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Klaviatur des Glücks: Was macht uns wirklich glücklich?

Was tun wir nicht alles, um uns glücklich zu fühlen: Wir suchen das Glück in Beziehungen, in der Arbeit, in der Freizeit, in schönen Dingen, in Seminaren und in Ratgeberbüchern.

Beim diesjährigen Kongress der Heiligenfeld-Kliniken zum Thema „Achtsamkeit“ war es auch Thema, das Glück. Aus dem Vortrag von Dr. Daniela Blickhan, der Vorsitzenden des Deutschsprachigen Dachverbandes für Positive Psychologie, sind mir vor allem zwei Begriffe im Gedächtnis geblieben: Wohlfühlglück und Werteglück. Ich mag diese Differenzierung sehr, denn sie führt gleichzeitig in die Breite und Tiefe.

Was bedeutet eigentlich Glück?

Das Wort Glück kommt vom mittelhochdeutschen Verb „g(e)lücken“, was so viel heißt wie „gelingen“.

 

Glück ist also dann im Spiel, wenn etwas gelingt.

 

Doch: Allein die Tatsache, dass uns etwas gelingt, ist noch kein Garant für Wohlgefühl und Glücksempfinden. Dafür braucht es noch etwas anderes.

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Wer hätte gedacht, dass Glück mit Gelingen zu tun hat?

 

Damit wir ein Glücksgefühl empfinden, sind drei Dinge wichtig:

  1. bewusstes Wahrnehmen, wenn etwas gelingt
  2. zuschreiben einer positiven Bedeutung, wenn etwas gelungen ist
  3. ausreichende Wertschätzung des Gelungenen (bevor wir zum nächsten rennen)

Denn erst dann wird der beglückende Hormoncocktail im Gehirn gemixt, bestehend aus Dopamin, Serotonin, Oxytocin, Endorphinen und Co.

Glücklich sein und Achtsamkeit

An dieser Stelle kommt die Achtsamkeit ins Spiel, die uns dazu einlädt, unser Leben wach und präsent zu leben. Damit wir auch mitbekommen, wenn Gutes vorbei spaziert. Und damit wir es selbst dann erkennen, wenn es aus einer anderen Richtung kommt oder anders aussieht als erwartet.

Um Erfahrungen auch wertschätzen zu können, kultivieren Achtsamkeitspraktiken bewusst eine Haltung von Dankbarkeit – auch für die kleinen Dinge und Gesten im Leben. Auch für die scheinbaren Selbstverständlichkeiten. Und sie wissen um die Magie, die in Beziehungen entsteht, wenn Menschen sich gegenseitig mit aufrichtiger Dankbarkeit begegnen und dies auch ab und an aussprechen.

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Seinen Mitmenschen aufrichtige Dankbarkeit zu zeigen, macht glücklich

 

Die zwei Arten von Glück

Wohlfühlglück

Mit Wohlfühlglück (auch hedonistisches Glück genannt) verbinden die meisten Menschen Wohlbefinden und Zufriedenheit. Es entsteht zum Beispiel, wenn

  • ein glückliches Ereignis oder ein „Zufall“ eintritt: Wir bekommen eine Einladung zu einer besonderen Feier, jemand macht uns ein Kompliment oder ein Geschenk, wir gewinnen im Lotto
  • wir Bedürfnisse und Wünsche befriedigen, uns etwas gönnen: der erste Schluck Kaffee in Ruhe am Morgen, ein Eis an einem heißen Sommertag, gemütlich auf der Couch zu bleiben statt zum Sport zu gehen, das neueste Smartphone, nur noch dieses eine Paar Schuhe, eine Verschnaufpause zwischen zwei Aufgaben, ein zärtlicher Kuss
  • Ziele erreicht wurden, die wir uns gesetzt haben: die Prüfung bestanden, das Projekt rechtzeitig vorm Urlaub fertiggestellt, die ersehnte Gehaltserhöhung ausgehandelt, den ersten Halbmarathon geschafft
  • wir uns in einer angenehm freudigen Gemütsverfassung befinden – ob uns der Anlass dafür bewusst ist oder nicht.

Meist versuchen wir, diesen Zustand so lange wie möglich zu halten, und reagieren äußerst empfindlich auf alles, was ihn zu verdunkeln droht.

Werteglück

Als Werteglück (auch eudämonistisches Glück) bezeichnet die Positive Psychologie den Zustand, wenn für uns wichtige Werte gelebt werden. Und wenn wir uns als Mensch und Persönlichkeit entfalten. Es wird auch als „psychisches Wohlbefinden“ bezeichnet und beschäftigt sich mit der Frage, wie gutes Leben (und Arbeiten) gelingt. Es entsteht beispielsweise, wenn wir

  • uns trotz vieler Aufgaben die Zeit nehmen für ein Gespräch mit einem anderen Menschen, weil uns Freundschaft, Verbundenheit und Austausch wichtig sind
  • unsere Stärken einsetzen können und uns darin wirksam erleben
  • uns für etwas engagieren, was uns am Herzen liegt, auch wenn es mit Schwierigkeiten verbunden ist
  • unsere engsten Weggefährt|innen nicht nur dann lieben, wenn sie gerade gute Gefühle in uns auslösen

Ein Zeichen von erlebtem Werteglück ist, wenn wir abends nicht müde und ausgelaugt, sondern müde und erfüllt ins Bett gehen.

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Wie wir abends zu Bett gehen, verrät uns viel darüber, ob wir glücklich sind

 

Gibt es ein „besseres“ Glück?

In gewisser Weise greifen beide ineinander: Wenn wir unseren Werten treu sind, werden wir auch Wohlfühlglück erleben. Besteht unser Leben allerdings nur aus hedonistischem Glück, wird es sich auf Dauer leer anfühlen. Stimmigkeit zwischen Wohlfühl- und Werteglück liegt zum Beispiel dann vor, wenn wir

  • nicht jedes Mal beim Sport kneifen und auf dem Sofa liegen bleiben, falls unser Wert gesunde Selbstfürsorge ist. Andernfalls hängen wir in der sogenannten „Hedonismus-Falle“: kurzfristig fühlt es sich gut an, langfristig sorgt es für Minuspunkte auf der Selbstwert- und Glücksskala
  • die Gehaltserhöhung nicht bloß als Schmerzensgeld betrachten, sondern wir sie für eine Arbeit bekommen, die wir (zumindest überwiegend) mit Freude tun und die uns sinnvoll erscheint
  • mal einen Kaufrausch haben, weil wir es uns gerade leisten können, aber unser Glück nicht einzig und allein im Konsum suchen
  • viel und gerne arbeiten und dennoch unsere Lieblingsmenschen ihren festen Platz in unserem Herzen und in unserem Terminkalender haben
  • uns über Lob und Anerkennung freuen, aber auch eine richtig gute Zeit haben können, wenn es ausbleibt. Weil unser Handeln und Verhalten nicht ausschließlich darauf abzielt, sondern einer intrinsischen Motivation folgt.

Wohlfühlglück ist kurzlebiger, flüchtiger und abhängiger von äußeren Faktoren. Es dient eher dem Vergnügen. Wohlfühlglück sagt: „Ich bin glücklich, wenn…“ Werteglück entsteht als angenehme Nebenwirkung, wenn wir unsere Stärken und Potenziale leben, wenn wir uns (in unseren Augen) sinnvoll engagieren und mit unserer Lebensweise im Reinen sind. Werteglück verlangt nicht zwangsläufig nach Sonnenschein und Barrierefreiheit auf unserem Weg. Man könnte diese Sorte Glück auch sagen hören: „Ich bin bin glücklich, obwohl…“

 

Herzlich, Katja Lutz-Deklerk

Coaching und Training für achtsame (Selbst-)Führung

Live in München – Telefonisch – Online

Kontakt: katja@lutz-deklerk.de

Oder über Xing

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Hier findest du alle Artikel von Katja:

https://compassioner.com/author/katjalutzdeklerk/

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