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Serie Gemeinwohl-Ökonomie: Eine sinnvolle, faire Wirtschaft ist möglich

Wirtschaft und Arbeit – neben unseren Beziehungen sind sie sicherlich die zentralen Grundelemente unseres Leben. Wir verdienen unseren Lebensunterhalt darin und damit, wir definieren uns über sie und idealerweise können wir mit unserer Arbeit Sinnvolles bewirken, uns ausdrücken, andere Menschen inspirieren, diese Welt mitgestalten – und sie zu einem besseren Platz machen. Moment mal: die Welt zu einem besseren Platz machen? Für dich allein mag das ja funktionieren, wenn du Coach bist oder Künstlerin vielleicht oder auch Unternehmerin, Unternehmer, deine eigene Frau, dein eigener Herr. Doch es ist immer mehr möglich als wir denken …

Zum Auftakt der Serie hat die Autorin Stephanie Ristig-Bresser folgende Themen für euch:

  • Einstieg ins Thema
  • Überblick der Themen, die dich erwarten
  • Vorstellung der Autorin

Zur Lage der Welt – eine Bestandsaufnahme in Spiegelstrichen

Wenn du dann aber mal von dir und deinem Arbeitsplatz auf die große weite Wirtschaftswelt zoomst, dann bekommst du ein ganz anderes Bild (freilich im Bewusstsein, dass unser Wirtschaftssystem auch viel Gutes hervorgebracht hat):

  • dass wir als Menschheit fortwährend über die Grenzen unseres Planeten hinaus wirtschaften (der Earth Overshoot Day, der Tag an dem wir unser Jahrespensum für den Planeten verbraucht haben, ist ungefähr im August jeden Jahres),
  • dass sich unsere “Höher-schneller-weiter”-Hamsterrad immer schneller zu drehen scheint,
  • dass immer mehr Menschen an Burnout oder Depression erkranken, weil sie offenbar keinen Sinn mehr in ihrer Arbeit finden oder am Leistungsdruck scheitern
  • dass die Ungleichheit, die Schere zwischen Arm und Reich, immer weiter auseinander klafft, und zwar zum einen hier in Deutschland als auch ganz eklatant zwischen den reichen Ländern des globalen Nordens und den armen “Entwicklungsländern” des globalen Südens. Dort hungern knapp 800 Millionen Menschen.
  • dass wir von Werbungs-Bullshit und unnötigen Produkten zugemüllt werden – und diesen Müll einfach „abschieben“, siehe die zunehmende Vermüllung der Ozeane
  • dass komplette Industriezweige pervertiert sind (man denke nur an die Massentierhaltung um noch effizienter produzieren und günstigere Produkte anbinden zu können – oder auch die massenhafte Vernichtung von Lebensmitteln, obwohl doch auf der südliche Hälfte unseres Planeten Millionen Menschen Hunger leiden – Ein Drittel(!) aller Lebensmittel wird heute in Deutschland einfach weggeschmissen.).

Ich weiß, das ist ne Menge Holz, ich will dich auch nicht deprimieren. All das ist dir natürlich auch nicht neu. Du bist ja ein wacher Geist .

Aber gibt es denn eine Möglichkeit, dass wir das Ruder rumreißen und die Wirtschaft neu organisieren – gerechter, fairer, ökologisch nachhaltiger, sinnerfüllter?

Erstens haben wir eine gute Ausgangsbasis: Die oben beschriebene Bestandsaufnahme unserer heutigen Wirtschaftswelt nehmen die meisten von uns wahr – und wollen das nicht mehr. Laut aktuelleren repräsentativen Studien – bspw. der Bertelsmann-Stiftung – wünschen sich 80 Prozent aller Deutschen eine Wirtschaft, die sich fairer und gerechter aufstellt.

Zweitens haben wir und die Generationen vor uns diese heutige Wirtschaftsweise entwickelt, also haben wir es auch in der Hand, das System neu zu organisieren, wenn es uns nicht mehr gefällt und der Welt nicht dient.

Schwarze Zahlen über alles.

Der große „Haken“ an der heutigen Wirtschaft ist wohl, dass die bislang einzig maßgebliche Messlatte der finanzielle Erfolg eines Unternehmens ist. In diesem Sinne erfolgreiche Unternehmen erhalten von Banken eher Kredite, erhalten Zuschüsse, haben in der Regel größere finanzielle Spielräume – und können weiter wachsen. Dabei ist es zunächst mal völlig egal, wie ein Unternehmen seine Gewinne erwirtschaftet, ob etwa das Unternehmensklima gut ist, wie das Unternehmen seine Lieferanten behandelt, ob das Unternehmen achtsam mit den Ressourcen unseres Planeten umgeht, ob das Unternehmen sich in seiner Stadt engagiert und Geld an wohltätige Zwecke spendet, ob das Unternehmen Steuern vermeidet etc. Dass der finanzielle Unternehmensgewinn alleiniger Erfolgsfaktor ist und quasi „über allem“ steht, ist wohl der Hauptfaktor, dass die Wirtschaft so aussieht, wie zu Beginn des Artikels beschrieben.

Die Gemeinwohl-Ökonomie beleuchtet neben der finanziellen Stabilität eines Unternehmens auch die weiteren Werte, die im Unternehmen geschaffen werden und sehr viel umfassender und verbindlicher, als es bei anderen Formen der Nachhaltigkeitsberichterstattung üblich ist. Ihr Ziel außerdem, dass Unternehmen, die eine ausgeprägte Gemeinwohlorientierung haben, dafür belohnt werden: etwa mit Steuererleichterungen, indem sie leichter Kredite und Zuschüsse bekommen und indem sie Vorteile erhalten, Förderprogrammen wahrzunehmen. Die heutige Wirtschaft wird damit quasi auf den Kopf gestellt – denn wird es wichtig, welche Lieferanten ein Unternehmen hat, wie solidarisch ein Unternehmen gegenüber seinen Mitarbeitern ist. Dieses Interview mit Christian Felber liefert dir einen Überblick über die Grundidee der Gemeinwohl-Ökonomie:

 

Gemeinwohl-Ökonomie goes USA:
Eine Crowdfunding-Kampagne  

Die Gemeinwohl-Ökonomie hat mittlerweile in über 20 Ländern Verbreitung gefunden. Der nächste strategisch geplante Schritt ist der „über den großen Teich“ in die USA. Dazu führt die Gemeinwohl-Ökonomie im Monat Juni 2016 ein Crowdfunding durch. Besuche gerne unsere Crowdfundingkampagne. Unter diesem Link findet ihr das Video zur Kampagne.

Vielleicht magst du ja die Gemeinwohl-Ökonomie bei diesem nächsten Schritt unterstützen?

Und wer bin ich? Ein paar Worte zu mir:

Gerne möchte ich auch mich jetzt noch ein vorstellen, weil wir uns ja einander eine ganze Weile begleiten werden: Ich bin Stephanie Ristig-Bresser, seit 2014 Mitglied im humantrust, der Community von Andrea und Veit Lindau mit ihrem Team, und seit 2015 dort auch “Teamleader”. Außerdem engagiere ich mich seit einigen Jahren als Koordinatorin der Gemeinwohl-Ökonomie Regionalgruppe Hannover, einer von etwa 100 lokalen Gruppen, die es in der Gemeinwohl-Ökonomie-Bewegung gibt. Auf dem Foto siehst du mich mit einem Teil unseres hannoverschen Teams nach einer erfolgreichen Veranstaltung am vergangenen Mittwoch – ich bin die kleine Frau in schwarz-weiß gekleidet.

gemeinwohlgruppe

Darüber hinaus bin ich seit einem Jahr Mitglied des Vorstands des Wiener Gründungsvereins zur Gemeinwohl-Ökonomie, der Keimzelle der weltweiten GWÖ-Bewegung, die mittlerweile in über 20 Ländern Verbreitung gefunden hat. Auch in der Transition-Bewegung engagiere ich mich und darf ab dem 0106.2016 das deutsche Transition-Netzwerk aufbauen, was ich eng mit den Aktivitäten der Gemeinwohl-Ökonomie verknüpfen werde.

In meinem Kernberuf bin ich seit 15 Jahren als PR-Managerin, Publizistin, Moderatorin und Dozentin tätig – seit 2007 als Freiberuflerin – und freue mich, dass ich meine Kompetenzen zunehmend für das Thema “Anders wirtschaften” einbringen und damit sinnerfüllter arbeiten kann: Ich bin also selbst gerade inmitten eine  Meine Vision ist es, mit meinen Talenten und Fähigkeiten, einen Beitrag dazu zu leisten, dass uns der (Wirtschafts-)Wandel gelingt. Ein Mosaikstein auf diesem Weg ist diese Artikelserie hier  – insofern bin ich sehr dankbar, dass ich dieses Themenspektrum in den Compassioner einbringen darf.

Welche weiteren Themen zu Wirtschaft und Welt im Wandel sind geplant?

  • Interview mit Helmut Lind, Vorstandsvorsitzender der  Spardabank München (die Spardabank München hat bereits die dritte GWÖ-Bilanz veröffentlicht)
  • Interview mit Antje von Dewitz, Geschäftsführerin des Bergsportausstatters VAUDE, (der ebenfalls eine GWÖ-Bilanz veröffentlicht hat)
  • Interview mit einem Freiberufler, der als Einzelunternehmer ebenfalls sein Unternehmen nach der Gemeinwohl-Ökonomie ausgerichtet hat
  • „Aktiv werden – Logbuch-Einträge über den Alltag in einer GWÖ-Regionalgruppe“, der dir hoffentlich Lust macht, Dich ebenfalls zu engagieren,
  • Die Gemeinwohl-Ökonomie in der Kritik – und was ein Schulbuch damit zu tun hat
  • Mein persönlicher Weg – und warum ich mich in der GWÖ (und in der Transition-Bewegung) engagiere
  • “Denk ich an TTIP in der Nacht” – die Position der Gemeinwohl zu TTIP und ihr Alternativvorschlag dazu
  • Interview mit Hah Vinh Tho, dem Programmdirektor des Gross Happiness Centre des Staates Bhutan, der das Bruttonationalglück eingeführt hat, und welche Haltung er zur Gemeinwohl-Ökonomie hat

Fragen, Feedback, Wünsche?

Wenn du Fragen hast, mir Feedback geben magst oder auch Themenwünsche, kommentiere direkt unter diesem Artikel. Ich freue mich sehr über jede Resonanz. Auch eine Mail kannst du mir gern senden an stephanie.ristig-bresser@gemeinwohl-oekonomie.org. Wenn du überlegst, in der GWÖ aktiv zu werden oder mit deinem Unternehmen in Erwägung ziehst, eine GWÖ-Bilanz zu machen, kannst du mich ebenfalls sehr gern kontaktieren. Ich bin innerhalb der GWÖ gut vernetzt, so dass ich dir vielleicht einen Einstieg erleichtern kann.

Wenn du mehr zu mir wissen magst, schaue gern auf meine Website. Dort starte ich u.a. auch gerade mit einer Serie über die neuen Globalen Nachhaltigkeitsziele und was du selbst zu ihrer Erreichung beitragen kannst. Du kannst mich auch gerne auf meiner Facebook-Seite  besuchen.

Ich freue mich auf und über unseren Austausch!

Herzliche, wirtschaftswandelfreudige Grüße

Steffi

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