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Warum unsere Partnerschaft meistens nicht an der Partnerschaft scheitert

Ein sperriger Titel und zugleich ein heißes Thema zu Partnerschaft und Beziehungen. Aber – es brennt mir unter den Nägeln.

Aus meiner Erfahrung scheitern 80 Prozent der Partnerschaften nicht an der Partnerschaft an sich, sondern daran, dass ich irgendwelchen subjektiven biografischen Müll nicht geklärt habe und auf meinen Partner projiziere. Punkt.

Gerade in engen Beziehungen zeigen sich die Wunden der Vergangenheit sehr deutlich. Wir kommen alle aus einer körperlich engen Beziehung zu unserer Mutter. Wir bekommen sehr früh im Mutterleib auch die Stimme des Vaters (soweit vorhanden) mit und sehnen uns irgendwie das ganze Leben lang wieder nach einer solchen Ver-Bindung. Im Grunde genommen. Wenn uns da nicht immer wieder die in unserer Kindheit und Jugend gemachten Erfahrungen einen Strich durch die Rechnung machen.

Es geht also um Bindung. Ganz klar. Und um unser Gefühl, wie sicher wir auf der Welt sind und wie gut wir in Kontakt zu uns und zu unseren Mitmenschen sind. Wie sicher wir diesen Kontakt erleben.

mutter-wirkung-partnerschaftenDazu tragen die frühen Bindungserfahrungen bei. Wie gut konnte sich meine Mutter auf mich und meine Bedürfnisse einstimmen?

Bekam sie den Unterschied zwischen Hunger, Ängstlichkeit und voller Windel mit? War sie bei mir, wenn ich gestillt wurde? Und wie lange durfte ich in der beschützenden Obhut meiner Mutter bleiben, bevor ich in die Welt da draußen katapultiert wurde.

Diese Erfahrungen an sich ergeben meinen Bindungsstil. Mittlerweile sehr gut erforscht, bis hin zu den Unterschieden, die es macht, ob mir meine Mutter beim Stillen liebevoll in die Augen geschaut hat oder doch lieber im Fernsehprogramm versunken war.

Je nachdem, wie diese Zeit für mich war, habe ich einen Bindungsstil mit bestimmten Verhaltensweisen entwickelt, diese – soweit sie zum Ziel geführt haben – immer wieder wiederholt und perfektioniert: Unbewusste Kompetenz. Und meistens auch ins Erwachsenenalter hinüber gerettet.

Sie bestimmen mittlerweile oft unreflektiert, weil nicht wahrgenommen, meine Alltagsbewältigung und auch meine Ver-Bindung zu anderen Menschen.

Beziehung und Partnerschaft haben mit frühen Bindungserfahrungen zu tun

Und nun treffe ich einen Partner. Verliebe mich, komme mit ihm zusammen. Und natürlich auch mit all seinen meist unbewussten Bindungserfahrungen aus seiner Kindheit. Zwei erwachsene Menschen also, jeder mit einem Rucksack an Erfahrungen, die uns ständig begleiten. Ich erlebe den Alltag mit ihm. Die Dinge, in denen wir im Gleichklang sind. Aber auch die Dinge, die uns trennen. Trennen müssen, weil wir alle Individuen sind. Es gibt gute Zeiten. Und es gibt weniger gute Zeiten, in denen wir uns streiten, gegenseitig stressen und sich die Ver-Bindung nicht mehr so leicht anfühlt.

Kennst du diese Geschichte? Sie ist ziemlich normal, banal, alltäglich und wiederholt sich millionenfach jeden Tag auf dieser Welt.

Aber im Grunde genommen sind es immer zwei Geschichten:

Die einigermaßen bewusst erlebte Partnerschaft zwischen zwei erwachsenen Menschen. Und die meistens unbewussten Inhalte unseres Bindungs-Rucksackes, den wir immer noch auf den Schultern haben, unser ganzes Leben lang. Vergangenheit lässt sich nicht weg-x-en, sondern ich kann immer nur lernen, besser und lebendiger mit dem Erlebten umzugehen.

Und jetzt wird es spannend, wenn ich bei den beiden parallelen Geschichten in der Partnerschaft bleibe. Wie gut gelingt es mir denn, sie auseinander zu halten? Also zu wissen, mit welcher Verletzlichkeit ich aus meiner Vergangenheit her komme. Und welche Verletzung gerade in meiner erwachsenen Partnerschaft passiert.

Das ist gar nicht so einfach, da meine Vergangenheit immer wieder in Millisekunden zuschlägt, mich manchmal überrollt und, je nach Zeitpunkt, in ein archaisches Muster zwängt: Fight, flight or freeze. Gerade in engen Beziehungen, während wir im Beruf meistens gefasster in unserer angelernten Ritterrüstung unterwegs sind.

Wenn ich mich meinen erlernten Beziehungs-Reflexen hingebe bzw. mich von ihnen mitreißen lasse, dann verfalle ich oft in den Zustand, dass ich beginne, meinem Partner etwas zuzuschreiben. Fingerpointing heißt das neudeutsch.

Er hat etwas gemacht, deshalb fühle ich mich nicht gut. Er hat etwas nicht gemacht – was er mir vielleicht versprochen hat – und deswegen geht es mir noch weniger gut. Kennst du das?

Innerlich sortieren als erster Schritt der Veränderung

Erst einmal stehen bleiben. Durchschnaufen. Und mich sortieren: Was und welche Reaktionen kenne ich denn bereits von mir? Stichwort: Roter Faden meines Lebens oder die ewigen Wiederholungen mit Abwandlungen.

Und mich vielleicht im Geiste neben mich stellen und von außen auf die Situation schauen: Wie würde denn meine beste Freundin das aktuelle Partnerschafts-Thema gerade sehen? Und mich dann erst entscheiden, ob es sich lohnt, auf der erwachsenen Beziehungsebene miteinander zu reden. Oder mir meine Beziehungserfahrungen aus der Vergangenheit nochmals genauer anschauen, weil ich erkannt habe, dass hier gerade meine Biografie nach oben schiebt und das Lenkrad übernimmt.

Meine Erfahrung:

partnerschaft-themenDieses kurze Innehalten wird deinen Umgang mit dir und deinem Partner in stressigen Situationen schon verändern. Einfach dadurch, dass du stehen bleibst und aus deinem Automatikmodus ausgestiegen bist. Und du weißt danach, ob das aktuelle Thema zu dir selbst oder zu deiner Partnerschaft gehört.

Das liest sich jetzt einfach. Ist es aber nicht – je nachdem, welche Erfahrungen ich in meiner Kindheit gemacht habe. Dazu vielleicht noch drei Tipps. Einfach so, zum lustvollen Ausprobieren bei nächster Gelegenheit:

1: Wenn ich merke, dass mein Hirn rattert und ich mich innerlich fürchterlich über meinen Partner, meine Partnerin ärgere – lenke ich meinen Fokus auf meine Füße auf dem Boden und spüre, wie der Atem meinen Brustkorb bewegt. Als Menschen können wir denken (meistens zu 95% unserer Zeit) oder spüren. Wenn mein Hirn-Hamsterrad loslegt, wäre es gut, für etwas erdigen Ausgleich zu sorgen. Wie gehe ich jetzt mit der Situation um? Gibt es eine Veränderung?

2: Im nächsten Schritt kann ich versuchen, wenn ich in Ärger mit meinem Gegenüber verbunden bin, mich wieder auf die Füße zu stellen, in den Brustraum zu atmen (das bewegt auch mein Herz) und ihm aus dieser Position heraus in die Augen zu schauen. Bemerkst du eine Veränderung zum bisher erlebten Normalzustand? Fühlt es sich immer noch so ärgerlich an? Oder sehe ich aus dieser Haltung heraus auch den Menschen, den ich liebe. Mal mehr, mal weniger?

In einem dritten Schritt kann ich Schritt eins und zwei wiederholen, um bei einem Partnerschaft-naeheGespräch mit meinem Partner auch dessen Hand zu halten und zu ihm/ihr sprechen. Das verbindet. Und wenn ich die Hand während des Gesprächs nicht loslasse, dann hält die Verbindung auch während eines schwierigen Gesprächs.

Egal, was zwischen uns gesagt wird, wir bleiben in Verbindung. Anstatt uns abzugrenzen und zu distanzieren. Gibt es eine Veränderung? Wie geht es dir mit eurem Thema und mit deinem Partner?

Die drei Übungen kommen aus dem, was ich Somatic Coaching nenne. Sie sind in der Praxis erprobt und wirksam. Mehr davon gibt es bald in einem Buch zum Thema Partnerschaft.

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Viel Erfolg beim nächsten miteinander Reden wünscht dir,

Volker Hepp,

Paartherapeut

http://www.volkerhepp.com

 

Wie ist es dir mit diesen drei Tipps ergangen? Wir freuen uns auf einen Kommentar von dir! 

Hier findest du eine revolutionäre neue Sicht auf Partnerschaften, die alles verändern könnte:

Königin & Samurai: Vom Kampf der Geschlechter zum Tanz gelungener Beziehungen

 

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