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Nichts fühlen ist auch ein Gefühl – So öffnest du das unsichtbare Tor nach innen

Wie du herauskommst, nichts zu fühlen.

Heute möchte ich über ein wirklich paradoxes Gefühl berichten.

Immer mal wieder schaue ich im Gespräch in die fragenden Augen einiger ratloser Klienten*innen, bei der Frage „Was fühlst du, in deinem Körper, wenn du mir das erzählst?“

Die Antwort ist dann häufig: „Nichts – wieso? Was soll ich denn fühlen?“ „Mein Körper fühlt sich normal an!“ Oder „Schultern? – welche Schultern?“

Bei genauerer Nachfrage, stellt sich heraus, dass mein Gegenüber wirklich keine Ahnung hat, wovon ich spreche. In dem Moment setzt bei ihm zunächst häufig eine gewisse Frustration ein, gefolgt von einer Traurigkeit darüber, zu realisieren, wie abgeschnitten er teilweise von sich selbst ist.

 

Aber gleichzeitig ist genau das auch der Anfang!

Es macht einen großen Unterschied aus, ob wir einfach „nichts fühlen“, also unbewusst die Wahrnehmung von Gefühlen oder Spannungen unterdrücken, oder ob wir uns bewusst diesem Gefühl „nichts zu fühlen“ zuwenden ohne es zu verändern und zu bewerten.

Was bedeutet es „nichts zu fühlen?“

Der Umstand „nichts zu fühlen“ bezieht sich immer auf die Verbindung zwischen Kopf und Körper.

Jedes Ereignis im Leben und jede Erfahrung erzeugt Gefühle, die unsere Wahrnehmung, unser Körpergefühl und unsere Biochemie auf natürliche Weise verändern.

Bei Menschen, die schlimme oder sogar bedrohliche Situationen erlebt haben, in denen sie sich selbst nicht mehr helfen konnten und die sie emotional und seelisch überfordert haben, setzt ein seelischer Selbstschutzmechanismus ein.

Je früher diese Erfahrungen, desto tiefer und stärker ist der Mechanismus, der das eigene Spürbewusstsein unterdrückt. Ein wesentliches Merkmal dieser Art der Selbstschutzreaktion ist z.B. dass man sich nicht oder nur bruchstückhaft an seine Kindheit erinnern kann.

„Nichts fühlen“ – das unsichtbare Tor nach innen!

Weil dieses Gefühl bzw. dieser Moment aber so wichtig ist für die eigene Heilung, schreibe ich diesen Artikel. Viel zu oft wird über diesen Moment schlichtweg hinweggegangen aus Angst, dass man irgendwie nicht richtig sei oder etwas falsch mache. Das gilt für die Klienten, aber auch für viele Therapeuten.

Dieses Gefühl des „Nichts“ ist aber DAS Tor nach innen.

nichts-fuehlen.torErst dahinter öffnet sich der Raum des eigenen Fühlens, der eigenen inneren Wahrheit. Aber auch der Raum zum eigenen Selbst, zu den eigenen Talenten, Wünschen und vielen Fähigkeiten, zu denen wir vorher keinen Kontakt aufnehmen können.

Und das ist der Punkt, den vielleicht viele kennen: Früher hat der Selbstschutzmechanismus uns gerettet und war überlebenswichtig – heute macht er uns eng und verhindert ganz viel.

Wir haben dann das Gefühl, unser Leben verläuft immer in denselben Bahnen, und obwohl wir Therapie und Coaching machen, verändert sich nichts oder nicht soviel, wie erhofft.

Diesen Selbstschutzmechanismus kann man nicht „wegtherapieren“ oder ihn einfach loswerden, denn unsere Seele, unser Unterbewusstsein hält aus tiefster Überzeugung daran fest.

Was können wir dann tun?

Wie können wir uns trotz des Selbstschutzmechanismus weiterentwickeln und über das gewohnte Maß hinaus glücklich werden?

Zunächst ist es wichtig, dass wir uns dessen bewusst werden.

Wie funktioniert dein Selbstschutzmechanismus? Welche Schleifen und Probleme wiederholen sich regelmäßig in deinem Leben?

(z.B. „Der hilflose Helfer“: Du kannst einfach nicht aufhören, andere über ein gesundes Maß hinaus zu unterstützen, anstatt dich um deine eigenen Probleme zu kümmern.)

nichts-fuehlen-seeleWelche Schleifen und Probleme wiederholen sich regelmäßig in deinen Beziehungen?

(z.B. „Haken schlagen“: Du reagierst immer wieder komisch, selbst für dich nicht nachvollziehbar auf Nähe, Liebe, Wertschätzung oder Unterstützung)

Laufen deine Bemühungen immer wieder auf die selbe Weise ins Leere?

(z.B. „Ich mach´s einfach nicht“: Du wünschst dir schon lange einen neuen Job, schaffst es aber einfach nicht zu suchen, weil irgendeine innere Leere oder Lahmheit dich abhält)

Die Selbstschutzmechanismen haben deshalb so eine große Macht, weil sie unmittelbar mit unserem ganz archaischen Überlebensinstinkt verknüpft sind. Sie sitzen sehr tief in unserer Seele und sind uns deshalb zu 90% nicht bewusst. Sie greifen ein, noch bevor wir selber bewusst wahrnehmen, was gerade los ist.

Deshalb ist das Gefühl „nichts zu fühlen“ oftmals die wichtigste, wenn nicht sogar die einzige Eintrittspforte zur eigenen Seele. Es ist sicherlich nicht einfach und fühlt sich zunächst etwas paradox an, sich darauf einzulassen, aber es lohnt sich.

Mit viel Achtsamkeit und der Würdigung dessen, was passiert ist bzw. was nicht passiert ist, können wir uns diesem inneren Tor nähern. Es braucht viel Respekt und liebevolles Mitgefühl für die Umstände, die zu dem Selbstschutzmechanismus geführt haben, damit sich die Tür nach innen öffnet.

Was sich dann zeigt ist bei weitem nicht so schlimm, wie befürchtet. Denn indem wir einen Raum schaffen für diese Gefühle, verschwindet sofort der innere Druck. Die Tür öffnet sich Schritt für Schritt, sodass wir in der Lage sind, auf eine neue und für uns gesündere Art mit unserer Geschichte und den damit verbundenen Gefühlen umzugehen.

Für Menschen mit dieser Thematik kann körperorientierte Psychotherapie besonders wertvoll sein, da sie bewusst eine Brücke zwischen Kopf und Körper schlägt. In dem wohlwollenden Raum der körperorientierten Psychotherapie gibt es kein falsch oder richtig.

Alles kann sich zeigen, wie es ist

Die inneren oft zunächst unbewussten Spannungen können langsam und in ihrem eigenen Tempo schmelzen.  nichts-fuehlenWenn Bilder aus der alten Zeit auftauchen, gehen wir damit sehr wohlwollend und wertschätzend um.

Die Gefühle brauchen meistens einfach nur unsere Aufmerksamkeit und unser Mitgefühl, um schlussendlich zu heilen. Dadurch werden wir nach und nach lebendiger und finden den Zugang zu unserer ganz ureigenen Kraft und Schönheit.

Der Körper wird bei dieser Methode immer aktiv und achtsam in die Therapie mit eingebunden. Sei es durch die Atmung oder Übungen, die das Spürbewusstsein stärken, bis hin zum echtem auch körperlichem Ausdruck von Gefühlen in dem sicheren und geschützten Raum der Praxis.

Der Weg gleicht einem „Auftauprozess“. Nach und nach zeigen sich Bilder und Gefühle. Louise L. Hay hat den Satz geprägt:

„Alles was ich fühle, kann ich auch heilen!“

Uns genauso ist es auch. Indem die Gefühle und Erlebnisse einen achtsamen und wohlwollenden Platz bekommen, indem sie einfach „da sein“ dürfen, können sie sich nach und nach auflösen.

Eine gute Möglichkeit, die ich gerne empfehle und die du auch alleine zu Hausen durchführen kannst, ist einen Brief an deinen Selbstschutzmechanismus zu schreiben. Erzähle ihm deine Schwierigkeiten, die du jetzt im Leben hast.

Bedank dich für seine unermüdliche Unterstützung und erklär ihm, dass du jetzt erwachsen bist und viel besser auf dich selbst aufpassen kannst als früher. Das wäre ein guter Anfang.

 

Herzliche Grüße, Anette Dröge

www.anette-droege.de

 


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