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Was Leistungsdruck mit unserer Partnerschaft macht

Leistungsdruck kann in einer Beziehung zur Krise führen und wird dann oft mit einem Beziehungsproblem verwechselt.  Hier möchte ich dir deutlich machen, wie man das erkennt und herauskommt.

Letztens hat sich ein Paar zu einer Paarberatung bei mir gemeldet. Die Streitigkeiten sind immer mehr geworden, das Unverständnis für den anderen ebenso. Im Laufe der Zeit als Paartherapeut habe ich mir angewöhnt, nicht sofort auf die zuerst offerierten Symptome aus dem alltäglichen Partnerschaftsdrama zu schauen, sondern vielmehr danach, wie denn die aktuellen Lebensumstände gerade so sind. Das nicht aus dem Grund, weil ich an aktuellen Problemen nicht interessiert wäre, sehr oft überdecken diese Alltags-Symptome die wahren Ursachen. Ich grabe deshalb vor allem beim ersten Gespräch gerne etwas tiefer: Wann der Unfrieden denn begonnen haben könnte, mit dem gegenseitigen Unverständnis und was bisher versucht wurde, um wieder in ruhigere Fahrwasser zu kommen. Bei meinen Nachfragen stoße ich dabei immer wieder auf eine Zunahme an äußerlichen Belastungen. So auch beim oben genannten Paar.

Leistungsdruck  macht uns dünnhäutiger und verletzlicher

Dabei ist es eine Binsenwahrheit, die jeder kennt. Wenn es im Außen immer mehr und belastender wird, wird unser Nervensystem immer empfindlicher. Wir fühlen uns mit uns selbst unwohl, haben Probleme damit, unsere Bedürfnisse zu befriedigen, zur Ruhe zu kommen und abschalten zu können. Und sehr oft leidet nicht nur unser Nervenkostüm, sondern auch unser Körper generell.

leistungsdruck-liebeUnsere Wahrnehmung schränkt sich ein – die Eigenwahrnehmung und die des Partners. Und wir fühlen uns schnell missverstanden, sind gereizt und genervt – oft auch von den Dingen, die wir bisher am anderen immer geschätzt haben. Die Partnerschaft knirscht. So war es auch bei dem oben genannten Paar. Bei genauem Hinsehen und Hinterfragen kam heraus, dass sich beide seit geraumer Zeit überfordern. Was den zeitlichen Einsatz angeht, aber auch die Qualität dessen, was sie im Außen tun, nicht zu vergessen die familiäre Situation innerhalb einer Patchworkfamilie, in die sie auch noch Pflegekinder aufgenommen haben. Sie war schon im Burn-out drin, hatte sich mühsam wieder frei gekrabbelt. Und er – braver Mann – hat weiter geschuftet, in der Zeit für beide.

Als ich dann irgendwann gesagt habe, dass sie in meinen Augen keine Partnerschaftsprobleme haben, sondern eher Leistungsdruck,  gab es erst einmal ungläubiges Staunen. Denn so, wie sie zu mir gekommen waren, wie sie miteinander umgingen, ihre Reflexion – nein, die Partnerschaft war ok. Vielleicht eine Überbetonung des funktionalen Miteinanders, was ja in langjährigen Partnerschaften häufiger vorkommt. Bei gleichzeitiger Vernachlässigung der emotionalen Ebene. So weit so gut. Die Probleme lagen auf einer ganz anderen Ebene.

Ich leiste – also werde ich geliebt!

verwelken-durch-leistungsdruck

Und oft schlägt genau hier eine lang antrainierte Falle zu – Leistung gegen Anerkennung und Zuneigung. Früh gelernt bei Eltern vielleicht, denen Leistung wichtig ist und war. Und dann im Laufe der Zeit perfektioniert: Wer viel leistet verdient mehr, wird mehr respektiert. Und im helfenden Umfeld – wer für andere da ist und sich aufopfert, der hat die gesellschaftliche Anerkennung garantiert.

Und dabei fällt uns allen schwer, in dieser auf Leistung gebürsteten Gesellschaft uns und anderen einzugestehen, dass wir eigentlich überlastet sind. Dass wir kaum noch Kapazität für uns und für die anderen frei haben und buchstäblich jeden Tag um unser Überleben kämpfen. Was vielleicht bei einem Dreißigjährigen noch problemlos möglich ist, wird in den 40gern schon mühsamer– das gelingt uns meistens dann nicht mehr, wenn wir die 5 vor der Jahreszahl haben.

Und was hat das mit der Partnerschaft zu tun? Sehr viel – wir diagnostizieren dann im oben genannten Fall, dass die Partnerschaft nicht mehr stimmt.Projizieren also etwas, was mit unserem Leistungsstreben oder Leistungsdruck zu tun hat, auf die Partnerschaft. Weil das oft einfacher ist, als die eigene Überforderung zuzugeben. Und mit der Überforderung vielleicht auch ein in die Schieflage gekommenes Selbstbild: Ich als leistungsstarke Frau, als leistungsstarker Mann. Das mir viel Schulterklopfen bisher eingebracht hat, das mittlerweile Teile meiner Persönlichkeit ausmacht: Ständig am Tun, ständig am Leisten. Diesen Zacken in unserer Krone verteidigen wir oft sehr verbissen und sind manchmal sogar bereit, unsere Liebe zu unserem Partner dafür zu opfern.

Innenschau und Seelen-Feng-Shui

Und dennoch ist das alles in uns selbst begründet. Weil wir überlastet sind, funktioniert die Partnerschaft nicht mehr. Und nicht umgekehrt. Weil uns antrainiert wurde, Leistung abzuliefern, keine Rücksicht auf uns und unsere Bedürfnisse zu nehmen, lassen wir lieber die Partnerschaft sausen. Verrückt, nicht?

Leistungsdruck-innenbeschauEin erster Schritt ist es, diese Dynamik zu erkennen. Sich selbst zu durchschauen, dass man genau in diesem Hamsterrad drin hängt. Sich unweigerlich selbst in diese Lage manövriert hat. Und dann?

Ein zweiter Schritt. Stehen bleiben. Durchschnaufen. Bestandsaufnahme steht an – auf allen Ebenen. Der zweite Schritt besteht darin, sich selbst auf die Schliche zu kommen und seine „unbewusste Leistungskompetenz“ zu erforschen: Wann leiste ich denn generell? Wann springt mein Leistungs-/Tun-Motor denn immer an? Wo empfinde ich Leistungsdruck? Warum tue ich das? Was erwarte ich denn davon? Welchen Benefit habe ich früher daraus gezogen, welchen ziehe ich heute.

Ich lerne mich also besser kennen. Und genau diese Kennenlern-Phase erspare ich niemand. So ätzend sie sein mag und so groß der Wunsch meiner

Was machen dann ein, zwei, drei Monate aus, die ich mir Zeit nehme, um mich besser kennen zu lernen? Gar nichts, angesichts der 45 Jahre unbewusster Kompetenz.

Und als dritter Schritt – wenn ich meine innere Landkarte komplett habe – dann kann ich Stück für Stück beginnen, aus dem Hamsterrad auszusteigen. Vielleicht zusammen mit meinem Partner. Und vielleicht kann ich aus dieser Innenschau eine sehr spannende Reise zu zweit machen.

Jeder schaut auf sich, beobachtet sich

Und gleichzeitig gibt es Austausch darüber – Schau mal, das ist mir heute an mir aufgefallen. Wie geht es bei dir damit? So lernen sich Paare auch nach einer langen Zeit ganz neu kennen. Und können gleichzeitig zusammen entdecken, welche Werte, Antreiber, Glaubenssätze so in einem selbst und im anderen arbeiten.

Drüber fluchen, gemeinsam darüber lachen und so wieder etwas mehr Leichtigkeit in die Partnerschaft bekommen. Und vielleicht gibt es ja ein gemeinsames Stopp-Signal, falls mein Gegenüber meinen aktuellen Zustand schneller entdeckt, als ich selbst: Vor-Sicht Hamsterrad.

 

Ich wünsche dir spannendes Entdecken!

Volker Hepp

www.volkerhepp.com

 

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