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Titel Paare zum schwingen

Was Paare wieder zum Schwingen bringt

Was Paare wieder zum Schwingen bringt, das meine ich durchaus auch und gerade körperlich. Was ich oft in der Paartherapie beobachte ist, dass man sich unmerklich und unbewusst entfremdet. Ein natürlicher Vorgang, weil oft an die Stelle der anfänglichen Liebe und des Herzklopfens irgendwann die Alltagsbewältigung, die Sorge um den Nachwuchs usw. kommt. Man hat ja schließlich vielleicht geheiratet und man kann nicht immer verliebt sein, sondern wir sollten die gemeinsamen Aufgaben lösen. Schade eigentlich.

Und je fremder mir der andere wird, desto mehr muss ich mich oft vor ihm schützen. Auf einer sehr körperlichen Ebene. Die Körperpsychotherapie sagt, dass wir uns einen Panzer anlegen, der unser Herz verschließt. Die Folge – wir können unserem Liebsten nicht mehr mit offenem Herzen begegnen.

Praktische Übungen zum Selbsterleben

Aus diesem Grund möchte ich diesen Artikel ein paar praktischen Übungen widmen, mit denen du zu Hause in jeder Situation selbst etwas üben kannst. Selbsterfahrung mit Partner sozusagen. Denn nach meinem Dafürhalten reden viele in der Paartherapie zu viel und spüren sich und den anderen zu wenig.

Eigentlich ein normaler, körperlicher Vorgang. Von uns aber leider zu wenig wahrgenommen, weil oft unbewusst. Warum ist das so: Wir Menschen sind wunderbare Wesen und haben wunderbare, oft unbewusste Werkzeuge, um uns vor Verletzung und Schmerz zu schützen. Wenn wir beschämt wurden oder verletzt, dann legen wir uns oft eine Art Ritterrüstung um uns herum zu.

Damit es nicht mehr so weh tut und wir besser durchs Leben kommen. Sinnvoll. Nicht? Je öfter wir die Ritterrüstung brauchen, desto öfters bemerken wir auch, dass sie hilft – wir kommen (scheinbar) besser durch unser Leben, sind unempfindlicher geworden.

Damit wir uns gleich verstehen: Ich habe nichts gegen Ritterrüstungen. Die brauchen wir. Ich habe nur etwas dagegen, wenn wir irgendwann nicht mehr raus kommen aus der Rüstung. Weil wir vielleicht den Schlüssel vergessen oder verloren haben. Dann sind wir 24×7 abgepanzert. Oft auch unempfindlicher gegenüber unseren eigenen Gefühlen und damit auch gegen die Dinge, die von außen kommen. Obwohl unsere Sehnsucht, wenn ich da ganz ehrlich zu mir bin, doch gerne etwas anderes hätte – nämlich Nähe & Geborgenheit.

Was ich in meinen Seminaren und auch in den Einzelsitzungen gerne verwende, sind folgende beiden Übungen als kleine Anregung für dich und deinen Partner, deine Partnerin. Zum neugieren Entdecken. Es geht nicht um Leistung, es geht nicht um Erfolg. Sondern um Neugier, um Offenheit und um Lust auf Veränderung.

Mit offenem Herzen die Partnerschaft zum Schwingen bringen

Mein Beispiel mit der Ritterrüstung habe ich ja schon geschrieben. Darauf aufbauend kannst du und dein Partner sich gegenüber setzen. Bequem. Vielleicht mit etwas Abstand zwischen euch aber auch mit genügend Nähe. Dann schaut euch in die Augen und haltet über zum-schwingen-bringen-augenkontakt eure Augen Kontakt. Die ganze Zeit während der Übung. Das wäre der erste Schritt.

Schritt 2 bedeutet, dass du im Kontakt zu deinem Partner*in deine Aufmerksamkeit etwas auf deinen Atem lenkst. Nimm einen tieferen Atemzug und nimm diesen wahr. Wie die Luft einströmt und wie sich vielleicht dein Brustraum etwas weitet. Spür das. Und nimm gleichzeitig wahr, wie durch die Bewegung der Lungenflügel auch dein Herz etwas mehr bewegt wird. Bleib dabei und spür deinen Herzschlag.

Und vielleicht kannst du noch tiefer ein- und ausatmen, deine Lungenflügel und dein bewegtes Herz wahrnehmen. Und mit dieser Wahrnehmung schaust du weiterhin deinen Partner an. Mit bewegtem Herz sozusagen. Wie nimmst du ihn/sie jetzt wahr? Gibt es eine Veränderung, wenn ihr so in Kontakt seid, mit den Augen und bewegtem Herzen? Bleib bei der Wahrnehmung und bleibt so lange in der kleinen Übung, wie es euch beiden Spaß macht.

Ach ja, wenn euch die Übung gefällt, könnt ihr sie so lange und so oft wiederholen, wie ihr wollt. Doch Vorsicht: Es besteht Suchtgefahr 

In Kontakt bleiben

Wenn es in Beziehung kriselt oder zu Spannungen kommt, dann beobachte ich oft, dass einer oder beide Partner aus dem Kontakt zueinander gehen. Die Blicke zeigen in verschiedene Richtungen und beide nehmen sich nicht mehr wahr. Gerade in solchen Momenten ist natürlich auch die vorangegangene Übung ein schöner Unterbrecher für das gewöhnliche Hamsterrad. Aber es gibt auch eine „kleine Schwester“ davon.

Wenn ihr ein schwieriges Thema habt, das ansteht und besprochen werden muss, dann setzt euch doch an den Küchentisch oder auf`s Sofa. In dem Abstand, der gerade gut ist. Wenn ihr mit den Augen in Kontakt kommen könnt, dann auch gut. Oft ist das gerade bei schweren Themen aber nicht möglich. Ich weiß das auch aus eigener Erfahrung.

Eine andere Alternative um dennoch in Kontakt zu bleiben wäre, dass ihr euch, wenn ihr das Thema angeht, ganz leicht
zum-schwingen-hände-haltenund vorsichtig an den Händen haltet.
Also den Kontaktpunkt von den Augen zu den Händen verschiebt. Und euch nicht loslasst, während ihr redet. Ganz wichtig: Leicht und vorsichtig und zart an den Händen haltet – kein Zwang, kein Druck und keine Bedrohung. Und achtet darauf, ob das Gespräch anders ist als sonst. Brachte diese Übung euch zum schwingen?

Wem das „an der Hand halten“ zum jetzigen Zeitpunkt noch zu schwer erscheint, weil zu nahe und zuviel, kann auch auf andere Arten Kontakt zu seinem Gegenüber halten. Ein Tipp: Versuche es, dass ihr euch gegenseitig mit den Fußspitzen berührt. Auch das ist Kontakt. Und mit ein bisschen Übung, entstehende Nähe und Vertrauen gelingt dann vielleicht auch bald das „an der Hand halten“

Paartherapie mit Hilfe von Tieren

Eine ganz spezielle Paararbeit bieten meine Frau und ich zusammen mit unseren beiden Pferden an. Pferde als Fluchttiere sind unbestechliche Wesen, die dir sofortiges Feedback geben, ohne dass ich dabei beschämt werde. Das kann ich als einzelner Mensch für mich nutzen, das kannst
du aber auch für die Paararbeit nutzen. Lass mich dazu ein Beispiel machen: Stell dir vor, du und dein Partner*in haben die Aufgabe, euch beide und eines oder beide Pferde vor einem heranrauschenden Hochwasser zu retten.

Keine Angst – weder regnet es, noch besteht irgendeine reale Gefahr. Ihr beide steht in der einen Ecke der Halle, das rettende Hochplateau ist auf der anderen Seite. Und die Pferde sind irgendwo frei in der Halle. Eure Aufgabe: Bringt euch und die Pferde ohne Hilfsmittel auf das rettende Hochplateau.

Dazu braucht es innerliche und äußere Ruhe. Kommunikation zwischen euch beiden, Vertrauen, Blickkontakt, Empathie und Emphase. Und einen gemeinsamen Plan. Damit ihr die unbestechlichen Wesen mit jeweils 500 Kilo Lebendgewicht mitnehmen könnt.

Wie im richtigen Leben: Wir müssen uns und die anderen mitnehmen. Nicht mit Worten, sondern mit unserem Herzen und unseren Sinnen. Spannend. Und ein Versuch wert – gerade als Paar. Gemeinsame Zeit, gemeinsames Lernen, gemeinsames Erleben zum Schwingen bringen. Und durch unseren Transfer in den Alltag auch ein gemeinsames besseres Verstehen von sich und dem anderen.

Ich bin gespannt auf eure Erfahrungen hierzu.

Mit herzlichem Gruß,

Volker Hepp

Tipps und Impulse für eine glückliche und erfüllende Beziehung von Volker findest du auch hier.

 


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