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Interview Rüdiger Schache: Wo verbirgt sich das Glück unseres Lebens?

Wo verbirgt sich das Glück unseres Lebens?

Interview mit Ruediger Schache, Autor, Coach, Seminarleiter

zu seinem Buch »Winston Flash und der Sinn des Lebens«

In Ihrem neuen Roman sucht der liebenswerte Held Winston nach dem Sinn seines Lebens und entdeckt während einer dramatischen und abenteuerlichen nach Schottland viele tiefe Wahrheiten. Wie kamen Sie auf diese Idee?

Ich selbst liebe gute Geschichten über alles und ich habe beobachtet, dass es vielen meiner Sachbuchleser ebenso geht. Also dachte ich mir: Warum sollte sich nicht ein etwas skurriler, liebenswerter und amüsanter Charakter wie Winston Flash auf den Weg machen um die großen Wahrheiten des Lebens zu finden?

Also schickte ich einen ganz besonderen Jungen aus London mit einer ungewöhnlichen Gabe auf seinen Lebensweg. Er wuchs schnell heran, verliebte sich in eine bezaubernde Frau und erlebte das bis dahin größe Glück seines Lebens. Ab diesem Moment beginnt dann das wirkliche Abenteuer, denn es geschehen viele seltsame Sachen, die von Winston und Annie nie geplant waren.

Wie finden wir unser Lebensglück? Gibt es in der Geschichte Hinweise darauf?

Ja, natürlich! Winston entdeckt eine ganze Menge überaus brauchbarer Dinge zum Thema Liebe und Glück. Als erstes brauchen wir kurz eine Definition für das Wort Glück. Lassen Sie uns das kleine Glück vom großen Glück unterscheiden.

Das »kleine Glück« erleben wir in »kleinen« Momenten. Es hat ein Zeitfenster. Einen Anfang, einen Höhepunkt und ein Ende. Wenn etwas Ersehntes eintritt. Wenn wir etwas Schönes gesagt bekommen. Wenn wir etwas Schönes sehen oder erleben. Das Merkmal vom kleinen Glück ist, dass es kommt und wieder verschwindet und dass es – wichtig! – vom Außen abhängt. Von Dingen oder Menschen. Heute mag mich jemand, morgen überlegt er es sich anders. Wenn ich mich darauf verlasse, laufe ich dem kleinen Glück ständig hinterher.

Das macht das kleine Glück ein wenig instabil. Auch wenn es wichtig und schön ist.

Das »große Glück« hat mit dem Blick auf das Leben an sich zu tun. Und dieser Blick hängt davon ab, wie man ihn selbst wählt. Das große Glück ist das Lebensglück. Es ist stabiler als das kleine Glück, weil es nicht von Zulieferungen durch andere abhängt, sondern von eigenen Erkenntnissen. Man wird glücklich, wenn man etwas verstehen darf und wächst. Oder wenn man eine Verbindung zu etwas Höherem spürt.

Wann sind Menschen glücklich? Was brauchen sie zum Glück?

Für das kleine Glück brauchen Menschen Umstände, für die sie dankbar sein können. Überraschungen, unerwartete Erlebnisse, Geschenke. Dinge, die Freude machen.

Um das große Glück des Lebens zu spüren, braucht es das Gefühl, einen Sinn zu haben. Einen Grund, morgens aufzustehen. Ein solcher Sinn entsteht aus Zielen, ganz gleich wie groß oder klein sie sind. Dafür kann man selbst viel tun. Wichtig dabei ist es sich nicht mit anderen vergleichen.

Also hat unser Lebensglück sehr viel mit dem Gefühl für den Sinn unseres Lebens zu tun. Das erkennt auch Winston in der Geschichte, nachdem er ihn verloren hat.

Ist Glück eine Frage der Perspektive oder gibt es objektive Kriterien?

Natürlich wird jeder selbst die Details für sein Leben herausfinden, die ihn persönlich glücklich machen. Aber einige Dinge gelten für fast alle Menschen:

  1. Einen Sinn für sein Leben zu wissen.
  2. Ziele zu haben.
  3. Einen Glauben an etwas zu haben.

Jetzt könnte man fragen: Wo ist denn die Liebe? Die Wahrheit ist, dass es Menschen gibt, die glücklich leben und ganz vergessen haben, dass die anderen dauernd über die Liebe sprechen. Sie haben ihre Erfüllung in etwas anderem gefunden. Zum Beispiel in einer Aufgabe.

Wenn man eine Aufgabe liebt, ist es das ein sehr großes Glück. Egal was für eine Aufgabe. Das kann so erfüllend sein, dass andere Formen von Liebe nicht so wichtig sind.

Man kann auch die Möglichkeit lieben, zu wachsen und zu lernen. Erkenntnisse sind für viele Menschen sehr erfüllend und machen glücklich.

Hat jeder Mensch die Fähigkeit, glücklich zu sein? 

In jedem Menschen wirken dieselben Naturgesetze und spirituellen Gesetze und jeder kann sie nutzen, wenn er das aus ganzen Herzen möchte. Ich denke manchmal an den Physiker Stephen Hawking, der über sich selbst sagt, dass niemand glücklicher sein könnte als er, obwohl seit jungen Jahren keinen einzigen Körperteil bewegen kann.

Wie sehr kann eine Krankheit die Glücksgefühle beeinflussen?

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Glück hat mit der Art der Wahrnehmung der Welt zu tun. Wenn sich die eigene Wahrnehmung durch eine Krankheit verändert, kann es gut sein, dass die bisherigen Werte nicht mehr funktionieren. Aber wir können uns verändern und an neue Situationen anpassen. Wir können das, was uns das Leben bringt ganz neu ansehen und uns fragen: »Was also mache ich aus dem, was ich jetzt im Leben habe? Was widerfährt mir? Wo in all dem Unglück, finde ich auch eine Stück neues Glück. Was überrascht mich?«

Lässt sich Glück trainieren und wenn ja, wie? Gerade auch in Bezug auf unschöne Lebenslagen

Drei Dinge kann man gut trainieren, oder sich darauf deutlich ausrichten.

Erstens Dankbarkeit. Wenn ein Mensch zu glauben beginnt, dass er keine Gründe für Dankbarkeit hat, wird es sehr schwer, Glück zu empfinden. Also drehen wir den Focus um und suchen jeden Tag ganz bewusst Gründe für Dankbarkeit. Dabei ist es völlig egal, wie klein die Gründe sind. Die Dankbarkeit kommt manchmal mit einem Sonnenstrahl durchs Fenster.

Zweitens: Das Beste aus den Möglichkeiten machen, die man gerade hat. Wenn man sich nicht darüber beklagt, was man nun nicht mehr hat, sondern sich auf das ausrichte, was man noch hat, kann man aus diesem ein Glück gewinnen.

Drittens: Eine gute Unterstützung um Glück erleben zu können, auch wenn äußere Umstände nicht ideal erscheinen, ist für viele Menschen ihr Glaube an eine höhere Kraft. Denn was auch immer geschieht, diese Kraft verlässt einen nicht. Man kann sich in ihre Hände begeben, sich mit ihr austauschen und darin großes Glück finden.

Wie sehr hängt unser Glück von andern ab? 

Nehmen wir dazu ein Beispiel. Wenn Mensch in tiefstem Herzen ein Maler oder ein Musiker ist, macht ihn jede Sekunde, die er malen oder musizieren darf glücklich. Dafür braucht er keine andere Person. Sein Glück hängt ganz alleine von der Möglichkeit ab, seine Leidenschaft ausüben zu dürfen. Er braucht dabei niemanden und muss es nicht einmal teilen. Sein Glück wird mehr, je mehr er seine Sache tun darf.

Ein Merkmal für Glück ist also: Seiner Leidenschaft im Herzen nachgehen zu dürfen.

Ist geteiltes Glück wirklich doppeltes Glück? 

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Nein, überhaupt nicht. Sein Glück zu teilen kann sogar zum Gegenteil führen. Wenn jemand eine Million im Lotto gewinnt und es überall herum erzählt könnte er am Ende eine große Menge Unglück im Leben haben, weil er Neid aktiviert. Wenn man Glück erlebt ist es eine gute Idee, in der eigenen Mitte zu bleiben und achtsam damit umzugehen. Je mehr Glück man erlebt umso achtsamer darf man werden, damit man keine Gegenkräfte auslöst.

Was hingegen mehr wird, wenn man es teilt, ist die Liebe, sofern sie nichtswollend ist. Weil die nichtswollende Liebe ein überaus ruhiger Zustand ist, wirkt sie auf andere auch beruhigend und man erzeugt keine Gegenkräfte.

Was hat unser Glück mit Geld zu tun?

Wenn materielle Umstände im Minus waren, macht es sehr wohl glücklich, wenn etwas dazu kommt und den Zustand auf Null bringt oder etwas ins Plus. Wenn der Maler keine Farben hat ist er unglücklich, gibt man ihm Geld für Farben und Leinwand, macht ihn das glücklich. Gibt man ihm zehn Millionen Euro könnte ihn das wieder unglücklich machen, weil es vielleicht so viele Dinge in Gang setzt, wofür er nicht geboren wurde. Vielleicht stört ihn das alles sogar.

Materielle Dinge haben andererseits manchmal kurze Beine, wenn es um Glück geht. Das hat jeder schon erfahren, nachdem er sich eine ersehnte Sache gekauft hat und anschließend ein neuer Grund für Unzufriedenheit aufgetaucht ist.

Gibt es so etwas, wie einen universellen Glücksmoment, den jeder Mensch teilen oder empfinden könnte, unabhängig von seinem kulturellen oder sozialen Hintergrund? 

Sofern es das kleine Glück betrifft, ja: Wenn jemand etwas will und er bekommt es, werden vorübergehend Botenstoffe (Opiate, Endophine) in seinem Gehirn ausgeschüttelt, die Glücksgefühle erzeugen. »Gib ihm, was er unbedingt haben will.« Das funktioniert bei fast jedem Menschen.

Wenn wir das große Glück ansehen, gibt es keinen gemeinsamen Nenner, denn für alles was hundert Menschen supertoll finden, werden sich schnell 1000 finden, die es verachten. Also ist es eine gute Idee, sich weniger darum zu kümmern, was andere meinen, sondern vor allem zu erforschen, was uns selbst erfüllt. In meinem Fall zum Beispiel ist es das Schreiben guter Bücher und das Zusammensein mit den Menschen, die zu mir und meiner Frau Diana kommen.

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Warum tun Menschen, was sie tun? Manchmal sogar obwohl sie wissen, dass es nicht glücklich macht? Und andere sind scheinbar grundlos glücklich? Typische Fragen wie diese bewegen nicht nur literarische Figur des Winston Flash, sondern auch ihren Autor Ruediger Schache.

Bild-R.-Schache-kl.+hellerRuediger Schache, Jahrgang 1963, studierte zunächst Wirtschaftswissenschaften und Psychologie und arbeitete danach viele Jahre erfolgreich als Manager in einem Wirtschaftsunternehmen. Unerwartet vor großen Fragen des Lebens stehend, ließ er seinen Beruf und allen Besitz hinter sich und begab sich auf eine mehrere Jahre andauernde Reise um die Welt. Er untersuchte unterschiedlichste Kulturen mit ihren Lebenskonzepten und Philosophien, immer mit Fragen im Kopf, wie man ein dauerhaft glückliches, sinnerfülltes Leben mit guten Beziehungen führen kann.

2008 erschien »Das Geheimnis des Herzmagneten«, sein erster großer Bucherfolg zu diesem Thema. Es folgten eine Reihe weiterer Bücher, von denen viele ebenfalls Bestseller wurden.

Heute betreibt er – neben seiner Arbeit als Schriftsteller für Romane und Sachbücher – zusammen mit seiner Frau ein Coaching-, Weiterbildungs- und Naturheilzentrum südlich von München. Seine Bücher sind in 26 Sprachen erschienen.

Mehr Infos zum Autor:  www.ruedigerschache.com

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