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Das Schulter-Nacken-Syndrom – was bereitet dir Schmerzen?

Schmerzen in Kopf, Schultern und Nacken gehören für viele zum täglichen „normalen“ Leid, doch die Ursachen hinter diesem Schulter-Nacken-Syndrom sind weitaus komplexer, als wir uns oft eingestehen wollen. Die Schmerzen sind nicht nur ein Ausdruck davon, dass wir uns zu viel aufgeladen haben. Sondern auch davon, dass uns irgendetwas bestimmtes im Nacken sitzt.

Was genau das sein kann, ist höchst individuell. Meistens sind es aktuelle, bewusste und vor allem unbewusste Sorgen, Probleme oder auch Wünsche, die aus irgendeinem Grund nicht da sein dürfen und deshalb verdrängt werden.

Und da sind wir auch schon mittendrin in der eigentlichen Krux rund um psychosomatische Krankheiten. Denn die meisten Gefühle, Wünsche oder Sorgen sind zunächst einmal unbewusst! Genau deswegen ist es so schwer, ein Symptom richtig zu verstehen oder zu deuten. Wie sollen wir etwas spüren oder verstehen, was uns bis dato unbewusst ist?

Wie unsere Psyche Schmerzen verursacht

Psychosomatische Krankheiten entstehen zu einem sehr großen Teil auf der Grundlage verdrängter Gefühle, Wünsche, Ängste oder Sorgen.

Um das besser zu verstehen, möchte ich dir von einem Beispiel erzählen:

Eine junge Frau kam in meine Praxis und berichtete von starken Kopf- und Nackenschmerzen. Ich fragte sie, ob sie eine Idee habe, wodurch ihre Beschwerden entstanden waren. Sie konnte sich allerdings keinen Reim darauf machen, zumal ihr außerdem gerade eine lang ersehnte Beförderung ins Haus stand. Also bis auf ein bisschen zu viel Stress war eigentlich alles im Lot – oder?

Dann legte sie sich hin und wir nahmen uns Zeit, mit dem Körper zu arbeiten, um den Stress, der vermeintlich für die starken Schmerzen verantwortlich war, zu lösen. Ich hielt ihre Füße und sie begann sich zu entspannen. Wir sprachen noch ein wenig über die Situation und langsam kehrte Ruhe ein. Dann fragte ich sie beiläufig noch nach ihrer Familienplanung.

Und siehe da, plötzlich schossen ihr die Schmerzen in Schultern und Nacken, die sie die ganze Zeit versucht hatte loszuwerden! Das war das Thema!

Durch die Beförderung war in ihrem Inneren ein Dilemma entstanden. Natürlich war sie stolz darauf. Aber gleichzeitig spürte sie, dass sie von nun an noch mehr Zeit und Kraft in die Arbeit investieren würde. Mit Ende 20 spürte sie außerdem, wie ihre biologische Uhr anfing zu ticken. In dem Alter stehen sehr viele Frauen vor dieser Entscheidung.

Das Schulter-Nacken-Syndrom – warum gerade hier der Schmerz entsteht

Bei diesem Beispiel hatte sich das innere Dilemma der Frau im Nacken festgesetzt. Der Bereich, den sie bei der Arbeit am meisten brauchte. Die starken Schmerzen hatten ihr nun eine Krankschreibung und damit eine Auszeit eingebracht.

Die Intelligenz des Körpers hatte sie aus dem Rennen genommen, damit dieses wichtige Thema nicht verloren ging. Sie selbst hatte zwar einen leisen Zweifel in sich gespürt, war dem aber nicht nachgegangen, weil sie ja so viel zu tun hatte.

schulter-nacken-syndrom-schmerzenIn jenem Moment allerdings, in dem die Schmerzen so unmissverständlich auftauchten, war das Thema ganz klar. Sie hatte ihren Kinderwunsch schon seit Längerem immer wieder unterdrückt, um den Anforderungen bei der Arbeit gerecht zu werden. Schließlich hatte sie ihn darüber ganz vergessen. Nun stiegen ihr die Tränen auf und sie spürte diese innere Zerrissenheit ganz deutlich. Vor allem fühlte sie aber die Ohnmacht darüber, keine Entscheidung treffen zu können.

Wir haben oft scheinbar gegenläufige Wünsche. Bei meiner Patientin waren es der tiefe seelische Wunsch nach einem eigenen Kind und der Wunsch, bei der Arbeit niemanden zu enttäuschen und alles richtig zu machen.

Annehmen, was ist

Durch die Körperarbeit schlugen wir bei meiner Patientin eine Brücke zwischen Kopf und Körper. In der Entspannung konnten sich die unbewussten Anteile ihrer Beschwerden zeigen und wieder bewusst hervorkommen. Nun konnten wir uns gemeinsam mit dem Thema beschäftigen. Der erste Schritt war, wirklich erstmal diese innere Zerrissenheit spüren zu dürfen und dann anzunehmen.

Bei der psychosomatischen Heilung geht es gar nicht darum, sofort eine Lösung zu finden, damit das Problem verschwindet. Viel wichtiger ist es, die ganzen Zwischenschritte bzw. Gefühle auch spüren zu dürfen. Natürlich ging es um den Kinderwunsch. Was sie aber in die psychosomatische Krise gestürzt hatte, war das Dilemma drum herum. Denn mit ihrer aktuellen Lebenssituation war sie eigentlich sehr zufrieden.

Die Therapiestunde half ihr, das Thema wieder wahrzunehmen und sich damit auseinanderzusetzen. Sie ging also nach der Stunde erst einmal mit dem Thema „schwanger“. Konkret heißt das, das Thema zunächst nur da sein und es in dir wirken zu lassen – ohne gleich eine Antwort haben zu müssen. Wir müssen nicht jedem Impuls sofort nachgeben. Aber wir sollten uns einen Raum schaffen, um uns mit solchen Wünschen und vielleicht auch Gefühlen von Enttäuschung oder Wut auseinandersetzen zu können.

Durchs Schreiben Raum schaffen

schulter-nacken-syndrom-schmerzenExpressives Schreiben ist eine bewährte Therapiemethode, die wir hier sehr gut allein anwenden können. Wenn du Beschwerden hast und nicht weißt warum, nimm dir Zeit und schreib einmal alles auf. Beschreibe deine Beschwerden und wann und wo sie schlechter oder besser werden. Auf diese Weise schraubst du dich immer tiefer in das Thema hinein.

Vielleicht fällt dir etwas Bestimmtes auf? Durch das Aufschreiben bekommen wir einen ganz anderen Überblick, neue Zusammenhänge stechen uns ins Auge, die wir so vorher noch nie gesehen haben. Ich finde es eine hochspannende und sehr effektive Methode, sich seinen inneren Konflikten, aber auch eventuellem Ärger oder verdrängten Enttäuschungen gewahr zu werden.

Das Schreiben ist toll, um in deine unbewussten Bereiche vorzudringen. Denn du kannst alles aufschreiben – im besten Fall genau so, wie es für dich ist. Unzensiert! Es kann ein Hassbrief werden oder ein Liebesbrief. Auf dem Papier ist Platz für jedes Gefühl, jeden inneren Konflikt und all deine Unentschlossenheit!

Durch das Schreiben und die Beschäftigung mit deinem Thema kann die innere Spannung abfließen. Verborgene Themen oder alte Glaubenssätze zeigen sich. Am besten stellst du dir einen Wecker auf 30 oder 60 Minuten. Dann mach einen Schnitt und setz dich erst am nächsten Tag wieder dran.

Übertragung von Schmerzen

Ich möchte dir noch von einem weiteren Fall berichten: Eine andere Patientin kam in die Sprechstunde und berichtete sehr engagiert von ihrer Mutter und deren dramatischer Lebensgeschichte. Während sie erzählte, wurden meine Schultern immer schwerer und ich bekam Nackenschmerzen. So etwas passiert bei der Körperorientierten Psychotherapie immer wieder – man nennt das Übertragung. Das bedeutet, dass ich durch ihren Bericht plötzlich in meinem Körper ihre Symptome spüre. Als ich ihr mitteilte, wie und was ich gerade wahrnehme, sagt sie: „Ja, ja, genauso geht es mir auch immer!“ Diese Geschichte saß ihr tatsächlich in jeder Hinsicht im Nacken.

Es fühlte sich an, als würde sie die ganze Familiengeschichte auf ihren Schultern mit sich herumtragen. Aus tiefem Mitgefühl für ihre Mutter hatte sie sich unbewusst die Familiengeschichte so zu Herzen genommen, dass sie sich diese förmlich aufgeladen hatte.

Für diese Patientin war es wichtig, nach und nach die gefühlte Verantwortung für das schwere Schicksal ihrer Mutter loszulassen, damit sie zu ihrem eigenen Leben kam.

Daran kannst du sehen, wie individuell ein Symptom entsteht. Kein Mensch gleicht dem anderen, deshalb ist es wichtig, dass wir ganz genau auf das schauen, was jeden Einzelnen bewegt.

5 Fragen, die dir bei deiner Ursachenfindung helfen

Leidest auch du immer wieder unter (unerklärlichen) Schmerzen im Schulter-Nacken-Bereich? Um dich deinem persönlichen Symptom anzunähern, frage dich:

  1.  Seit wann habe ich das? Und lass dich überraschen, meistens ist es viel früher als gedacht.
  2. Welches Gefühl, welchen Wunsch unterdrücke ich schon länger? Bist du unzufrieden bei der Arbeit, denkst aber: „Ich muss doch funktionieren“? Oder wünschst du dir einfach mehr Freiraum und Kreativität in deinem Leben?
  3. Was darf ich nicht denken, fühlen, machen? Was ist in deiner Familie ein Tabu gewesen?
  4. Welches Dilemma quält mich schon länger? Welche Entscheidung schiebst du vor dir her?
  5. Warum höre ich nicht auf meinen Körper? Welcher Glaubenssatz, welche Überzeugung hält dich davon ab z.B. mehr Pausen zu machen oder dir auf eine andere Art etwas Gutes zu tun?

Nun wünsche ich dir wieder viel Spaß beim Forschen.

Herzliche Grüße,

Anette Dröge

 

Möchtest du noch mehr über Anettes Arbeit und die Körperorientierte Psychotherapie erfahren? Hier findest du weitere spannende Artikel von Anette: compassioner.com/author/anette-droege

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