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Transition Towns – „Es ist wesentlich, Gruppen zum Erblühen zu bringen“

Warum Transition Towns Farbe und Achtsamkeit in unsere Städte bringen.

Interview mit Rob Hopkins, dem Initiator und Mitbegründer der Internationalen Transition Town Bewegung, und Verlosung des Buchs „21 Stories of Transition“

Wer den Film „Tomorrow“ gesehen hat, dem ist vielleicht Rob Hopkins als einer der Protagonisten im Gedächtnis geblieben. Gemeinsam mit einigen anderen Menschen hat der Permakulturforscher und Soziologe in seiner britischen Heimatstadt Totnes mit der Gründung der ersten Transition Town einen tiefgreifenden Wandel angestoßen, um die Stadt lebenswerter und freundlicher zu machen, die Menschen wieder zu wirklichen Nachbarn zu machen und sie dazu bewegen, achtsamer mit den Ressourcen des Planeten und mit sich selbst umzugehen. Anstatt sich zu beklagen, was alles nicht geht, fingen Rob und seine Freund*innen einfach mal an, bauten einen Gemeinschaftsgarten auf, gründeten lokale „Unternehmen mit Sinn“, führten eine Lokalwährung ein, starteten Nachbarschafts-Initiativen für mehr Klimaschutz und vieles mehr.

Transition Towns: Ein Interview, ein Podcast und eine Buchverlosung mit 21 Transition-Geschichten

Was 2006 in Totnes startete, ist mittlerweile zu einer weltweiten Bewegung geworden, die in ungefähr 5.000 lokalen Initiativen in 40 Ländern Verbreitung gefunden hat, auch in Deutschland mit etwa 100 Transition Towns/Städten im Wandel. Im Interview beschreibt Rob Hopkins die Idee, die Besonderheiten und die Projekte der Transition Towns. Ich habe das Gespräch in einer gekürzten Version hier verschriftlicht.

Transition TownsWer sich tiefer mit dem Thema „Transition Towns“ beschäftigen mag, die/der kann sich freuen: Wir verlosen ein von Rob signiertes Buch „21 Stories of Transition“, in dem er anlässlich des Welt-Klimagipfels in Paris im vergangenen Jahr Transition-Geschichten aus der ganzen Welt gesammelt hat. Du kannst dich folgendermaßen beteiligen: Schreibe unter dem Artikel im Kommentarbereich, in welchen Bereichen du bereits angefangen hast, dein Leben zukunftsfähiger zu gestalten oder was du planst, demnächst zu tun. Wir verlosen am kommenden Sonntag, 25.09.2016 – also teile gern deine Aktion mit uns.  

Hier jetzt das gekürzte, auf Deutsch übersetzte Interview mit Rob:

Was ist die Kernidee der Transition Towns?

Wir leben in sehr herausfordernden Zeiten, in der unser Überleben davon abhängt, dass wir einen umfassenden Wandel wirklich machen und nicht mehr lange darüber diskutieren. Die Transition Town Bewegung betrachtet diese enorme Herausforderung als eine historische Chance, uns darauf zu besinnen, wie wir unsere Welt eigentlich gestalten wollen und dass wir Menschen uns wieder mit den anderen Menschen, den Plätzen und den Ökosystemen, die uns umgeben, verbinden – und zwar so verbinden, dass wir alle dabei erblühen. Transition ist zupackend, Transition ist praktisch, Transition ist positiv.

Im Vergleich zu anderen Bewegungen: Was ist denn dabei besonders an Transition Towns?

Viele Initiativen versuchen noch immer, unseren gegenwärtigen Problemen mit den gleichen Verhaltensweisen und Mustern zu begegnen, die genau dazu geführt haben. So viele Umweltaktivisten geben erschöpft auf, Konflikte keimen auf, Gruppen zerfallen. Transition basiert auf vielen Lernerfahrungen innerhalb dieser Bewegungen. Eines unserer zentralen Themenfelder ist „Inner Transition“, ein Sammelsurium an Methoden und Erfahrungen, die beschreiben, wie man Gruppentreffen nährend gestalten, wie man Konflikte konstruktiv löst,  wie man Partizipation und Wertschätzung innerhalb der Gruppe stärken kann. Solarzellen auf Dächern zu installieren oder einen Gemeinschaftsgarten anzulegen – das sind die einfachen Dinge. Aber eine Gruppe zum Erblühen zu bringen, das ist die wirkliche Herausforderung. Dazu gehört auch, dass wir uns wichtig genug sind, neue Unternehmensmodelle zu kreieren, um aus unserer Transformationsarbeit neue Jobs zu schaffen. Man kann die Welt nicht mit einem Hobby verändern, man muss komplett neue Berufe und Lebensstile dazu entwickeln.

Die Transition-Bewegung hat gerade ihren zehnten Geburtstag gefeiert. An welche Momente und Aktionen mit Transition Town erinnerst Du Dich besonders gern?

Eines meiner Highlights war es beispielsweises, virtuell per Skype bei der Gründung einer Transition Town in den Favelas von São Paulo in Brasilien dabei sein zu dürfen. Ich saß an diesem Samstagmorgen an meinem Küchentisch und blickte in ein Zelt, in dem Rapper, Nonnen, Indigene mit roten Gesichts-Bemalungen und Federn im Haar, Kinder und alte Menschen gemeinsam feierten und sich so freuten, Teil dieser Transition Town zu sein. Das war schon besonders!

Auch die Premiere des Films „Tomorrow“ war ein Meilenstein – wir fühlen uns fast im Mainstream-Kino angekommen. Eigentlich stehen wir mindestens einmal pro Woche im Transition-Network-Büro um irgendeinen Computer herum und freuen uns über eine Aktion, die wir irgendwo auf der Welt entdeckt haben. Ich glaube, ein Teil unseres Erfolges kommt daher, dass Transition so selbstorganisiert und wenig kontrolliert läuft.  Wir vertrauen den vielen aktiven Menschen, ihre persönliche Interpretation von Transition zu leben, ohne viele Vorgaben zu machen. Es braucht viele unterschiedliche Lösungen. Und Experimente.

Transition TownsIm Vorfeld des Weltklimagipfels („COP21“ genannt), der im Dezember vergangenen Jahres in Paris stattgefunden hat, hast Du 21 Transition-Geschichten aus der Welt gesammelt, die einen Beitrag zu mehr Klimaschutz leisten. Welche dieser Beispiele haben Dich am meisten berührt und von welchen glaubst Du, dass Sie am effektivsten sind?

Mit „21 Stories“ war es mir vor allen Dingen wichtig zu transportieren, was die Menschen vor Ort wirklich berührt. Da bewirken die kleineren Geschichten genauso viel wie die vermeintlich großen, weil sie den Menschen das Vertrauen wiedergeben, dass ihr Handeln wirklich einen Unterschied bewirken kann. Im Repaircafé werden eben nicht nur Fernseher und Smartphones repariert, sondern noch so viel anderes. Genau wie in einem Gemeinschaftsgarten nicht nur Gemüse wächst, sondern auch die Menschen wieder zusammenfinden.

Eines meiner liebsten Beispiele ist das eines sehr kleinen Gemeinschaftsgartens, der inmitten eines Rotlichtviertels in Brüssel entstanden ist. Er hat das komplette Viertel verändert: Früher war es wie ausgestorben, jetzt spielen dort wieder die Kinder auf der Straße. Der Garten hat Menschen in angrenzenden Vierteln inspiriert, das nachzumachen. Aber vor allen Dingen hat diese recht kleine Aktion den Weg geebnet zu einem großen Projekt für und gemeinsam mit Flüchtlingen, bei dem innerhalb von zwei Wochen eine Küche, die 1.000 Menschen dreimal am Tag mit Essen versorgt, ein Gesundheitszentrum und eine Schule aus dem Boden gestampft wurden – alles aus Eigeninitiative und selbst organisiert – ohne auf eine Behörde zu warten, die sich irgendwann mal darum kümmert, dass was passiert.

Jetzt blicken wir mal in die Zukunft: Wir landen im Jahr 2030. Wie wird die Welt dann aussehen und welche Rolle werden Transition Towns in ihr spielen?

Ich hoffe sehr, dass wir im Jahr 2030 nicht mehr über Transition Towns sprechen müssen, weil sie so selbstverständlich geworden sind, dass sie nicht mehr weiter erwähnenswert sind. Transition Towns sind wie Pionierpflanzen in einem neu anzulegenden Wald: Sie verändern den Boden, schaffen ein Mikroklima, dass es möglich macht, dass sich hier der Wald ansiedelt. Nachdem sie diese Rolle erfüllt haben, verschwinden sie langsam. In meiner Vorstellung haben Transition Towns bis zum Jahr 2030 diesen Boden so bereitet, dass es nichts Besonderes mehr ist, sich mit Solarenergie selbst zu versorgen, Teil einer solidarischen Landwirtschaft zu sein, lokale Materialien zum Bau zu verwenden, ein neues Verständnis von Eigentum zu haben, ein insgesamt langsameres Leben zu führen, in dem mehr Zeit füreinander ist und mehr Zeit für Kreativität – ein Leben mit so viel mehr Wachheit, die sich in den Augen der Menschen wiederspiegelt.  Ich hoffe wirklich, dass ich dieses 2030 so erlebe.

Vielen Dank für das Gespräch, lieber Rob!

Mehr über die Transition-Town-Bewegung findest Du hier:
www.transitionnetwork.org
www.transition-initiativen.de   

PS:
Du wunderst dich vielleicht, warum es dieses Mal von mir keinen Artikel zur Gemeinwohl-Ökonomie gibt. Das hat aber seinen guten Grund: Die Transition Town Bewegung und die Gemeinwohl-Ökonomie sind Kooperationspartner! Ich fühle mich beiden verbunden, meine Vision ist es, Elemente von beiden Strömungen und auch ihre Akteure miteinander zu verbinden, um ihnen mehr Relevanz zu verleihen. Wenn du dich darüber freust, weitere alternative Initiativen und Gesichter des Wandels kennen zu lernen, die sich für eine bessere Welt engagieren, kommentiere das auch hier unter dem Artikel. Herzlichen Dank an dich!

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