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Vertrauen als Basis für glückliches und Erwachsenwerden in Selbstverantwortung


Wir hatten Lehrer, die uns vertraut haben, damit wir uns trauen, uns Dinge zuzutrauen.“
(Lara-Luna Ehrenschneider)

Ich möchte heute mit euch meine mich sehr bewegenden und berührenden Eindrücke, Erlebnisse und Erkenntnisse teilen, die ich vor einigen Wochen auf dem Global Goals Curriculum 2016 in Berlin machen durfte.

Diese Konferenz wurde von der „Initiative Schule im Aufbruch“ unter der Leitung von Magret Rasfeld ins Leben gerufen. Auf diesem internationalen, interdisziplinären und Generationen übergreifenden Zusammentreffen kamen u.a. auch eine Schülerin,  und ein ehemaliger Schüler der evangelischen Schule Berlin Zentrum zu Wort. Der kurze Vortrag von Lara-Luna Ehrenschneider und Ben Kleihnes hatte den Titel „Wie wir Schule machen und die Welt verändern“.

Darin stellten sie u.a. auch die an dieser Schule etablierten Schulfächer „Verantwortung“ und „Herausforderung“ vor und erzählten in sehr bewegenden Worten, welche essentielle Bedeutung diese Fächer in ihrem Leben hatten bzw. haben.

Kurz zur Erklärung:
In der evangelischen Schule machen sich junge Menschen im Fach „Herausforderung“ jeweils in der 7., 8. und 9. Schulstufe alleine oder in Gruppen auf, drei Wochen lang eine selbst gewählte Aufgabe mit einem verfügbaren Budget von lediglich € 150,– pro Person zu bewältigen.

Die Herausforderung beginnt schon bei der Frage „Was fordert mich heraus?“.  Das ist für jede der Schülerinnen und jeden der Schüler völlig unterschiedlich. Die Beispiele gehen von dem Schreiben und Veröffentlichen eines Buches, über den Bau eines Kinderspielplatzes, über Radtouren, Kanufahrten bis zur Teilnahme an Sozialprojekten, … . Interessierte unter euch finden unter dem Link unter Projekte  die Berichte über die verschiedenen Herausforderungen in den Jahren 2012 bis 2014.

Ben beschreibt im Vortrag, dass in seiner Gruppe die Herausforderung für jeden Teilnehmer im selben Projekt eine völlig andere war:
auf einer langen Radtour lag beispielsweise für manche die Herausforderung in der Bewältigung der Strecke per Rad, für andere wiederum bedeutete es die größte Herausforderung, täglich an eine fremde Tür zu klopfen und zu fragen, ob es in diesem Haus eine Übernachtungsmöglichkeit für die Gruppe gibt.

Besonders berührt und zu Tränen gerührt hat mich, als Ben von seiner zweiten Herausforderung erzählte, an der er nach drei Tagen durch Krankheit gescheitert ist. Er hatte mit der Unterstützung eines Bekannten seiner Eltern ein Kajak gebaut und wollte damit eine Bootstour nach Müritz machen.
Als er am dritten Tag an hohem Fieber erkrankte, musste er sich nach längerem mit sich Kämpfen und Zögern eingestehen, dass er diese Herausforderung nicht beenden kann, dass er gescheitert ist.
„Ich würde fast sagen, dass das für mich im Nachhinein ein noch größerer Gewinn war als das Meistern der Herausforderung zuvor; sich einzugestehen, dass dieses Scheitern auch O.K. ist. […] Du musst das jetzt irgendwie abbrechen. Das ist das Richtige, und da zu sehen, dass dieses Scheitern auch mal das Richtige sein kann; und wenn man damit richtig umgeht, man auch daraus etwas mitnehmen kann. […] Im Nachhinein sehe ich das aber nicht so als negativ, sondern ich denke mir, wie schön, dass ich diese Möglichkeit hatte zu scheitern, und dass das auch nicht so negativ konnotiert war, sondern dass mir gesagt wurde, das ist O.K. Und auch danach, als ich in die Schule gekommen bin, meinten alle: Hey, das ist voll OK. […] Du hast bis dahin durchgehalten, du hast  alles versucht. Und das hat mir fast noch mehr gebracht, würde ich sagen.“
(Zitat aus Vortrag von Ben Kleihnes)

Wir alle wachsen durch unterschiedliche Dinge, und zum Wachsen gehört auch die Möglichkeit des Scheitern-Dürfens dazu. Man darf scheitern; Scheitern gehört zum Mensch-Sein dazu, es ist in Ordnung manchmal zu scheitern, damit wir dann wieder aufstehen und weitergehen können. Und als diese beiden jungen Erwachsenen beschrieben, wie sehr sie an diesen Herausforderungen gewachsen und gereift sind, wie wichtig und gebraucht sie sich gefühlt haben, da wurde für mich ein weiteres Mal intensiv spürbar, dass es eine Hauptaufgabe von uns Erwachsenen sein MUSS, den Kindern und Jugendlichen zu vertrauen und ihnen Dinge zuzutrauen, damit sie sich wichtig und richtig fühlen können; damit sie die Eigenschaften und Stärken entwickeln können, die sie in ihrem Leben brauchen werden, damit sie die auf sie zukommenden Herausforderungen annehmen können.

Es ist für ihr gesundes Heranwachsen essentiell, dass wir ihnen vertrauen, damit sie den Mut aufbringen können, sich selbst zu trauen, sich Dinge zuzutrauen. Damit sie spüren können, wie wichtig sie für uns und in weiterer Folge auch für unseren Planeten sind, damit globale Herausforderungen gelöst werden können.

Und dafür braucht unsere Welt junge Menschen,

  • die sich selbst zutrauen, Herausforderungen anzunehmen,
  • die sich auch erlauben, scheitern zu dürfen,
  • die sich selbst erlauben, ALLES denken zu dürfen
  • die sich selbst und damit auch andere spüren können,
  • die denken: „Geht nicht gibt´s nicht!“,
  • die bereit sind für ihr Handeln die Verantwortung zu übernehmen und nicht darauf warten, dass dies die nächste Generation machen muss.

Um diese Eigenschaften entwickeln zu können, müssen wir sie ihre eigenen Erfahrungen inklusive Scheitern und Fehlern machen lassen. Diese Eigenschaften können nicht kognitiv vermittelt bzw. erworben werden. Jugendliche müssen spüren, erleben, scheitern und wieder aufstehen dürfen. Dieses Erleben und Erfahren lässt sie über sich hinauswachsen. Und dafür brauchen sie Erwachsene, im besonderen Eltern und Lehrer, die ihnen nicht sagen, was sie zu tun haben, damit sie Fehler und Scheitern vermeiden; nein, sie brauchen Menschen, die für sie da sind, die sie auf ihrem Weg des Erwachsen-Werdens unterstützen, die sie fördern und fordern, IHREN Weg zu gehen, und die auch dann für sie da sind, wenn sie Fehler gemacht haben, wenn sie gescheitert sind und ihnen dann sagen:

„Hey, das ist voll ok. Manchmal ist es auch richtig und wichtig zu scheitern. Und wie kann ich dich nun dabei unterstützen, damit es dir wieder möglich ist, aufzustehen, und deinen Weg weiterzugehen. Oder schaffst du es auch ganz allein?“

Ines Berger

Ich freue mich auf eure Kommentare.

Alles Liebe

Eure Ines

www.inesberger.at

 

 

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