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Präsenz

Wie du als Mann wieder in deine Mitte und Präsenz gelangst

Wie kann man als Mann wieder voll in seiner Präsenz sein?

Was bedeutet es in unserer modernen Zeit, ein zentrierter und kraftvoller Mann zu sein, der in sich ruht und aus dieser Ruhe heraus sein Umfeld und seine Beziehungen gestaltet? Im heutigen Beitrag möchte ich versuchen, dieser Frage nachzugehen.

Die Ausgangslage

Wir leben in stressigen Zeit. In unserem Arbeits- und Familienleben dreht sich das Hamsterrad immer schneller. Alles muss durchorganisiert und geplant werden. Ein freies Wochenende, ohne feste Termine und Vorhaben, ruft bei vielen Menschen Stress hervor. Einfach mal „nichts tun“, das Wochenende auf sich zukommen lassen, ist für viele undenkbar geworden, ruft regelrecht Panik hervor.

Natürlich trifft diese Beschreibung zunächst einmal auf beide Geschlechter zu. Da ich aber auch als Männercoach tätig bin, liegt es mir besonders am Herzen, dass Männer wieder in ihre Mitte finden. Dass sie aus dieser inneren Ruhe heraus geerdete und einfühlsame Familienväter, Partner, Kollegen und Freunde werden. Fast täglich erhalte ich E-Mails von verunsicherten Männern, die sich fragen, was Mann-Sein heutzutage überhaupt noch bedeutet?

Fehlende Vorbilder

Schauen wir für einen Moment in die Vergangenheit. In früheren Kulturen war es selbstverständlich, dass sich ein heranwachsender Junge ab einem gewissen Alter einem Übergangsritual unterzog. Unter Aufsicht und Anleitung von erfahrenen Männern seines Stammes musste sich der Junge Prüfungen und auch Gefahren aussetzen. Bestand er diese wurde er in den Kreis der Männer aufgenommen. Er hatte eine weitere Wachstumsphase als Mann durchschritten. Diese Initiationsriten sind in unserer modernen Zeit nahezu ausgestorben, man muss schon ein Selbsterfahrungs-Seminar besuchen, um solch ein Initiationsritual als Mann heutzutage erleben zu können.

PräsenzNeben dem Fehlen von Übergangsritualen von Jungen zum Mann kommt hinzu, dass uns die männlichen Vorbilder abhandengekommen sind. Bedingt durch zwei Weltkriege wurde eine ganze Ahnenreihe an Vätern, Großvätern und Urgroßvätern entweder ganz ausgelöscht oder emotional zugrunde gerichtet. Unter den Kriegsheimkehrehren herrschte eine Kultur des Schweigens. Zur damaligen Zeit gab es überhaupt keinen Raum für Männer, über ihre Gefühle und Verletzungen zu reden, wie es heute möglich ist. Es war tabuisiert und wurde als Schwäche ausgelegt.

Kultur der Rastlosen

Stress, fehlende Übergangsrituale, Abwesende Väter und die permanente Dauerberieselung durch Nachrichten, Informationen und Reize führen aus meiner Beobachtung heraus dazu, dass der moderne Mann innerlich nicht mehr zur Ruhe kommt. Sein Nervensystem ist auf Daueranspannung und Katastrophenmodus geschaltet. Die Anforderungen im Job und im Familienleben werden immer größer, der finanzielle Spielraum dagegen immer enger, was zwangsläufig Sorgen und Ängste auslöst. Hinzu kommt eine ständige Erreichbarkeit über das Smartphone, ein tägliches Bombardement von Negativnachrichten und kein Ausstieg aus diesem selbst erschaffenen Hamsterrad in Sicht. Scheinbar alternativlos. Dies kann mittel- bis langfristig nur zu einem Burnout führen, eine der typischen Begleiterscheinungen einer Kultur der Rastlosen.

Die zunehmenden Belastungen können wir als Männer nur dann bewältigen, wenn wir uns unserer Mitte noch gewiss sind und wir uns einen gewissen Abstand zu den einströmenden Reizen und Informationen beibehalten. Dabei geht es mir in keinster Weise darum, den technischen und medialen Fortschritt aufzuhalten oder wieder zurückzudrehen. Dies wäre eine naive und auch nicht durchführbare Annahme. Die Evolution schreitet weiter voran, und so ist die Digitalisierung ein Ausdruck unserer modernen Zeit, in der wir gerade leben. Zudem liegt es in der Natur des Menschen, sich weiterzuentwickeln, nach vorne zu denken, neue Bewusstseinsebenen zu erreichen. Ohne diesen Drang hätte es in den letzten Jahrtausenden keinen Fortschritt und keine positiven Erfindungen gegeben, die entweder unser Überleben gesichert oder uns als Spezies Mensch entschieden weiter gebracht haben. Es kann also nur darum gehen, dass wir auf eine angemessene Art und Weise mit diesem Fortschritt umgehen, anstatt uns dagegen zu stemmen.

Die Auswirkungen

Der permanente Dauerstress und die Atemlosigkeit einer Gesellschaft haben gravierende Auswirkungen auf unser soziales Miteinander  – und auf die gesamte nachfolgende Generation! Gerade im Umgang und in der Erziehung mit Kindern beobachte ich fast täglich gestresste und überforderte Eltern. Eltern, die ihre Mitte und ihre Intuition verloren haben. Renommierte Kinder- und Jugendpsychologen schlagen seit Jahren Alarm. Wären es nur einzelne Erwachsene, deren Psyche auf dauerhaften Katastrophenmodus umgestellt hat, wäre das zwar an sich schon bedenkenswert, aber vielleicht noch tragbar. Doch leider überträgt sich der Dauerstress der Erwachsenen zunehmend auf unsere Kinder. Es gibt Untersuchungen, dass die Rate von Grundschulkindern, die an Angststörungen leiden, seit Jahren rapide zunimmt. Solch eine Entwicklung halte ich für gravierend und alarmierend.

PräsenzGerade im Familiensystem erachte ich einen in sich ruhenden und zentrierten Mann und Vater für elementar wichtig. Ein Mann, der es schafft, das Smartphone, seinen Laptop und seinen plappernden Geist einmal abzuschalten, sich ganz auf sich und seine Familie einzulassen. Doch dieses Einlassen, ohne äußere Reize und Ablenkungen, dieses sich selbst  aushalten können, mit alledem was in solchen Momenten aufsteigt, macht den meisten Männern Angst. Sie haben Angst vor aufsteigenden Gefühlen und Emotionen, sie haben Angst, davon übermannt zu werden, es nicht kontrollieren zu können, anstatt im Feuer der Emotionen einfach mal stehenzubleiben.

Deshalb stopfen viele von uns sogar ihre Freizeit mit Aktivitäten voll, damit sie ja nicht in Langeweile oder Nichtstun verfallen, weil das sofort innere Unruhe und unangenehme Gefühle auslösen könnte. Eine ganze (Wellness) Industrie lebt von dieser Angst vor dem Nichtstun und bietet deshalb eine Fülle an vermeintlichen Freizeit- und Erholungsangeboten an.

Drei Empfehlungen für mehr innere Ruhe

  • Lerne das Abschalten ganz neu

    Dies klingt banal, ist aber gar nicht mehr so einfach. Zunächst musst du dir deiner begrenzten Zeit- und Aufmerksamkeitsbudgets bewusst werden, der unzähligen Zeitdiebe und Ablenkungsmöglichkeiten. Gönne dir Offlinezeiten für einen gewissen Zeitraum: Kein Handy, kein TV, keine Nachrichten, keine Informationen. Zum Beispiel bei einem mehrtätigen Ausflug in die Berge. Erst wenn das bewusste Ausschalten von Informationen und äußeren Stimulationen nicht mehr als Verlust erlebt wird, wirst du ein ganzes Stück freier und innerlich ruhiger.

  • Erlaube dir Unfreiheit

    Was Unfreiheit? Spätestens seit der Aufklärung und Kant scheint es in der westlichen Hemisphäre nur noch eine Parole zu geben: Raus aus der selbstverschuldeten Unmündigkeit und rein in die Freiheit des Individuums. Im 21. Jahrhundert sind wir in einer individuellen Freiheit angekommen, die unermesslich zu sein scheint. Alles ist möglich, alles darf gesagt und getan werden, es gelten keine Verbote und Einschränkungen mehr auf den Weg der Selbstverwirklichung. Könnte es sein, dass wir mit dieser unermesslichen Freiheit überfordert sind, aufgrund der schier unglaublichen Auswahl an Möglichkeiten? Von außen scheint es einen subtilen Ruf an uns zu geben: „Was? Du hast dich immer noch nicht selbstverwirklicht? Es liegt nur an dir!“ Und schon hast du dir ein neues Hamsterrad kreiert: den Druck, dich in dieser absoluten Freiheit doch endlich selbst zu finden und zu verwirklichen.

  • Finde zu deiner göttlichen Intuition zurück

    Womit wir automatisch bei der letzten Empfehlung wären: Abgeben, loslassen – auch von dir selbst. Ja, es gibt in dir eine Aufgabe, die in die Welt gebracht werden möchte – zum Wohle aller! Aber dieser Samen wird nicht schneller aufgehen, wenn du ständig danach schaust, ob er schon erfolgreich erste Triebe geschlagen hat. Diesen Prozess kannst du ganz der Intelligenz der Schöpfung überlassen. Sie hat ihren eigenen Rhythmus. So wie jetzt im Frühjahr aus der toten Wintererde wieder Leben erblüht, so wird auch dein innerer Samen erblühen, wenn du vollständig in deiner Mitte ruhst und aus dieser Stille heraus deine Impulse in die Welt gibst. Und gleichzeitig von jeglichem Erfolgs- und Erwartungsdenken ablässt. Dich in Geduld und Vertrauen übst. Eine tägliche Meditationspraxis kann beim Einüben von Stille übrigens sehr hilfreich sein.

Dein Oliver

simplyfeelit.de

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