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Die schöne Scham – über ein tabuisiertes Gefühl und seine eigene Schönheit

Nun stutzt du bestimmt über die Überschrift und fragst dich, wie das Gefühl der Scham schön sein kann. Das möchte ich dir in diesem Artikel erläutern und dir die Scham aus einer neuen Perspektive nahebringen.

Die Scham ist ein ähnlich tabuisiertes Gefühl wie Trauer, Neid, Ekel oder Hass. Als Emotionshebamme ist für mich hinter jedem Gefühl ein Schatz verborgen, da jede Emotion eine gesunde und eine destruktive Pol-Seite hat. Genauso verhält es sich mit der Scham und dem Schamgefühl. Es ist ein Gefühl, das wir partout nicht fühlen möchten – und niemand von uns hat beigebracht bekommen, unangenehme Gefühle zu fühlen.

Eher haben wir im Laufe unseres Lebens oft genug den Satz „Schäm dich!“ gehört oder wurden in vielerlei Hinsicht durch andere beschämt. Manche von uns sind dann rot geworden, andere fühlten, wie ihnen die Energie abhanden kommt. Wieder andere wären am liebsten im Erdboden versunken. Doch niemand hat uns beigebracht, „dahinter“ zu schauen und uns zu fragen, warum wir uns gerade schämen. Es gibt auch Menschen, die die Scham nicht vordergründig fühlen, sie kann aber unter einer Wut, einer Erstarrung oder einer scheinbaren Gefühllosigkeit liegen. Scham kann auch ein Trauma-Symptom sein.

Scham als Wächterin der eigenen Werte

Laut Duden ist Scham „das Bewusstsein, (besonders in moralischer Hinsicht) versagt zu haben, durch das Gefühl, sich eine Blöße gegeben zu haben, eine ausgelöste quälende Empfindung.“ In diesem Zusammenhang wird auch von Schamesröte und Schamgegend gesprochen. Letztere wird auf den Genitalbereich bezogen. Darin spiegelt sich die christlich-moralische Kulturgeschichte wider und die Auffassung, dass man sich für seine Genitalien zu schämen habe.

Diese Erziehungskultur steckt noch tief in unseren Knochen und prägt bis heute unser Werte-Empfinden. Man könnte daher erst einmal sagen, dass die Scham eine Wächterin von Werten und der eigenen Privatsphäre ist. Denn niemand von uns trägt schamlos seine Genitalien zur Schau, geschweige denn dass wir unseren nackten Körper zeigen mögen. Wenn wir die Bewertung des Gefühls weglassen, dann ist die Scham einfach nur ein Maßstab und Indikator für Werte. Die Wächterin Scham ist in jedem Menschen angelegt und wird erst toxisch, wenn wir beschämt werden. Wenn also jemand in unsere Intimsphäre eingreift, unsere körperlichen und seelischen Grenzen überschreitet und wir uns schämen.

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Auch das ist die Scham: Eine Wächterin unserer Grenzen und Intimsphäre

Gesellschaftliche Werte und eigene Werte

Wie viele Kinder werden von ihrer Umwelt regelmäßig beschämt, obwohl sie nur unschuldig spielen und sie selbst sind? „Benimm’ dich anständig!“, „Sei lieb!“ – die Themen Bestrafung und Beschämung sind in unserer Kultur trotz pädagogischen Neu-Konzepten immer noch in den meisten Köpfen präsent. Viele schwören sich daraufhin, dass sie sich nie wieder so fühlen möchten und schneiden sich dabei von einem wichtigen Gefühl ab.

Wenn die Scham uns aber etwas über unsere gefühlten Grenzen aufzeigt, dann hat sie auch etwas mit dem Wert des Respekts zu tun. Respekt ist eine wichtige Grundvoraussetzung, um in vertrauensvolle und wertschätzende Beziehungen zu anderen Menschen zu treten. Wenn die Scham also mit dem Respekt der eigenen Grenzen und mit dem Respekt der Grenzen eines anderen zu tun hat, könnten wir der Scham eine neue Bedeutung geben: Sie ist nicht gegen uns, sondern FÜR uns. Die Frage ist nur, ob wir hinschauen und hinfühlen (wollen), was sie uns gegenüber für eine Botschaft enthält. Mit den Fragen: Zeigt mir das Gefühl des Schämens gerade auf, ob ich gesellschaftliche  Werte und Grenzen überschreite, die ich hinterfragen darf? Oder geht es hier um meine eigenen Werte und Grenzen, die gerade verletzt werden? Vielleicht verletze ich aber auch die Privatsphäre-Grenzen eines anderen und beschäme auf diese Art und Weise sie oder ihn? 

Einen gesunden Umgang mit der Scham finden

Das Schamgefühl ist also FÜR uns, indem es uns aufzeigen kann, wo unsere Intimsphäre beginnt, was unsere Werte sind und wo unsere gefühlten Grenzen liegen. So weit, so gut. Doch wie gehen wir mit der Scham um, wenn sie uns aus heiterem Himmel überfällt oder wenn sie eine Endlosschleife aus peinlichen Gefühlen annimmt?

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Wie geht man mit der Scham um, wenn sie einen plötzlich übermannt?

Weil uns die Scham so plötzlich überraschen kann und wir uns ohnmächtig ausgeliefert fühlen, möchte ich dir eine neue Strategie im Umgang mit ihr anbieten. Anstatt sie wie viele andere unangenehme Gefühle „weghaben“ zu wollen, sei so wach und fühle sie. Entscheide dich dafür, sie wie ein|e Forscher|in zu erforschen und dich selbst zu beobachten, während du die Scham durchfühlst:

  • Welche Körperempfindungen habe ich während des Schämens?
  • Werde ich rot, werden andere Körperteile rot und warm?
  • Welche Gedanken tauchen während des Schämens auf?
  • Fühle ich Wut und andere Gefühle einer bestimmten Person oder mir selbst gegenüber?

Die Schönheit der Scham

Letztes Jahr hatte ich ein spannendes Erkenntnis-Erlebnis zur Qualität der Scham – ja, sie hat eine große Qualität! – bei einem Aufstellungsabend. Es gab drei Aufstellungen und in einer Familienaufstellung um das Thema Missbrauch wurde ich gefragt, ob ich die Rolle der Scham übernehmen möchte. Ich zögerte kurz, wusste aber vorher schon längst, dass ich gefragt werden würde. Sicherlich kennst du das auch, wenn deine Intuition längst weiß, warum du genau „zur richtigen Zeit am richtigen Ort“ bist.

Ich hatte Respekt vor dem Thema Missbrauch und erwartete bereits das Schlimmste. Entgegen meinen Horror-Erwartungen war die Scham jedoch ganz und gar nicht schüchtern oder devot, sondern kämpferisch, konfrontativ; dann wieder weich, zart und zerbrechlich, um schließlich zornig und voller Lust, Masken niederreißend zu werden. Dann war ich – als Scham – voller Vitalität und Lebendigkeit, Lebenslust und im Grunde völlig SCHAMLOS. Mein Verstand kam mit diesen Facetten der Scham gar nicht mit und ich ließ mich einfach führen. Es war persönlich und kollektiv unpersönlich zugleich. So erfuhr ich am eigenen Leib, dass das so stark tabuisierte Gefühl der Scham eine wunderschöne gesunde Qualität, einen Schatz in sich trägt. Es ist der Schatz und die Erlaubnis, vollkommen DU SELBST zu sein. Ein Teilnehmer des Aufstellungsabends benannte diese besondere Rolle folgerichtig als „schöne Scham.“

Anleitung zum schamlos Glücklichsein

Dieses Aufstellungserlebnis zeigte mir auf einer tiefen Ebene, dass wir viele Werte-Konzepte mit uns herumtragen, die nicht unsere sind, und dass „Scham“ und „Schamlosigkeit“ zusammen gehören. Vor allem aber, dass es darum geht, alte Programmierungen zu durchschauen, zu hinterfragen und zu sich selbst – zur wahren Essenz und Natur – zurückzukehren.

Mädchen lernen schon von klein auf, sich für ihren Körper und für ihre lustvollen Bedürfnisse zu schämen. Denn das gehöre sich nicht. Jungen dürfen Scham gar nicht erst fühlen und verdrängen sie häufig in den Schatten, von dem sie im Erwachsenenalter übermannt werden.

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Wie geht man als Mann mit einem Gefühl um, das man schon von klein auf verdrängen musste?

Viele Männer verbinden das Empfinden von Scham mit einer starken Ohnmacht. Um diese nicht zu fühlen, werden alle möglichen Kompensationsmechanismen, wie Alkohol-, Zigaretten- und Drogenkonsum, zu Hilfe genommen. Dann muss man solche „fiesen Gefühle“ einfach nicht mehr fühlen. Der Zusammenhang zwischen Gefühlen und Suchtproblemen ist vielen Menschen nicht bewusst. Doch das ist ein anderes Thema.

Mein Fazit: Betrachte die Scham als Geschenk

Das Geschenk der Scham ist ihre kraftvolle und zarte Qualität zugleich. Sie erzählt dir etwas über deine wahren (eigenen und gefühlten) Werte jenseits von denen der Gesellschaft. Sie lädt dich dazu ein, schamlos DU selbst zu sein. Und vor allem glücklich zu sein. Dich selbst zu lieben. Ich lade dich dazu ein, die Scham nicht wegzudrücken, sondern wirklich willkommen zu heißen. Die Integration deiner Scham kann unheimlich heilsam sein. Habe den Mut, es auszuprobieren und damit allen deinen Gefühlen zu erlauben, dich zu heilen und frei zu machen.

Wenn du alleine nicht weiter kommst und ich dich auf deinem Weg unterstützen darf, freue ich mich über deine Kontaktaufnahme.

 

Zusätzlich startet am 08.09. 2019 ein integraler und spiritueller Enneagramm-Online-Kurs in 4 Modulen in einer geschlossenen Facebook-Gruppe. Einige der 9 Persönlichkeitstypen des Enneagramms haben mit der Emotion Scham nämlich am meisten zu „kämpfen“. Im Online-Kurs zeige ich dir einfache und nachhaltige Wege in die Freiheit von unseren Ego-Mustern auf. Die Themen Beruf, Berufung und Partnerschaft stehen dabei im Fokus.

Alle Infos zum Kurs mit der Anmelde-Möglichkeit findest du hier.

In Verbundenheit

Deine Lidia

 

Über Lidia:

Lidia Schladt ist Logotherapeutin, Heilpraktikerin für Psychotherapie, Integraler Coach, Retreat-Leiterin und Emotionshebamme von „Sinn und Werte“ in Bremen.

Homepage: www.lidia-schladt.de

Facebook: https://www.facebook.com/Lidia.Schladt/

 

Möchtest du mehr über die Persönlichkeitstypen des Enneagramms erfahren? In diesem Artikel erklärt Lidia Schladt sie dir:

Das Enneagramm: Lichtblick und Tor zur Freiheit

Wenn du noch mehr zu den einzelnen Typen erfahren möchtest, schau auf Lidias Autorenprofil vorbei. Dort findest du alle ihre Artikel zum Enneagramm.

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