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High oder Smart Performer – Wohin wollen wir wachsen?

Wenn ich die Beschreibungen zum High Performer lese, wird mir eng ums Herz. Ich frage mich, was diese Bezeichnung wohl in jungen Führungskräften auslöst. Was macht sie mit jenen, die ihr Energielevel nicht so leicht steigern können, aber trotzdem erfolgreich sein wollen?

Ich mag den Begriff „High Performer“ nicht. Er ist mir zu nah an der Arbeitssucht. Das „High“ darin setzt einen Anspruch. Wo es ein „High“ gibt, da gibt es auch ein „Low“. So wird in der Arbeitswelt bereits davon gesprochen, wie mit „Low Performern“ umzugehen ist. Wer hier nicht klar und zentriert ist, findet sich bald im nächsten Hamsterrad wieder. Ich finde, dass es auch einfach mal gut sein darf.

  • Warum sich nicht in die Tiefe entwickeln und dabei neue Dimensionen entdecken?
  • Warum nicht Spieltrieb, Entdeckergeist und soziale Anbindung fördern?

Die Auswüchse des Wachstumszwangs

Woher kommt der Gedanke, immer besser oder produktiver sein zu müssen? Wenn eine Führungskraft die Türe schließen muss, um endlich ohne schlechtes Gewissen nachdenken zu können, läuft etwas falsch. Wo bringt es uns hin, wenn wir ständig beschäftigt erscheinen müssen, um als produktiv zu gelten?

 

Welche kollektiven Glaubenssätze haben wir hier zur heiligen Kuh ernannt?

Führung braucht Besinnungspausen, Zeiten zur Strategieentwicklung, zum Austausch und zur Umsetzung. Wer hier nicht „smart“ ist, wird zum Spielball seines Teams oder zum einsamen Wolf in der oberen Etage. Wenn untätige Hände mit Nichtstun gleichgesetzt werden und sich bald in der Kategorie „Low Performance“ wiederfinden, wann denken wir dann über die Performance selbst nach – nachts?

Wenn das die neuen Orientierungspunkte für Erfolg sind, hat sich nicht viel verändert. Wieder gibt es höchstmögliche Anforderungen an das Sein und die Leistung, die nur die Stärksten und Fittesten erreichen. Alle anderen fallen durch das neue Raster.

Wollen wir wirklich so weitermachen? Es scheint mir, als trieben wir hier den Teufel mit dem Beelzebub aus.

Der High Performer (f/m)

Klären wir zunächst den Begriff des High Performers (f/m). Diese Eigenschaften werden ihm zugesprochen:

  • Präsenz – Im Augenblick sein und Klarheit suchen
  • Identität – Wer bist du, willst du sein?
  • Energie steigern
  • Produktivität steigern
  • Überzeugungskraft – Einfluss entwickeln und Mut zeigen
  • Bestimmung – Dein Warum als Quelle für deinen Erfolg

Das klingt kraftvoll und ist ganz bestimmt ein Erfolgsgarant. Es ist aber auch recht eindimensional. Ich frage mich, durch welche Brillen wir auf diese sechs Bereiche schauen.

Worte auf der Goldwaage

So darf meiner Meinung nach nicht vergessen werden, dass diese Eigenschaften auch als Anforderungen und Entwicklungsziel verstanden werden. Ein Workaholic wird sie anders deuten, als ein inspirierter Gestalter. Ich gebe zu, ich bin ein Wortklauber. Es hält mir genau damit und das hat einen guten Grund. Ich weiß, dass es einen Empfänger gibt, der die Botschaften durch eigene Filter hört und dabei seine Interpretation auf sein Leben anwendet. Deshalb mag ich es, wenn Bedeutungen gegenseitig abgeglichen werden. Sprache ist nicht eindimensional. Spannend wird es, wenn wir sie uns aus verschiedenen Perspektiven anschauen.

Mir ist der Begriff des „Smart Performers“ lieber. Er nimmt Druck raus und lenkt den Fokus auf das Nachdenken und Zurücktreten. Wer genug Energie hat, kann gerne weiter „high performen“. Wer sie nicht hat, kann ebenfalls erfolgreich sein.

Der Smart Performer (f/m)

Mit dem Begriff des „Smart Performers“ möchte ich von der Ich-Perspektive in die Wir-Perspektive wechseln. Niemand ist eine Insel! Es ist wichtig, zu wachsen aber wir dürfen nicht aus den Augen verlieren, dass wir soziale Wesen sind. Das Miteinander bietet uns größtmögliches Entwicklungspotenzial und ist gleichzeitig eine wichtige Kraftquelle.

Das verstehe ich unter einem Smart Performer:

  1. Klare Mission: Dienen
    Als Smart Performer kennst du deinen Beitrag zur Gemeinschaft. Weil du weißt wofür du dich einsetzt, bist du erfüllter und fokussierter. Du lässt weg, was nicht diesem Ziel dient. Das ist nicht egoistisch, sondern sozial und am größtmöglichen Nutzen für alle orientiert.
  2. Präsenz – Achtsamkeit
    Du suchst stille Zeiten, um mehr Präsenz erfahren zu können. Es geht dir nicht darum, irgendwann präsenter zu sein, sondern darum Präsenz zu üben.
  3. Bewusstsein & Identität
    Du weißt wer du bist, kennst deinen Wert und deine Werte. Das ermöglicht dir mehr Selbstbestimmung. So vermeidest du, dich nur über Leistung zu definieren.
  4. Selbstfürsorge
    Es geht um mehr, als nur um Körperbedürfnisse. Emotionale und soziale Bedürfnisse wollen ebenfalls erfüllt werden. Hierzu gehören Auszeiten, Familien- und Paarzeiten, Essen und Trinken, aber auch die Fähigkeit, dich selbst emotional zu führen.
  5. Effizienz & Exzellenz
    Das meint Abläufe zu planen und Prioritäten zu setzen, um mit möglichst wenig Aufwand gezielt exzellenten Output zu erzielen. Smart Performer nehmen sich Zeit zum Nachdenken und entwickeln. Exzellenz entsteht nicht durch mehr Beschäftigung, sondern durch Fokus auf das Wesentliche.
  6. Integrität & Authentizität
    Was nutzt es, wenn jemand Menschen begeistert, sein Versprechen aber nicht einlöst. Es gibt kaum einen größeren Imageschaden, als das Prädikat „unglaubwürdig“. Deshalb wollen Smart Performer ihre Versprechen einlösen. Dieses „Geradesein“ macht sie zu echten Führungspersönlichkeiten, denen Menschen vertrauen und deren Vision sie gerne unterstützen. Sie werden nicht durch die Rolle zum Leader, sondern durch das Vertrauen, das ihnen entgegengebracht wird.
  7. Soziale und emotionale Kompetenz
    Smart Performer nutzen das soziale Miteinander. Sie delegieren Verantwortung statt Aufgaben. Für sie sind ihre Mitarbeiter wertvolle Wissens- und Kompetenzquellen. Deshalb fördern sie und beziehen ein. Hohe soziale und emotionale Kompetenzen führen zu natürlicher Autorität. Es gilt das Prinzip Augenhöhe. Experte ist jeweils der/die mit der größten Kompetenz – nicht der auf der höchsten Hierarchieebene.

Ich nutze das „smart“ hier im Sinne von „aufgeweckt“. Mit einem Augenzwinkern ist das Gegenteil davon der „Sleepy Performer“ mit der Option jederzeit aufzuwachen und hinzuschauen.

So geht es mir darum, dass in der Wirtschaft Menschlichkeit und die Freude an der Tiefe Einzug halten – und Qualität mehr gilt als Quantität. Es braucht Herz, Köpfchen und einen offenen Geist, um verschiedene Perspektiven einnehmen zu können. Und es braucht auch mal ruhige Hände, um von oben auf die Situation zu schauen. So erkennen wir, worum es wirklich geht und vergessen dabei nicht unsere Menschlichkeit.

Die Perspektive WIR ist smart
– jedes Ich hat Platz darin!

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Achtsame Grüße

Deine Claudia Heipertz – Wahrnehmungsguide

Als Wahrnehmungsguide und Coach unterstützt Claudia seit 2001 Menschen dabei, innere Stärke, emotionale und soziale Kompetenzen aufzubauen. Ihr wichtigstes Anliegen ist “Menschen für die Wirtschaft zu stärken und Wirtschaft menschlicher zu gestalten”. Führungskräfte finden in ihrem Empathic Leadership Programm ein Training in Achtsamkeit, Emotionaler Intelligenz und Wertezentrierung. Sie ist davon überzeugt, dass sich Menschlichkeit und nachhaltige Wirtschaft auf diesem Boden bestmöglich entwickeln können. Mit ihrem Marketing-Background berät Sie darüber hinaus Unternehmen dabei, Markenwerte des Unternehmens für Mitarbeiter erfahr- und lebbar zu machen, um so eine anziehende Unternehmenskultur zu gestalten.

Webseiten:
www.claudiaheipertz.de und www.wertstark.com

 

 

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