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Kann ich mir absolut sicher sein, dass meine Befürchtungen eintreten?

Wie du mit “The Work” deine Befürchtungen loslassen kannst.

Eines schönen Freitagabends, für das kommende Wochenendseminar war alles vorbereitet, lag ich auf meinem Sofa und las ein Buch.   Gerade wollte mich gemütlich zurecht ruckeln und richtete mich dafür auf – da fuhr ein stechender Schmerz in meinen Rücken.

Ich schrie. Es fühlte sich an, als wäre etwas Wichtiges gerissen. Ich plumpste aufs Sofa zurück. Der Schmerz war noch da.

Einige Sekunden wagte ich nicht zu atmen. Ich hoffte wohl, dass ich nur geträumt hatte, oder dass der Schmerz, so plötzlich wie er gekommen war, auch wieder verschwinden würde. Es tat weh. Es tat sehr weh.

So lag ich, bis ich begriff, dass kein Wunder geschehen würde. Ich machte mich bereit, das Ausmaß der Bescherung zu erforschen und wollte aufstehen. Es ging nicht. Kopfheben ging nicht, Abstützen ging nicht.

In der Hoffnung, dass ich wenigstens würde schlafen können, wollte ich keinen Notarzt rufen. Ich kramte Ibuprofen aus der Hausapotheke und dachte, ich müsste nur müde genug sein, dann würde der Schlaf mich schon zu sich holen. Ich war fest entschlossen, morgen früh zu meinem Seminar zu gehen. Wenn ich nur ein paar Stündchen die Augen zumachen könnte, würde das schon gehen.

befuerchtungenIch konnte aber nicht schlafen. Kaum lag ich, wollte ich wieder aufstehen. Stand ich, wollte ich schlafen. Im Liegen fand ich keine Position, die ohne Schmerz gewesen wäre. Aufrecht auch nicht. Um drei Uhr nachts verließ ich das Bett und kehrte nicht zurück. Eine Weile saß ich auf dem Sofa, dann versuchte ich zu liegen, lief durch die Wohnung, versuchte wieder zu liegen, lief durch die Wohnung und sah am Fenster die Sonne aufgehen. Um acht griff ich zum Telefon. Ich hatte genau null Sekunden geschlafen. Das konnte nicht gut gehen. Ich weckte zwei meiner Teilnehmer. Sie waren aufrichtig besorgt, aber auch bedrückt. Sie waren extra aus einer anderen Stadt angereist. Ich sagte, das hätte so keinen Sinn und rief einen nach dem anderen an. Meist war die Mailbox dran, ich war noch zu früh.

Der nächste Teilnehmer, mit dem ich sprach, hatte sich so auf das Seminar gefreut, dass ich ins Grübeln kam. Ich stand an meinem Fenster, sah auf das gegenüberliegende Haus, auf dessen Dach schon die Sonne schien, und war mir plötzlich unsicher. Was hatte ich gesagt? Es hat so keinen Sinn. 

Konnte ich mir sicher sein, dass das stimmte? Absolut sicher? Was hatte denn jetzt Sinn? Abgesehen von den anderen, die sich für das Wochenende einen neuen Sinn suchen mussten – was würde ich denn anfangen? Schlafen konnte ich nicht. Das hatte ich schon die ganze Nacht versucht.

Wieder griff ich zum Telefon und rief alle an. Das Seminar würde stattfinden. Pünktlich zehn Uhr. Bitte Nachsicht mitbringen.

Ich wollte es versuchen. Irgendetwas würden wir schon auf die Reihe kriegen. Plötzlich war mein Geist offen. Frei von stressigen Gedanken. Er war neugierig, was geschehen würde. Würde ich vom Stuhl fallen? Würde ich beim Reden langsamer werden, immer langsamer und dann wegnicken?

Ich war gespannt. Ich bestellte mir ein Taxi, fuhr zum Seminarraum und hatte eher das Gefühl, in ein Abenteuer zu fahren. Die Teilnehmer kamen, freuten sich, dass ihr Seminar stattfand, und waren voller Anteilnahme. Das war nicht sinnlos. Zu Beginn versicherte ich der Gruppe, dass sie sich keine Sorgen zu machen brauchten. Falls ich vom Stuhl fallen sollte, wäre es nur aus Müdigkeit. Sie lachten. Bis hierher hatte es also schon mal Sinn gehabt, das Seminar stattfinden zu lassen.

Die Umkehrung war mindestens genau so wahr. Ich begann wie immer und behielt die Neugier, was geschehen würde. Das war erfrischend. Ich spürte in mich hinein. Kann ich mir absolut sicher sein, dass ich müde bin? Ist es wirklich Müdigkeit, was ich da spüre?  Bereitet mir der Rücken solche Schmerzen, dass ich nicht reden oder zuhören kann? Ist es wahr, dass es keinen Sinn hat, hier zu sitzen? Ich konnte durchaus zuhören. Die Schmerzen nahm ich stärker wahr, wenn ich mich fragte, ob ich welche hatte. Immer, wenn ich mit meiner Aufmerksamkeit bei dem war, was wir gerade taten, spürte ich sie kaum.

Plötzlich war der erste Seminartag vorbei. Ich war nicht vom Stuhl gefallen. Nicht mal eine kleine Minikatastrophe hatte es gegeben. Fast war ich ein bisschen enttäuscht. Alle meine schlimmen Befürchtungen waren ausgeblieben.

Oft, wenn ich ein Zipperlein habe oder denke, ich könnte irgendetwas nicht schaffen, erinnere ich mich an dieses Wochenendseminar. Ich kann das nicht schaffen. 

Kann ich mir absolut sicher sein, dass das so stimmt? 

Und abgesehen von dem Sinn, den es für die Teilnehmer hatte – auch für mich selbst war es sinnvoll. Die Umkehrung ist sogar viel wahrer als mein stressiger Glaubenssatz. Ich weiß jetzt, dass viel mehr möglich ist, als ich mir zugetraut habe. Und das lässt mich gelassener aufs Leben schauen. Eventuell eintretende Katastrophen werden zu Abenteuern. Was kann mir jetzt noch passieren?

 

herzlich,

Ina

www.inarudolph.de

Coach für “The Work”  nach Byron Katie

 

Hier findest du alle Beiträge von Ina Rudolph

 

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