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Lösungsorientierung – Von der Zukunft aus gestalten

Wer möchte nicht gerne als lösungsorientiert gelten? Denn Lösungsorientierung ist „in“. Der Begriff signalisiert Aufgeschlossenheit, Agilität und Veränderungsbereitschaft. Lösungsorientierte Menschen verharren nicht in der Opferrolle, sondern übernehmen Verantwortung und gestalten die Zukunft. Lösungsorientiert zu denken, zu sprechen und zu handeln ist nicht umsonst das Credo der modernen Arbeitswelt und Führungskultur.

Lösungsorientierung als Resilienz-Faktor

Lösungsorientierung kann aber noch viel mehr. Sie gilt als eine der sieben Säulen der Resilienz, d.h. der psychischen Widerstandskraft, die uns hilft, Krisen erfolgreich zu meistern.

Lösungsorientierung ist die persönliche Ressource, die zum Zuge kommt, nachdem wir eine schwierige Situation als Realität angenommen haben und nicht länger dagegen kämpfen. Zum Beispiel, indem wir akzeptieren, dass Vergangenes endgültig vorbei ist und dass Bisheriges nicht länger funktioniert. Lösungsorientierung ist die Bereitschaft, die Weichen neu zu stellen.

Lösungsorientierung ist keine Frage des Tempos

Oft setzen wir Lösungsorientierung mit der Geschwindigkeit gleich, in der wir Antworten auf Probleme finden. Schnelle und vor allem tragfähige Ergebnisse sind aber eher das Resultat von lösungsorientiertem Vorgehen. Ein hohes Tempo allein reicht dafür nicht. Mit Schnelligkeit können wir Probleme auch einfach wegdrücken, faule Kompromisse fördern oder in Aktionismus verfallen, der bloß mehr vom Gleichen produziert.

Lösungsorientierung ist ein Mindset

Echte Lösungsorientierung ist zunächst eine Frage der inneren Haltung und Ausrichtung angesichts eines Problems. Sie kennzeichnet ein bestimmtes Mindset und die daraus folgende Herangehensweise.

Lösungsorientiert sein heißt nicht, immer bereits eine Lösung parat zu haben. Wer lösungsorientiert ist, der öffnet sich im Noch-Nicht-Wissen und macht sich für neue Möglichkeiten empfänglich. Lösungsorientiert ist, wer den eigenen Fokus (und den von anderen) auf das Finden von Lösungen lenken und dort zu halten vermag.

Der Ansatz der Lösungsorientierung geht auf Steve de Shazer und seine Frau Insoo Kim Berg zurück, die Begründer der lösungsorientierten Kurzzeittherapie. Die beiden gehen konsequent davon aus, dass man ein Problem nicht genau kennen oder analysieren muss, um es zu lösen: „Problem talk creates problems, solution talk creates solutions“ so ihre Devise.

Wem dieser Ansatz zu radikal ist, dem mag es als Zwischenschritt hilfreicher erscheinen, ein Problem und den damit verbundenen Leidensdruck zunächst besser zu verstehen. Zum Beispiel, um zu erkennen, worum es in der Tiefe wirklich geht. Um wichtige Bedürfnisse oder Interessen zu erkennen, die bislang nicht erfüllt werden. Um die Vergangenheit zu reflektieren und daraus zu lernen. Oder um Ansatzpunkte zu finden, damit in Zukunft dieselben Fehler kein zweites Mal passieren.

Aber wir dürfen die nötige Abzweigung nicht verpassen:

Woran erkennen wir unproduktiven „Problem Talk“?

  • Wenn wir wie wild aufeinander ein- und aneinander vorbeireden, können wir sicher sein, dass wir uns im Problem verfangen haben.
  • Wenn wir immer wieder ausweglos um dieselben Themen kreisen, drehen wir uns in den Endlosschleifen des sogenannten „Problemtanzes“.
  • Sobald Rechtfertigungen und Schuldzuweisungen im Spiel sind, hat uns das Problem im Griff, statt umgekehrt.
  • Wenn wir erklären, warum etwas passiert ist und es dann dabei belassen, stecken wir in der Problemanalyse fest.
  • Solange wir ausschließlich darüber sprechen, was wir nicht (mehr) wollen, setzen wir zwar Grenzen, eröffnen aber keine neuen Wege. Das wäre, als ob wir unser Navi mit der Info füttern wollten, wohin wir nicht fahren möchten. Es wird mit dieser Angabe keine Route berechnen können und wir bleiben, wo wir sind.

„Ein Problem lösen heißt, sich vom Problem zu lösen.“ (Johann Wolfgang von Goethe)

LösungsorientierungLösungsorientierung ist immer ein Perspektivwechsel: eine Abkehr vom Problem und allem, was nicht (mehr) funktioniert. Und eine Hinwendung zu dem, was stattdessen sein soll.

Lösungsorientierung gibt die Richtung vor, in die wir blicken. Auf ein Ziel. Auf einen gewünschten Zustand, an dem wir uns ausrichten und orientieren. Lösungsorientierung bedeutet, von der Zukunft her zu denken und zu handeln. Von dem Ort aus, an dem das Problem nicht mehr existiert – ohne den Weg dorthin bereits kennen zu müssen.

Wie funktioniert „Solution Talk“?

Fragen sind hilfreiche Schlüssel, um die Denkrichtung konstruktiv in Richtung des Gewünschten zu lenken:

  • Woran würden wir erkennen, dass das Problem gelöst ist?
  • Was wäre dann anders?
  • Wie würden wir uns dann fühlen?
  • Wer würde es noch bemerken und woran genau?
  • Wann hatten wir dieses Problem nicht? War dann etwas anders?
  • Was haben wir noch nie probiert?
  • Was wäre jetzt neu?

Manchmal erschließen auch provokant-humorvolle Verschlimmerungsfragen neues Lösungspotenzial:

  • Was müsste passieren, damit es noch aussichtsloser wird?
  • Was müssten wir tun, um es so richtig an die Wand zu fahren?

Die Frage nach dem “Wie kommen wir zum Ziel?“ wird erst relevant, wenn ganz klar ist, was das gewünschte Ziel ist. Wird sie zu früh gestellt, blockiert sie den Prozess der Ausrichtung auf das Neue. Dann stehen allzu schnell Befürchtungen und Erklärungen im Raum, warum etwas nicht funktionieren wird. Also: erst das „Was“ (Ziel) unumstößlich einloggen, dann das „Wie“ (den Weg und die Ressourcen) aktivieren:

  • Wann und wie hat es schon einmal funktioniert?
  • Unter welchen Umständen könnte es klappen?
  • Wer könnte uns dabei helfen?
  • Wer hat darin schon Erfahrung?
  • Worauf könnten wir jetzt schon zurückgreifen?
  • Was bräuchten wir noch dafür?
  • Was müssten wir dafür verändern?

Ein Tipp zum Schluss: der Konjunktiv

Oft ist es hilfreich, Fragen nach neuen Möglichkeiten und Sichtweisen im Konjunktiv zu formulieren. Das trägt dazu bei, problematische Aspekte vorübergehend auszublenden. Denn solange alles hypothetisch bleibt, sinkt sowohl die Furcht vor unliebsamen Konsequenzen als auch der Druck, sofort handeln zu müssen. Und erst im angstfreien Raum blühen Kreativität und Phantasie auf.

Lösungsorientierung heißt, die Zukunft von der Zukunft aus zu gestalten. Klingt komisch, ist aber so. Erlaubt ist dabei alles, was hilft, gewohnte Denkmuster zu unterbrechen, um neue Perspektiven und Handlungsoptionen zu eröffnen.

Herzlich,

deine Katja Lutz-Deklerk

Coaching und Training für achtsame (Selbst-)Führung

Live in München – Telefonisch – Online

Kontakt: katja@lutz-deklerk.de

Katja bei XING

 

 

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