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Was brauchen Jugendliche? Teil II: Verantwortungsvolle Eltern

Was sind verantwortungsvolle Eltern?

Verantwortung bedeutet in diesem Zusammenhang, dass wir die persönliche Verantwortung für unser eigenes Leben, für unser Handeln und für unsere Werte übernehmen. Erst wenn es uns wirklich gelingt, die Verantwortung für uns selbst zu übernehmen, sind wir in der Lage, auch die soziale Verantwortung gegenüber anderen zu tragen.

Diese beiden Ebenen der persönlichen und sozialen Verantwortung werden oft vermischt. Oft nehmen die Eltern die persönliche Verantwortung, die Jugendliche für sich selbst haben sollten, an sich. Sie kümmern sich um ihre schulischen Belange, übernehmen den Taxi-Dienst, bringen ihnen vergessene Utensilien jeglicher Art hinterher, vereinbaren Termine und sagen diese ab etc. Als Gegenleistung wünschen sie sich dann, dass die „Kinder“ mehr Verantwortung für die Gemeinschaft übernehmen.

Solche Geschäfte gehen oft schief, denn dazu sind die „Währungen“ zu unterschiedlich. Oft ist es dabei das Problem der Eltern, auszuhalten, dass ihr Kind persönliche Verantwortung erlernt und vor allem „spürt“, wenn es Fehler macht, Dinge vergisst und mit den Konsequenzen leben muss. Es fällt ihnen schwer zuzuschauen, wenn ihr Kind leidet, eine schlechte Note bekommt, von Freunden ausgelacht wird, weil es seine persönliche Verantwortung noch nicht fehlerlos übernehmen konnte.

Für Fehler gerade stehen

An diesem Punkt brauchen Jugendliche aber Eltern, die ihnen nicht sagen „Ich hab´s dir doch gesagt“, sondern die sie in den Arm nehmen und ihnen sagen: „Das ist ok. Du bist ok. Du lernst gerade, die Verantwortung für dich zu übernehmen. Und zum Lernen gehören Fehler dazu. Was brauchst du auf diesem Weg von mir?“ So können unsere Kinder spüren, dass Fehler normal sind und zum Leben dazugehören. Sie bekommen nicht das Gefühl, dass sie falsch und unfähig sind, sondern sie können in dem Tempo wachsen und lernen, wie es gut für sie ist.

Das Entscheidende für die Qualität im Leben eines Kindes, seiner Eltern und im Verhältnis zwischen ihnen, ist die Fähigkeit und Bereitschaft der Eltern, die Verantwortung auch für das zu übernehmen, was nicht gelingt.

PubertätViele Generationen lang war es ja vornehmlich so, dass sich die Eltern eine „gelungene Erziehung“ auf ihre eigenen Fahnen geheftet haben; hat allerdings das „Ergebnis“ der Erziehung nicht den Erwartungen der Erwachsenen entsprochen, so war dies die Schuld der Jugendlichen. Auch heute noch werden meistens die Kinder in die Therapie „gegeben“; viele Eltern ignorieren ihre eigene Verantwortung bei einer „Fehlentwicklung“ des Kindes.

Wenn dies geschieht, dann belasten wir die Kinder und Jugendlichen mit einer Schuld, die sie oft entweder aggressiv oder depressiv werden lässt.

Wenn es einem Erwachsene aber gelingt, die Verantwortung für seine „Fehler“ zu übernehmen (sofern er sie erkennt), dann wird das Kind von Schuld entlastet und es lernt zugleich, was es heißt, ein verantwortlich handelnder Mensch zu sein.

Verantwortungsvolle Eltern wie Leuchttürme

Kinder wollen ein selbstbestimmtes Leben führen. Allerdings brauchen sie auf dem Weg dorthin die Unterstützung von Eltern und Erwachsenen, die sich aus ganzem Herzen auf sie einlassen.

Jugendliche brauchen Eltern, die eine eigene Meinung haben, die wissen was sie wollen und wer sie sind. Sie brauchen keine „Gummiwände“, die ihnen auf ihrer Suche nach sich selbst keinen Halt geben können. Sie brauchen „Leuchttürme“, an denen sie sich orientieren können.

Vor einigen Jahren hat mich eine ehemalige Schulfreundin bei einem Treffen auf meine Eltern angesprochen. „Ich habe dich immer um deine Eltern beneidet.“, sagte sie zu mir. Ich war sprachlos und glaubte mich verhört zu haben. Meine Eltern waren ziemlich streng, ich hatte wenig Spielraum, und hatte meine Freundin immer um ihre „coolen“ Eltern beneidet, die ihr so viel erlaubt, ihr immer vertraut hatten.

Als ich sie fragend ansah, folgte ihre Erklärung: „Du warst deinen Eltern so wichtig, dass sie sich mit dir gestritten haben, dass sie sich die Zeit genommen haben, dich mitten in der Nacht von einer Party abzuholen, weil sie nicht wollten, dass du dort übernachtest, die dir erklärt haben, warum du dieses oder jenes nicht darfst. Ich war meinen Eltern egal, und daher durfte ich tun und lassen, was ich wollte.“ Damals habe ich das erste Mal das, was ich in der Ausbildung gelernt hatte, nämlich wie wichtig Eltern für ihre Kinder während der Pubertät sind, quasi aus erster Hand – aus der Sicht einer damals Jugendlichen – bestätigt bekommen.

Als Jugendliche wäre ich nie auf die Idee gekommen, dass meine Freundin die liberale Haltung ihrer Eltern so interpretieren könnte. Dennoch haben mir seitdem viele Jugendliche, mit denen ich mich darüber unterhalten habe, bestätigt, dass sie weniger Problem damit haben, wenn ihnen ihre Eltern etwas aus gutem Grund verbieten („Auch wenn wir das nie zugeben würden.“ 😉 ) als damit, nicht ernst genommen zu werden.

Man darf sich Zeit nehmen

Oft scheint diese Zeit für uns Eltern eine Einbahnstraße. Man hat häufig das Gefühl, nichts richtig machen zu können. Dabei ist es so wichtig für die Jugendlichen, dass sie sich auf uns verlassen können, dass sie Eltern haben, die für IHRE Werte einstehen, und es auch aushalten, dass die Jugendlichen wütend auf sie sind. Dabei dürfen diese „Leuchttürme“ auch getrost ab und zu „Stromausfälle“ erleiden.

Was ich damit verdeutlichen möchte ist, dass auch Eltern manchmal ratlos sein dürfen. Sie müssen nicht immer sofort wissen, was zu tun oder zu sagen ist. Sie sollten sich meiner Meinung nach auch bei komplexeren und heiklen Entscheidungen oder einfach auch nur bei Themen, über sie sich noch nicht informiert haben und vielleicht noch nicht genug darüber wissen, auch wirklich die Zeit nehmen um eine Entscheidung zu treffen oder sich eine Meinung zu bilden.

Nehmt euch als Eltern die Zeit, die ihr braucht, um zu manchen Wünschen der Jugendlichen Ja oder Nein zu sagen. Trefft keine wichtigen Entscheidungen zwischen Tür und Angel oder wenn ihr gerade telefoniert. Sehr oft ärgern wir uns dann über uns selbst, weil wir uns überrumpeln haben lassen. Und die Gefahr dabei ist groß, dass wir den Ärger über uns selbst dann auf die Jugendlichen übertragen. Doch es liegt in unserer Verantwortung, uns die Zeit zu nehmen, die wir brauchen, um eine für uns richtige Entscheidung zu treffen. Damit geben wir ein wunderbares Vorbild für die Jugendlichen, denn sie erleben, dass man nicht immer alles sofort wissen kann und muss. Und das wiederum ist auch für ihr weiteres Leben eine Entlastung

Ich freue mich auf eure Meinungen und Kommentare.

Eure Ines

inesberger.at 

 

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