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Mia’s seelischer Hunger – Kampf gegen die Essstörung, und drei Tipps wie man ihn gewinnen kann

Seelischer Hunger – Im Kampf gegen Binge Eating und anderen Essstörungen.

Wir finden das Thema Binge-Eating (Essanfallstörung) sehr wichtig, weil es oft nicht als richtige Essstörung akzeptiert wird und doch so viele darunter leiden.  In dem heutigen Gastartikel von Mia, die selbst betroffen ist,schildert sie dir ihr persönliches Empfinden und gibt dir einige handfeste Tipps gegen diesen Kampf.  Falls du selbst davon betroffen bist, oder jemand kennst, möchten wir dich ermutigen, dich zu trauen, dein Problem anzugehen. Du bist wichtig!
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Triggerwarnung!

Wie oft stelle ich mir folgende Fragen, wenn ich zu Mittag eine große Portion esse und anschließend nicht satt bin: Warum habe ich noch Hunger? Warum will ich mehr essen? Warum essstörungkann ich nicht aufhören?

Tatsache ist, dass mein Hunger echt ist. Aber nicht körperlich. Irgendwas in meinem Leben fehlt.

Und dies kompensiere ich mit Essen.

Warum habe ich kein Sättigungsgefühl? Ich habe im Laufe der Zeit das gesunde Essen verlernt und damit mein Sättigungsgefühl verloren. Ich kenne nur noch das unangenehme Gefühl der Völle. Es ist traurig und deprimierend zugleich.

Oft erkenne ich den Schmerz nicht an, weil ich schließlich selbst dafür verantwortlich bin. Niemand hat mich gezwungen. Niemand hat mir aufgetragen, so viel zu essen. Es war allein meine Entscheidung. Aber stimmt das wirklich?

Seelischer Hunger

Dass Essstörungen psychisch sind, habe ich ja schon einige Male wiederholt. Es hat lange gebraucht, bis ich überhaupt verstanden habe, dass meine Psyche sich auf meinen Körper auswirkt. Irgendwie ist es sogar absurd, dass seelische Unruhen sich auf mein Essverhalten negativ auswirken.

Selbsthass

Ein paar Gedanken zu meinen Gefühlen inmitten des Binge-Eatings: Ich fühle mich wie ein Tier, dass nicht aufhören kann. Während andere Menschen hungern, stopfe ich alles Essbare in mich hinein, das mir in den Weg kommt. Ich kombinierte abartige Kreationen, die ich in der Küche finde. Und danach frage ich mich, was zum Teufel mit mir los ist.

essstoerungWer ist diese gruselige Person, die sich mitten in der Nacht bei offenem Kühlschrank den Magen vollfrisst? Warum isst sie Sachen, die sie nicht mal mag, sondern einfach da sind? Und warum hat sie noch immer Hunger, obwohl ihr schon längst übel ist? Wieso kann sie einfach nicht aufhören?

Mit den Gedanken undiszipliniert zu sein, steigt der Selbsthass. Und obwohl ich mir jedes Mal danach schwöre, nie wieder freiwillig solche Schmerzen erleiden zu müssen, geht es meist schon am nächsten Tag weiter. Ein Teufelskreis, bei dem ich fürchte, dem Binge-Eating niemals entkommen zu können.

Ich schäme mich nicht, diese Gedanken mit euch zu teilen. Denn dafür gibt es gar keinen Grund. Schließlich bin ich nicht die einzige mit einer Essstörung. Ihr würdet euch wundern, wie viele Menschen in unserer Umgebung ein ungesundes Essverhalten aufzeigen.

Außerdem hat mein seelischer Hunger immer einen Grund. Er geht viel tiefer, als mein Magen es erlaubt und frisst sich nach und nach durch die Winkel meiner Seele. Seelischer Hunger lässt sich nicht so einfach bekämpfen, deshalb hat es auch nichts mit fehlender Selbstdisziplin zu tun.

Ich muss mir keine Vorwürfe machen, weil ich einfach nicht mit dem Essen aufhören kann. Denn schließlich habe ich es mir nicht ausgesucht. Eine Reihe von Umständen hat dazu geführt, dass ich nun eine Essstörung habe. Und dies ist keine bloße Phase, in der ich stecke, und auch keine Diät, die daneben geht.

Wie komme ich da raus?

Zum Glück hatte ich schon seit einer Weile mehr kein großes Binge Eating. Hier möchte ich mit euch teilen, was mir geholfen hat. Ich dachte anfangs, dass ich einen gewissen Trick brauchte, um dem Binge Eating zu entkommen.

essstoerung-tellerSollte ich langsam essen oder wenig auf den Teller schieben? Sollte ich mich unter Leute mischen oder oder die gefährlichen Produkte wie Schokolade etc. komplett aus meinem Leben streichen?

Google war keine große Hilfe, denn keiner der Ratschläge half mir. Dies waren nämlich nur akute Hilfsmittel, die nicht langfristig wirkten. Mein Essverhalten änderte sich erst dann, als ich schrittweise meinen seelischen Hunger stillte.

Hier ein paar meiner Tipps:

1. Für mich war es hilfreich, mich von bestimmten Menschen zu entfernen, die mich negativ beeinflussten. Dazu gehörten Bekannte, Freunde und selbst mein Auszug von zu Hause. Jeder, der mich kritisierte oder bedrängte, wurde nach und nach aus meinem Leben entfernt. Dieser Schritt war hart, doch er half mir, den seelischen Hunger zu stillen.

2. Ich änderte außerdem einiges an meinem Verhalten, welches mich dazu bewegte, mehr an mich und meine Bedürfnisse zu denken. Eine Therapie half mir sehr dabei, jene Grundgedanken zu erkennen und zu ändern.

3. Ich fand neue Wege, um mit Kummer, Stress und ähnlichem umzugehen. Einen anderen als das Essen. Jeder Mensch braucht ein Ventil, anstatt es mit Alkohol, Drogen oder wie in meinem Fall mit Essen zu kompensieren. Durch die Stabilität meiner Psyche wird das Regulieren des Essens nach und nach immer besser. Ich bekomme immer weniger Essanfälle und Heißhungerattacken.

Der seelische Hunger sättigt sich allmählich und füllt die Lücke aus, die ich immer mit Essen ausgeglichen habe.

Das Ganze ist natürlich ein Prozess, der sehr lange dauert, denn obwohl es so leicht ist, in eine Essstörung zu rutschen, ist es unheimlich schwer, wieder raus zu kommen. Aber es ist trotzdem möglich!

Ich würde mich sehr freuen, wenn Essstörungen nicht immer so ein Tabuthema wären, damit viele Menschen sich gegenseitig austauschen könnten, ohne Angst davor zu haben, verurteilt zu werden.

Schließlich erzählen wir unseren Mitmenschen auch, dass wir an einer schlimmen Erkältung erleiden, ohne Furcht vor Ablehnung zu empfinden. Und diese Furcht brauchen wir gar nicht.

Eure Mia

Besuche doch meinen Blog, das würde mich freuen 🙂

www.Mias-Anker.com

Über mich

essstoerung-logo-ankerIch bin Mia (Pseudonym) und 23 Jahre alt. Vor etwa vier Jahren setzten Symptome einer Essstörung bei mir ein, die mir seinerzeit weder richtig bewusst waren, noch ich auch nur ansatzweise ahnen konnte, wie radikal sie sich entwickeln würden…

Vorerst jedoch: Ich hätte niemals gedacht, dass ausgerechnet ich eine Essstörung bekommen würde. Ich war immer schlank, nahm durch die Pubertät jedoch etwas zu, was mich nicht weiter störte. Und ich aß leidenschaftlich gern und viel. Diäten und Magerwahn waren in meinen Augen Quatsch, um nicht zu sagen: völlig bescheuert.

Begonnen hat es, als ich durch ein schlimmes Magengeschwür im Urlaub durch Zufall stark abnahm und mir dieses Gewicht und das Lebensgefühl, dass daraus entstand so sehr gefiel, dass ich es plötzlich aufrechterhalten wollte. Während ich nach und nach meine Nahrungszufuhr reduzierte und mich letztendlich doch mager hungerte, setzte irgendwann der Umschwung in Essattacken ein, die von ursprünglicher Magersucht zu einer anderen Essstörung führte. Mit Bulimie in der damit schlimmsten Zeit meines Lebens habe ich zum größten Teil abgeschlossen und kämpfe dennoch jeden Tag mit den gesundheitlichen Auswirkungen dieser Krankheit.

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Wie ist deine Einstellung zu dem Thema? Wir freuen uns auf deinen Kommentar.


Hier gibt es noch mehr Impulse für ein bewusstes und erfülltes Leben:

Warum hochsensible Menschen immer wieder an Narzissten geraten (Teil 1)

 

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