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Kreativität: Nichtstun und Langeweile fördern sie

Kreativität entsteht gerade dann, wenn wir uns kleine Auszeiten gönnen und Langeweile zulassen. In ihrem zweiten Artikel für den Compassioner verrät uns Katharina Kipp Mancebo, Künstlerin und Coach, das Geheimnis hinter produktiven Prozessen und der Entstehung von Kreativität. 

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Kreativität hat manchmal etwas von einem Schmetterling. Es ist schwer vorherzusehen, wann er sich plötzlich auf unser Knie setzt. Meistens dann, wenn wir am wenigsten damit rechnen. Und oft sind es die kleinen Auszeiten, wenn wir im Leerlauf inne halten, wie etwa jetzt. Der Sommer ist da und du freust dich auf den Urlaub? Die Füße hochlegen und die Seele baumeln lassen? Einfach abschalten? Das klingt verlockend und öffnet gleichzeitig eine Tür zu etwas ganz Wunderbarem: dem kreativen Prozess. Durch Langeweile und Nichtstun lädst du Kreativität in dein Leben ein. Der Hirnforscher Henning Beck erklärt: wer trotz Stress produktiv bleiben will, der benötigt Spiele, Emotionen und ab und zu Langeweile. (Quelle: SWR

Wann war dir das letzte Mal langweilig?

Mein Mann fragte mich vor einiger Zeit, wann unser Leben zu einem Terminkalender geworden sei. Wir sind ständig damit beschäftigt unseren Alltag zu koordinieren: Arbeitstermine, Termine mit Freunden und Familie. Dazu kommt rund um die Uhr online und verfügbar sein. Mails und Nachrichten von unterwegs checken. Es gibt kaum Momente ohne äußere Ablenkung. Von Langeweile keine Spur. Die Zeit vergeht schnell und für Kreativität bleibt wenig Platz.

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Kreativität ist spontaner Selbstausdruck: Für jeden von uns erlebbar.

Unter Zukunftsforschern gilt Kreativität als „Schlüsselkompetenz der Zukunft“, die gerade in unserer schnelllebigen Gesellschaft mit stetem Wandel eine große Rolle einnehmen wird. Für mich persönlich stehen Kreativität und spontaner Selbstausdruck für Lebendigkeit und Fülle, die ich in meinem Leben nicht missen möchte. Was hindert mich eigentlich daran, Kreativität und frischen Impulsen Platz in meinem Leben einzuräumen?

Diese Frage hat mich dazu motiviert, aktiv Dinge in meinem Alltag zu verändern und mehr Raum für Phasen des Nichtstuns zu schaffen. Am Ende meines Artikels verrate ich dir meine 5 Top-Tipps, was du dafür tun kannst.

Wissenschaftlich belegt: Langeweile als Schlüssel zur Kreativität

Es gibt einige Beispiele, wie Langeweile sich positiv auf die Kreativität auswirkt. Intellektuelle wie Albert Einstein bis René Decartes wurden in Phasen der Langeweile und des Nichtstuns besonders kreativ. Einstein beispielsweise empfand seinen eigentlichen Beruf im Patentamt als langweilig. Zur selben Zeit veröffentlichte er seine Relativitätstheorie. Die Physik dazu hatte er zu Hause entwickelt. Inwieweit haben die Phasen der Langeweile seine Arbeit unterstützt?

Die Psychologin Sandi Mann erklärt, dass sich in Momenten der Langeweile das Gehirn in den default mode umschaltet. Vielleicht kennst du es, dass du bei monotonen Aufgaben wie Bügeln und Wäscheaufhängen in Tagträumereien verfällst – dein Gehirn fängt an zu wandern, das Unterbewusstsein zu erforschen. Daraus kann Kreativität entstehen. Falls du dich also gerne einmal in deinem Alltag wegträumst, dann fällt es dir leichter kreative Lösungen für Probleme zu finden und neue Ideen zu entwickeln. In diesem Zustand beginnen wir auch über Vergangenes nachzudenken und ziehen neue Erkenntnisse daraus. Wir richten unser Leben neu aus, setzen uns Ziele und werden kreativ.

Wann hattest du das letzte Mal eine richtig gute Idee?

Langeweile ist der Schlüssel zur Kreativität, bestätigt auch die Journalistin Manoush Zomorodi in ihrem Ted Talk „ Wie Langeweile zu brillanten Ideen führt“.

Sie erzählt, wie sie mit ihrem neugeborenen Baby lange Spaziergänge machte. Dies stand in einem starken Kontrast zu ihrem vorherigen Job. Als Journalistin hatte sie von den Brennpunkten der Welt berichtet. So kam sie dazu, sich mit dem Thema Langeweile zu beschäftigen. Denn durch die Langeweile gingen auch ihre Gedanken auf Reisen und sie hatte die zündende Idee, einen Podcast zu starten, mit dem sie nun ihren Lebensunterhalt verdient.

Die Langeweile, die sie während ihrer Spaziergänge begleitete, verging schnell, nachdem sie sich ein iPhone gekauft hatte. Neue Ideen, wie sie mehr Zuhörer für ihren Podcast gewinnen konnten, blieben seitdem aus. Was hatte sich verändert? Sie stellte fest, dass sie in den Zeiten des Nichtstuns während ihrer Spaziergänge ihre letzte gute Idee gehabt hatte.

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Handy aus, aus dem Fenster schauen und kreativ werden

Zomorodi rief ihre Hörer dazu auf, an einem Experiment teilzunehmen: Sie sollten innerhalb einer Woche jeden Tag die Nutzung ihres Smartphones ein Stück weiter reduzieren. Dazu bekam sie sehr viele positive Rückmeldungen. Jugendliche berichteten, dass sie zum ersten Mal gespürt hätten, was Langeweile bedeute.

Am Ende ihres Vortrags stellt sie die Frage: „Nutzt du das Handy, um dich abzulenken – um die harte Arbeit zu verhindern, die kommt, wenn du tiefer über etwas nachdenkst? Wenn ja, mach eine Pause und schau aus dem Fenster! Wenn du nichts tust, bist du dein kreativstes und produktivstes Selbst.“

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Hier kommen meine 5 Top-Tipps, um durch Langeweile Kreativität in dein Leben einzuladen:

  • Lege öfter Pausen ein und schaue aus dem Fenster: In diesem Moment, auch wenn ungewohnt, begeben wir uns in einen kreativen Prozess, der Lebendigkeit in unser Leben einlädt.
  • Öfter raus in die Natur und weniger online sein: Ich lasse öfter mein Handy zu Hause oder schalte es ab und checke Mails und Nachrichten nur zu bestimmten Zeiten.
  • Stille einladen und Reizüberflutung ausladen
  • Sich dem Nichtstun hingeben: Loslassen und schauen, was passiert.
  • Aufhören, unter Druck zu planen: Wir versuchen oft mit Multitasking unser Leben zu kontrollieren. Doch das Leben ist das, was passiert, während wir eifrig dabei sind, Pläne zu machen (Zitat: John Lennon). Daher versuche ich beispielsweise meine Wochenenden, wenn möglich, nicht zu verplanen oder Freiräume in meinem Kalender zu lassen. In dieser Zeit ergeben sich meist spontan die spannendsten Begegnungen und Ideen.

Wann hast du deine kreativsten Ideen?

Ich wünsche dir in jedem Fall ganz, ganz viele davon und alles Liebe!

Deine Katharina

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Über Katharina:

Katharina Kipp Mancebo ist Künstlerin, Coach und leidenschaftliche Problemlöserin. Sie hat es sich zur Aufgabe gemacht, Menschen dabei zu helfen, ihre ureigene innere Stärke und die richtige Balance zwischen Herz und Verstand wiederzufinden. Dafür verbindet sie klassische Coaching-Ansätze mit originellen, nonverbalen Medien und erprobten Kreativitätstechniken. Ihre Themenschwerpunkte sind Persönlichkeitsentwicklung, Achtsamkeit, Resilienz sowie Teamentwicklung und Konfliktberatung.

Mehr Informationen zu Katharinas Coaching-Angeboten findet ihr hier: www.kipp-coaching.com

Mehr über ihre kreativen Arbeiten erfahrt ihr hier: www.katharinakipp.de

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Einen weiteren Artikel von Katharina findest du hier.

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