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Kindern (und dir) Nestwärme und Flügel verleihen

Warum wir unseren Kindern unbewusst unsere alten Muster weitergeben und wie du deinem Kind Nestwärme und Flügel schenken kannst.

Kindheitserfahrungen prägen uns

Wie wir unsere eigene Kindheit erlebt haben, prägt die Beziehung, die wir heute zu unseren eigenen Kindern haben. Selbst Eltern geworden, greifen wir häufig darauf zurück, was wir als Kinder über Erziehung von unseren eigenen Eltern gelernt haben. Das wird uns immer dann bewusst, wenn wir uns dabei erwischen, wie wir im Kinderzimmer oder in der Küche stehen und haargenau dieselben Sätze hinausposaunen wie dereinst der eigene Vater oder die eigene Mutter.

Wir geben „alte“ Muster weiter

So habe ich mich zum Beispiel dabei ertappt, wie ich meinen Sohn fragte: „Ist dein Vater Glaser?“, weil er mir die Sicht auf den Bildschirm versperrte. Er hat mich ganz verdutzt angeschaut. Und in diesem Moment konnte ich mich daran erinnern, dass mein Vater diese merkwürdige Frage mehr als einmal verwendet hatte, um mir zu verdeutlichen, dass ich aus nestwärmedem Weg gehen und den Blick auf den Fernseher freigeben solle.

Als kleineres Kind hat mich der Spruch aus dem Konzept gebracht, weil ich gar nicht verstand, was mein Vater meinte. Als Teenager habe ich mich über den dämlichen Satz aufgeregt und trotzdem verwendete ich nun haargenau dieselben Worte. Das Beispiel ist ja recht harmlos. Dennoch zeigt es, wie sich „alte“ Muster ganz unbewusst fortsetzen.

Wenn du Mutter oder Vater bist, kennst du bestimmt ganz ähnliche Situationen. Situationen, in denen du als Elternteil nicht so handelst, wie du gerne würdest, in denen du vielleicht sogar dein eigenes Erziehungsideal torpedierst. Woran liegt das?

Lernen in der Doppelstruktur

Wenn wir selbst Kinder bekommen, holt uns also unsere eigene Kindheit wieder ein. Das geschieht zu großen Teilen unbewusst. Wir erinnern uns unwillkürlich daran, was wir mit unseren eigenen Eltern erlebt haben.

Als Kind lernen wir in einer Doppelstruktur: Einerseits sind wir „Opfer“ oder, neutraler ausgedrückt, „Empfänger“ der Erziehungsbemühungen unserer Eltern bzw. Bezugspersonen. Andererseits sind unsere Eltern / Bezugspersonen Vorbild.

Wir lernen am Vorbild unserer Eltern auch, wie es ist, „Täter“ oder, neutraler ausgedrückt, „Erziehungsausübender“ zu sein. Angenommen mit mir wurde als Kind viel geschimpft, erfahre ich nicht nur, wie schlimm es ist beschimpft zu werden, sondern ich erlerne beiläufig auch, wie man ein Kind beschimpft. Insbesondere in stressigen Situationen, wo wir weniger überlegt handeln, greifen wir dann auf diese „alten“, d.h. erlernten, Verhaltensweisen zurück, die wir so eigentlich nicht weitergeben wollten.

Nestwärme und Flügel

Besonders einflussreich sind unsere Erfahrungen mit Bindung und Autonomie. Hierbei handelt es sich um zwei menschliche Grundbedürfnisse:

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Wir brauchen einerseits die Zugehörigkeit/Nestwärme, d.h. mindestens eine Bezugsperson, die sich um uns kümmert, die uns Halt gibt, die uns nährt und stärkt. Sich zu binden ist existenziell. Ein Säugling, der niemanden findet, der sich seiner erbarmt, stirbt.

Andererseits wollen wir selbstständig sein, unsere Flügel ausbreiten, die Welt auf eigene Faust erkunden, Dinge selbst machen und bewirken. Der Ausruf „Selber machen“ gehört oft zu den ersten Dingen, die ein kleines Kind sagt.

Die Beziehung zu unseren Kindern reflektieren

Je nachdem, wie ich als Mama oder Papa selbst in Bezug auf Bindung und Autonomie aufgestellt bin, fällt es mir schwerer oder leichter, die Bedürfnisse meines Kindes nach Nestwärme und Selbstständigkeit zu erfüllen.

Deswegen ist es wichtig, dass wir unsere eigenen Bindungs- und Autonomieerfahrungen reflektieren. Uns fragen: Haben wir als Kind die Nestwärme und Fürsorge bekommen, die wir gebraucht haben?

nestwaerme-kinderUnd haben unsere Eltern/Bezugspersonen unsere Eigenständigkeit respektiert und unterstützt? Durch die Reflexion wird es möglich, weniger oft automatisch „alte“ Verhaltensmuster zu wiederholen. Wir können dann andere Entscheidungen treffen und unseren Kindern sowohl Halt (Nestwärme) geben als auch Freiheit (Flügel) schenken.

Reflexionsinseln

In meinem neuen Buch „Nestwärme, die Flügel verleiht. Halt geben und Freiheit schenken – wie wir erziehen ohne zu erziehen“, das ich zusammen mit meiner Freundin und Bestsellerautorin Stefanie Stahl geschrieben habe, bieten wir deshalb den Eltern viele kleine Übungen, sogenannte Reflexionsinseln, an. Wir laden die Eltern dazu ein, über sich selbst und die Beziehung zu ihrem Kind / ihren Kindern nachzudenken.

Erziehen ohne zu erziehen

Reflexion bedeutet, sich Zeit zu nehmen und aus der Beobachterperspektive auf die Eltern-Kind-Beziehung zu schauen und ganz in Ruhe, vielleicht sogar bei einem Cappuccino, festzustellen, was finde ich gut, womit bin ich zufrieden und was möchte ich eventuell verändern. Dabei geht es nicht darum, noch mehr in der Erziehung zu tun. Im Gegenteil. Es ist oft hilfreicher, die eigene Haltung zu ändern – weniger zu TUN, mehr zu SEIN.

Mehr darüber, wie wir erziehen können ohne zu erziehen, findest du in Stefanie Stahl’s und meinem Buch „Nestwärme, die Flügel verleiht. Halt geben und Freiheit schenken – wie wir erziehen ohne zu erziehen“, Gräfe und Unzer Verlag, 2018

In diesem Sinne wünsche ich dir wunderschöne Momente mit deinen Kindern!

Herzliche Grüße,

Deine Julia Tomuschat

www.sonnenkindprinzip.de

 

Alle Artikel von Julia Tomuschat findest du hier

 

P.S. Wir verlosen ab heute Nachmittag drei Exemplare des Buches auf unserer Compassioner Facebookseite… Viel Glück! 😉

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