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Versöhnung zwischen den Geschlechtern

Versöhnung zwischen den Geschlechtern aus Männersicht: Raus aus der Opfer-Täter-Spirale und Verantwortung übernehmen für die eigenen Wunden und Taten.

 Immer wieder erlebe ich, wie berührend, verbindend und heilend es ist, wenn Männer  zusammen kommen, etwas gemeinsam unternehmen, sich unterstützen, im Kreis authentisch über sich sprechen und Verantwortung übernehmen für ihr Leben und ihre Gefühle. Und für ihre Wunden und wo sie verletzt haben.

versoehnungIch glaube, wir leben in einer Zeit, in der es die große Chance gibt, das männliche wie weibliche Prinzip ganz neu wertzuschätzen und letztlich zu versöhnen. Es ist an der Zeit, dass Mann und Frau sich ganz neu begegnen, jenseits von Schuld und Vorwurf.

Die zermürbende Spirale verlassen

Elementare Voraussetzung für diese neue Art der Begegnung ist es, dass beide Seiten aus der zermürbenden Spirale von gegenseitigem Beschuldigen und Vorwerfen herauskommen.

Bleibt jede Seite in dieser Täter-Opfer- Spirale mit Schuld, Zorn und Vorwurf hängen, werden dadurch nicht nur immer wieder alte Wunden aufgerissen, sondern es kommen noch gleich neue Verletzungen hinzu.

Der Fingerzeig auf die Täterschaft des anderen Geschlechts trägt letztlich nur zur weiteren Spaltung und Distanzierung bei, statt zu einer neuen Art von Annäherung.

Hierbei geht es nicht darum, die stattgefundenen Verletzungen zu leugnen oder zu relativieren, nein ganz sicher nicht.

versoehnung-maenner-frauenGerade durch das Jahrhunderte andauernde Patriarchat gibt es tief eingefahrene Wunden im kollektiven Gedächtnis.

Die Abwertung des weiblichen Prinzips über Jahrhunderte sollten wir Männer uns immer wieder bewusst machen, den dahinterliegenden kollektiven Schmerz bei den Frauen sehen.

Neben den anhaltenden Ungerechtigkeiten, die es bis heute zwischen Mann und Frau gibt (wie ungleiche Löhne).

Doch bin ich der Meinung, dass es zu einer neuen Wertschätzung oder Begegnung auch dazu gehört, dass wir ebenso die Abwertung des Männlichen in unserer Zeit sehen und benennen. Ja, das gibt es!

Leider werden diese Abwertungen aber oftmals im öffentlichen Diskurs bewusst unterschlagen oder schlichtweg als nicht erwähnenswert eingestuft. Aber sie sind es.

Hier eine kleine Auswahl:

  • Männer wurden in den Krieg geschickt und waren über Jahrzehnte Opfer einer rigorosen Kriegsmaschinerie.
  • Eine systematische Abwertung des männlichen Prinzips in gewissen spirituell/feministischen Kreisen, weil es ausschließlich für alles Böse, für Gewalt und Ausbeutung in der Welt und in Partnerschaften verantwortlich gemacht wird.
  • Bei Scheidungs- und Sorgerechtsprozessen sind Männer häufig die Verlierer, da der Mann vor Gericht tendenziell als Täter und die Frau als Opfer angesehen wird.
  • Tabuisierung und Verschweigen von häuslicher und emotionaler Gewalt von Frauen gegenüber Männern (zB. wird kaum über die Existenz von Männerhäusern in Deutschland diskutiert / berichtet)

versoehung-unterdrueckungWenn ich mir beide Lager anschaue, radikaler Feminismus im Vergleich zu so etwas wie einem radikalen „Maskulinismus“, der vor allem in den USA in Form einer neuen Männerrechtsbewegung erstarkt ist, steigt vor meinem inneren Auge das Bild von Schützengräben auf.

Jede Seite verschanzt sich und zielt aus sicherer Entfernung und mit guten Argumenten auf den anderen. Damit verursachen beide Lager nicht nur noch mehr Hass und Missgunst auf das andere Geschlecht, sondern schaden damit letztlich auch ihrem eigenen Geschlecht. Weil es zu noch mehr Isolation und Anfeindungen führt.

Wie erwähnt: Ich möchte weder die Taten noch Missstände bei Frauen wie Männern aus den letzten Jahrzehnten in irgendeiner Weise negieren oder relativen.

Diese gab und gibt es, und beides will gesehen und gehört werden.

Doch gibt es eben einen hauchfeinen Unterschied zwischen dem Steckenbleiben in ewigen Anschuldigungen und dem Benennen der eigenen Verletzungen aus so etwas wie einer neuen Selbstermächtigung heraus.

Der hauchfeine Unterschied – So gelingt Versöhnung

Der entscheidende Unterschied liegt darin, ob du unbewusst und voller unterdrückter Emotionen aus deinem Schatten heraus über deine Wunden sprichst.

Mit der Absicht den anderen, ob Mann oder Frau,  zu beschuldigen oder zu beschämen.

Oder sprichst du im Lichte deines aus der Dunkelheit geholten Schmerzes, du fühlst ihn, kannst ihn halten und übernimmst volle Verantwortung dafür?

Mit der Absicht, dich dem anderen in deiner ganzen Verletzlichkeit zu zeigen, aber ohne Vorwurf, ohne erneut zu demütigen. Diese Unterscheidung macht viel aus!

Keine Frage: Es ist viel einfacher, den Schmerz regieren zu lassen, sich bei dem anderen zu entladen und ihn mit deiner Wut, deiner Trauer, deinem Hass zu überschütten.

versoeehung-verletzungSprichst du aus dieser Haltung heraus, wirst du vom Opfer zum Täter.

Genau dies ist ja das verhängnisvolle an der Dynamik der Oper-Täter-Spirale:

Ohne dass du dir dessen richtig bewusst bist, in Sekundenbruchteilen, springst du permanent zwischen beiden Seiten hin und her: Ich wurde verletzt und verletze erneut.

Nicht nur, dass du in dieser Haltung  den Kreislauf immer weiter nährst und aufrecht erhältst, weil in den meisten Fällen dein Gegenüber auf genau die gleiche Art und Weise reagieren wird.

Nein, du beraubst dich mit dieser unbewussten Haltung auch deiner Integrität, deiner Selbstermächtigung, einem Ausstieg aus diesem Kreislauf und damit einer wirklichen Heilung deiner Wunden.

Die Kraft der Gruppe

Bei dem Ausstieg aus der Opfer-Täter-Spirale kann dir der Halt einer versoehung-maennergleichgeschlechtigen Gruppe enorm weiterhelfen. Weil es ein schmaler Grat ist, den Schmerz wahrhaftig zu fühlen und ihn „nur“ zu benennen, im Gegensatz zu dem Drang, dich in irgendeiner Weise zu entladen oder zu rechtfertigen.

Es kann schnell dahingehend kippen. Und genau darauf werden deine Brüder und Schwestern achten und dich ggf. darauf aufmerksam machen.

Beispiele für solche Sätze der Verantwortung aus männlicher Sicht können sein:

  • Ich bin Opfer und Täter zugleich
  • Ich bin verletzt worden und habe verletzt
  • Ich übernehme Verantwortung für meine Wunden wie Taten
  • Ich bin Opfer von weiblicher Gewalt und ich war selbst verletzend gegenüber Frauen
  • Ich bin von Frauen emotional missbraucht worden und habe Frauen emotional missbraucht
  • Ich habe Sex benutzt, um mich männlicher und stärker zu fühlen
  • Aus Angst, erneut verletzt zu werden, habe ich mein Herz verschlossen und dadurch Frauen verletzt

Das sind tiefgreifende Sätze, und es bedarf einer Portion Mut, um so etwas auszusprechen, allen voran als Mann, keine Frage.

Trotzdem sind es erstmal nur Worte. Entscheidend ist hierbei, dass du beim Aussprechen den dahinter liegenden Schmerz, die Scham, die Trauer oder welches Gefühl auch immer du spürst, zu halten und sonst weiter nichts zu tun.

versoehung-mannDieses Gefühl zu halten, ohne dem Drang nachzugehen, dich schuldig, falsch oder minderwertig zu fühlen – ob für deine Wunden oder Taten, das ist die Herausforderung und Aufgabe zugleich.

Dazu bedarf es meist eines geschützten Raums in Form einer Gruppe und einer erfahrenen Leitung.

Falls dir aber das Betreten dieses fast heiligen Raums gelingt, geschieht etwas – plötzlich und unvorhergesehen. Fast wie von göttlicher Hand gesteuert entsteht ein neues Feld. Und plötzlich ist sie da, die Kraft der Heilung, der Versöhnung, der Begegnung, der Wertschätzung, der Liebe – jenseits deiner Verletzungen und Muster.

Die Mühe lohnt sich

Ich selbst habe mich jahrelang nur als Opfer des Weiblichen gesehen, entwickelte daraus einen subtilen Groll und pochte auf meine Rechte und Bedürfnisse.

Weil ich nicht in meiner männlichen Kraft und Integrität war! Nicht nur, dass diese Haltung natürlich eine noch größere Distanz zu Frauen hervorrief, deren Nähe ich mir aber insgeheim wünschte.

Ich schwächte mich damit auch zunehmend selbst, indem ich regelmäßig in Selbstabwertung und Selbstbeschuldigung abrutschte.

Erst als ich im letzten Jahr im Rahmen eines Männertrainings die heilende und versöhnende Kraft der Benennung meiner Wunden im Rahmen eines Begegnungstages mit Frauen kennenlernte, konnte ich mit jeder Zelle meines Körpers spüren, dass dies ein anderer Weg ist.

Und vielleicht sogar der einzig gangbare, der wirklich zu einer Heilung der individuellen wie kollektiven Wunden bei Männern wie Frauen beiträgt!

Und „ganz nebenbei“ zu mehr  Nähe zum anderen Geschlecht führt. Erlauben wir uns, uns gegenüber unserem Partner in dieser Offenheit und Eigenverantwortung zu zeigen, ohne Maske, ohne Manipulation oder Tricks, entsteht echte Verbindung, Intimität und letztlich Liebe.

Es ist Zeit für eine neue Art der Begegnung und Versöhnung zwischen den Geschlechtern, und ich als Mann fange heute damit an!

Ich wünsche dir, dass du ebenfalls die Kraft und den Mut aufbringst, dich in dieser radikalen Offenheit und Verantwortung deinen Wunden sowie Taten zu stellen.

domröse-maennlichkeitIch wünsche dir viel Mut und Vertrauen dabei!

Dein Oliver Domröse

Autor, Freigeist, Coach

Olivers Website findest du hier: www.simplyfeelit.de

 

Alle Artikel von Oliver findest du hier.

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Tipp: Kennst du schon Olivers Ebook, “Der sanfte Krieger” 

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