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Voice rising: Deine Sprache ist ein Schlüssel

…in deine Geschichten und Erlebnisse, ein Schlüssel, der Türen und Tore zu verschiedenen Welten und durch unterschiedliche Zeiten öffnen oder schliessen kann.

Bei den Aborigines entsteht die Welt durch Sprache und Geschichten. Die australischen Ureinwohner singen ihre Welt ins Dasein: jeder Stein und jeder See hat eine eigene Geschichte. Das Land ist von Linien, den „Songlines“ durchzogen. Diese Adern, die sich durch das ganze Land ziehen erzählen jeweils Entstehungsmythen und bringen die Welt ins Diesseits. Sie beruhen auf unmittelbaren Erfahrungen.

Auch in unserer christlichen Kultur haben Worte Schöpferkraft:

„Am Anfang war das Wort – und das Wort war bei Gott.“

Damit beginnt in unserer Bibel die Schöpfungsgeschichte. Worte geben unserer Welt Bedeutung und Sinn und uns einen Begriff von Zeit:

Wenn du in deinem Leben ein paar Jahre zurück gehst und dich erinnerst – mit deinem Schlüssel aus Worten und Erinnerungen ein Tor in deine frühe Kindheit aufschliesst, führt es in folgende Geschichte:

Die erste Kommunikation, als du auf diese Welt gekommen bist waren im Optimalfall körperliche Erfahrungen und Berührungen: das Trinken an der Brust deiner Mutter, ihre Haut an deiner spüren, gehalten sein und Lauschen: dem beruhigenden Herzschlag, Stimmen, Geräuschen.

Dann hast du zu lächeln begonnen, hast entdeckt, dass dein Lächeln Reaktionen ausgelöst hat; du hast gerufen – um mitzuteilen, dass du dir etwas wünschst: Nahrung, Nähe, Wärme.

Später hast du deine Welt immer aktiver und bewusster entdeckt: sinnlich, emotional und sachlich.

Irgendwann hast du bemerkt dass es neben dem Hier und Jetzt, neben der direkten Erfahrung andere Wirklichkeiten als deine Eigene gibt.

Dir wurde klar, dass parallel zu deinem gegenwärtigen Erleben andere Welten existieren:

  • eine Welt der Anderen, die gleichzeitig, während du in deinem JETZT unterwegs warst, etwas Eigenes erlebten und nichts von deiner Welt wussten.
  • eine Welt der Vergangenheit, deine Erinnerungen an etwas was du erlebt hast.
  • eine Welt der Zukunft, deine Wünsche und Befürchtungen, deine Pläne.

Unser Leben lang haben wir das Bedürfnis nach Austausch und Verbindung mit Anderen – die möglicherweise in völlig anderen Welten, Universen und Zeiten leben.

Um diese parallelen Welten mit anderen Menschen zu teilen, erlernen wir eine Sprache, zunächst ohne, später mit Worten. 

Deine Sprache verbindet dich mit deinen Erfahrungen und ermöglicht es dir, deine Erfahrungen mit anderen Menschen, mit der Welt zu teilen!

Es kann vorkommen, dass verschiedene Menschen die gleichen Begriffe für völlig unterschiedliche Erfahrungen in der Sprache nutzen. Sie sind in unterschiedlichen Deutungsrahmen und Erfahrungswelten zu Hause.

Die Bedeutung, die wir Worten aufgrund unserer Erfahrung mit der Welt geben, können wir als Deutungsrahmen, als FRAME, bezeichnen. Ein Frame kann z.B. helfen Fakten zu bewerten und einzuordnen.

Dabei können Frames und Worte auch genutzt werden, um zu manipulieren, sowohl in der Werbung, als beispielsweise auch politisch.

Die Linguistin Elisabeth Wehling spricht sogar von sprachlicher Manipulation durch FRAMES in der Sprache.

Laut Wehling richtet sich allein schon das Wort „Flüchtling“ politisch gegen Flüchtlinge:

Die Endung “-ling” macht diese Menschen klein und wertet sie ab. Denn das Kleine steht im übertragenen Sinn oft für etwas Schlechtes, Minderwertiges. Denken Sie an “Schreiberling” oder “Schönling”. Ein eigentlich positiv besetzter Begriff wie “schön” wird durch die Endung ins Negative verkehrt. Außerdem ist “der” Flüchtling männlich – und damit transportiert dieses Wort sehr viele männliche Merkmale: “Der” Flüchtling ist eher stark als hilfsbedürftig, eher aggressiv als umgänglich.“

Neutraler, so Wehling wäre es von den Flüchtenden zu sprechen, dem flüchtenden Mann, der flüchtenden Frau, dem flüchtenden Kind. Das wäre eindeutiger. Und nicht abwertend.

Wenn du möchtest, frage einfach fünf verschiedene Menschen, was sie mit dem Wort „Gewitter“, „Flüchtling“ – oder mit dem Begriff „Nähe“ verbinden.

Wenn dir bewusst ist, dass deine Sprache ein Abdruck oder ein Spiegel deiner Gefühle und wahrhaftigen Erlebnisse ist, dann wird klar, dass jeder Inhalt, den du transportieren möchtest, viel mehr ist als ein Wort, viel mehr als einige Sätze, die du dir einfach „ausgedacht“ hast – oder jemals ausdenken könntest.

Thema SpracheJe näher du selber den Inhalten und Erfahrungswelten bist, die du transportieren möchtest, desto klarer und authentischer kannst du diese sprachlich kommunizieren.

Wenn es dein Wunsch ist, DEIN Anliegen zu kommunizieren, wird dir das besser gelingen, wenn du dich darauf einlassen kannst, dir das, was du sagst wirklich in Erinnerung zu rufen oder zu fühlen.

Achte beim Sprechen darauf, was es für einen Unterschied macht, ob du das was du gerade sagst, empfinden oder fühlen kannst oder ob du es einfach nur sagst ohne dich daran zu erinnern, was es für dich WIRKLICH bedeutet.

In dem die australischen Ureinwohner die Songlines entlang wandern, entstehen ihre Geschichten und ihre Lieder neu. Das Land, die Erfahrung des Weges geben ihren jeweiligen „Träumen“ die Seele, die Bedeutung und die WORTE zurück.

Mit diesem Schlüssel verbinden die Menschen sich mit ihren Ahnen, mit ihrer Geschichte und mit ihren Aufgaben.

Ich möchte dich einladen, heute bewusst damit umzugehen, dass deine Worte und Geschichten Schlüssel zu Türen in andere Welten und Zeiten sein können.

Mit deinen Worten und Geschichten kannst du deine Zuhörer einladen, dir in deine Wirklichkeit und in dein Verständnis von der Welt zu folgen.

Herbstliche Grüße 😉

Mirjam

Wenn du spezielle Frage zum Thema Stimme und Sprechen hast, beantworte ich diese gerne im Forum in meiner Gruppe STIMMBILDUNG UND BÜHNENPRÄSENZ

Meine Expertenbeiträge findest du…. hier

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