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Wann Vorfreude am schönsten ist

Ist Vorfreude wirklich immer die schönste Freude? Ja und nein! Wie so häufig kommt es auch hier darauf an – nämlich, worauf wir warten.

In unserem Artikel vom 22. Mai 2019 gaben wir dir Einblicke in die Kunst des Genießens ganz allgemein. Heute lade ich dich ein, einzutauchen in die vielleicht schönste Freude: die Vorfreude. Auch sie können wir genießen, ja so richtig bewusst auskosten. Wer weiß, wie es bei dir ist, doch bei mir ist der kribbelige Verzögerungsgenuss sogar häufig größer als beim eigentlichen Erlebnis selbst.

Schöne Erinnerungen wecken Vorfreude in uns

Am Wochenende war ich im Supermarkt einkaufen und was schmückt inzwischen schon wieder die gut positionierten Aktionsregale? Lebkuchen und Co. Mir wurde klar: So langsam schleicht sie sich an, die besinnliche Vorweihnachtszeit. Und damit werden bei mir direkt auch wieder schöne Erinnerungen lebendig – zum Beispiel an den grandiosen Duft nach frisch gebrannten Mandeln auf dem Weihnachtsmarkt oder den fruchtig-süßen Geschmack von leckerem heißem Glühwein bei frostigen Temperaturen.

Vielleicht kennst du das ja auch: Die Vorfreude auf all diese näher rückenden Ereignisse lässt mein Herz heute höher schlagen als beim Weihnachtsmarkt-Besuch in einigen Wochen als solches. Dann, wenn ich bei frostigen Temperaturen über den Markt schlendere, wird mein Fokus meist eher von den immer kälter werdenden Füßen angezogen und noch bevor die Glühweintasse leer ist, entwickle ich schon subtile Vorfreude auf die gemütlich wartende Couch im warmen Zuhause.

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Oft ist die Freude über den Genuss des ersten Glühweins gar nicht so groß wie die Vorfreude darauf

Wenn Vorfreude von Ungeduld getrübt wird

Manchmal neigen wir neben der wunderbaren Vorfreude auf der einen Seite auch zur unangenehmen Ungeduld auf der anderen. Auch davon kann ich aus eigener Erfahrung ein Lied singen. Es ist zwar sicherlich unterschiedlich ausgeprägt, aber ganz generell warten wir alle nicht sonderlich gerne – ganz egal, ob es um das Öffnen eines heiß ersehnten Weihnachtsgeschenks oder einen längst überfälligen Urlaub geht. Gibt es Dinge, bei denen wir mehr zur Ungeduld neigen als bei anderen?

Ich möchte dich an dieser Stelle zu einer kleinen Reflektionsübung einladen:

  • Schnapp dir dafür Papier und Stift.
  • Notiere nun ganz spontan fünf bis zehn Dinge, die du dir dieses Jahr außerhalb der Reihe gegönnt hast.
  • Vergib nun jeweils einen Wert dafür, wie du dich in der Zeit bis zum Kauf oder dem Erlebnis gefühlt hast, von minus 4 (= ungeduldig) bis plus 4 (= aufgeregt).
  • Vergib einen zweiten Wert für die empfundene Vorfreude, von minus 4 (= überhaupt nicht) bis plus 4 (= sehr).
  • Leg den Zettel kurz beiseite, wir kommen gleich darauf zurück.

Die spannende Frage lautet: Was wiegt stärker, wenn wir etwa einem Geschenk, dem leckeren Glühwein oder dem Skiurlaub entgegenfiebern? Der Wert der Vorfreude oder die Macht der Ungeduld?

Es kommt darauf an

Nun, es kommt darauf an, worauf wir warten. Und zwar darauf, ob wir auf den Erwerb eines Gebrauchsgegenstandes (z.B. ein neues Smartphone) oder auf ein Erlebnis (z.B. den Skiurlaub) hinblicken. Das zeigte eine Studie des US-Psychologen Amit Kumar. Er teilte in einem ersten Experiment seiner Studie  97 Freiwillige in zwei Gruppen. Die einen sollten sich vorstellen, Geld für ein Erlebnis auszugeben – ein Konzert oder eben einen Skiurlaub. Die anderen sollten an den Kauf eines Produkts denken, etwa ein Kleidungsstück oder eben ein neues Smartphone.

Anschließend wurden alle Teilnehmer gebeten, zwei Fragen auf einer Skala zu beantworten:

1. Wie fühlte sich die Vorfreude an, von minus 4 (= wie negative Ungeduld) bis plus 4 (= wie positive Aufregung)?

2. Und wie angenehm war die Vorfreude, von minus 4 (= überhaupt nicht) bis plus 4 (= sehr)?

Das Ergebnis: Obwohl sich die Kosten für ein Erlebnis (z.B. Skiurlaub) und den Gegenstand (z.B. Smartphone) in etwa deckten, empfanden die Erlebniskäufer mehr Vorfreude als die Produktkäufer. Sie vergaben bei der zweiten Frage im Schnitt 2,64 Punkte, die anderen nur 1,37 Punkte.

Doch es geht noch weiter: Die Vorfreude fühlte sich bei ihnen auch stärker nach positiver Aufregung und weniger nach negativer Ungeduld an als bei der anderen Gruppe.

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Auf dieses Ereignis hat er verdammt lang gewartet. Seine (Vor-)freude: quasi grenzenlos

 

Das Resultat dieser Effekte konnte in anderen Studien weiter bestätigt werden. Im Vergleich zu materiellen Käufen waren die Erlebniskonsumenten sogar auch noch glücklicher. Ihre Vorfreude fühlte sich einfach besser an.

Wirf nun einen Blick auf deine Notizen: Wie sind deine Ergebnisse aus der Reflektionsübung? Womöglich kannst du diesen Effekt auch bei dir feststellen.

Die Essenz: Wir sollten unser Geld besser für Erlebnisse ausgeben, an die wir uns auch noch Jahre später gerne zurückerinnern und zu denen wir unseren Lieben an Weihnachten etwas schönes erzählen können.

Der Wert der Vorfreude

Zum Abschluss möchte ich noch ein das Ergebnis einer Umfrage zum Wert der Vorfreude mit dir teilen, die George Loewenstein von der Carnegie Mellon University in Pittsburgh durchgeführt hat. Er befragte Studenten|innen, welchen Betrag ihnen ein Kuss von einer Berühmtheit ihrer Wahl wert wäre. (Wenn du magst, beantworte die folgenden Frage auch gern für dich selbst und lass dich überraschen.)

Dafür sollten sie sich vorstellen, einen leidenschaftlichen Kuss von ihrem berühmten Traummann bzw. ihrer berühmten Traumfrau zu bekommen und sie durften dabei völlig frei wählen (bei mir wäre es im Jugendalter Angelina Jolie gewesen).

Nach der Entscheidung sollten die Studenten|innen aufschreiben, wie viel sie jeweils bereit wären zu bezahlen, um von der Person ihrer Wahl sofort, in drei Stunden, in 24 Stunden, in drei Tagen, in einem Jahr oder in 10 Jahren leidenschaftlich geküsst zu werden.

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Was ist dir die Aussicht auf DEN Kuss deine Lebens wert?

 

Loewenstein fand heraus, dass die Befragten im Durchschnitt mehr für einen Kuss in einem Jahr bezahlen würden als für einen sofortigen. Warum? Nun, ein sofortiger Kuss lässt schließlich keinen Raum für Vorfreude. Wir würden auf den Kitzel des Wartens verzichten. Uns das Vergnügen der fantasievollen Vorstellung, wie sich dieser Kuss wohl anfühlen wird, und damit viele Momente der (Vor-) Freude nehmen. Zehn Jahre wiederum wollte jedoch keiner der Befragten auf dieses Erlebnis warten.

In diesem Sinne, tauche immer wieder ein in die genussvolle Vorfreude auf bevorstehende Erlebnisse, sei es die sich anschleichende Vorweihnachtszeit oder etwas völlig anderes. Koste die Vorfreude bis zur letzten Minute aus, auch wenn das im Alltagstrubel manchmal leichter gesagt ist, als getan. Ich wünsche dir gutes Gelingen und natürlich viel (Vor-) Freude dabei.

Dein Sacha von Wohlglückheit

 

Mehr Artikel vom Wohlglückheit-Team findet ihr hier.

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