Human Trust
Kategorien Anzeigen

Erfolg Body Arbeit Beziehungen Deine Welt Glück Seele Podcasts humantrust @Redaktion

Kontakt

Kommunikation: Kontakt findet an den Grenzen statt

Kontakt findet an Grenzen statt. Dort wo ein Wort mich erreicht oder eine Hand mich berührt, wo Blicke sich treffen. Aus gestalttherapeutischer Sicht ist Kontakt Begegnung und Austausch an der Grenze zum anderen. Grenzen haben sowohl etwas Trennendes als auch etwas Verbindendes. Über das was sich an diesen Grenzen gestalten kann, welche Rolle Kommunikation, Veränderung und Wachsen in diesem Zusammenhang spielen, möchte ich heute schreiben.

Beziehung wird immer dann spannend, wenn wir uns in unserer Tiefe begegnen, wenn wir den anderen an einem Punkt berühren, der ihn oder uns bewegt, der noch nachhallt oder einen von beiden in Aufruhr versetzt. Beziehung wird an Hürden und Hindernissen interessant – wenn unterschiedliche Werte und ein ungleicher Umgang mit Situationen aufeinandertreffen, manchmal auch aufeinanderprallen. Sich Sichtbar-Machen bedeutet auch Sich-Verletzbar-Machen, gleichzeitig fühlen wir uns mehr als angenommen, ja geliebt, wenn wir wirklich in unserer Gänze gesehen werden.

Mut zur Wahrhaftigkeit

Haben wir den Mut, unsere innere Wahrheit mitzuteilen, unsere Bedürfnisse und Werte klar zu kommunizieren, auch wenn wir dadurch verletzbar werden und das Gegenüber enttäuscht oder ablehnend reagieren könnte, so geben wir der Beziehung die Chance zu wachsen. Unsere Verletzlichkeit kann der Weg zueinander sein. Je klarer ich in mir werde und diese Klarheit auch transportiere, umso mehr Präsenz und Sichtbarkeit lebe ich. Je mehr ich mich traue auch Schamgefühle zuzulassen, umso mehr kann ich mich tief in mich hinein entspannen. Sich klar auszudrücken bedarf der Übung, sich klar ausdrücken zu dürfen müssen wir uns erlauben – und gleichzeitig akzeptieren, dass nicht alle in unserem Umfeld für unsere Klarheit bereit sind.

Oft haben wir ein bestimmtes Bild von jemandem im Kopf, meinen ihn zu kennen und wollen auch keine große Energie aufwenden, dieses Bild zu ändern oder zu erweitern. Wenn Menschen sich verändern und neue Wege gehen, kann das in ihrem Umfeld unterschiedlichste Reaktionen, u.a. auch Angst, auslösen. Wenn wir uns erheben, ohne uns über andere zu erheben, wenn wir in unsere Kraft kommen, unsere Wahrheit kommunizieren, halten wir den Menschen in unserem Umfeld einen klaren Spiegel vor : Wir strahlen aus, dass Veränderung ansteht, dass wir nicht mehr bereit sind, gewisse Glaubenssätze hinzunehmen und in bestimmten Grenzen, in einer Art von „Kleinheit“ zu leben.

Gemeinsam wachsen

Reaktionen und Verhaltensweisen, die wir dann erleben, sind oft ein Spiegel von Angst. Jemand der auf dem Weg ist, sich selbst mehr und mehr wertzuschätzen, Selbstfürsorge zu leben, kann auch zur Projektionsfläche für unausgegorene Gedanken und unverarbeitete Emotionen werden. Hier kann es hilfreich sein, den anderen möglichst zu akzeptieren, ihn dort bleiben zu lassen wo er ist und gleichzeitig seine eigene Spur weiter aufzunehmen.

KontaktGerade in Momenten, in welchen der andere vielleicht nicht in der gewohnten oder erhofften Manier reagiert, können beide Beziehungspartner wachsen, kann die Beziehung reifen. Natürlich wird dann oft auch am Eigenen – an der bestehenden Lebensmethode, dem eigenen Lebensmodell gerüttelt; das ganze System, das Feld, in dem sich die Beziehung bewegt, gestaltet sich neu. Diese Momente sind Chancen, auch wenn wir es eventuell nicht gleich wahrhaben wollen. Schaffen wir es, uns immer wieder für neue Erkenntnisse und Begegnungen mit uns nahen Menschen „leer“ zu machen, den anderen immer wieder mit frischem, offenen Blick zu begegnen, so denken und fühlen wir uns frei, und es eröffnen sich ganz neue Spiel- und Begegnungsräume.

Schwächen annehmen

Jemand, der seine eigenen Gefühle gut wahrnehmen kann und auch Unangenehmes nicht unterdrückt, kann sich auch leichter und tiefer in andere Menschen einfühlen, wird empathischer. Nimmst du zu deinem eigenen Herzen mitfühlend immer engeren Kontakt auf, fällt es dir auch leichter, einen anderen Menschen so zu akzeptieren, wie er ist. Lernst du deine dunklen Seiten, deinen tiefsten Schmerz immer besser kennen, so wächst dein Verständnis für den anderen und seine „Abgründe“. Manche Menschen haben keine Toleranz für ihre eigenen Schwächen, und ihre Angst davor, was andere über sie denken könnten, ist so groß, dass sie auch nicht gut mit der Verletzlichkeit anderer umgehen können. Insofern dürfen wir uns stets fragen, ob die jeweilige Beziehung das Gewicht unserer Geschichte auch aushält, bevor wir jemandem unser Herz ausschütten. Wie sollen mir andere etwas zugestehen, was sie sich selbst nicht erlauben können?

Ehrlichkeit im Kontakt

Zwischenmenschliche Schwierigkeiten treten oft dann auf, wenn wir in Bezug auf den anderen oder unsere Beziehung eine genaue Vorstellung haben, wie dieser bzw. diese aussehen solle. Die Beziehung hat hier die Chance, in und an solchen „Grenzmomenten“ zu wachsen, tiefer zu werden, oder aber es trennen sich Wege vorübergehend oder ganz.

Wenn eine deiner Werte mit denen deines Beziehungs-Gegenübers – Partner, Freund, Kollege – in Konflikt gerät, kann dies Stress erzeugen. Wünschenswert wäre es meines Erachtens, wenn beide Parteien akzeptieren könnten, dass jeder das Recht hat, der zu sein, der er ist.

Wahrhaftige, tiefe Begegnung bedarf meiner Erfahrung nach des Mutes und der Ehrlichkeit: Lege ich meine Wahrheit möglichst offen auf den Tisch und formuliere meine Werte und ihre konkrete Bedeutung so klar wie möglich, können sich Missverständnisse auflösen.

Was ich auch lerne: Antworten finde ich stets in mir. Habe ich beispielweise einen Konflikt mit einem anderen, kann ich mich noch sehr auf diesen anderen, seine Fehler und Unzulänglichkeiten konzentrieren und mich immer weiter in das Beziehungsdrama einschwingen. Wirklich helfen wird es mir nicht. Ich darf mich stattdessen fragen: Was soll ich hier lernen? Welche Themen darf ich mir anschauen? Was ist in mir noch nicht bereinigt? Und auch: Was darf ich getrost- und möglichst mitfühlend –  beim anderen lassen, was gehört nicht zu mir?

 

Carolin Stark

seisofrei-lebenskunst.de

 

Dieser Artikel von Carolin könnte dich auch interessieren:

So kannst du deine Mitmenschen wirklich sehen und erheben

Gefällt mir 43 Personen gefällt das

Diskussion

Hole dir dein Gratis-Geschenk für Compassioner-Leser:


Das große Coaching Paket von Veit Lindau.
Sichere dir diesen wertvollen Leitfaden für ein erfülltes, glückliches Leben.

 

Wir schenken dir:
o 4 Audiovorträge mit Veit Lindau
o 1 Geführte Meditation
o Den Lebenskompass

Trag dich dazu hier ein:

 



 

 

fan

Pin It on Pinterest

Share This