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Warum es sich lohnt, dich als Mann verletzlich zu zeigen

Den meisten Männern in unserer Zeit fällt es sehr schwer, sich verletzlich zu zeigen. Das ist schade, weil ihnen damit ein erheblicher Teil ihrer Persönlichkeit verborgen bleibt. Doch erlebe ich es immer wieder, welche Möglichkeiten der Ich-Entfaltung darin enthalten sind, wenn man(n) sich traut, sich auch mit seinen vermeintlich schwachen, unsicheren Seiten vor anderen zu zeigen. Heute möchte ich dich dazu ermutigen.

Echter Kontakt aus dem Herzen anstatt aus dem Kopf

Vor zwei Wochen saß ich im Morgenkreis eines Persönlichkeitsseminars. Eine Woche intensiver Arbeit an übernommenen Botschaften und Mustern aus der Kindheit, die uns heute in unserem Selbstausdruck behindern. In der Morgenrunde geht es darum, ganz ehrlich mit den anderen zu teilen, was einen gerade bewegt. Ich kam an die Reihe. Und fing an zu erzählen. Aus meiner Sicht teilte ich authentisch meine momentane Befindlichkeit mit. Nach zwei Sätzen unterbrach mich plötzlich eine der Leiterin: „Du Oliver, mir fällt es schwer, dir zu folgen. Mir ist das auch schon die letzten zwei Tage aufgefallen. Wenn du anfängst zu erzählen, verfällst du in eine Art Singsang, erzählst viel aus dem Kopf, wiederholst dich. In diesem Moment mache ich innerlich zu und spüre keine echte Verbindung zu dir. Dabei bin ich total neugierig darauf, dich hinter diesem Singsang kennenzulernen.“ Bähm, das saß. Ich war im wahrsten Sinne des Wortes vor dem Kopf gestoßen. Verwirrt, verunsichert, perplex über eine derart direkte und persönliche Rückmeldung.

Alles nur in deinem Kopf?

mann-denkerIch wurde still. Die Leiterin fragte mich, was ihr Feedback gerade in mir auslöst. „Es macht mich traurig“, antwortete ich mit bedrückter Stimme. Tatsächlich war es so, dass ich in dem Moment, als sie das zu mir sagte, viel Energie im Kopf spürte. Die unmittelbar nach ihrem Feedback in meinen Körper wanderte. Emotionen wie Trauer und Enttäuschung aufsteigen ließ.  Sie hatte mit ihrer Wahrnehmung recht. Mein Gott, was hat sie nur für ein Gespür, und für einen Mut, dachte ich mir noch. Ich fühlte mich ertappt. Trotzdem konnte ich mit ihr weiter im Dialog und Kontakt bleiben, wohlgemerkt immer noch im Kreise von zwölf Leuten. Mein intellektueller Schutzmechanismus wurde durch ihre Unterbrechung mit einem Male eingerissen. Ich fühlte mich nackt, verletzlich, unsicher, ausgeliefert – und konnte es trotzdem zulassen. Weil in den Tagen zuvor immer mehr das Vertrauen wuchs. In die Gruppe, in die fachliche und menschliche Kompetenz der Leiterin und ich mich.

Was es mit deiner Ausstrahlung macht, wenn du dich verletzlich zeigst

Wir schlossen unseren Dialog ab. Ich konnte ihre Feedback gut annehmen, fühlte zwar auf der einen Seite eine gewisse Erleichterung, aber auch Angst, mich so offen gezeigt zu haben vor rund einem Dutzend Menschen. In dieser Echtheit vielleicht das erste Mal in meinem Leben. In der Pause geschah dann das für mich persönlich Erstaunlichste. Ich erhielt von einigen anderen Teilnehmern – männlichen wie weiblichen – die Rückmeldung, dass ich ganz schön in die Mangel genommen wurde, sie aber der Einschätzung der Leiterin bezüglich meines verkopften Redens folgen konnten. Und dann, das Erstaunliche, sagten sie mir, dass sie mich, nachdem ich meine kurze Betroffenheit und Stille überwunden hatte, mich in einer ganz neuen Ausstrahlung erlebt hätten. Eine Unsicherheit war zwar spürbar, weil es ungewohnt war, aber gleichzeitig erlebten sie mich auch in einer ganz neuen Echtheit und männlichen Präsenz: Authentischer, Lebendiger, Klarer. Wow, damit hätte ich nicht gerechnet!

Zeige dich mit all deinen Anteilen, Mann!

mann-weichIn meiner Arbeit als Männercoach und Autor werde ich oftmals gefragt, was es für einen sensiblen Mann denn heißt, männlich und kraftvoll zu sein? Ehrlich gesagt gab es eine Zeit, in der ich mir darüber selbst nicht so sicher war. Gerade in den letzten Monaten machte ich mir darüber viele Gedanken. Heißt männlich sein, seinen Muskeln zu trainieren? Durchsetzungsstark zu sein? Konflikte aushalten zu können? Ein Ziel vor Augen zu haben? Entscheidungsfreudig zu sein? Eine Frau (ver)führen zu können?

 

Ja! All dies sind sicherlich wichtige Teilaspekte einer kraftvollen Männlichkeit. Doch gerade für uns feinfühligeren, sanfteren Männern geht es zunächst einmal darum, uns mit unserer sensiblen Ader ganz anzunehmen – und eben auch zu zeigen. Mittlerweile bin ich jedoch davon überzeugt, dass dies nicht nur für sensiblere Männer gilt, sondern für jeden Mann. Für jeden Mann, der im Einklang mit all seinen Anteilen leben möchte, um so zu einem erfüllteren Dasein und Beziehungen zu kommen.

Das ist ein kraftvoller, selbstbewusster Mann

Wenn du mich jetzt also fragen würdest, was es heutzutage bedeutet, ein kraftvoller und selbstbewusster Mann zu sein, würde ich sinngemäß antworten: „Zeige dich mit all deinen Anteilen, den schönen wie vermeintlich schwachen. Sei ganz du selbst.“

Wie das von mir erlebte Beispiel zeigt, bedarf es eine viel größere Portion Mut, sich in seinen unsicheren, gefühlvollen Anteilen als Mann zu zeigen, als zum Beispiel den Starken und Unnahbaren zu spielen.

Mit Rückgrat und geöffnetem Herzen

herz-mannVerstehe mich richtig. Das heißt jetzt nicht, dass wir Männer uns bei jeder Gelegenheit bei jemanden ausweinen sollten. Das kann ganz schnell zu Abhängigkeitsverhältnissen, Identitätsverlust und Passivität führen, sodass wir irgendwann als Mann nicht mehr richtig ernst genommen werden – von anderen Männern wie Frauen. Wir sollten uns bis zu einem gewissen Grad selbst halten können. In meiner Arbeit geht es mir immer um beides: kraftvoll und sensibel; ein Mann mit Rückgrat und geöffneten Herzen.

Trainiere deinen archaischen Teil von Männlichkeit

Um dich den verdrängten, schwachen Anteilen in dir zu öffnen, solltest du in Verbindung mit deinem archaischen Teil von Männlichkeit sein. Um diesen zu entdecken, oder zu trainieren, gibt es einige Möglichkeiten: Männerseminare, Männerkonferenzen, sei auch mal provokant, sag deine Meinung, Männergruppen, Kampfsport, Herausforderungen meistern. Aus meiner Erfahrung braucht es dieses innere Rückgrat, um die Schleusentore der Gefühle zu öffnen. Es braucht eine gewisse innere Stabilität.

Deine neue Freiheit

MannWenn du dich traust, dich in gewissen Situationen auch verletzlich, unsicher, schwach zu zeigen, wartet eine ganz neue Freiheit auf dich. Und nicht nur das. Deine Kontakte und Beziehungen ändern sich. Sie werden lebendiger. Du wirst als authentischer und echter wahrgenommen, ja sogar mitunter als männlicher, so wie ich es erlebte. Obgleich dir vielleicht in diesem Moment deine alte Konditionierung einreden will, als unmännlich und schwach rüberzukommen. Das „Einzige“, was du tun musst, ist dich deiner Angst davor zu stellen. Den Stimmen in deinem Kopf keinen Glauben zu schenken. Es einfach zu TUN, diesen Schritt in unbekanntes Terrain, ins Dunkle, Bedrohliche. In deinen Bauch, in dein Herz hineinzuspüren und das auszusprechen, was dich gerade wirklich bewegt, ohne sofort an die Konsequenzen zu denken, was das alles zur Folge haben könnte. Es bedarf dazu Mut, Überwindung, ja. Ich kann dir aber versprechen, das es sich lohnt.

Ein tiefere Verbundenheit mit deinen liebsten Menschen

Wenn du dich traust, dich als Mann in bestimmten Situationen auch verletzlich zu zeigen, wirst du eine neue Verbindung spüren: zu dir und zu deinen liebsten und nahen Menschen. Deiner Frau, deinen Kindern, deinen Eltern, deinen Freunden. Es wird eine neue Art von Verbundenheit und Liebe zwischen euch entstehen. Weil du jetzt greifbarer bist, echter, lebensnaher, ohne Masken, ohne Angst, ohne blockierte Energie, die bisher dafür benötigt wurde, diesen Anteil zu unterdrücken. Du bist als Mann ein großes Stück mehr bei dir und im Leben angekommen. Das kann letztlich nur ein Geschenk für dich und die Welt sein: Ein zentrierter, freier und lebensfroher Mann. Mitten im Leben und mit sich im Reinen.

Wir brauchen solcher Art von Männern in unseren turbulenten Zeiten.

Dein Oliver

simplyfeelit.de

Zum Buch “Der sanfte Krieger”

Hier geht´s zum Männercoaching

 

 

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Diese 5 Werte sind für hochsensible und ganzheitliche Männer essentiell

 

 

 

 

 

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