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Mit Slow Sex zu neuer Lust in der Ehe

Es ist kein Geheimnis, dass die Lust in der Ehe mit den Jahren oft weniger wird und Sex irgendwann eher zu den selteneren Ereignissen des Miteinanders gehört. Das gilt übrigens für die meisten Langzeitpaare, nicht nur für Eheleute. Ein Zeichen dafür, dass etwas grundlegend mit der Beziehung nicht mehr stimmt, muss das nicht sein. Lustlosigkeit kann jedoch ein Indiz dafür sein, dass beide Partner wieder wacher im Sein miteinander sein könnten. Achtsamer.

So, wie sich Liebende in den ersten Monaten und Jahren anschauen, berühren, küssen. Wie sie jede kleine lustvolle Regung beim anderen aufmerksam beobachten und darauf eingehen.

Wie sich die Lust in der Ehe auf leisen Sohlen verabschiedet

Nach vielen gemeinsamen Jahren miteinander kennen wir den Körper unseres Partners quasi in und auswendig. Wir kennen die Punkte, die besonders empfindsam sind. Wir wissen, was unser Gegenüber mag. Eigentlich eine schöne Sache, denn so müssen wir nicht raten. Wir fühlen uns sicherer und wissen, wie wir Freude bereiten können. Leider sorgt dieses Wissen aber auch schnell dafür, dass wir unser eingespieltes “Programm” abspulen. Dass wir nicht mehr richtig hinschauen und eingehen auf das, was in unseren Armen und unter unseren Berührungen geschieht. Weil wir ja wissen, was als nächstes zu tun ist. Und so hält unbeabsichtigt von Mal zu Mal ein wenig mehr Langeweile im Bett Einzug …

Yella und Samuel Cremer kennen diese schleichende Prozesse ziemlich genau. Das Paar beschäftigt sich seit vielen Jahren mit erfüllender Sexualität und Persönlichkeitsentwicklung. Die beiden wissen aber auch sehr genau, dass dies nicht der einzige Weg sein muss, der für Langzeitpaare vorgesehen ist. Eine Partnerschaft kann selbst nach vielen gemeinsamen Jahren noch viele lustvolle, leidenschaftliche und aufregende Momente bereithalten. Und sogar, wenn das Liebesleben schon richtig eingeschlafen ist, gibt es durchaus Wege zurück zur gemeinsamen (!) Lust. Ein Weg, den Yella und Samuel dafür vorschlagen, ist Slow Sex.

Mehr als nur slow

lust-in-der-eheWer jetzt bei dem Begriff “Slow Sex” glaubt, die Lösung aller Bett-Probleme läge allein darin, einfach langsamer zu machen, der irrt. Slow Sex ist nicht bloß Blümchensex in Zeitlupe. Sondern tief berührender, erfüllender Sex. Der ohne Druck und Stress immer wieder zu berauschender Intimität führt. Der leicht gelingt, pure Freude bereitet und beide Partner wirklich glücklich macht. Sex, der neue, tiefe Verbundenheit schenkt und sich zugleich erfrischend auf die Beziehung auswirkt. Und wie dieser Sex möglich wird, erklären uns Yella und Samuel in ihrem Gastbeitrag:

Slow Sex Schritt für Schritt üben

Slow Sex zu praktizieren ist ganz leicht. Schließlich ist er nur normaler Sex, der absichtslos, entspannt und achtsam geschieht. Doch viele, die sich an Slow Sex heranwagen, empfinden ihn am Anfang als sehr ungewohnt. Wir haben uns sehr genau Gedanken gemacht, wie gelungener Slow Sex aussieht und wie man dorthin kommt, wenn man vorher noch nie davon gehört hat. Daraus, sowie aus unseren eigenen Lernerfahrung, haben wir drei Übungsphasen entwickelt. Um dich schrittweise an Slow Sex heranzuführen, haben wir uns bei diesen Phasen auf folgende Punkte konzentriert, die erfahrungsgemäß die größten Hürden darstellen, wenn man von konventionellem Sex zu gelungenem Slow Sex kommen will:

  • Orgasmus
  • Bewegung
  • Erregung

 

Anhand dieser Punkte kannst du sehr schön beobachten, wo du dich im Slow Sex-Lernprozess befindest. Die meisten Paare haben schon während der ersten Lernphase sehr schöne Erfahrungen und erleben eine tiefe Transformation.

Am Ende der dritten Übungsphase steht der Slow Sex, den wir „Free Flow” nennen. Im Free Flow kannst du so viele Orgasmen haben, wie du möchtest, dich so viel bewegen, wie du möchtest und deine Erregung kann sich an einem beliebigen Punkt zwischen 0 und 10 auf der Erregungsskala befinden. In dieser Phase kannst du machen, was dir gefällt, es gibt keine Regeln mehr. Generell gibt es beim Slow Sex keine Regeln, solange er gelingt. Denn Slow Sex beschreibt eher eine Haltung, als ein Regelwerk oder genaue Prozessschritte.

Doch nun zu den Hürden, die ihr auf dem Weg zu erfüllendem Slow Sex gemeinsam überwindet:

Orgasmen:

In den drei Übungsphasen sind keine Orgasmen vorgesehen. Das stellt für die meisten Paare eine große Herausforderung dar, denn beim konventionellen Sex geht es oft um den Orgasmus. Mit der Regel, keinen Orgasmus beim gemeinsamen Sex zu haben, legst du jedoch ein wichtiges Fundament für den Slow Sex. Bei dieser Regel geht es auch sehr um das sexuelle Vertrauen. Das Schöne ist: Wenn du mit deinem Partner* vereinbarst, dass ihr beim gemeinsamen Sex während der Übungsphase keine Orgasmen habt oder es nicht darum geht, Orgasmen zu erreichen, wirst du das gemeinsame Beieinandersein uneingeschränkt genießen können. Damit befindest du dich vollkommen im Jetzt und kannst zulassen, was auch immer kommen mag, ohne dich unter Orgasmusdruck zu setzen.

Was wir am Anfang unserer eigenen Slow Sex-Reise entdecken durften: Wenn du beim Sex weißt, dass es nicht um einen Orgasmus geht, entsteht für dich eine ganz neue „Erlebenswelt”. Du entdeckst unzählige „Süßigkeiten” an deinem Partner*, die du genießen kannst: besonders „köstliche” Stellen am Körper, die deiner Hand schmeicheln, Hautwärme, der liebevolle Blick deines Partners*, weiche Lippen und vieles mehr.

Erregung:

Der zweite Punkt, der innerhalb der Phasen beachtet wird, ist die Erregung. Auf dem Weg zum Slow Sex achtet ihr darauf, dass eure Erregung nicht zu hoch wird. Ein wichtiger Grund, die Erregung nicht zu hoch ansteigen zu lassen, liegt auf der Hand. Ist sie zu hoch und du darfst keinen Orgasmus haben, führt das häufig zu Frustration. Außerdem ist es eine sehr hohe Kunst, mit hoher Erregung absichtslos und entspannt zu bleiben. Mit niedriger Erregung ist es viel leichter, absichtslos zu bleiben und auf einen Orgasmus zu verzichten, ohne frustriert zu sein. Das heißt jedoch nicht, dass es nicht sehr genussvoll ist – und das findest du am besten beim Üben heraus. Um es hier nochmals zu verdeutlichen: Für Slow Sex brauchst du keine Erregung. Denn Slow Sex braucht keine Lust, um zu sättigen und zu nähren.

In Phase I geht es darum, keine höhere Erregung als 2 zuzulassen (auf der Erregungsskala von 0 bis 10). Hier sammelst du Erfahrung, wie es ist, ohne viel sexuelle Erregung und Lust sexuelle Nähe zu haben. Das ist die allerwichtigste Lernerfahrung und legt das Erkenntnis-Fundament für alles, was später kommt. In Phase II darf die Erregung ein wenig höher sein und in Phase III darf sie noch etwas höher sein, jedoch nicht so viel, dass du Gefahr läufst, einen Orgasmus haben zu wollen.

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Bewegung:

Wir empfehlen dir in der ersten Lernphase, dich gar nicht zu bewegen. Dein Körper sollte in dieser Phase komplett entspannt sein. Erlebt miteinander in der ersten Lernphase einfach, wie der Penis in der Vagina ruht. Das hilft den meisten Menschen auch dabei, die Erregung geringer zu halten und die Absichtslosigkeit zu trainieren. Verstehe unsere Beschreibung nicht so rigide, dass du dich wie eingefroren verhältst oder deinem Partner* jede Bewegung sofort verbietest. Natürlich dürft ihr euch immer streicheln, küssen und euch aneinanderdrücken. Es soll jedoch keine immerwährende Körperbewegung und vor allem keine ständige Beckenbewegung stattfinden. Denke in der ersten Phase am besten an eine gemütliche Hängematte, entspanne dich hinein und genieße den Kontakt, die Wärme und die stille Nähe zu deinem Partner*.

In der zweiten Phase sind wenige kleine Bewegungen des Beckens erlaubt. Diese Bewegungen sollen aus dem Körper selbst kommen und nicht „gemacht” sein. Sie werden eher zugelassen, als dass sie aktiv gemacht werden. Dabei hilft es, in den Körper hinein zu lauschen und wahrzunehmen, wo ein Impuls zur Bewegung entsteht. Das schult besonders die Achtsamkeit für den eigenen körperlichen Impuls. Wir verstehen das Lauschen als ein achtsames, neugieriges Hinfühlen, wo im Körper etwas Genussvolles auftaucht, nicht ein Machen der Lust.

In der dritten Phase kannst du mehr Bewegung zulassen. Auch hier machst du die Bewegung nicht absichtsvoll, sondern hältst die Aufmerksamkeit achtsam auf deinen Körper gerichtet und gibst den Impulsen mehr nach als in den Lernphasen zuvor, weil du jetzt auch mehr Erregung zulassen darfst. Dabei ist es in Phase drei besonders wichtig, dass du durch die Bewegung nicht über einen Erregungsgrad von 6 kommst. Lasse dich durch die Liebesimpulse und sexuellen Gefühle in deinem Körper bewegen. Verwende immer wieder den Slow Sex-Test, um zu verhindern, dass du frustriert aus der Begegnung gehst. Das schult dich in der absichtslosen Achtsamkeit.

Alle Phasen haben stets Folgendes gemeinsam:

  • Sie haben alle kein Ziel. Auch am Ende in Phase III gibt es kein Ziel. Man ist immer im Moment und horcht auf den Körper, was als Nächstes geschieht.
  • Mit den Bewegungen holt man sich nicht absichtlich mehr Lust, man lässt die Bewegungen geschehen, lauscht und lässt sich von den entstehenden Gefühlen überraschen
  • Der Körper ist in jeder Phase entspannt. Jeder Körperteil soll immer wieder absichtlich entspannt werden.
  • In allen vier Phasen geht es darum, dass man genießt, was „da” ist und nicht vorausplant, was noch alles Schönes kommen mag, auch nicht den Orgasmus.

Wir wünschen euch viel Freude beim Üben und genussvolle Free Flow-Momente!

Yella & Samuel

 

Noch ein Hinweis: Im Artikel haben wir für eine leichtere Lesbarkeit die Formulierung “Partner*” gewählt. Diese gilt natürlich für beide Geschlechter –  für Männer und Frauen.

 

Über Yella und Samuel:

lust-in-der-eheYella Cremer forscht und lehrt seit über 20 Jahren zu Sexualität und Persönlichkeitsentwicklung. Sie gründete u.a. die Liebes- und Sexschule LoveBase und schrieb Ratgeber wie “Das G-Punkt Handbuch für Sexgötter”. Samuel ist Trainer, Coach und Autor (“Tu was Du liebst und Du musst nie wieder arbeiten”).

Gemeinsam verantwortet das Paar den Slow Sex Onlinekurs Lust Lauschen und hat nun auch ein Buch über Slow Sex veröffentlicht: “Liebe würde Slow Sex machen”

 

 

 

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