Kategorien Anzeigen

Erfolg Body Arbeit Beziehungen Deine Welt Glück Seele Podcasts humantrust @Redaktion

Was ist das eigentlich, mein Selbst?

Eine Annäherung an unser Selbst anhand Beispielen aus dem Leben von Karl Lagerfeld. Einblicke, wie die vermutlich oberflächlich wirkende Modewelt dich tief zu dir selbst führen kann.

Klingt erst mal komisch, aber lies bitte einfach weiter 😉

Wer bin ich, und wenn ja, wie viele? So lautet ein Buchtitel von Deutschlands bekanntestem Philosophen Richard David Precht. Und ja: das ist tatsächlich eine philosophische Frage, für die es keine klare Antwort gibt. Die jeder nur für sich selbst beantworten sollte.

Letzte Woche ist ein Mann gestorben, den man getrost als Original bezeichnen kann. Karl Lagerfeld ist immer „er selbst“ geblieben.

Er ist ein gutes Beispiel, für “sich selbst bleiben, für sich selbst treu bleiben”. – Kaum ein anderer hat es so gut perfektioniert, wie er.

Auch wenn er sich und seine Mode ständig neu erfunden hat. Sein Selbst-Verständnis war einzigartig. Grund genug, an seinem illustren Leben beispielhaft einen Einblick in das Thema „Selbst“ zu geben.

mein-selbstLasst uns erst mal verschiedene Seiten des Selbst betrachten:

Die Psychologie bietet eine Reihe von interessanten Definitionen zum Thema. Wir steigen jeweils mit einer kurzen Erklärung ein, die angelehnt ist an die Definitionen des  Stangl Online Lexikon für Psychologie und Pädagogik: https://lexikon.stangl.eu.

Dann begeben wir uns ins Leben des großen Mode-Zars.

Es soll dich inspirieren und anregen, über dein eigenes Selbst nachzudenken.

Damit es dir leicht fällt, Wege zu dir selbst und deiner inneren Haltung zu beschreiten – wie auf (d)einem bunten Laufsteg.

Selbst – Sicherheit

Als Selbstsicherheit bezeichnet man die Fähigkeit eines Menschen, sich in der sozialen Umwelt so zu behaupten, dass dessen eigene Bedürfnisse befriedigt werden können.

Als Karl Lagerfeld Mitte der 50ger Jahre nach Paris kam, wartete auf den deutschen Modedesigner niemand. Damals war man Deutschen gegenüber nicht besonders offenherzig. Was Karl die Türen öffnete, war nicht nur sein Talent für einzigartige Schnitte. Er verstand sich als Europäer und Weltbürger.

Dieser klare Weitblick – die Erkenntnis, dass das Leben eine ständige Veränderung ist – dass nichts bleibt – übersetzte er in eine Mode, die selbst die eingebildeten Pariser überraschte. Für eine ständige Neu-Erfindung investierte er viel. Er sagte einmal: „Man muss das Geld zum Fenster hinauswerfen, damit es zur Tür wieder herein kommt.“

Selbst – Fürsorge

Unter Selbstfürsorge oder Selbstpflege versteht man alle gezielten und bewussten Handlungen, die ausgeübt werden, um Gesundheit sowie Wohlbefinden zu erlangen, zu erhalten oder wiederherzustellen. Entweder können diese Tätigkeiten von einem selbst oder aber von Dritten ausgeführt werden.

Spätestens seit „Der Teufel trägt Prada“ wissen wir, dass der Modezirkus ein Haifischbecken ist. Bist du in, bist du gleich wieder out. „Fly high and fall deep“ ist an der Tagesordnung. Wie hat es Karl Lagerfeld geschafft, sich ein halbes Jahrhundert an der Spitze der Modewelt zu behaupten?

mein-selbst-freiheitEr war mitten in der Szene des internationalen Glamour- Theaters. Seite an Seite mit denen, die gerade en vogue waren – und doch blieb er auf Distanz. Er blieb für sich und beteiligte sich nicht an den Ausschweifungen.

Dafür hatte er seine Leute. Er sagte einmal: „Das alles ist sehr amüsant und interessant, aber du musst dich davon fern halten, sonst macht es dich kaputt.“

Sein Credo war, die Welt des Glitzers zu bedienen, aber sich nicht von ihr verbrauchen zu lassen. Er sagte: „Man kann ja auch mal zu Hause bleiben, ein Buch lesen, Musik hören. Beziehungsweise: Auch Nichtstun ist etwas sehr Beschäftigendes.”

Selbst – Bild

Ein Selbstbild setzt sich unter anderem daraus zusammen,

  • wer man ist (Name, Alter, Geschlecht, Ausbildung, Beruf …)
  • wie man seinen Körper sieht und bewertet
  • welche Talente, Fähigkeiten und Fertigkeiten man an sich erkennt
  • wieviele und welche Wünsche und Ziele man hat
  • welche Erfahrungen man gemacht hat

Das entwickelte Selbstbild beeinflusst aber auch das Verhalten, also wie man anderen gegenüber auftritt. Das Selbstbild hat Auswirkungen auf das Selbstvertrauen.

Das Selbstbild von Lagerfeld war – wie das von vielen Menschen – ambivalent. Auf der einen Seite war er sich seiner Talente durchaus bewusst. Seine Kreativität und sein Schaffen waren einzigartig: Er war nicht nur Designer, sondern auch Fotograf, Künstler und Marketingexperte.

Dazu bediente er mehrere Kollektionen verschiedener Modehäuser gleichzeitig. Auch wusste er genau, dass man dafür etwas tun muss. Er sagte:

„Es gibt Menschen, die legen sich an den Strand und warten dort, dass die Inspiration zu ihnen kommt. Aber die Inspiration kommt nicht einfach an den Strand.“

mein-selbst-kennenAuf der anderen Seite war er, was seinen Körper und sein Äußeres anging, immer bestrebt, nicht so viel durchblicken zu lassen. Die typische Lagerfeld Optik – die Sonnenbrille, das weiß gepuderte Haar, die Handschuhe und der hohe Kragen waren ideal, sein wahres Alter nicht durchblicken zu lassen. Und gleichzeitig schien es wie ein Kostüm. Eine Rüstung, durch die er sein wahres Ich nicht erkennen lassen wollte. Er sprach kaum über das, was ihn tief in seinem Inneren bewegte. Seine Arbeit, sein Schaffen waren wohl sein Ersatz für Gefühle.

Selbst – Aktualisierung

Die Selbstaktualisierung ist in der Selbsttheorie nach Rogers das grundlegende Motiv für das Tätigwerden des Menschen, um Autonomie und Selbstständigkeit zu erlangen. Dabei entwickelt der Mensch zunehmende Bereitschaft, sich für jede Art von Erfahrung zu öffnen und sich und andere so anzunehmen, wie sie sind.

Karl Lagerfelds Ego war sicherlich groß und doch dosierte er es bewusst: Er verzichtete darauf, der Marke Chanel, die ihn (oder er sie) so berühmt gemacht hat, einen zu persönlichen Stempel aufzudrücken. Stattdessen nutzte er die große Geschichte des Modehauses, und variierte und erfand sie immer wieder neu. Stets am Zahn der Zeit.

Er folgte den neuesten Technik- und Social – Media – Trends und hatte keine Angst davor, billig zu wirken. Weder mit seinen Ausflügen in die Plastik-Mode noch bei seiner Kooperation mit H&M.

Er scheute die Veränderung nicht – im Gegenteil

mein-selbst-findenEr lud sie ein und passte sich schnell neuen Gegebenheiten an. “Nehmen Sie, was ich sage, bitte nicht so ernst”, sagte Lagerfeld einmal. “Wenn ich jetzt etwas sage, kann ich mich vielleicht morgen daran nicht mehr erinnern. Morgen bin ich schon ein ganz anderer Mensch.”

Tatsächlich brachte er eine Jogginghose auf den Laufsteg, nachdem folgendes Zitat von ihm um die Welt ging: “Wer eine Jogginghose trägt, hat die Kontrolle über sein Leben verloren.”

Karl kümmerte es nicht. Er blickte nicht zurück. Genau das machte ihn und sein Selbst aus.

Und sicherlich war er  generationenübergreifend so beliebt, weil er seiner hanseatischen Seele immer treu blieb und stets eine klare innere Haltung ausstrahlte. Die Freude am Leben und an der Arbeit – das „Amüsement“, wie er es nannte und der Schalk im Nacken waren seine ständigen Begleiter.

„Am Fließband stehen ist Arbeit. Was ich mache ist Freizeitgestaltung mit beruflichem Hintergrund“,

sagte er. Auch dieser Satz stammt von ihm: „Stress, das kenne ich nicht. Ich kenne nur Strass!“

Dem haben wir nichts hinzuzufügen.

Alles Liebe

Mit herzlichen Grüßen,

Nina Weiss vom Team Wohlglückheit

Wir wünschen dir Neugier, Interesse und Freude beim Erkunden der Erkenntnisse aus diesem Artikel.

Wir laden dich ein: Teile gerne deine Erfahrung mit anderen Leser*innen und uns.

 

www.wohlglueckheit.de

Hier findest du alle Artikel von Wohlglückheit


 

Gefällt mir 162 Personen gefällt das

Wie hilfreich fandest du den Artikel?1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (2 Bewertungen: 5,00 von 5)

Diskussion

fan