto Bewusstseins- bzw. Persönlichkeitsentwicklung, fällt eine Tatsache ins Auge:

Maennlichkeit-in-der-krise-4Frauen haben sich seit Ende der 1960er Jahre im Zuge der „Emanzipation“ intensiv mit ihrem Selbstverständnis sowie ihrer Rolle in Wirtschaft und Gesellschaft auseinandergesetzt. Sie haben für ihre Rechte gekämpft und sie durchgesetzt. In der Folge mussten sie sich durch die neue Stellung im gesellschaftlichen System intensiv mit sich selbst beschäftigen. Und, sie haben dies getan.

Männer auf der anderen Seite beginnen erst jetzt diesen Prozess.Die „Emanzipation des Mannes“, die Auseinandersetzung mit dem eigenen Rollen- und Selbstverständnis steht noch aus. Sie wird jetzt nötig, da Frauen gleichberechtigt sind. Vieles, was früher für Männer selbstverständlich war, gilt nicht mehr. Männer dürfen – ja müssen – sich jetzt neu erfinden.

Solche Prozesse sind schwer und schmerzlich. Das hat man bei der Emanzipation der Frau gesehen. Und sie beginnen mit einer Krise – der „Krise der Männlichkeit“.

Fazit: Vieles spricht für die Männlichkeit in der Krise, aber…

Die drei Faktoren, die ich in diesem Artikel beleuchtet habe, sprechen für eine „Krise der Männlichkeit“.

Sie erscheinen mir aber – genau wie die oben beispielhaft genannten Artikel – als zu pauschal. Der Begriff „Männlichkeit“ an sich ist schon eine Verallgemeinerung. Auch eine „Krise“ findet eher auf individueller Ebene statt.Man kann als einzelne Person, als einzelner Mann in eine krisenhafte, persönliche Situation geraten. Sicherlich kann dies durch die oben beschriebenen gesellschaftlichen Faktoren begünstigt werden. Aber hier direkt von einer „Krise der Männlichkeit“ zu sprechen?

Es ist ganz einfach: das beste Mittel gegen eine „Krise der Männlichkeit“ sind bewusste, wache, starke und krisenresistente Männer.

Im nächsten Artikel (Ende Januar) zeige ich daher Wege auf, welche Bedingungen ein Mann sich schaffen kann, um sich aus einer persönlichen Krise zu befreien bzw. erst gar nicht in eine Krise zu geraten. Denn, die Diskussion über eine „Krise der Männlichkeit“ wird schnell aufhören, wenn weniger Männer in individuellen Lebenskrisen sind.

Lasst es uns angehen, Freunde!

Fabian Edzard Schneider

www.gelber-himmel.de

Alle Artikel von Fabian findest du hier, lass dich inspirieren

Zum Event MenEncounter II:

In diesem tiefgehenden Männer-Workshop beschäftigst du dich mit dem, was dich als Mann ausmacht– deinen Rollen im Leben, deinem Selbst- und Fremdbild und deinem Lebensgefühl. Auf dieser Basis ermitteln wir, welche Lebensziele bei dir jetzt konkret dran sind, gehen erste Schritte zu deren Verwirklichung und finden deine Kraftquellen.

Für diesen intensiven Prozess bauen wir in einem geschützten Raum eine ganz eigene Gruppenenergie auf. Eine Energie, die von männlicher Ehrlichkeit und Brüderlichkeit geprägt ist, vergleichbar mit dem guten Teamspirit einer Sportmannschaft. Dabei werden wir im Vergleich zu anderen Workshops eher wenig reden, dafür mehr spüren. Auf diese Weise erhältst du mehr Klarheit und eine neue Ausrichtung für dein Leben und – wie von selbst – neue Kontakte und Männerfreundschaften.

 

Freitag, 01.02.19, 18:00 Uhr bis Sonntag, 03.02.19, 15:00 Uhr.

Parimal Gut Hübenthal bei Göttingen

Weitere Infos und Buchung unter

https://veitlindau.com/event/menencounter-2/

Kennst Du schon unseren Podcast von Björn Süfke?

Männer – was es heute heißt, ein Mann zu sein

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