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NATHALIE SPINNT – Tagebuch der bipolaren Muse, Teil 3

Über Gefahren und Hilfen bei einer bipolaren Störung.

Vorweg: Meine Erfahrungen und die Methoden, mit denen ich ein gut ausbalanciertes Leben anstrebe, teile ich gerne mit allen Menschen.

Ich habe hier im Compassioner schon zwei Artikel über mein Leben mit meiner bipolaren Störung veröffentlicht, die du hier und hier nachlesen kannst.

Wir leben in einer polaren Welt und so können „Normal-Neurotiker“ ohne psychiatrische Diagnose oft genauso davon profitieren, wie ich… 😉

Es ist so eine Sache mit Skalen, Labels, Diagnosen und Schubladen. Ein Zen-Mönch würde mir wahrscheinlich abraten, mich allzu sehr einzuordnen und mir statt dessen empfehlen, einfach zu sein. Im Jetzt.

hund-bipolaren-museOhne zu hinterfragen oder dem Affengeschnatter in meinem Kopf mehr Nahrung zu liefern. Ich weiß … wie es ist, zur Ruhe zu kommen durfte ich schon erleben. In der Natur sitzend und schauend. Im Stille-Retreat auf meinem Meditationskissen. Beim Kraulen von Superhund Lucies Wuschelfell.

Wie es ist, in Unruhe zu geraten weiß ich leider auch nur zu gut, denn seit fast einem Vierteljahrhundert mit einer schweren psychiatrischen Diagnose. Die bipolare Störung. Ca. ein Fünftel der Betroffenen stirbt an dieser Krankheit. Verfrüht, durch eigene Hand.

Grund genug für mich, immer wieder genau hinzuschauen. Mich selbst zu beobachten und täglich neu in mein Farbspektrum, meine Gefühlsskala einzuordnen zählt zu meiner integralen Lebenspraxis und hilft mir gegen die Ohnmacht. So kann ich notfalls vielleicht frühzeitig reagieren und ausgleichen.

Wie? Beispielsweise indem ich mehr Pausen mache. Noch mehr auf meinen Schlaf achte. Je nach Stimmungsamplitude versuche, entweder runter zu kommen oder etwas zu tun, was meine Stimmung aufhellt. Und wenn es in den pathologischen Bereich rutscht (jenseits der weissen Grenzlinien in meiner Grafik) gehe ich ganz klassisch zu meiner Psychiaterin und ergänze vorübergehend meine Medikation.

bipolaren-skala

Gleichzeitig, manchmal auch alternativ zur Schulmedizin buche ich ein Coaching bei einem Menschen meines Vertrauens. Seit diesem Jahr ist das eine ehemalige Flamenco-Schülerin von mir. Lustigerweise hat das Leben uns zum Sonnenwendfeuer nach Ewigkeiten wieder zusammengeführt und sie ist inzwischen Coach für PSY-K©. Erstaunlich und wunderbar, wie sehr mir die Sitzungen bei ihr in meinen letzten trüben Monaten helfen konnten.

Ja, zwischen Jahresbeginn und jetzt erlitt ich wieder einmal eine Phase zwischen 2 und 5 auf meiner Skala. Und aktuell muss ich prompt aufpassen wie ein Luchs, dass ich nun die 8 nicht überschreite, denn bei mir erscheinen die Phasen meist paarweise.

Die Auslöser kommen von innen (biochemisch) und aussen. Es heißt der Verlauf einer bipolaren Störung sei chronisch und die Disposition zu dieser Krankheit erblich. Nun, in meiner Familie haben einige das gleiche Leiden und mein eigenes begleitet mich bereits über die Hälfte meines Lebens.

Speziell unterhalb der 5 fällt es mir sehr schwer, das zu akzeptieren und ich verfalle dann wider besseres Wissen oft ins Hadern. Die Lebensüberdrüssigkeit in der Depression ist für mich nur schwer auszuhalten und ich gebe wirklich alles, um zu überleben.

Äußere Auslöser können Umbruch- und Stress-Situationen sein. Ich erinnere die an TAgebuch-der-bipolaren-musesich hocherfreuliche Situation, als ich vor Jahren zu meinem Liebsten zog. Und doch reagierte mein System damals mit einer Depression.

Auf eine neue Arbeit beispielsweise kann ich vor lauter Erregung und Stress leicht
manisch reagieren. Just habe ich einen neuen Job angetreten. Wirtschaftlich kein Grund zum Jubilieren, er ist
größtenteils ehrenamtlich. Seit kurzem bin ich bei MILES! – Die
Zeitschrift für psychische Gesundheit
Chef-Grafikerin und stellvertretende Chefredakteurin.
Das freut mich sehr, denn es entspricht meinem Beruf und meiner Passion. Demnächst berichte ich mehr. Vor allem im Sinne von Co-Kreation

Auch das Ende einer Depression kann ein Auslöser für Manie oder Hypomanie sein und es ist sehr schwierig die Grenze zwischen natürlicher Freude darüber, eine höllische Zeit überstanden bipolaren-Liebezu haben und dem gefährlichen Bereich jenseits der weißen Linie am oberen Rand der Skala zu finden.


Wer mäßigt schon gerne Freude, Kreativität und Antrieb?
Es ähnelt dem Kampf, den Drogensüchtige führen, mit dem Unterschied, dass ich nicht zu einer Substanz greife, sondern die Biochemie in meinem Gehirn ungefragt Wohlfühldrogen im Übermaß ausschüttet.

Dann bin ich genauso gefordert, stark zu bleiben, wie ein Süchtiger auf Entzug.

Die Grenzen zwischen meinen Hochs und Tiefs verlaufen fließend

Ursprünglich hatte ich die Diagnose  einer Bipolaren Störung Eins. Diese steht für eindeutige wochen- oder monatelange Phasen von ausgeprägten Manien und Depressionen unterbrochen von längeren Ruhe-Intervallen.

Jüngst durfte ich lernen, dass sich die Unter-Klassifizierung bei der bipolaren Störung im Verlauf verändern kann. So geschieht es wohl auch bei mir. Bipolar zwei kennt nur Hypomanien und Zyklothomische Verläufe sind schwächer ausgeprägt in ihren Spitzen, switchen dafür oft stark hin und her, wobei in einigen Fällen kaum noch euthyme Phasen auftreten. Auch doof.

Dennoch. Anstatt die Hoffnung aufzugeben, werde ich immer mehr zur Meisterin des Umgangs mit meinem Kaktus-Schatten siehe Artikel 1,… und ich habe großes Glück, denn dabei bin ich nicht alleine. Gerade in den letzten Jahren treffe ich immer mehr
Herz-Menschen. Mein wichtigster Herzmensch wäre mir wahrscheinlich ohne meine Erkrankung gar nicht begegnet: mein Gatte! Er bleibt ziemlich cool, wenn es bei mir rauf und runtergeht und er spiegelt mir, was er sieht.


In depressiven Phasen nimmt er mich in den Arm
und guckt mit mir ganze Serien-Staffeln am Stück, schraubte einmal auch alle Fenstergriffe in unserer Penthouse-Wohnung ab und in manischen Phasen setzt er mir deutlich Grenzen. Beispielsweise darf ich ihn niemals zu texten – schon gar nicht vor dem Frühstück.

So. Das war’s für heute. Und übrigens: In einer meiner Schreibübungen haben sich meine beiden Amplituden gezeigt, die Manie und die Depression.

Was diese genau für mich sind und warum beide für mich wirklich wertvoll sind, das erkläre ich dir in meinem nächsten Artikel.

leben-der-bipolaren-museEinen tollen Mai wünscht ganz herzlich

Nathalie

https://diebipolaremuse.jimdo.com/

PS: Weiterhin immer her mit euren Fragen und Anregungen 🙂

 

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