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Kinder und Jugendliche brauchen „klare“ Eltern

Die fast überall herrschende Hektik in der Adventszeit und die darauffolgenden Weihnachtsfeiertage im Kreis der Familie bieten vermehrt Anlass für Konflikte. Dies wurde mir in Gesprächen mit Eltern, aber auch mit Jugendlichen wieder einmal bewusst. Dabei sind oft wir Erwachsenen „verantwortlich“, wenn wir in unserem Tun, aber auch in unserem Reden „unklar“ sind. Und diese Unklarheit führt nicht selten zu Konflikten mit unseren Kindern, die oft vermeidbar gewesen wären, und die vor allem häufig dazu führen, dass wir Kinderseelen verletzen, ohne dass uns dies immer bewusst ist.

Was genau meine ich mit dem Begriff „Unklarheit“?

klarheit-VerwirrtUnklarheit bedeutet für mich, dass ein Mensch Dinge tut, ohne genau zu wissen, warum und weshalb. Unklare Menschen sind oft fremd- oder auch, wie ein Jugendlicher das einmal ausdrückte „ferngesteuert“: sie agieren und sprechen, ohne ihr Tun und ihre Aussagen zu hinterfragen. Oft stecken hinter diesem Tun und Sagen nicht überprüfte Glaubenssätze oder im eigenen Elternhaus erlernte „Überlebensmuster“.

Diese Verhaltensmuster und Glaubenssätze sind nicht per se „schlecht“, sie gehören nur spätestens dann, wenn wir Kinder haben, regelmäßig auf ihre Tauglichkeit überprüft. Oder wie es eine meiner Trainerinnen ausdrückte: „Glaubenssätze und Verhaltensmuster gehören mindestens jährlich zum TÜV.“

Wie klar kommunizierst du wirklich?
Wie “schlimm” ist das?

Unsere Kinder sind Meister darin, uns beim Auffinden solcher überholten Verhaltensweisen zu unterstützen. Wenn wir uns als Eltern die Zeit nehmen, unsere Konflikte mit dem Nachwuchs im Nachhinein ehrlich zu analysieren, dann werden wir sehr oft feststellen, dass neben unklarer Kommunikation, sehr oft unsere eigene Unklarheit die Ursache eines Konflikts war. Ich gebe euch einige praktische Beispiele:

  • Wie oft sagen Eltern ihrem Kind, das vor dem Fernseher, Computer oder Handy sitzt, dass nun die vereinbarte „Konsumzeit“ vorüber ist. Und wie oft, hören sie von ihren Kindern:
    „Nur noch fünf Minuten.“
    „Das Spiel, der Film ist gleich aus.“
    „Es ist gerade sooo spannend.“
    „Nur noch dieses Level.“ …
    Und wie oft haben sich Eltern von ihren Kindern „weichkochen“ lassen und noch Zeit dazu gegeben?
    Ist das „schlimm“?
  • Als ich vor einigen Jahren mit meiner damals 14-jährigen Tochter vereinbart habe, dass ihre Wäsche nur mehr gewaschen wird, wenn sie im Wäschekorb liegt, da war das Scheitern eigentlich vorprogrammiert, weil ICH meine selbst aufgestellte Regel nicht einhalten „konnte“. Ich habe zwar permanent gemeckert, aber letztendlich nach spätestens zwei Wochen die Wäsche in ihrem Zimmer wieder eingesammelt.
    War das „schlimm“?
  • Wenn Eltern ihren jugendlichen Kindern androhen, dass sie ihnen bei den schulischen Belangen nicht mehr helfen werden, wenn sie erst so kurzfristig damit zu ihnen kommen, und es dann unter Meckern doch tun? Ist das „schlimm“?
  • Wenn eine Mutter ihren 17-jährigen Sohn jeden Morgen gefühlte 100 Mal wecken „muss“, bis er aus den Federn kommt, obwohl sie das eigentlich nicht mehr will? Ist das „schlimm“?
  • Wenn die Tochter es nicht schafft, pünktlich bei der Bushaltestelle zu sein, und der Vater sie jedes Mal fährt, obwohl er immer wieder schimpft, dass er es nicht mehr tun wird? Ist das „schlimm“?

NEIN, für mich ist das „sich Weichkochen lassen“, das „inkonsequent sein“, das Tun, obwohl man es eigentlich nicht mehr will, nicht schlimm, solange wir uns dessen bewusst sind und die Verantwortung für UNSERE „Schwäche“ übernehmen. Zum Problem wird es erst dann, wenn ich als Mutter oder Vater deshalb wütend auf mein Kind werde und ich in meiner Wut dann Dinge sage oder tue, die es verletzen.

Klarheit schaffen: Mögliche Lösungen

Was kann ich aber tun, wenn ich entdecke, dass ich wieder in eine Falle getappt bin und „unklar“ war? EIN Patentrezept dafür gibt es nicht, da jede Familie, jedes Kind, jedes Thema individuell betrachtet werden muss. Aber ich möchte euch gerne ein paar Ideen, Fragen und Gedanken mitgeben, die Klarheit bringen können:

  • Ihr könnt euch fragen, WARUM habe ich diese Regel aufgestellt? Ist sie MIR wirklich so wichtig, dass ich bereit bin, dafür einen Konflikt mit meinem Kind auszuhalten?
    Steckt hinter dieser Regel vielleicht ein „Weil MAN das so macht!“? Kinder haben eine unglaubliche Sensorik dafür, wenn ihre Eltern sich hinter einer Rolle, hinter Werten und Regeln „verstecken“, die eigentlich nicht ihre sind. Macht euch auf die Suche nach EUREN Werten und Regeln und steht für diese ein. Natürlich sind dabei Konflikte vorprogrammiert. Doch Konflikte sind nie das Problem an sich. Konflikte gehören für mich zum Leben dazu. Problematisch ist oft unser Umgang damit. Eltern halten es häufig nicht aus, wenn ihre Kinder sauer auf sie sind. Warum eigentlich nicht? Das könntet ihr ebenfalls hinterfragen. 😉
  • Was mache ich, wenn ich merke, dass ich eine Regel, die für MICH wichtig ist, nicht schaffe umzusetzen? Ich bin zuerst geduldig mit mir. „Wieder in die gleiche Falle getappt.“ 😉Und dann überlegt ihr euch eine Strategie, die euch dabei unterstützt zu lernen, eure Regel konsequent umzusetzen.

„Wenn DU dich selbst mit dem, was du sagst, nicht ernst nimmst, warum sollte dich dann dein Kind ernst nehmen?“

Dieser Satz von Jesper Juul unterstützt mich noch heute in meinem „Verhaltensmuster-Veränderungsprozess“.

klarheit-WäschekorbAls ich damals die Schmutzwäsche im Zimmer meiner Tochter nicht mehr suchen wollte, habe ich mich mit einem Ritual überlistet: Jedes Mal, wenn mein Impuls so stark wurde, dass ich kurz davor war, die Wäsche doch wieder einzusammeln, habe ich mich gestoppt, habe dreimal tief durchgeatmet und in meinem eigens dafür besorgten Buch (Mieses Karma) gelesen, bis mein Impuls verschwunden war. Als nach ca. zwei Wochen der Schrei aus dem Zimmer meiner Tochter kam: „Ich habe keine Unterwäsche mehr!“, da habe ich es mir verkniffen zu sagen, „Hab ich dir ja gesagt. …“ Mein einziger Kommentar war: „Dann bring jetzt bitte deine Wäsche in die Wäschekiste, damit ich sie waschen kann.“ Kein Gekeife, keine Rechtfertigung, keine Vorwürfe, … . Ich war unglaublich stolz auf mich. Und meine Tochter war beeindruckt, nachdem sie sich wieder ob ihrer fehlenden Unterwäsche beruhigt hatte. 😉

  • Habt ihr euch schon mal gefragt, welches Vorbild ihr euren Kindern seid, wenn ihr permanent Dinge tut, die ihr eigentlich nicht tun wollt, von denen ihr genau spürt, dass sie euch (und infolge auch der Förderung der Selbstständigkeit, Eigenverantwortung und Selbstwirksamkeit eurer Kinder) nicht guttun? Da Kinder unser Verhalten kopieren, geben wir ihnen unbewusst den „Auftrag“, ebenfalls über ihre Grenzen zu gehen und sich und ihre Bedürfnisse nicht ernst zu nehmen. Wollen wir das wirklich?

Kreiert euch eigene Rituale

Also lade ich euch ein, für euch Rituale zu kreieren, die euch dabei unterstützen können, in den Dingen konsequent zu bleiben, die ihr für euch und eure Kinder als richtig erkannt habt. Dann müssen wir unseren erwachsenen Kindern auch nicht vorwerfen, dass sie noch immer unpünktlich, … sind, nur weil wir es nicht geschafft haben, ihnen das auch beizubringen. 😉

 

Ich freue mich sehr, wenn ihr eure Gedanken, Strategien und Fragen mit mir teilt.

Alles Liebe und ein wunderschönes Wochenende.

Eure Ines

www.inesberger.at

 

 

 

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