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Lebst du dein Leben oder lebt es dich? Warum Gewohnheit uns am Glück hindert

Magst du Gewohnheit? Sie gibt uns Sicherheit und Ruhe. Aber sie hat auch ihre Nachteile, und diese habe ich kürzlich genauer erforscht.

In diesem Jahr habe ich das erste mal gefastet. Tapfer habe ich auf Alkohol, Koffein, Süßigkeiten und Fleisch verzichtet. Die ersten Tage sind ja kein Problem. Getragen von der Euphorie der guten Vorsätze und des guten Gefühls, etwas für meine Gesundheit zu tun, war das Verzichten relativ einfach. Doch ich beobachtete aufmerksam und war überrascht, wie viele Dinge in meinem Alltag unbewusste Gewohnheiten sind, statt bewusster Wahl oder bewussten Genusses. 

Gewohnheit oder Ritual

Beginnen wir bei meinem Lieblingsthema Schokolade. Als Schoko-Liebhaberin vergeht normalerweise kein Tag ohne diese kleine Freude. Ja Freude, das fällt mir fiese-gewohnheitauf, bereitet mir ganz besonders das Essen. Es ist integriert in so viele Momente meines Alltagslebens, mit Freunden gesellig zu essen, auf Empfängen zu essen und zu feiern, sich abends durch ein gutes Essen zu belohnen. Ein kleiner Nachtisch hier, ein Zucker im Kaffee dort. Ein Fruchtriegel, wenn der kleine Hunger kommt oder ich im Zug sitze. Viel zu oft esse ich nebenbei, fällt mir jetzt auf, und wenn es beim Zeitungslesen am Sonntagvormittag ist. Ich schmecke nicht genau hin, kaue zu wenig und esse zu schnell. Das merke ich normalerweise gar nicht.

Der Unterschied zwischen einem tatsächlich Stress abbauenden Ritual und einer Gewohnheit ist, dass Ersteres eine Zäsur, ein Innehalten bedeutet, gekoppelt an Aufmerksamkeit für den Moment. Auf diese Weise können wir uns entspannen und aus der permanenten geistigen Überholspur aussteigen. Anderenfalls läuft jedes Genussmittel Gefahr, zum Suchtmittel zu werden und nicht mehr zu nützen, sondern zu schaden.

Genuss oder Sucht 

Unser Gehirn gewöhnt sich an alles Gute. „Schuld“ daran ist der Wohlfühlbotenstoff Dopamin, der an Wirkung verliert, je öfter wir etwas wiederholen. Dann brauchen wir mehr von der Stimulanz oder eine andere. Alkohol, Kaffee, Süßigkeiten sind in unserer Kultur gut akzeptierte Stimulanzien. Viel zu selten bedenken wir, dass sie zur Droge werden können. Vor allem dann, wenn sie unaufmerksam, nebenher und aus Gewohnheit konsumiert werden. Die langsame Dosissteigerung macht sich kaum bemerkbar.

Ich habe in dieser Zeit des Verzichtes zum Beispiel festgestellt, dass ich jede Mahlzeit süße. Das habe ich aus der indischen Gesundheitslehre Ayurveda übernommen, die sehr klug rät, alle Geschmacksrichtungen in einer Mahlzeit zu bedienen, damit man nicht den gegenläufigen Heißhunger bekommt. Wann kippt eine gute Idee in das Gegenteil?  Genau dann, wenn wir nicht mehr darüber nachdenken, was wir wie und warum tun. Das geschieht so unauffällig, dass erst der absolute Verzicht uns aufmerksam macht. Die meisten Menschen würden  sagen, sie könnten gut einige Tage ohne Alkohol, Süßes oder Technik leben. Werden daraus jedoch mehrere Wochen, sieht das schon anders aus.

Süßes, Wein, moderne Kommunikationsmittel haben gemeinsam, dass sie weder nur gut oder nur schlecht sind. Das erschwert den Umgang damit. Wenn ich nasche oder mit meinem Handy spiele, kann das gut oder schlecht sein. Es kommt darauf an, was bzw. wie oft und wie bewusst ich das tue. Häufig naschen wir nicht nur einen gesunden Apfel oder dunkle Schokolade oder lernen mit einer App eine Sprache, sondern wir überschwemmen uns mit Zucker und Chemikalien oder beschäftigen uns via Display mit gewalttätigen Spielen. Und ganz besonders häufig folgen wir einfach einem Trend. Denken, es sei normal, ständig auf das Handy zu schauen – statistisch gesehen übrigens 88 Mal am Tag. Oder wir essen ohne nachzudenken, weil es schmeckt, Spaß macht, Stress abbaut oder scheinbar erwartet wird.

Kurzfristige oder langfristige Effekte  

Verzichte ich auf Zwischenmahlzeiten, erlebe ich Druck, weil die Belohnung, die Entspannung, das sich Verwöhnen, fehlen. Ich frage mich: Was tue ich mir Gutes außer diesen schnellen Helfern? Vielleicht zu wenig oder nicht das Richtige? Vor allem auch: Welche mentalen oder Lebensgewohnheiten habe ich, die nach einem Ausgleich durch zu viel essen, trinken, spielen rufen? Gerade in anstrengenden Situationen denken wir viel zu wenig an uns und darüber nach, was uns langfristig gut tut und was Kraft kostet.

gegen-GewohnheitDaran, auszuruhen, in die Natur zu gehen, Freunde zu treffen. Drei zu eins heißt eine Glücksformel. Sie meint, einen negativen Moment mit mindestens drei positiven auszugleichen. Natürlich kann ich durch Einkaufen, Weintrinken oder ein Computerspiel von Ärger ablenken. Doch helfen wird das nur kurz. Und da wir in Gedanken ganz woanders sind, erfreuen wir uns nicht einmal richtig daran.

Die Psychologin Barbara Fredrickson hat erforscht, dass die Art und Herkunft des Glücks über seine gesundheitliche Wirkung entscheidet. Zum einen kennt die Glücksforschung das sogenannte hedonistische Glück. Es entsteht durch eine kurzfristige Befriedigung beispielsweise durch gutes Essen oder einen guten Film. Die zweite Form ist das eudämonistische. Es entspringt einem tieferen Sinn, einem Engagement für höhere Ziele, wie in einem Verein tätig zu sein oder  sich um Familie und Freunde zu kümmern.

Beide Formen bringen kurzfristig Wohlbefinden, führen zu Stress- und Depressionsreduktion und gesundheitlichen Vorteilen. Auf der Ebene der Immunzellen jedoch macht es einen Unterschied, um welches Glück es sich handelt. Chronischer Stress führt zu Entzündungsreaktionen und zahlreichen Erkrankungen wie Arthrose oder Herzerkrankungen. Hedonistisches Glück lässt das Stressprofil des Stress-Gens sogar anwachsen – die sinnhafte Glücksinvestition hingegen reduziert das Stressprofil.

Es grüßt dich herzlich,

Ilona Bürgel

www.ilonabuergel.de

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