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Vom Burnout ins Lebensglück – Wie man aus Tiefschlägen etwas Positives macht

Heute gibt es im Compassioner einen Impuls von unserer Gast-Autorin Ines Speda. Sie sagt aus eigener Erfahrung: Jede Veränderung im Außen können wir geschickt für uns nutzen. Sie zeigt mit ihren Worten auf, wie wir selbst schlimmste Ereignisse als große Chance begreifen können. Ganz nach dem Motto:

Alles Gute kommt von oben!

Ich hatte in der IT-Beratung Karriere gemacht. Ich war sehr erfolgreich und verantwortete, leitete und koordinierte große und wichtige Projekte. Ja, ich liebte meinen Job: die Vielseitigkeit und Herausforderungen, die er mit sich brachte, die Veränderungen, die ich bewirken und all das Neue, das ich lernen konnte. Ich habe für meinen Job gelebt, alles gegeben – und mich dabei selbst vergessen

Doch vor etwa fünf Jahren, nach einer weiteren typischen Wahnsinnswoche mit extrem vielen Arbeitsstunden, spontanen Workshops, neuen Vorgaben und »nebenbei« noch täglichen Reisen kreuz und quer durch die Republik, hat letztendlich eine sehr fordernde Mail das Fass zum Überlaufen gebracht – ich bin zusammengebrochen, habe angefangen zu weinen und konnte tagelang nicht mehr aufhören. Stillstand. Leere. Und bleierne Müdigkeit.

Burnout-DiagnoseIch suchte Hilfe bei meinem Hausarzt – seine Diagnose: Burnout. Laut Definition bringt ein Burnout eine körperliche, geistige und emotionale Erschöpfung sowie absolut verminderte Leistungsfähigkeit mit sich. Dazu käme bei mir noch eine mittelschwere bis schwere Depression.

Scheiße, das klang verdammt ernst! Jetzt hockte ich erst einmal zu Hause rum. Ich fühlte mich echt beschissen, war total antriebslos und erschöpft und versuchte, irgendwie den Tag rumzubringen. Zu mehr reichte meine Kraft einfach nicht. In der ersten Zeit schaffte ich oft nicht viel mehr als morgens aufzustehen und den Tag auf dem Sofa zu verbringen. So fühlt sich also eine Depression an? Alles wie gelähmt und in schwarze dunkle Watte gepackt, aus der es kein Entrinnen gibt?

Aus einem Impuls in einem Therapeutengespräch heraus entstand mit der Zeit in mir das folgende Bild, das mich seitdem auf meinem langwierigen und anstrengenden, aber auch enorm lehrreichem Weg begleitet hat:

Zuerst kommt der Sommerregen

Burnout-sommeregen-zeichenVon »oben« wurde mir als Vorwarnung wohl schon vor langer Zeit der ein oder andere kräftige Sommerregen runtergeschickt. Körperliche Warnsignale: ich war einfach ständig krank. Grippe hier, Magenschmerzen da, Schlafstörungen. Gut gemeinte Ratschläge wie »in der Ruhe liegt die Kraft«, »schalte doch mal einen Gang zurück« usw. verpufften einfach wie Regentropfen auf heißen Steinen. Nee, nee, keine Zeit! Ich muss, ich muss, die Arbeit… Sobald das Schlimmste durch war, schnappte ich mir den nächstbesten Schirm und weiter ging’s, wieder raus in den Regen!

Ein Unwetter zieht auf

Rückblickend ist es für mich kein Wunder, dass die Warnungen mit der Zeit deutlicher wurden, nein, werden mussten. Nun kamen regelrechte Unwetter auf mich runter, mit Hagel, Orkan, Platzregen. Neben der stetig ansteigenden Gereiztheit und dem Gefühl der Abstumpfung und Sinnlosigkeit hatte ich auch irgendwann weder Energie noch Lust, mich mit Freunden zu treffen oder schöne Dinge zu unternehmen. Ich war einfach nur platt, innerlich leer, und wollte nur eines: meine Ruhe haben. Dennoch stülpte ich mir, sobald ich wieder laufen konnte, unbeirrt den Friesennerz über und stürzte ich mich wieder ins tägliche Chaos!

Ein Meteorit stürzt vom Himmel

An jenem Tag im Juli machte es dann plötzlich RUMMS! Mein Burnout krachte mir wie ein riesiger Meteorit direkt vor die Füße. Und gegen den schon erwähnten tagelangen Heulkrampf war selbst der Friesennerz machtlos… Nichts ging mehr, ich konnte einfach nicht mehr, der Weg war quasi versperrt!

Was nun? Vielleicht erst einmal ein paar Schritte zurücktreten, schauen. Was ist das überhaupt für Riesending, das dir da vor die Füße geknallt ist? Über welches Ausmaß sprechen wir eigentlich? Was machst du jetzt damit? Gehst du drum herum? Oder führt der Weg über den Meteoriten hinweg?

Diese Fragen beschreiben für mich ganz gut die Phasen des Erkennens und Verstehens von Burnout, die ich (unterstützt von der Therapie) nach und nach durchlaufen habe. Hört sich eigentlich ganz einfach an, nicht wahr?

Aber das war es nicht. Das fing schon damit an, dass ich mich endlich mal mit meinen Stärken beschäftigt habe: Was kann ich eigentlich alles? Und worin bin ich sogar richtig gut? Das hatte ich bis dahin niemals getan. War etwas erreicht, kam da stets ein Haken dran, und dann ging es schnell weiter. Und ich habe mich mit der Frage beschäftigt: Was kann ich noch nicht? Was darf ich noch lernen? Und siehe da, ich musste tatsächlich erst lernen, auch mal innezuhalten und das zu würdigen, was schon längst in mir war…

Weiter ging es mit Fragen wie:

Was ist mir überhaupt wichtig? Im Job? Und darüber hinaus? Wie sind meine Werte in mein Leben integriert? Wo sollte ich mal dringend nachbessern? Und: Was treibt mich an? Und warum?

Ein verdammt langer und sehr steiniger Weg, der mir sehr, sehr viel Kraft und Geduld abgefordert hat. Und so kam es »erst« nach einem guten halben Jahr zum ersten Wiedereingliederungsversuch. »Versuch«, weil es kläglich in die Binsen ging, auch wenn ich zuvor felsenfest der Überzeugung war, dass ich das jetzt endlich wieder packe. Hat aber leider so nicht funktioniert, weil ich einfach noch nicht so weit war. Dankenswerterweise hatte ich einen sehr verständnisvollen Arbeitgeber,  der zu mir gestanden hat.

burnout-neuanfangDer zweite Anlauf zur Wiedereingliederung, nach mittlerweile einem guten Jahr Ausfallzeit, verlief dann schon besser. Ich war klarer, stärker und viel mehr bei mir. Doch ich bemerkte, dass ich gar nicht mehr zurück in meinen Job wollte. Das war es einfach nicht mehr, ich mochte in dieser Taktung nicht mehr arbeiten. Und, ganz wichtig: Ich musste mir auch nichts mehr beweisen!

Ich hatte schon lange alles erreicht, was ich in diesem Beruf erreichen wollte. Also stand jetzt die Zeit der großen Entscheidungen an. Wie soll es weitergehen? Auf der Suche nach Alternativen ließ mich der Gedanke an die Selbständigkeit nicht mehr los – ich wollte meine eigene Chefin sein und meinen eigenen Takt bestimmen. Ich hatte schon vor längerer Zeit »nebenbei« eine Weiterbildung zur Karriereberaterin gemacht. Könnte das der richtige Ansatz sein? Ja! Und genau das habe ich getan. Nicht, dass es danach immer von alleine lief. Nicht, dass es ab hier nur aufwärts ging. Doch ich tat endlich mal wieder etwas, was ich großartig fand.

Vor gut einem Jahr haben mich die ersten Burnout-Klienten quasi ganz von alleine gefunden, und mir wurde klar: Jetzt bin ich auch endlich soweit. Ich habe den nötigen Abstand, aber bin auch eng mit dem Thema verbunden. Das merken die Leute und kommen genau deshalb zu mir. Seitdem arbeite ich also mit betroffenen Einzelklienten oder auch mit Gruppen – und zwar nicht nur vorbeugend, sondern vor allem mit Fokus auf die Rückkehr ins Berufsleben, wie auch immer das genaue Ziel und der Weg dorthin im Einzelfall aussehen mögen. Und damit bin ich jetzt auch ganz bei mir angekommen: Das bin ich, und ich bin glücklich. 🙂

Und so lebe und liebe ich heute endlich meinen eigenen Rhythmus und gestalte mein Leben so, wie es mir Spaß macht und vor allem gut tut. Ich weiß, was ich kann (und auch was nicht!). Und was ich will. Ich bin achtsamer und liebevoller mit mir selbst und deutlich ausgeglichener, als ich es je war.

Und ich bin dankbar und froh, dass alles so gekommen ist. Denn ich bin mir sicher, wäre ich weiter mit meinem Friesennerz durch das Chaos gerannt, wäre der Meteorit irgendwann noch viel größer ausgefallen.

burnoutAlso: alles Gute kommt von oben – vielleicht schaust du heute schon mal genauer hin? 🙂

Herzlichen Gruß,

Ines

Informationen zur Arbeit von Ines findest du unter www.ines-speda.de. Und hier geht es direkt zu ihrem sehr packenden und berührenden Hörbuch

 

Wo kannst du im Leben aus deiner schlechten Situation etwas Gutes machen? 

 

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