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Ur-teilen oder heilen? Vier Übungen für mehr Selbstliebe und Urteilsfähigkeit

Das größte Hinderniss zur Selbstliebe ist unser innerer Drang andere und uns selbst immer bewerten zu wollen.

Die Frage „Wie oft bewertest oder beurteilst du dich selbst an einem einzigen Tag?“ kannst du sicherlich mit einem eindeutigen „andauernd“ beantworten. Wir alle sind Meister im Be-, Ver- und Urteilen! Wie beginnst du deinen Tag? Am Morgen aufstehen und schon der erste Blick in den Spiegel ist kritisch. Augenringe, Falten – mein Gott siehst du alt aus; schlechte Laune, Termin bei der Kosmetikerin ausmachen! Beim Frühstück sparst du an Genuss, weil du dich zu dick fühlst, die neue Hose ist schon fast zu eng, der Hintern sieht total breit aus in Größe 38. Die Haare führen ein Eigenleben, Haarspray, Gel, schnell los. Wo hast du denn wieder den Schlüssel hingelegt? Du bist ein Schussel, oh shit, war die Kaffeemaschine aus? Du vergisst aber auch alles, langsam wirst du dement.

Bei unseren eigenen, in rasanter Geschwindigkeit ablaufenden Bewertungen schneiden wir immer schlecht ab. Oft regnet die innere Schimpftirade, der eigene Mindfuck den ganzen Tag, und aus ein wenig Abstand betrachtet ist es kein Wunder, dass wir am Abend unglücklich und ausgepowert auf dem ersehnten Sofa relaxen, Kraft tanken für einen nächsten Tag voller verurteilender Bewertungen über uns selbst.

Viele berichten mir in Beratungen, dass sie einen „inneren Urteiler“ haben, der die Selbstverurteilungen ins Ohr flüstert und kein gutes Haar an ihnen lässt. So wie Engelchen und Teufelchen auf der Schulter, gibt es heiße innere Diskussionen zwischen Urteiler und Selbstbewusstsein, und fast immer siegt der Urteiler. Um uns selbst schlecht zu machen, verbrauchen wir einen großen Teil unserer Lebensenergie. Wir sind zu langsam, zu dumm, zu ungeschickt, zu hässlich, haben zu wenig Freunde, erfüllen nicht die Norm, sind unbeliebt, nicht eingeladen und vor allem: einfach nie richtig, so wie wir sind. Die Welt bestätigt unsere eigene Unzufriedenheit, und aus der Werbung, den Medien und der Meinung der anderen suchen wir gezielt die Brocken heraus, die das schon lange gefällte innere Urteil über uns selbst untermauern.

Viele der Glaubenssätze, die uns vorgeben, wie wir auszusehen haben und welche Normen wir erfüllen müssen, um „dabei zu sein“, sind uns schon früh in den Kopf gepflanzt worden. Vielleicht erinnerst du dich noch an das eine oder andere „man muss“ oder „man sollte“, vielleicht klingen dir noch die Worte deiner Oma im Ohr: Ein artiges Mädchen macht so etwas nicht! Oder die wertenden Blicke deiner Mama: Wie siehst du denn wieder aus? Oder der Lehrer in der Schule: Na, da hast du ja mal wieder vollkommen versagt! Oder die stichelnden Bemerkungen des Bruders: Boah, bist du fett geworden! Diese Kommentare und Beurteilungen haben dich ungeschützt emotional getroffen und verletzt, und sie haben das Bild von dir selbst für dein gesamtes Leben nachhaltig geprägt. Selbst wenn du im weiteren Leben hie und da Bestätigungen einsammeln konntest, waren die frühen Verletzungen wie der Schimmel am Brot. Man sieht ihn vielleicht nicht immer sofort, aber es gibt einen gammeligen Beigeschmack bei jedem Biss.

Selbst wenn du dein Leben ganz gut auf die Reihe bekommen hast, hast du innerlich den Stachel gefühlt, den Oma, Lehrer, Mutter und Bruder bei dir gesetzt hatten. Du bist, wie viele von uns, früh in den Mühlen der Tradition und Erziehung zermahlen worden, mit dem Ziel der Anpassung. Und nach ein paar Lebensjahren Übung, wurdest du immer besser darin, dich hervorragend selbst zu verurteilen und dich selbst nicht ernst zu nehmen.

Leider geben wir das in jahrelangem Training Erlernte an unsere Mitmenschen weiter. Wir urteilen nicht nur über uns selbst gemäß den anerzogenen Verhaltensregeln und Werten, wir legen sie auch als Maßstab an, wenn wir unsere Mitmenschen beobachten: „Was hat die denn an?“, „So was macht man aber nicht.“ oder auch der simple und altbekannte Befehl: „Benimm dich jetzt bitte“.

Jedes Mal, wenn man das eigene Wesen bewertet und urteilt, und auch dann, wenn man einen anderen Menschen beurteilt, teilt man tatsächlich einen kleinen Teil der eigenen Person ab. Man distanziert sich emotional immer mehr von sich selbst und entfernt sich meilenweit von der Selbstliebe. So wird das „Ur-teilen“ zum Lebensprogramm der Anpassung. Du bist im Laufe der Jahre regelrecht „zerfallen“ in kleine Portionen und fühlst dich nicht als starke Einheit aus Körper Geist und Seele. Du hast viel zu tun, um deiner Umwelt zu gefallen und mit deinen Einzelteilen Beifall zu bekommen. Du gibst viel Energie, um dich an die jeweiligen Anforderungen deiner Umgebung anzupassen und nicht weiter aufzufallen. Das tut weh! Denn du kannst dich nur wirklich kraftvoll und gesund anfühlen, wenn du „ganz“ bist, alles an dir selbst annimmst, liebst und in deiner Mitte ruhst. 

In jedem von uns gibt es die Sehnsucht nach dieser Mitte, einfach so sein können und angenommen werden, wie du bist. Mit allen Macken, Unebenheiten und Problemchen sein dürfen und sich selbst lieben und geliebt werden. Um wieder ganz zu werden und in diesem Sinne zu heilen, darf man seine abgetrennten Einzelteile zunächst kennenlernen, sie sich eingestehen, sie liebevoll einsammeln, um sich dann selbst zu erlösen. Hierzu können wir die Resonanzmethode effektiv nutzen. Denn der Spiegel, den uns unsere Umwelt vorhält, bietet immer die beste Möglichkeit zur eigenen Entwicklung. Die anderen zeigen uns immer genau die Dinge, die wir an uns selbst überhaupt nicht leiden können. Deswegen lehnen wir diese Personen ab, bewerten oder verurteilen sie. Wenn wir es schaffen, uns in den anderen selbst zu erkennen, haben wir den Schlüssel, uns selbst zu heilen. Das entspannt und macht das Leben erheblich leichter. Hierzu eine kurze Übung für den Alltag:

Wenn du dich bei der Bewertung und Verurteilung anderer Personen oder Situationen erlebst, dann stell dir bitte folgende vier Fragen:

1. Was stört mich am anderen?

2. Was ist die eigene Beschränkung in mir, die mich den anderen so beurteilen lässt?

3. Was hat der andere für Vorteile von seinem Verhalten/ Aussehen, das ich bewerte?

4. Was könnte ich daraus lernen?

übung zur selbstliebeEin Beispiel: Eine sonst selbstbewusste Freundin verhält sich ausgesprochen tollpatschig und unbeholfen, wenn ein Mann in ihrer Nähe auftaucht. Die Männer lieben es, ihr zu helfen, und du selbst ärgerst dich schon seit Jahren über das Phänomen. Zumal du immer alles alleine machen musst.

Die Fragen an dich selbst lauten:

1. Was stört mich an der Freundin?

Mich stört, dass sie sonst so taff ist und sich beim Anblick eines Mannes ändert.

2. Was ist die eigene Beschränkung in mir, die mich die Freundin so beurteilen lässt?

Ich habe gelernt, dass man stolz ist und sich Männern nicht so anbiedert.

3. Was hat sie für Vorteile von ihrem Verhalten?

Sie braucht nur mit der Wimper zucken, und ihr wird sofort geholfen.

4. Was könnte ich daraus lernen?

Ich könnte auch manchmal unbeholfener sein oder bewusst meinen Stolz bei Seite lassen und jemanden um Hilfe bitten. 

Wenn du diese 4 Schritte beherzigst, ist das Thema Urteilen für dich bald erledigt. Du kannst diese Übung sehr schnell und effektiv bei jeder Gelegenheit, in der du andere Menschen bewertest, anwenden, und du erreichst so sehr schnell eine entspannte Haltung dir selbst gegenüber.

Dafür wünsche ich dir viel freude beim ausprobieren.

Stefanie Menzel

Wenn du mehr zu dem Thema Resonanzen und Heilung erfahren möchtest, empfehle ich dir das Buch „Mit der Welt in Resonanz“.

Mehr Infos zur Heilenergetik findest du unter www.stefanie-menzel.com

 

In welchen Lebenssituationen kommst du noch zu sehr ins Urteilen? 

Wie du negative Gedanken auflösen kannst

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