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Körper und Emotionen: Diese Probleme drücken sich im Knie aus

Das Knie: Unser größtes Gelenk trägt uns durchs Leben und hilft beim Ausbalancieren.

Weiche Knie vor einem Auftritt oder stramm stehen, um eine schwierige Situation durchzustehen. Die meisten kennen dieses Gefühl der inneren Anspannung. An unseren Knien können wir ablesen, wie wir gerade durchs Leben gehen.

Ich erinnere mich, dass mein Knie beim Umzug von der Schule zum Studium – also zum Zeitpunkt eines Neuanfangs – plötzlich ganz steif wurde und sich nur noch mit Schmerzen bewegen ließ. Glücklicherweise wurde die Symptomatik durch das Bewegen tagsüber besser.

Im Nachhinein habe ich verstanden, dass sich durch das Symptom meine Angst vor dem Neuen ausdrückte. Mein inneres „Erstarren“ , das ich in dem ganzen Stress gar nicht gefühlt hatte, drückte sich durch die äußerlich sicht- und fühlbare Erstarrung aus.

Die beschriebene Angst vor Neuem, aber auch andere Themen wie Vertrauen in das Leben bzw. die Hingabe an den Fluss des Lebens, können sich über Probleme im Knie ausdrücken. Bisher wurden Knieprobleme oftmals dahingehend gedeutet, dass es einem an Demut mangelt. Aus meiner Sicht greift eine solche Deutung einfach zu kurz.

Was können Probleme am Knie bedeuten?

Im Zusammenhang mit Knieproblemen stehen aus meiner Praxiserfahrung und basierend auf aktueller Literatur die folgenden Themen:

  • Voranschreiten
  • Abschied nehmen
  • Angst vor Veränderungen
  • Beweglichkeit und Flexibilität
  • das Gefühl stramm stehen zu müssen
  • Angst vor Kontrollverlust
  • chronische Überlastung
  • Ehrgeiz
  • übertriebene Disziplin

Anatomisch betrachtet, ist es um einiges komplexer

Es würde sicherlich zu weit führen, hier die gesamte Anatomie des Knies zu besprechen. Aber um ein bisschen die Komplexität dieses ausgesprochen kraftvollen und wirklich sehr außergewöhnlichen Gelenks darzustellen, möchte ich kurz auf einige ausgewählte Aspekte eingehen.

Das Knie verfügt über einige ganz besondere Eigenschaften, die ihm besondere Funktions- und Bewegungsmechanismen erlauben.

Knie

 

Als unser größtes und sehr belastbares Gelenk verbindet das Knie bildlich gesprochen den Oberkörper mit dem Unterkörper. Der gesamte Oberkörper ab den Oberschenkeln lastet also auf den Knien. Außerdem entstehen durch unsere Bewegungen, z.B. beim Gehen oder Springen, Druckverhältnisse, die außergewöhnlich groß sind. Hiervon spüren wir normalerweise nichts. Wir gehen tagein, tagaus auf unseren Knien durchs Leben, machen Sport, Tanzen, Reiten oder spielen Fußball. Die Hintergrundarbeit hierfür erledigt ein gesunder Körper ganz von selbst.

Das Kniegelenk besteht aus zwei Gelenken. Einmal aus dem sog. Kniescheibengelenk zwischen Oberschenkel und Kniescheibe und dem Kniekehlgelenk zwischen dem Oberschenkel und dem Schienbeinkopf, also dem großen Unterschenkelknochen.

Ein drittes Gelenk spielt hier auch noch eine Rolle, das ist das Gelenk, welches die beiden Unterschenkelknochen – Schienbein und Wadenbein – unterhalb des Kniegelenkes verbindet.

Durch viele unterschiedlichen Bänder, Sehnen und andere Strukturen, wie dem Meniskus, und Knorpel, die ich hier nicht weiter aufzählen kann, wird das Kniegelenk einerseits zusammen gehalten und stabilisiert – und bleibt gleichzeitig flexibel.

In den Gelenkflächen der großen Knochen gibt es ganz besondere spiralförmige Strukturen, welche die Beweglichkeit des Knies unterstützen. Umhüllt und damit zusätzlich gestützt wird das Knie von einer Kniegelenkskapsel. Diese Kapsel spannt sich bei Streckung an und stabilisiert, erschlafft aber bei zunehmender Beugung.

Die Kontaktflächen der Gelenke sind mit Gelenkknorpeln überzogen, die sich bei Belastung verformen und so dem Druck anpassen können.

Durch die Bewegungen werden hier Kräfte übertragen, die so groß sind, dass sie den Blutdruck um ein vielfaches übersteigen. Daher sind im Knorpel auch keine Blutgefäße enthalten, denn der Blutdruck könnte gegen den Gewebedruck keinen Stoffwechsel aufrecht erhalten.

Chronischer Stress kann das Knie krank machen

Lang andauernde Phasen von „Biosozialem Stress“ können sich im Knie niederschlagen. Bei Stress, also in Situationen von besonderer Belastung, schaltet der Körper in einen „Notfallmodus“ um. Dann werden Stresshormone, wie z.B. Adrenalin, Noradrenalin oder Dopamin, ausgeschüttet, die nachweislich unsere Gefühle und Körperempfindungen stark dämpfen. Durch diesen körpereigenen Regulationsmechanismus spüren wir unsere innere Anspannung nicht, bis wir wieder zur Ruhe kommen.

Diese innere Anspannung wirkt sich aber trotzdem auf unseren Körper aus und kann z.B. durch Verspannungen die Zugkräfte im Knie verändern. Dadurch kommt es dann zu einseitigen Verspannungen, Schwellungen oder Mikroentzündungen.

Eine derartige einseitige Überaktivierung und Daueranspannung verengt die Muskulatur und die gesamte Flexibilität.

Solche Spannungen, die wir unbewusst in unseren Muskeln „festhalten“, um erstmal weiter zu funktionieren (wie ich bei meinem Umzug), kosten uns später sehr viel Kraft. Wir fühlen uns dann sozusagen „grundlos erschöpft“ und das wiederum kann unsere psychische Belastbarkeit zusätzlich senken.

Wenn wir uns nicht beizeiten um unsere Knieprobleme kümmern, sondern einfach „durchziehen“, kann es sein, dass wir anfangen, Beschwerden zu entwickeln.

Neben den schon erwähnten Verspannungen, die dann z.B. auch zu Schonhaltungen führen, sind z.B. Meniskusschmerzen ein häufiges Überlastungssymptom, das durch diese einseitige Dauerspannung entstehen kann. Schmerzhafte Mikroentzündungen in den Schleimbeuteln  entstehen ebenfalls durch Überlastung. Das Knie schwillt dabei an und ist in seiner Beweglichkeit eingeschränkt.

Gegen das Anspannen ist im Grunde nichts zu sagen. Anspannung hilft uns, Großartiges zu leisten. Was uns jedoch in der Regel fehlt, ist die Zeit zum Entspannen.

Aktive und passive Pausen

Wie kann ich meinem Knie etwas Gutes tun?

Entspannung bedeutet für ein Knie nicht unbedingt, joggen zu gehen. Damit das Knie entspannen kann, braucht es aktive und passive Pausen. Schwimmen und Fahrradfahren sind sehr gut für die Knie und helfen dabei, Spannungen abzubauen.

Wenn wir jedoch Probleme mit den Knien haben, ist es unerlässlich, auch passive Pausen einzulegen, also zur Ruhe zu kommen, die Beine hoch zu legen, in die Sauna zu gehen oder sich regelmäßig behandeln zu lassen. Eine Behandlung mit Körperarbeit, bei der auch die tiefe Muskulatur entspannt wird, unterstützt nicht nur das Knie, sondern wirkt auf das gesamte Nervensystem positiv.

Ich arbeite im Rahmen meiner Praxis gerne mit verschiedenen körpertherapeutischen Techniken, die den ganzen Körper mit einbeziehen. Dadurch bekomme ich häufig die Knie meiner Klienten „zu fassen“.

Welche Techniken helfen?

Neben Gesprächen über die Dinge, die gerade quer liegen und die meine Klienten verbessern möchten, nutze ich körperorientierte Techniken, wie Biodynamische Körperpsychotherapie nach Gerda Boyesen, um Stress abzubauen und Entspannung sowie innere Ausdehnung einzuladen.

Dabei ist mir aufgefallen, dass die meisten Knie ab einem bestimmten Stresspegel anfangen, ein gewisses „Eigenleben“ zu führen. So, wie ich es oben beschrieben habe, verziehen und verkürzen sich die Bänder, Muskeln und Sehnen durch die innere Anspannung. Es ist, als würde der Körper langsam immer enger werden.

Das-Knie

Andere Klienten stehen gerne „stramm“. Die Mehrheit kommt aber eigentlich mit Kopfschmerzen, Schulter-Nacken-Beschwerden oder Verspannungen im unteren Rücken. Interessanterweise haben auch sie angespannte und verdrehte Knie, die teilweise gar nicht mehr richtig aufliegen können, oder beide Knie sind in die selbe Richtung geneigt, zeigen also z.B. beide nach links.

Wenn ich diese tapferen Krieger und Kriegerinnen des Lebens mit Körperarbeit behandle, passiert es sehr häufig, dass sie bei der Behandlung der Knie tief einschlafen und das Gehirn in einen ganz besonders entspannenden Alpha-Zustand fällt. Die Klienten beschreiben das als einen Zustand, in dem sie das Gefühl haben, ganz tief entspannt und gleichzeitig ganz bei sich zu sein.

Indem ich die Knie oft einfach nur halte oder mit leichtem Druck unterstütze, beginnen sie sich zu drehen, zu winden und zu strecken. Es fühlt sich an, als würden sich die Knie selbst aus der Spannung, aus dem „Stressmodus“ herauswinden. Danach fühlen sich meine Klienten oft wie neu geboren. Die Knie liegen dann sehr viel flacher und lockerer auf der Unterlage.

Ein feiner Umgang mit dem Körper ist wichtig

Aufgrund dieses Phänomens möchte ich hier noch einmal eine Lanze brechen für einen noch sensibleren und feineren Umgang mit den psychosomatischen Ebenen in unserem Körper. Ich finde, dass viele der landläufigen Deutungen von Krankheiten und Beschwerden zu kurz greifen und deshalb zu plakativ wirken. Wir können heute mit der modernen Psychosomatik viel individueller und differenzierter die Symptome verstehen. Es gibt so viele unbewusste seelische Inhalte, die unser Denken und Handeln beeinflussen. Und es gibt so viele schwierige Situationen, die wir auch Dank unserer Kompensationsmechanismen zunächst einmal überstanden haben, sodass wir uns erstmal alle selber auf die Schulter klopfen können.

Und dann, um die damit einhergehenden Spannungen oder Beschwerden wieder aufzulösen, ist es gut und kraftvoll, wenn wir uns mit einem wohlwollenden Geist und Selbstverantwortung unserem Inneren zuwenden.

Deine Anette Dröge

www.anette-droege.de

 

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