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Sex oder Kampf? Versteckte Machtspiele in deinem Bett

Liebe Leserin, lieber Leser,

Sexualität ist etwas Wundervolles und Belebendes – vorausgesetzt, sie ist frei von bewussten oder verstecktem Kampf. Ich habe ich mich gefragt, wieso Sexualität in Beziehungen manchmal so schwer zu sein scheint. Klar, in langen Beziehungen gewöhnen wir uns aneinander, und die Aufregung wird weniger. Das soll in diesem Artikel nicht das Thema sein.

Haben Frauen und Männer wirklich so unterschiedlich Lust auf Sex?

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Oberflächlich scheint die Lage klar zu sein, wieso in Beziehungen einer immer unter Sexmangel leidet: Frauen haben weniger Lust auf Sex als Männer.

Diese These konnte ich nicht glauben. Ja, Frauen haben oft anders Lust als Männer, und ihre Libido ist quasi störanfälliger. Aber über die Jahre konnte ich sehen, dass Frauen genauso viel Lust auf Sex haben wie Männer, wenn sie ihre Lust lieben und sich gut kennen.

An der unterschiedlichen Lust scheint die Sexdysbalance also nicht zu liegen.

Alltag und Nähe schafft eine andere Form von Sexualität

Der Alltag und eine immer größer werdende Nähe begünstigt, dass die Sexualität eines Paars tendenziell weniger und weniger aufregend wird. Dafür kann sie tiefer, inniger und bedürfnisorientierter werden. Das ist eine sehr schöne Qualität.

Doch genau mit diesem Alltag und mit dieser Nähe kommt häufig auch Frust einher.

Harmoniesucht wird zur Sexfalle

Vor allem bei sehr harmoniebedachten Menschen werden Ärgernisse oder Frustthemen weniger angesprochen. Schließlich will man den Frieden nicht stören. Und eigentlich ist auch alles schön. Eigentlich.

Über die Zeit hinweg häuft sich jedoch dieser Ärger immer mehr an und die Harmoniesucht wird zur Sexfalle. Denn wer unterschwellig wütend ist, hat keine Lust auf Nähe, Zärtlichkeit und sich öffnen.

Wenn Sex zur Währung wird

kampf-DominaHäufig beobachte ich diese Dynamik bei Frauen. Doch auch Männer sind davor nicht gefeit. Erst vor ein paar Wochen habe ich mit einem jungen Mann gesprochen, der mir sagte, dass er mit seiner Freundin keine Zärtlichkeiten austauschen kann, wenn er wütend auf sie ist.

Was wir jedoch beobachten können, wenn die Frustrationen nicht geklärt werden, dass Frauen in den Modus fallen: „Wenn du xy nicht tust, gibt’s auch keinen Sex.“ Oder: „Weil du dies und jenes nicht gesehen/getan/geschätzt hast, verweigere ich mich dir gegenüber.“

Teufelskreis

Anfangs ist das oft nur ein Gedanke oder ein Gefühl. Staut sich Frust jedoch an und merkt man, dass man es dem Partner mit der Verweigerung „heimzahlen“ kann, lernen wir ganz nebenbei, dass sexuelle Verweigerung eine sehr wirksame und nicht konfrontative Art der Bestrafung ist. Das wird jedoch zur Falle. Denn schleift sich dieses Verhalten ein, wird die Sexualität das Streitthema, nicht mehr das, was eigentlich auf den Tisch gehört. Und damit schaufelt man sich das eigene Grab: Man ist unzufrieden UND hat keinen Sex, weshalb man noch unzufriedener wird.

Der Teufelskreis, der zum Kampf wird

Daraus kann sich über die Jahre ein richtiger Machtkampf entzünden. Ich erinnere mich an eine Coachee, die mit ihrem Mann bereits 17 Jahre in einer Beziehung war. Sie sagte: „Ich weiß gar nicht mehr, wie das genau angefangen hat. Mittlerweile glaube ich bei den wenigen Malen Sex, die wir noch haben, dass er mich besiegt hat. Dabei war das alles mal ganz anders.“

Wenn der Machtkampf nicht in die Beziehung gehört

kampf-SexSie konnte ihrem Wunsch der Nähe und Sexualität gar nicht entsprechen. Denn jeder sexuelle Kontakt bedeutete für sie eine Niederlage. Sie steckte in einer Zwickmühle. Eigentlich wollte sie Sex, und sie wollte gewinnen. So verlor sie prinzipiell immer, da sie weder Nähe erlebte, noch andere Machtspiele gewann.

Diese „anderen“ Machtspiele machten mich hellhörig und ich fragte sie danach, was sie denn nicht gewinnen würde. Sie antwortete: „Ich hab immer das Gefühl, mich behaupten zu müssen. Ich will, nicht, dass er mich einfach so berührt. Und wenn er es darf, dann hab ich das Gefühl, das unterbinden zu müssen, um keinen Präzedenzfall zu schaffen.“

Wir unterhielten uns weiter und stellten fest, dass es in der Abgrenzung zu ihrem Mann um etwas völlig anderes ging. Zum einen hatten ihre Eltern immer wieder nachdrücklich gesagt, was sie als Kind zu tun und zu lassen hatte. Und sie erzählte mir, dass sie in ihrer Jugend mehrere sexuelle Grenzüberschreitungen erlebt hatte.

Sexueller Missbrauch und Kampf in der Beziehung

Deshalb betrachteten wir die Situationen damals, und die Situation mit ihrem Mann heute. Wir stellten die Unterschiede heraus.

  • Der Kontext
  • Die Beziehung zu einander
  • Die Absicht der Berührung
  • Das Alter
  • Das eigene Bedürfnis

… waren Dinge, die völlig verschieden waren. Das half ihr, die Situationen emotional zu trennen. Für den Alltag bat ich sie zu beobachten, aus welchen Gründen sie in den Machtkampf einstieg.

  • Bin ich gerade ärgerlich?
  • Fühle ich mich verletzt von meinem Partner?
  • Spüre ich mich selbst?
  • Habe ich Raum für mich?
  • Erinnert mich etwas an früher?

Damit öffneten wir ihr die Tür für Intimität auf ihrer Seite. Sie konnte Nähe und Sexualität nach und nach wieder zulassen und genießen. Und sie konnte sich abgrenzen, wenn sie keine Lust hatte.

Muster erkennen und öffnen

Dieses Muster beobachtete ich nicht nur bei ihr, sondern auch bei anderen Coachees mit Grenzverletzungen im Hintergrund. Und der wichtigste Schritt ist immer, erst zu erkennen, dass es sich um Kampf handelt, dann zu prüfen, ob dieser ausgefochten werden muss, oder nicht in die Beziehung gehört. Damit können die Räume für Begegnung wieder weit werden.

 

In diesem Sinne viel Freude für Öffnung

Claudia

www.claudia-elizabeth-huber.de

Alle Artikel von Claudia Elizabeth Hubert gibt es hier.

 

 

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Wie du die Wunden deiner Weiblichkeit heilst

 

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