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Nebenhöhlenentzündung – Schutzwall unserer Seele

Schmerzen, Druckgefühle oder Taschentücher als ständige Begleiter: Jeder Mensch, der schon einmal eine Nebenhöhlenentzündung hatte, weiß, wie hartnäckig sie sein kann. Diese Erkrankung ist aber nicht nur schwer in den Griff zu bekommen, sondern oft auch rätselhaft. Viele Patienten, die mit Nebenhöhlenentzündung in meine Praxis kommen, können zunächst einmal gar keinen Zusammenhang zu ihrer aktuellen Lebenssituation herstellen.

Nase und Nebenhöhlen verbinden uns mit der Umwelt, sie sind wichtige Sinnesorgane und tatsächlich auch sehr sinnliche Organe. Über die Nase, also über unseren Geruchssinn, sind wir mit unserer Umgebung verbunden. Wir erschnüffeln Orte, Menschen, Gefühle, Stimmungen oder Gefahren. Sie verrät uns ganz viel über unser Gegenüber. Auch wenn wir nicht alles bewusst wahrnehmen, beeinflusst unser Geruchssinn unsere Wahrnehmung und unser Verhalten. Manche Menschen stinken uns von Anfang an, manche können wir gut riechen. Durch den Körpergeruch wiederum können wir sogar mehr oder weniger bewusst wahrnehmen, wie es dem anderen geht.

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Unser Geruchssinn: Er entscheidet oft auch unbewusst über Sympathie oder Ablehnung.

Körper, Seele und Immunsystem sind eng verbunden

Düfte, wie z.B. der Duft von Wald und Tannennadeln oder dem Meer entspannen unser Nervensystem. Das bedeutet, Düfte und Gerüche sind auch eine Brücke in unser Gehirn. Hin zu unserer Seele und zu unseren Erinnerungen – zu positiven, wie zu negativen.
Um das besser zu verstehen, möchte ich einen kleinen Ausflug in die Steuerung unseres Körpers machen. Jedes Ereignis hinterlässt in unserem Gehirn und dementsprechend in unserer Biochemie Spuren. Durch biochemische Botenstoffe werden Körper, Seele und Immunsystem den ganzen Tag über gesteuert  und reguliert.

Es handelt sich hierbei um Botenstoffe, die gleichermaßen vom Nerven-, Hormon- und Immunsystem verstanden werden. Durch sie entsteht eine einheitliche Kommunikation zwischen diesen drei großen Regulations- und Selbstheilungsmechanismen. Die biochemische Reaktion ist die Antwort auf all das, was wir erleben und spüren. Sie sorgen dafür, dass wir im Gleichgewicht bleiben – und zwar auch dann, wenn wir z.B. Stress haben, unter Zeitdruck stehen, einen Autounfall erleben oder uns keine Zeit zum Essen oder Trinken nehmen.

stress

Bei Stress leistet unser Immunsystem Schwerstarbeit.

Stress aktiviert unser Selbstheilungssystem 

Es wird die bekannte Kampf- oder Flucht-Reaktion ausgelöst, bei der bestimmte biochemische Botenstoffe für die Ausschüttung von z.B. Adrenalin, Hormonen und Immunzellen sorgen, die den ganzen Organismus aktivieren. Der Kreislauf steigt an, Atem und Pulsfrequenz werden erhöht und im Gegenzug wird die Verdauung abgeschaltet, damit der Körper genug Energie für Kampf oder Flucht hat. Der Körper verfällt also in einen Ausnahmezustand, in dem einige Systeme hochaktiv sind und andere praktisch abgeschaltet werden.

Durch diese Aktivierung entsteht eine hohe innere Anspannung. Sie betrifft den ganzen Körper. Nicht nur die Arme und Beine, sondern alles, was sich anspannen kann. Diese körperliche Anspannung bleibt in der Regel in dem Moment unbewusst. Wir wundern uns nur hinterher, warum uns alles weh tut. Oder warum wir uns „über Nacht“ so furchtbar verspannt haben. Diese Verspannungen werden aber erst am nächste Morgen spürbar, weil über Nacht die eigentliche innere Anspannung abgeflossen ist! Solcherlei Spannungen können an jeder Stelle im Körper stattfinden, je nachdem, was deine bevorzugten oder überbeanspruchten Körperregionen sind. Ob das im Schulter-Nackenbereich ist oder in den Beinen… Und: Interessanterweise können Stress, Anspannung oder Ängste auch zu einer Nebenhöhlenentzündung führen.

krankheit

Nebenhöhlenentzündung: Ein Praxisbeispiel

Ein Patient kam mit einer sehr langwierigen Nebenhöhlenentzündung. Wir hatten schon einige Stunden damit gearbeitet, als sich, in Form einer Reise mit inneren Bildern, folgende sehr beeindruckende Situation ereignete:
Meditativ wandte er sich ganz bewusst den Schmerzen in seinen Nebenhöhlen zu. Zunächst spürte er einen drückenden Schmerz, den er jedoch schon kannte. Er vertiefte seine Aufmerksamkeit und plötzlich veränderte sich das Gefühl. Schlagartig spürte er einen sehr starken reißenden und ziehenden Schmerz. Es fühlte sich an, als würde sich die ganze Schleimhaut in den Nebenhöhlen verkrampfen.

Es war fast unerträglich. Gleichzeitig tauchten in dem Schmerz Bilder aus seiner Kindheit auf, die genauso unerträglich waren. Denn seine Mutter war psychisch krank und schwankte in ihrem Verhalten zwischen übergriffig, überanhänglich und aggressiv. Dadurch wirkte sie für die damals noch kleinen Kinder sehr angsteinflößend und unberechenbar.

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Diese Gefühle und Bilder waren ihm selbst bis zu dem Moment vollkommen verborgen geblieben. Er spürte nun eine große seelische Not und ein starres Entsetzen in seinen Nebenhöhlen. Seine Gesichtsmuskeln, die ganzen kleinen Muskeln um die Augen und die Kiefermuskulatur, alles war von diesem Gefühl ergriffen und darin praktisch erstarrt. Er war von einer großen Angst und einer tiefen Zerrissenheit und Verwirrung ergriffen. Im Sinne seines gesunden Überlebens wurde durch die Stressreaktion jegliches Gefühl abgeschnitten und zu einer Nebenhöhlenentzündung geführt. Denn in der unübersichtlichen Situation, die viele Jahre zu Hause geherrscht hatte, war überhaupt kein Platz für seine Ängste gewesen. Sein Vater und seine Geschwister litten gleichermaßen unter dem emotionalen Auf und Ab und dem „Terror“, der immer wieder entfacht wurde. Es gab niemanden, der ihn trösten oder beschützen konnte. Um also im Angesicht dieses Schreckens und der tiefen Verunsicherung weiterfunktionieren zu können, war es besser bzw. sicherer, die Gefühle nicht fühlen zu müssen.

Seelischer Stress aktiviert Selbstschutzmechanismen 

Was von unserem System als bedrohlich und nicht selbst zu bewältigen eingestuft wird, aktiviert automatisch unsere körpereigenen Selbstschutzmechanismen. Das ist auch der Grund, warum es später so schwer ist, sich an solche Erfahrungen und die damit verbundenen Gefühle zu erinnern. Bei meinem Patienten bildete die Nebenhöhlenentzündung eine Art emotionalen Schutzwall. Die Schmerzen und die Benommenheit, schützten ihn vor den beängstigenden Gefühlen seiner ausweglosen Lebenssituation.

Entscheidend war für ihn vor allem ein Schritt: Endlich die Verbindung zwischen dem Symptom und seiner Geschichte herzustellen. Indem er die Funktion seiner Beschwerden verstand, lernte er heute besser für sich zu sorgen. Und er erkannte schließlich auch sein Bedürfnis nach Schutz und Grenzen. Besonders bei langjährigen Nebenhöhlenentzündungen ist die Suche nach möglichen Auslösern wichtig. Oft liegt sie in der persönlichen Geschichte. Viele aktuelle Symptome entstehen nämlich auf der Grundlage alter seelischer Verletzungen. Sie entstehen dann, wenn uns eine aktuelle Situation unbewusst an eine alte, ungute Erfahrung erinnert. Oder wenn durch ein aktuelles Problem, alte „Missverständnisse“ über uns selbst wieder aktiviert werden. So werden wir wieder in alte Rollen gepresst.

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Wie gehst du mit deinen Beschwerden um?

Kannst du dir Ruhe gönnen, wenn du dich schlapp fühlst oder trinkst du dann noch einen zweiten Kaffee? Um psychosomatische Krankheiten besser zu verstehen ist es wichtig, wohlwollend auf dich und dein Symptom zu schauen. Psychosomatische Krankheiten entstehen immer auf der Grundlage des Lebens, was wir leben bzw. gelebt haben. Sie entstehen durch Überlastung und Überforderung oder falsche Annahmen über uns selbst, wie z.B. das Gefühl, nicht gut genug zu sein, wenn nicht alles perfekt ist. Andere Gefühle, die zu psychosomatischen Krankheiten führen, sind vielleicht ein tiefes Gefühl davon, nicht liebenswert oder nicht willkommen zu sein. Dann glauben wir, wir müssten uns unsere Daseinsberechtigung erarbeiten durch besonderen Fleiß, durch besonderes Einfühlungsvermögen oder durch besondere Selbstaufopferung.

Was sind deine Glaubenssätze?

Aus welchen Gründen gehst du über deine Müdigkeit, deine Schmerzen oder dein Bedürfnis nach Ruhe und Geborgenheit hinweg?

Wenn du dich intensiver mit dem Thema beschäftigen möchtest, empfehle ich dir folgendes: Schreibe einfach mal die fünf häufigsten Gegenargumente auf, die dich regelmäßig davon abhalten, gut für dich zu sorgen.

 

Ich wünsche dir nun viel Spaß beim Forschen,

mit herzlichen Grüßen,

Anette Dröge

+++

Möchtest du noch mehr über Anettes Arbeit und die Körperorientierte Psychotherapie erfahren? Hier findest du weitere spannende Artikel von Anette: compassioner.com/author/anette-droege

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