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Kannst du deine Gedanken kontrollieren?

Mein Mann sagte eines Tages, er müsse zum Friseur. Ich sah erst ihn an, danach seine Frisur. Dann fragte ich: „Warum?“ Ich fand seine Haare gerade ganz schön. Er fuhr sich zweimal über den Kopf, „Na ja, es ist mal wieder dran.“

Er wollte sogar wissen, wie ich es gern hätte, was ich wirklich aufmerksam fand. Wir schauten uns ältere Fotos an, und ich zeigte ihm welche, auf denen sein Haarschnitt mir besonders gut gefiel. Er verstand, was ich meinte, wollte es so machen, wir lachten und freuten uns, dass die Verständigung darüber so einfach war.

Am nächsten Tag hatte er seinen Termin. Als er nach Hause kam, hörte ich ihn an der Tür, lies meine Arbeit liegen und eilte ihm entgegen. Ich war gespannt. Wir trafen uns im Flur, und es fiel mir schwer, meine Enttäuschung zu verbergen.

Ich hätte einiges dafür gegeben, hätte ich meine Gedanken kontrollieren können. Sein neuer Haarschnitt sah nicht im Entferntesten so aus wie auf den Fotos. Ich fragte ihn, ob er zufrieden sei, und er sagte ja. Ich versuchte, es nicht so schwer zu nehmen. ‚Wächst ja wieder’ und ‚nach einem Mal waschen sieht’s wieder ganz anders aus’, waren die Sätze, mit denen ich mich zu trösten versuchte.

Den Rest des Tages schlich ich um ihn herum und versuchte, nicht so oft hinzusehen. Es war sicher nur eine Gewöhnungsfrage. Morgen würde es schon besser sein!

Kann ich meine Gedanken kontrollieren?

Am nächsten Morgen war gar nichts besser. Wenn ich ehrlich war, fand ich den neuen Haarschnitt richtig unvorteilhaft. Und wenn ich so richtig, richtig ehrlich war, fand ich meinen Mann sogar unattraktiv. So gefiel er mir nicht. Das betrübte mich. So banal konnte die Welt nicht eingerichtet sein, so banal wollte ich nicht gestrickt sein.

Ich wollte ihn wegen all dem lieben, was ihn ausmacht, wegen seiner Poesie, seiner Art etwas anzupacken, seinem Lächeln, seiner Hilfsbereitschaft. Es konnte doch nicht sein, dass mir das alles nichts mehr wert war, nur weil die Haare ein bisschen anders waren als gestern noch. Diese Gedanken kamen mir kleinkariert vor. Sie passten gar nicht zu dem Bild, was ich von mir selber hatte.

Habe ich einen direkten Einfluss darauf, wann welche Gedanken auftauchen? Hirnforscher haben herausgefunden, dass wir zwischen 60.000 und 80.000 Gedanken am Tag denken. Produziere ich die alle?

Wo kommen die her, wo gehen sie hin? Kann ich Gedanken kontrollieren, steuern und lenken? Kann ich einem stressigen Gedanken sagen, er soll mich in Ruhe lassen? Verschwindet er dann?

Seit achtzehn Jahren arbeite ich mit The Work – einer Methode, mit der wir unsere stressigen Glaubenssätze überprüfen und loslassen können. Abgesehen von Meditation, Schlaf und Alkohol oder anderen Drogen kenne ich nur zwei Möglichkeiten, dieses Geschwirre zur Ruhe zu bringen.

Meinen Gedanken nicht glauben

Bei der Menge der Gedanken, die tagtäglich durch mich hindurchrauschen, macht es einen großen Unterschied, welche ich glaube und welche nicht. Diejenigen, die ich nicht für wahr halte, ziehen einfach weiter. Sie bekommen von mir keine Fläche geboten, an der sie sich festsetzen können. Sie können mich weder erfreuen noch verletzen. Ich glaube sie einfach nicht.

Diejenigen jedoch, die ich für wahr halte, lade ich ein, bei mir zu Hause zu sein. Sie bekommen ein schönes Plätzchen zugewiesen in meinem schon vorhandenen Glaubenssystem. Irgendwo wird schon ein ähnlicher Glaubenssatz sitzen, und da setze ich den neuen einfach daneben. Passt. Sie sind meine Gefährten und haben Einfluss auf mich. Und wenn ich mir einen stressigen Gedanken nach Hause eingeladen habe, wird er in meinem Haus auch Stress verbreiten.

Mit der Work kann ich überprüfen, ob ich diesen Stress auslösenden Gedanken wirklich einladen wollte. In den meisten Fällen merke ich, dass wir beide nicht zueinander passen. Dann schnürt er sein Ränzl und zieht weiter.

Den Gedanken mit Verständnis begegnen

Der zweite wichtige Unterschied im Umgang mit Gedanken liegt darin, ob ich ihnen mit Verständnis begegne, oder ob ich sie kontrollieren und weghaben will. Wenn ich mit ihnen kämpfe, lass ich sie nicht ziehen, sondern fordere sie immer weiter heraus. Wir werden uns tiefer ineinander verstricken und ständig neue Schlachtfelder eröffnen.

Wenn ich ihnen allerdings mit Verständnis begegne, reiche ich ihnen die Hand, und wir schließen Frieden. Das geschieht im Prozess der Work. Ich kann einfach wahrnehmen, was ich über seine Frisur oder die Socken denke. Es sind nur Gedanken. Ich brauche mich nicht für meine Gedanken zu verurteilen, ich habe sie ja auch nicht gemacht.

Wenn ich keine Angst vor meinen Gedanken habe, kann ich neugierig sein und wahrnehmen, was der Gedanke noch alles im Schlepptau mitführt. Aha, könnte ich sagen, das ist es also, was ich so vor mich hin denke. Ich mache mein Denken nicht, es denkt einfach. Den ganzen Tag.

ina-rudolph gedanken kontrollierenIch habe liebevolle Gedanken, und ich habe fiese Gedanken, und ich habe auch verurteilende Gedanken. Wenn ich mit meinen Gedanken Frieden schließe und sie alle willkommen sind, befinden wir uns nicht länger im Krieg. Gedanken richten keinen Schaden an, solange ich nicht glaube, sie seien wahr.

Herzliche Grüße,

Ina

Expertin für „The Work“ nach Byron Katie

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