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So kannst du deine Zukunft füttern: Feedforward statt Feedback

Wir können unsere Zukunft selbst gestalten, und das schon mit einem bewussten Feedforeward…

Ein Kurzurlaub in einem wunderschönen Hotel.

Nicht alles lief rund, es gab einige kleinere Anlässe genervt zu sein. Bei der Abreise erzählten wir der Hotelleiterin ein paar unserer Erlebnisse – vorwurfsfrei und ohne irgendeinen Hintergedanken. Sie merkte, dass es nicht unser Anliegen war, eine Beschwerde gegen sie loszuwerden, sondern Anregungen für ihr Haus.

zukunft-fuettern1So war sie offen für unsere Vorschläge und nahm sich Zeit dafür. Sie machte sich Notizen, fragte nach und bedankte sich aufrichtig für den hilfreichen Einblick aus Gästesicht. Manches davon war tatsächlich eine völlig neue Perspektive für sie.

Unsere kleinen Genervtheits-Wölkchen waren verschwunden, denn wir hatten unsere Ärger-Energie konstruktiv genutzt, um Verbesserungen anzustossen.

Weil wir nicht beim Problem stehen geblieben sind, sondern uns als Teil der Lösung einbringen konnten. 

Wir haben uns nicht in Details darüber verloren, was nicht geklappt hat, sondern überlegt, wie es in Zukunft besser laufen könnte. Wir haben gemeinsam die Zukunft „gefüttert“ und ab einem bestimmten Punkt hat das richtig Spaß gemacht. Unsere Ideen wurden immer kreativer. Rückblickend glaube ich, dies war der wesentliche Schlüssel dafür, dass es für beide Seiten ein gelungenes Gespräch war.

In der Kommunikation nennt man dieses Vorgehen Feedforward, also „vorwärts füttern“ – die Zukunft eben. Nicht nur die Vergangenheit wie beim Feedback.

Die Prinzipien des Feedforward gehen auf Dr. Marshall Goldsmith zurück, einen amerikanischen Unternehmensberater und Führungskräfte-Coach:

„Focus on the promise of the future rather than the mistakes of the past. We can change the future, not the past.“

(“Konzentriere dich auf das Versprechen der Zukunft und nicht auf die Fehler der Vergangenheit. Wir können die Zukunft verändern, nicht die Vergangenheit. “)

Natürlich ist klassisches Feedback in bestimmten Situationen wichtig:

Zukunft-fuettern2im Mitarbeitergespräch bei der Reflexion des vergangenen Jahres, bei Kritikgesprächen zur Verdeutlichung bestimmter Sachverhalte, zur Ursachenforschung bei Problemen – überall dort, wo es um Rück-Meldung geht, also um bewusste Vergangenheitsbetrachtung.

Wenn man aber dort nicht stecken bleiben will, ist Feedforward eine weiterführende und ergänzende Variante im Methodenkoffer, die unser Handlungs- und Kommunikationsrepertoire erweitern kann und – so die Erfahrung von Dr. Goldsmith – kaum auf Widerstand stösst, weil der Empfangende sich seltener persönlich angegriffen fühlt.

Denn auch wenn wir uns noch so sehr um konstruktives, wertschätzendes Feedback bemühen und nach allen Regeln der Kunst nur ein bestimmtes Verhalten eines Menschen und nicht die ganze Person bewerten: Feedback und Kritik offen anzunehmen, fällt den meisten von uns äußerst schwer.

Ehe wir uns versehen, sind wir im Erklärungs- oder Rechtfertigungsmodus gelandet, weil wir uns angegriffen oder abgewertet fühlen – und dies, obwohl wir doch zur jeder Zeit unser Möglichstes gegeben haben.

Dieser abwehrende Modus verhindert dann aber meist, dass das Gehörte in uns seine Wirkung entfalten kann, und wir etwas daraus für die Zukunft lernen.

Feedforward ist leichter anzunehmen, weil es durch die Ausrichtung auf die Zukunft nicht den Finger in die Wunde legt, sondern einen anderen Geist transportiert: Wir stellen uns nicht über den anderen, sondern bieten Ideen an und suchen gemeinsam nach Lösungen und Weiterentwicklung.

Wir packen den anderen nicht in die Schublade „Da hast du wieder mal…!“, sondern ermutigen mit einem „Wie wäre es damit?“ zu mehr Erfolg.

Ähnlich wie Feedback folgt auch Feedforward einigen klaren Spielregeln, damit es auf fruchtbaren Boden fallen kann:

  • Es wird nicht aus heiterem Himmel und zwischen Tür und Angel verteilt, sondern der Empfangende signalisiert klar seine Bereitschaft dafür.
  • Es wird festgelegt, für welches konkrete Anliegen Vorschläge erwünscht sind, z.B. „Wie könnte ich Besprechungen noch klarer moderieren?“
  • Ein oder mehrere Feedforward-Geber stellen ihre Vorschläge für konkrete Verbesserungen zur Verfügung, und der Empfangende notiert sich diese zunächst kommentarlos, ohne sie sofort in gut – schlecht, machbar – nicht machbar etc. zu bewerten. Es geht zunächst ausschließlich ums Empfangen und Einsammeln. Dazu reichen meist wenige Minuten ohne vorher die Hintergründe der Frage detailliert verstehen zu müssen.
  • zzkunft-bauenKommentare zur Vergangenheit sind zu keiner Zeit erlaubt. Auch nicht durch die Blume: „Da du ja dazu neigst, die Teammitglieder zu lange reden zu lassen, solltest du künftig…“. Das ist sehr verführerisch, erzeugt beim Gegenüber aber sofort den Impuls zur Gegenwehr („Stimmt doch gar nicht…“) und zerstört die offene Atmosphäre. Wir blicken nicht zurück. Wir müssen nicht erklären, warum wir auf diese Idee gekommen sind. Es geht auf direktem Wege in die Zukunft: „Du könntest für alle Teilnehmer künftig dieselbe Redezeit festlegen und stellst jeweils die Uhr.“
  • Der Empfangende bedankt sich am Ende für alle Vorschläge – unabhängig davon, ob er sie umsetzen möchte. Sich zu bedanken heißt nicht einverstanden zu sein, sondern es ist ein Dank für die Zeit, die sich die anderen genommen haben, um ihre Ideen zu teilen.
  • Anschließend können die Rollen getauscht werden, und die nächste Person erhält Input zu ihrer Frage.

Dieses Vorgehen können wir übrigens auch im Dialog mit uns selbst nutzen:

Statt mit dem Wie und Warum der Vergangenheit zu hadern und ewig auf einem gemachten Fehler herum zu kauen, können wir uns direkt fragen: „Wie könnte ich es beim nächsten Mal noch ein kleines bisschen besser machen? Wenn auch nur 1%? Selbst wenn nur ich es bemerke und dadurch mehr mit mir und meinen Werten im Reinen bin?“.

So stoßen wir die eigene Entwicklung an. Und füttern nicht nur unsere Zukunft durch höhere Selbstwirksamkeit, sondern auch unseren Selbstwert.

Entwicklungsfreudige Grüße,

Katja Lutz-Deklerk

katja@lutz-deklerk.de

+++

 

 

Bitte kommentiere doch diesen Artikel, wir sind gespannt auf dich!

  • In welchem Bereich wünschst du dir Entwicklung für deine Zukunft? 
  • Stellst du dir nach vorne gerichtete Fragen?
  • Wen könntest du um Feedforward bitten, um ein großes Ideen-Buffet zu erhalten, aus dem du frei wählen kannst?

 Hier findest du noch mehr Inspiration:

“Du sollst nicht bewerten” – 4 einfache Wege damit aufzuhören

 

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