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Warum hochsensible Menschen immer wieder an Narzissten geraten (Teil 1)

Warum gerade Hochsensible in ihrem Beziehungsleben immer wieder an Narzissten geraten – das frage ich mich besonders seit dem Veröffentlichen meiner ersten Artikel über den Zusammenhang von Narzissmus und Hochsensibilität. Die überwältigende Resonanz  auf diese  Artikel sowie meine eigene Neugier motivierten mich dazu, dieser Frage in einem neuen E-Book auf den Grund zu gehen. Dabei stieß ich auf einige überraschende Antworten.

In meiner zweiteiligen Artikelreihe möchte ich dir aufzeigen, dass wir alle einen gewissen Grad an Narzissmus in uns tragen – und auch benötigen. Vor allem möchte ich der Frage nachgehen, woher diese Anziehung zwischen Narzissten und Hochsensiblen kommt (Teil 1), und welche Auswege es daraus gibt (Teil 2, erscheint am Sonntag). Doch zu allererst sollten wir erst einmal klären, wie sich Narzissmus im menschlichen Verhalten bemerkbar macht.

Wie erkennt man einen Narzissten?

Narzissmus! Kein Wort aus dem psychologischen Sprachgebrauch wird häufiger gegooglet. In unserer auf ständige Selbstoptimierung und Erfolg ausgerichteten Gesellschaft ist das Wort Narzissmus zu einem absoluten Modewort, um nicht zu sagen Schimpfwort, verkommen. Jeder und jede, die nicht den eigenen Ansprüchen und Vorstellungen entspricht, ob Chef, Partner, Kumpel oder Popstar, wird ganz schnell als Narzisst tituliert.

Andererseits kann es kein Zufall sein, dass das Wort Narzissmus mittlerweile so tief im Sprachgebrauch verankert ist. Nahezu jeder hatte damit schon zu tun. Entweder im Umfeld oder mit sich selbst. Renommierte Psychiater und Autoren schlagen seit einiger Zeit medienwirksam in ihren Bestseller-Büchern Alarm, dass unser kapitalistisches Gesellschaftssystem ein idealer Nährboden für die Blüten und Triebe eines wachsenden Narzissmus sei.

Deshalb halte ich es für wichtig, beim Thema Narzissmus genau hinzuschauen und zu differenzieren. Aus meiner Kenntnis gibt es nämlich eine Bandbreite an narzisstischen Ausprägungen – von gelegentlichem selbstsüchtigen Verhalten bis zu einer permanenten Selbsterhöhung und Abwertung von anderen. Letzterer Fall hat es leider sogar bis in Weiße Haus in den USA geschafft.

Narzissten: Nicht leicht zu erkennen, denn sie sind Maskenkünstler*innen

Woran erkennt man nun einen Narzissten? Um es gleich vorweg zu sagen: Es ist nicht leicht, einen Narzissten von Beginn an auszumachen. Bei einem offensichtlichen und ausgeprägten Fall wie Donald Trump mag das vergleichsweise noch einfach sein. Aber wie sieht es bei Menschen aus unserem Alltag und in unserer Umgebung aus?

Ein Narzisst kann nämlich ein perfekt einstudiertes Masken- und Mienenspiel an den Tag legen und sich damit optimal verstellen. Es gibt nicht nur den lauten, großspurigen, überheblichen, lügenden und abwertenden Narzissten. Sondern auch leise, introvertierte und subtilere Typen.

Bei all diesen Unterschieden gibt es trotzdem ein gemeinsames und sicheres Erkennungszeichen:  Über die Lippen eines ausgeprägten Narzissten würde niemals der Satz kommen: „Ich haben einen Fehler gemacht. Es tut mir leid.“

Kein Sorry für gar nichts!

narzissmus

Ein Narzisst kann sich nämlich nicht entschuldigen. Niemals! Egal, wie schwer sein Vergehen war. Er ist unfähig, Bedauern oder Reue zu zeigen. Solch ein Eingestehen eines Fehlers erinnert ihn an Gefühle von erlebter Ohnmacht und Hilflosigkeit. Deshalb kann er dazu kein angemessenes Verhalten mehr an den Tag leben.

In Bezug auf Bedauern und Reue gibt es für einen Narzissten nur noch einen On-Off-Schalter: Entweder ich lasse sie zu, was mich unweigerlich in enorme Selbstzweifel stürzen würde. Oder ich lasse sie ein für allemal weg. Ein Narzisst blendet systematisch jedes Aufflackern von menschlicher Schwäche aus.

Letztlich dient Narzissmus immer als Selbstschutz. Ein Schutzmechanismus, der ihn vor Gefühlen schützt, die ihm nach außen hin als fehlerhaft, unzulänglich, unbedeutend oder klein erscheinen lassen könnten. Solche Gefühle kompensiert ein Narzisst dann mit dem bekannten selbstgefälligen und großspurigen Auftreten weg. Er vollzieht eine riesige Show, da er tief im Inneren nicht weiß, wer er ist und sich im Grunde sogar selbst verabscheut und hasst.

Deshalb gilt es als eines der sichersten Anzeichen, dass wir es mit einem Narzissten zu tun haben, dass eine solche Person in der Regel Gefühle der Verletzlichkeit meidet. Nach außen hin möchte er Anzeichen der Trauer, Unsicherheit, Einsamkeit und ganz besonders der Scham („Ich bin falsch“) um jeden Preis verhindern. Damit kann er die  makellos schimmernde Fassade aufrecht erhalten.

Warum gerade hochsensible Menschen in Beziehungen immer wieder an Narzissten geraten?

Damit kommen wir zu der berechtigten Frage, warum gerade Hochsensible oftmals an  Menschen mit den eben aufgeführten Verhaltensweisen gelangen? Ich bin kein Freund von vereinfachten Darstellungen. In unzähligen Blogs und Artikeln über Beziehungen von HSP und Narzissten ist nämlich folgendes zu lesen: Narzisst: Böse. Hochsensibler: Gut. Diese Täter-Opfer-Bezeichnung ist mir zu kurz gegriffen.

Ich bin ein gr0ßer Verfechter von radikaler Ehrlichkeit und Verantwortung sich selbst gegenüber. Wenn du als hochsensibler Mensch in der Vergangenheit also immer wieder an manipulative und lieblose Partner geraten bist, hat das ganz sicher etwas mit dir zu tun. Mit deiner inneren Dynamik und Beziehungsmustern.

Wir sitzen im gleichen Boot.

Allen Arten einer narzisstischen Ausprägung liegt eine empfindliche Störung des Selbstwertgefühls zugrunde. Die Tiefe und Intensität dieser Grundstörung definiert den späteren Grad an Narzissmus. Selbstwertstörungen resultieren immer mit unsicheren Bindungserfahrungen aus der frühesten Kindheit. Genau das haben wir HSP oftmals erlebt.

Du Co-Narzisst!

narzissmus-HandschellenErinnerst du dich? Zustände von unsicherer Bindung. Anpassungen,  Zurückweisung und Unverständnis für unsere sensible oder schüchterne Art. All diese Erlebnisse waren für die Entwicklung eines stabilen Selbstwertgefühls sicher nicht zuträglich. Wir lernten uns zu schützen, uns mit unserer sensiblen und verletzlichen Art nicht zu zeigen.

Aus diesem Selbstschutz heraus kann sich bei dir als Erwachsener ein kompensatorischer oder Co-Narzissmus entwickelt haben. Dies heißt jetzt nicht, dass du nun weniger hochsensibel oder empathisch bist! Es heißt aber auch, dass du nun die Chance hast, ehrlicher mit dir und deiner Veranlagung und einem etwaigen (Co-)Narzissmus umzugehen. Wir brauchen sogar einen gewissen Grad an Narzissmus, um für uns und unsere Bedürfnisse einzustehen, unseren Selbstwert zu regulieren, uns abzugrenzen.

Ein kompensatorischer Narzissmus zeichnet sich durch Anpassung an das Gegenüber aus. Es ist ein Ausdruck nach Anerkennung und Liebe. Damit ist er ganz klar von dem weiter oben skizzierten extrovertierten Narzissmus zu unterscheiden. Dieser zeichnet sich durch Rechthaberei und Arroganz aus. Auch wenn diese beiden Formen von Narzissmus nicht geschlechtsspezifisch sind, so ist doch der extrovertierte Narzissmus oftmals bei Männern anzutreffen. Und der eher  kompensatorische Co-Narzissmus bei Frauen (natürlich gibt es Mischformen).

Ihr wollt doch nur: LIEBE!

narzissmus-AbhängigDamit haben wir eine nachvollziehbare Antwort, warum du als HSP oftmals an Narzissten kommst. Euch beide treibt ein Hunger nach Anerkennung und Liebe in solch eine Beziehung. Doch unterscheidet ihr euch in der  Beziehungsgestaltung. Während ein männlicher Narzisst in einer Beziehung Bestätigung und Autonomie sucht, sucht der weibliche Co-Narzisst nach Sicherheit und Vermeidung von Alleinsein. Der Narzisst vermeidet echte Nähe und Einlassen in eine Beziehung. Während dessen klammert der Co-Narzisst sich an die Beziehung (Partner) und hat symbiotische Bestrebungen. Solche Co-Narzissten sind es meist von klein auf gewohnt, sich anzupassen und für andere da zu sein. Sie geben sich quasi komplett selbst auf, um in jemand anderem, dem Partner, ganz aufzugehen. Das verleiht ihrem brüchigen Ich-Gefühl eine gewissen Wert.

Dass du als hochsensible Person also immer wieder an ausbeuterische und arrogante Partner in deinen Beziehungen geraten bist, liegt in erster Linie an deinem instabilen Selbstwertgefühl. Einem unsicheren Ich-Gefühl. Du passt dich bis zur Selbstaufgabe an dein Gegenüber an, um dafür im Gegenzug eine gewisse Form von Anerkennung und Sicherheit zu erhalten. Wenn du ganz ehrlich bist, wirst du das ein Stück weit erkennen. Diese Form der Anpassung betrifft oftmals Frauen.

Und genau hier, an deinem schwachen Ich-Gefühl, kannst du ansetzen, um aus dieser destruktiven Beziehungsdynamik aus zu steigen. Davon mag ich dir in Teil 2 meines Artikel, der am kommenden Sonntag erscheint, berichten.

Alles Liebe,

Dein Oliver Domröse

PS: Mehr zum Thema erfährst du in meinem eBook, das du noch bis Sonntag hier beziehen kannst.

Alle Artikel von Oliver findest du hier.

 

 


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