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Du und dein Baby – Fünf Tipps zur Unterstützung nach einer komplizierten Geburt

Es gab Komplikationen bei der Geburt? Dein Kind hat Startschwierigkeiten in den ersten Tagen und benötigt besondere ärztliche Versorgung? Als frisch gebackene Mütter empfinden wir in diesen Situationen oft Scham.

Unsere Gastautorin Susanne Bürger hat selbst eine solch herausfordernde Geburt erlebt, sich mit vielen Frauen dazu ausgetauscht – und darüber das Buch “Wenn das Leben intensiv beginnt” geschrieben. Sie selbst hätte sich in ihrer damaligen Situation ein solches Buch gewünscht.

In ihrem Artikel hat Susanne wichtige Tipps für dich parat, was du tun kannst, um die traumatische Erfahrung einer komplizierten Geburt zu verarbeiten.

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„Ich wachte auf.  Man erklärte mir, dass ich im Aufwachraum sei. Es habe einen Notkaiserschnitt gegeben. Mein Mann sei mit unserem Baby in eine weiter entferntere Kinderklinik mitgefahren. Durch die schlechte Sauerstoffversorgung hätte man mein Baby verlegen müssen. Drei ganze Tage konnte ich nicht entlassen werden und hab mein Baby 72 ganze Stunden nach der Geburt weder gesehen, noch im Arm halten können. Lediglich Bilder konnte mein Mann mir schicken.“

So passiert es täglich! Das traumatische Erleben, direkt nach der Geburt vom Kind getrennt zu sein, ist eins der erschütterndsten Erlebnisse, die Mütter haben können.
Es sind zwar immer medizinische Gründe, die dazu führen. Sie lassen es aber auf den ersten Blick nicht weniger existentiell werden. Oft ist eine Kinderklinik nicht im Hause der Geburtsklinik, so dass die Babys verlegt werden.

Mütter sind dann oft voller Scham und Schuldgefühle.

scham-NeugeborenesDie tiefe Sorge und existentielle Angst und Trauer sind etwas, dass man den Müttern zugesteht, doch ein Gefühl mit dem viele gar nicht rechnen, ist ein ganz anderes: Es ist SCHAM.

Mütter, die sich in Gesprächen geöffnet haben, über ihre Scham zu reden, sagten, dass sie sich aus folgenden Gründen geschämt haben:

Ich…

  • … habe mich vor meinen Freundinnen geschämt, dass mein Baby nicht gesund zur Welt kam.
  • … schäme mich dafür, dass ich einen Kaiserschnitt hatte. Meine Hebamme sagte, da hätte ich mich in der Klinik aber nicht richtig durchgesetzt.
  • … habe mich vor meinem Mann geschämt, weil ich ihm kein gesundes Kind „schenken“ konnte.
  • … schäme mich, dass ich es einfach nicht hinbekommen habe, für mein Baby dazu sein, und ich es nicht beschützen konnte vor einer OP.
  • … schämte mich sehr, als meine Schwester sagte: “Du weißt gar nicht, welche Sorgen du unseren Eltern mit dem kranken Baby antust.”

Es gibt viele weitere Beispiele, die ich hier aufzählen könnte.

Das Gefühl der Scham geht oft damit einher, dass Mütter sich sozial isolieren und zurückziehen. Es besteht eine nicht zu unterschätzende Gefahr, dadurch in tiefe Selbstzweifel oder Depressionen abzustürzen. Die Scham darüber, dass der eigene Körper es nicht geschafft hat, ein gesundes Kind zur Welt zu bringen, kann so groß werden, dass Mütter sich selbst vom engsten Umfeld zurückziehen.

Im Gehirn passiert dabei, dass nur die rechte Gehirnhälfte, die für den nonverbalen/emotionalen Akt zuständig ist, aktiviert ist. Das führt dazu, dass höhere Funktionen wie Vernunft und Affektregulierung nicht verfügbar sind.

Durch die Leistungs- und Alles-ist-Möglich-Mentalität unserer Gesellschaft wird die Scham leider an vielen Stellen noch verstärkt. Unsere aktuelle Gesellschaft reagiert in Teilen immer noch nicht verständnisvoll, wenn Menschen gerade nicht so leistungsfähig sind. (Den Begriff der Rabenmutter gibt´s übrigens nur in Deutschland.)

Was kannst du für dich heute tun, wenn dich dieser Text oben anspricht?

(egal wie lange die Zeit deines traumatischen Geburtserlebnisses bei dir zurückliegt)

scham-TrostpflasterIch habe ein paar Ideen für dich zusammengetragen, und du schaust einfach, was davon für dich passen könnte:

  • Die Scham wahrnehmen.

    Spüre nach, ob der Text etwas in dir auslöst. Hast du die Gefühle der eigenen Geburt deines Kindes jemals benannt? Vielleicht hast du mit Freund*innen schon mal darüber gesprochen, dass es nicht schön war, aber welche Gefühle kannst du genau benennen?

  • Professionelle Gesprächspartner*innen.

    Es macht natürlich Sinn, in einem geschützten und vertrauensvollen Rahmen zu sprechen. Du erkennst das selbst sehr gut daran, dass dein*e Therapeut*in/Coach mit dir über die körperlichen Empfindungen mit dir über deine Gefühle spricht. Emotionale Blockaden kannst du in der Regel im Körper spüren – für besonders empfehlenswert halte ich daher Therapeut*innen und Coaches, die mit den Methoden wingwave oder EMDR arbeiten.

  • Aufschreiben

    Ist gerade niemand da zum Gespräch, hilft es im ersten Schritt, die eigenen Gefühle und Gedanken dazu aufzuschreiben. Schreibe nicht beschönigend, sondern offen und frei, wie dir gerade zumute ist. Das Geschriebene muss nicht vorzeigbar sein, schreib auf, was dir gerade einfällt. Eine schöne Art des Schreibens ist auch einen Brief an dein Kind zu schreiben, den du nicht zwingend übergeben musst!

  • Reframing

    Wie kann ich meine Geschichte in einem positiven Kontext sehen? Was ist das Positive an meiner Geschichte? Zu welchem Menschen bin ich durch meine Geschichte geworden, der ich vorher nicht war? Was hat sich bei mir als Person dadurch zum Positiven verändert?

  • Selbsthilfegruppen

    Überlege für dich, was dir wirklich gut tut. Bist du z.B in einem Rückbildungskurs gut aufgehoben, in dem du die Einzige mit einer anderen Geschichte bist, oder gibt es in deiner Nähe auch andere Kurse, oder sogar Frauentreffs von Müttern, die sich offline austauschen möchten? Das Angebot ist hier sehr vielseitig.

  • Es gibt einige Hebammen, die Workshops speziell zum Thema Verarbeitung der Geburt anbieten, und hier ist der Austausch mit Gleichgesinnten gewährleistet.

Die Frauen, die ich für mein Buch „Wenn das Leben intensiv beginnt“ interviewt habe, fanden allein das Sprechen über ihre gefühlte Scham als sehr bereichernd.
Ich wünsche dir auch jemanden, dem du dich vertrauensvoll öffnen kannst, um darüber zu reden und die Stärke dieses Gefühls nach und nach abzuschwächen und zu wandeln!

Wie hast du die Geburt deines Kinder, deiner Kinder erlebt?

Ich freue mich über Fragen, Kommentare und Antworten 🙂

Alles Liebe für dich,

Susanne

Über Susanne Bürger:

Ich kenne die Gefühle der Eltern in einer solchen Situation aus eigener Erfahrung. Die Geburt und der sich anschließende lange Klinikaufenthalt meines zweiten Sohnes,  waren für mich einschneidende Erlebnisse.

Das hat mich veranlasst, das Buch „Wenn das Leben intensiv beginnt“ zu schreiben, das es damals nicht gab, ich aber dringend gebraucht hätte. Denn Eltern brauchen neben Zuspruch und Trost vor allem Anregungen, wie sie sich gut um sich selbst kümmern und die Zeit in der Klinik besser verkraften können. Ich bin systemisch ausgebildeter Coach und wingwave®-Coach. Bevor ich mich selbstständig machte, arbeitete ich als Betriebswirtin und Führungskraft in einer Großbank. Näheres dazu unter www.susannebuerger.com

 

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