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Tipps für richtiges Netzwerken und erfolgreiche Kooperationen

Richtiges Netzwerken gehört heute mit zu den wichtigsten Aspekten für berufliches Vorankommen und eine erfolgreiche Selbständigkeit. „Erschöpfe dich nicht in Einzelanstrengungen, sondern schließe dich mit Gleichgesinnten in Netzwerken und Kooperationen zusammen. Zusammen erreicht ihr mehr.“ So lauten häufig Empfehlungen – vor allem für Selbständige und Unternehmer.

Warum nur berichten viele Coaching-Klienten dann so frustriert von ihren Erfahrungen in Netzwerkgruppen und Kooperationen? Vielleicht weil sich manche Menschen zu unbewusst und ungeschickt darin bewegen, wie folgendes reales Beispiel zeigt:

Ein Mann kommt zum ersten Mal zu unserem Austausch von Selbständigen und Angestellten. Hier treffen wir uns regelmäßig, um uns gegenseitig in der beruflichen Entwicklung zu fördern. Wie gewohnt startet das Treffen mit einer kurzen Runde, in der die Anwesenden interessante Erfahrungen oder Informationen teilen, eine konkrete Frage stellen oder einen Wunsch nach Feedback äußern. Als der „Neue“ an der Reihe ist, zieht er einen Stapel Flyer aus der Tasche und nutzt seine Redezeit ausschließlich dazu, Werbung für sein kostenpflichtiges Seminar zu machen. Alle sind genervt, niemand meldet sich an. Er geht enttäuscht und kommt nie wieder.

Ein klassischer Fall eines erfolglosen Netzwerkversuchs, der an den berühmten Elefanten im Porzellanladen erinnert und zum Scheitern verurteilt war. Warum? Weil der “Neue” typische Fehler machte.

8 Typische Fehler beim Netzwerken:

  • 1. Fehler: Der „Neue“ war ausschließlich auf das eigene Anliegen fokussiert, was egoistisch wirkt.
  • 2. Fehler: Er hat den anderen Teilnehmern keinen Nutzen gestiftet und damit die Grundvoraussetzung für erfolgreiches Netzwerken missachtet.
  • 3. Fehler: Er hatte nicht wirklich verstanden, dass sich die Gruppe als Arbeits- und Austauschgruppe definierte und nicht als Marketingplattform.
  • 4. Fehler: Er ist mit der Tür ins Haus gefallen und wollte den Anwesenden ungefragt sein Produkt verkaufen.
  • 5. Fehler: Er hat nicht geprüft, ob die anderen Mitglieder überhaupt seine Zielgruppe sind und Bedarf an seinem Angebot haben.
  • 6. Fehler: Er hat ihnen keine Möglichkeit gegeben, ihn erst einmal kennen zu lernen und Vertrauen aufzubauen.
  • 7. Fehler: Er hat durch seine Vorgehensweise in der Gruppe einen bleibend schlechten Eindruck hinterlassen. Dieser Einruck wirkt über dieses Treffen hinaus und steht jeder Weiterempfehlung im Wege.
  • 8. Fehler: Er hat – trotz Feedback der Moderatorin – keine weitere Zeit investiert und keine Kontakte gepflegt, um diesen Eindruck zu revidieren.

6 Tipps, mit denen du erfolgreich Netzwerke aufbaust 

  1. Gemeinsame Ziele und Interessen abgleichen

    Menschen bleiben nur dann freiwillig zusammen, wenn sie füreinander interessant sind und sich gegenseitig inspirieren, unterstützen und fördern. Frust und Unbehagen entstehen meist dann, wenn die Mitglieder zu unterschiedliche Ziele und Interessen verfolgen. Oder wenn sie Bedürfnisse nur einseitig befriedigen bzw. wesentliche Spielregeln missachten.

  2. Passende Kontakte finden

    richtiges-netzwerken-erfolgreichWenn du dir von Netzwerktreffen wirkungsvolle Multiplikatoren-Effekte und Empfehlungsmarketing durch die Mitglieder erhoffst, dann wirf einen genauen Blick auf deren Zielgruppen. Denn was nutzt es, wenn du eine Beratungsdienstleistung für Start-ups anbietest, sich die anderen Mitglieder aber ausschließlich in großen Konzernen bewegen? Wenn sie also kaum jemanden kennen, der deine Dienste benötigt. Suchst du eine Akquise-Plattform, brauchst du andere Netzwerke, als wenn du fachlichen Austausch, Wissenstransfer oder Feedback wünschst.
    Grundsätzlich gilt: Idealerweise triffst du dich nicht nur mit Suchenden, sondern auch mit Menschen, die bereits erreicht haben, was du anstrebst – und umgekehrt. So macht ihr euch gegenseitig erfolgreicher.

  3. Nutzen stiften

    Wenn die Balance aus Geben und Nehmen langfristig nicht stimmt, dann scheitert jedes Netzwerk. Wenn zu viele nur hungrig am Tisch warten, dass die anderen Essen mitbringen, dann werden nicht alle satt. Netzwerken heißt in erster Linie Beziehungen zu pflegen. Dies beginnt mit der Bereitschaft zu geben. Beispielsweise kann das bedeuten: ein offenes Ohr zu haben, anregende Fragen zu stellen, einen passenden Link oder eine Erfahrung zu teilen, einen Kontakt zu vermitteln …

  4. Den eigenen Wert erlebbar machen

    Menschen empfehlen gerne auf der Basis persönlicher Überzeugung weiter. Jede „faule“ Empfehlung fällt schließlich auf sie zurück. Wie also kannst du deine Fähigkeiten für die Netzwerkmitglieder direkt erlebbar machen? Wie kannst du ihnen eine positive Erfahrung bescheren, sodass eine persönliche Bindung entsteht? Dies gelingt, wenn Netzwerktreffen nicht bloß Tauschbörsen für Informationen oder Bühnen der Selbstdarstellung sind. Sondern wenn die Treffen selbst bereits bereichernde Erlebnis- und Begegnungsräume zwischen Menschen sind.

  5. Die innere Haltung prüfen

    Weiterempfehlung hat viel mit Vertrauen in die Kompetenz eines Menschen und mit der Sympathie für ihn zu tun. Vertrauen entsteht, wenn wir Menschen in ihren Worten und Taten als übereinstimmend und verlässlich erleben. Sympathisch sind uns Menschen, die sich ehrlich für uns interessieren und uns Gutes tun. Menschen, die nicht sofort eine Gegenleistung von uns erwarten oder ständig fordern.
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    Zu den Frustquellen in Netzwerken gehören die taktischen Investoren, die berechnen, wie sich ihr Engagement für andere Menschen auszahlt. Ebenso die passiven Besucher, die von einem Netzwerk zum nächsten flattern. Und die ebenso schnell wieder weg sind, wenn nicht das Erhoffte passiert – ohne je aktiv zu werden. Oder die Konsumenten wie der Mann aus unserem Beispiel von oben: Sie lassen sich blicken, wenn sie selbst etwas brauchen. Hat man ihnen dann geholfen, hört man erstmal nichts mehr von ihnen. Die Qualität von Netzwerken lebt von der inneren Haltung ihrer Mitglieder und ihrem wechselseitigen Engagement. Es lohnt sich also genau hinzuschauen – bei sich selbst und den anderen.

  6. Sich mit Stil verabschieden

    Manchmal ist es an der Zeit, eine Gruppe wieder zu verlassen. Manche bleiben dann einfach weg, ohne sich zu verabschieden, was zu Irritationen führt. Je nachdem, wie intensiv der Weg war, den ihr bis dahin gegangen seid, ist es eine Frage des Stils, die gemeinsame Reise würdig zu beenden und ihren Wert anzuerkennen. Am besten so, dass ihr euch gut in die Augen blicken könnt, solltet ihr euch wieder einmal begegnen – zum Beispiel in einem anderen Netzwerk.

 

Herzlich, Katja Lutz-Deklerk

Coaching und Training für achtsame (Selbst-)Führung

Kontakt: katja@lutz-deklerk.de

Kleine Achtsamkeitsfragen für dich:

  • Hast du bereits stärkende Netzwerke oder Kooperationen gefunden?
  • Welche Menschen haben dich dort inspiriert und wodurch genau? Wissen sie das?
  • Auf welche Weise bereicherst du deine Netzwerkpartner*innen?

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