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Über die Schönheit der Verletzlichkeit und den Umgang mit Schmerz

… weil Verletzlichkeit viel mehr Menschlichkeit transportiert und deshalb attraktiv ist.

In einer Gesellschaft, in der wir meistens darauf bedacht sind, uns gut zu verkaufen und Stärke zu demonstrieren, möchte ich dir eine andere Perspektive aufzeigen. Eine, die die Hochglanz-Fotos bei Instagram und Facebook in Frage stellt und eine, die die Schönheit von Verletzlichkeit aufzeigen möchte.

Ob das nicht ein Widerspruch in sich ist – Schönheit und Verletzlichkeit?

verletzlichkeit, menschDas empfinde ich ganz anders und möchte dich einladen, deine Routine zu durchbrechen und dich darauf einzulassen,  alle deine Masken einmal fallen zu lassen, um wirklich DU zu sein. Echt zu sein. Authentisch auch die Seiten von dir zu zeigen, die du manchmal sogar vor dir selber zu verbergen versuchst.

Denn wir alle haben gelernt, dass es für unsere Umwelt angenehmer ist, wenn wir nett, brav und angepasst sind. Oder wenn wir freudig und gut gelaunt durch den Alltag hüpfen. Niemand von uns hat Fächer wie „Wie gehe ich konstruktiv mit Schmerzen um?“ oder „Wie gehe ich selbstliebend durch die dunkle Nacht der Seele?“ in der Schule gehabt.

Vielleicht wären diese Themen mit behandelt worden, wenn wir das Fach „Glück“ in der Schule gehabt hätten. Denn für mich gehören alle diese Themen zusammen: Ich kann nur glücklich sein, wenn ich alle Facetten und Aspekte meines Wesens kenne und annehmen kann. Auch die dunklen und sogenannten schweren Gefühle.

Wahre Selbstliebe fängt mit der Annahme aller Gefühle an

In der spirituellen Szene hat offenbar ein Selbstoptimierungswahn Einzug gefunden. Gefühle transformieren und sich selbst in einen Freude-Menschen verwandeln, scheint in einigen Kreisen zu einer neuen Optimierungswelle dazu zu gehören.

Schattengefühle werden darin abgespalten oder unterdrückt. Dabei sind gerade diese die Quelle einer echten Selbstliebe. Wenn es dir gut geht, ist Selbstliebe kein Kunststück. Die Meisterschaft der Selbstliebe liegt gerade darin, alle Gefühle – auch Schmerzen, Ohnmacht, Wut, Ängste und depressive Zustände – wie verwaiste Kinder zu umarmen und nach Hause zu holen.

In dein inneres Zuhause.

verletzlichkeit, willkommen.Anstatt sie zu unterdrücken, was du mit einem realen Kind niemals tun würdest, könntest du sie bejahen. Anstatt eine Tablette zu nehmen, um Schmerzen zu betäuben, würdest du JA zu ihnen sagen.

Wie klingt das für dich?

Damit sage ich nicht, dass jeder Schmerz ausgehalten werden muss und schon gar nicht, wenn es sich um chronische körperliche Schmerzen handeln sollte. Doch ich möchte dich einladen, deinen Schmerz als eine Botschaft deiner Seele zu verstehen.

Schmerz als dein persönlicher Bote

„Schmerz ist ein ungeöffneter Brief, den dir dein Körper schickt.

Er schickt ihn dir immer wieder. Bis du ihn öffnest und liest.“

Bahar Yilmaz

Meistens hat sich deine innere Stimme schon lange zuvor gemeldet, doch du hast sie aus unterschiedlichen Gründen überhört. Entweder, weil die Kopfargumente zu laut waren, dein Ego dich in alten Muster gefangen hielt oder weil du zu sehr im Stress-Kreislauf „funktioniert“ hast, um deine leise innere Stimme zu überhören.

Gefühle werden angehäuft und sammeln sich in dir wie ein volles Glas Wasser, das irgendwann voll ist und überkippt. Ein oft körperlicher oder emotionaler Schmerz setzt ein, um dir eine Grenze zu setzen. Es ist ein liebevolles Signal deines Systems an dich, um inne zu halten. Dann hast du die Wahl, ob du es weiter ignorieren möchtest und dir dein Körper weitere Warnungen schicken muss oder ob du den Signalen deines Körpers Gehör schenkst.

Der Kampf gegen etwas, das sich zeigen möchte, kann unerträglich werden und die Angst vor deiner Verletzlichkeit, die für viele eine Form der Schwäche bedeutet, kann dich im wahrsten Sinne des Wortes in die Knie zwingen. Wenn du an einem solchen Punkt in deinem Leben stehen solltest, dann hör´ bitte auf, weiterzumachen und nutze die Lücke zwischen den Gedanken dafür, um eine neue Wahl zu treffen.

Hingabe an den Schmerz und die Verletzlichkeit

verletzlichkeit, HingabeEs scheint uns für den rational-linearen Verstand völlig absurd zu sein und doch macht es Sinn, wenn du statt des Weiter-Funktionierens anfängst, innezuhalten und in den Dialog mit dem Schmerz zu gehen. Öffne deine Arme und sag´ ihm, dass er willkommen ist und dass du ihn bejahst.

Dein Ego wird sich winden und rebellieren, doch du breitest nur innerlich (oder auch äußerlich) deine Arme aus und nimmst den Schmerz an, gibst dich ihm hin und begrüßt ihn wie eine liebende Mutter ihren verlorenen Sohn immer wieder in ihre Arme schließen würde.

Das, was dann passiert, ist auf einer Meta-Ebene die bedingungslose Annahme deiner Schatten-Gefühle und deines inneren Kindes, das die ganze Zeit nach deiner Aufmerksamkeit schrie. Du integrierst die Gefühle, die du bisher unterdrückt oder betäubt hast.

Interessanterweise stirbst du durch die offene annehmende Haltung deines Schmerzes nicht, was dir dein Ego suggerieren möchte, sondern: die Hingabe an deinen Schmerz fängt an, dich zu befreien.

Wenn es für dich noch zu theoretisch und verrückt klingt, dann probiere es gerne aus und sei so mutig, dich dem Schmerz zuzuwenden, anstatt dich von ihm abzuwenden.

Alles, was wir an uns ablehnen, wird irgendwann autonom und versucht, uns auf eine unangenehme Art und Weise auf sich aufmerksam zu machen. Das macht Sinn, oder?

Die Schönheit der Verletzlichkeit entdecken

verletzlichkeit, ZartheitMenschen, die den Mut haben, ihre Gefühle und Schattenaspekte anzunehmen, leben kongruent mit ihrem Innenleben und bejahen immer wieder alles in sich. Das macht sie verletzlich, denn sie zeigen offen, dass sie z.B. etwas nicht wissen, dass es ihnen gerade nicht gut geht oder dass sie gerade eine schwierige Phase durchlaufen.

Das hat nichts mit einem Opferbewusstsein, sondern mit einer wahrhaftigen authentischen Haltung sich selbst und der Umwelt gegenüber zu tun. Sie geben ehrlich zu, wenn ein Tag einmal nicht rosig ist und wissen darum, dass es morgen wieder ganz anders aussehen kann.

Ich atme in der Gegenwart eines Menschen auf, der kongruent das sagt, was er auch fühlt und sich damit auch verletzlich zeigt. Für mich sind es Menschen, die ich als Vorbilder betrachte und die ich in ihrer Verletzlichkeit als unglaublich schön empfinde. Sie vermitteln mir das Gefühl, dass ich mit allen meinen Facetten richtig bin und mich in ihrer Gegenwart auch so zeigen kann, wie ich mich gerade fühle. Ohne Maske und ohne falschen Stolz.

Echtes Mensch-Sein ist für mich damit verbunden, dass ich mich verletzlich zeigen darf, ohne dass es mir als Schwäche ausgelegt wird, sondern es als eine wahre Stärke betrachtet wird. Vor allem aber auch als Zeichen meines Vertrauens, das ich einer anderen Person gegenüber schenke.

  • Was denkst du über Verletzlichkeit und welche Erfahrungen machst du, wenn du dich verletzlich zeigst?
  • Wie gehst du mit Schmerzen um und kannst du sie bejahen, wenn sie da sind?
  • Kannst du Schmerzen als Boten sehen, die dir etwas Wichtiges zu sagen haben?
  • Kennst du Menschen, die du als Vorbilder siehst, weil sie vollkommen mit ihrem Innenleben verbunden sind und weil sie sich verletzlich zeigen können?

Ich freue mich über deine Kommentare und deine Erfahrungen.

In Verbundenheit,

Lidia Schladt

Über die Verfasserin:

Lidia Schladt ist Logotherapeutin, Heilpraktikerin für Psychotherapie, Integraler Coach und Emotionshebamme in der Praxis „Sinn und Werte“ in Bremen.

Homepage: www.lidia-schladt.de

Facebook: https://www.facebook.com/Lidia.Schladt/

Über meine Artikel:

2019 möchte ich nach meinen Artikeln zum Enneagramm tiefer in das Feld der Gefühle einsteigen, die unmittelbar mit den jeweiligen 9 Persönlichkeitsmustern verbunden sind.

Hier findest du alle Artikel von Lidia Schladt.

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